18032020_3 Corona

Mittwoch, 18.03.2020

Was für ein Tag! Himmel! Alles auf Überholspur und ein mysteriöser Apfelkuchen, gerieben.

Pünktlich noch Minuten vor 08:30 Uhr wartete K1 eingeloggt auf seinen ersten Homeschooling Tag! Er war richtig aufgerecht und hat sich unglaublich gefreut.

K2 hingegen sass mit sichtlich schlechter Laune hinter seinem Laptop. Die Passwörter für die Schulplattform wurden per Post verschickt. Das konnte er einfach nicht verstehen und dass unsere Briefpost nicht vor 12:00 kommt, machte seine Stimmung nicht besser. Immerhin liess er sich dazu bewegen, das Quizlet zu installieren und wenigstens einen kleinen Teil der Englischwörter einzutippen. Als er dann beschäftigt war, fing es an Spass zu machen.

Dazwischen ruft K1 über den Tisch, dass er Kopfhörer mit Mikrophon braucht weil sie gerade eine Telefonkonferenz abhalten wollen. Als ich meine Ersatzkopfhörer rauskrame, sind sie einfach ein Kabelklumpen. Derweil wird K1 sehr nervös weil er den Anruf nicht entgegennehmen kann. Die Nerven liegen blank. Bis ich den Kabelsalat auseinanderfriemele, meldet der Lehrer, dass sie sich nicht alle gleichzeitig anmelden können und in separaten Gruppen dazugenommen werden.

K2 hat seinen Frust hingenommen und macht das Beste daraus. Irgendwann kann er sich dazu aufraffen die Sendung auf SRF My Scool anzuschauen.

Mein Mann wird nach der Arbeit einkaufen gehen, ich kontrolliere den Kühlschrankinhalt und schreibe einen Einkaufszettel in die Erinnerung damit ich diese laufend ergänzen kann.

Inzwischen habe ich mich ins Firmensystem eingeloggt und unser WLAN hääääängt…Schneckentempo. Der ehemalige Chef ruft mich an. Ihm fehlt eine Zusammenstellung aus dem 2018. Ob ich ihm diese besorgen kann weil er jetzt Zeit für Steuererklärung hat. Dafür müsste ich eigentlich ins Büro. VPN und so…

Ich will plötzlich einen Apfelkuchen backen. Ganz wage kann ich mich daran erinnern, dass ich in irgendwelchen Ferien so wahnsinnige Lust auf einen Apfelkuchen hatte. Mit geraffelten Äpfeln. Wir waren aber in einer Berghütte und da waren unsre Vorräte abgezählt. Für praktisch jeden Tag. Damals haben mir genügend Eier gefehlt. Und das ruft scheinbar bei mir irgendeinen Urdrang aus mit unbändiger Lust nach Apfelkuchen. Und ich hatte ja jetzt alles zu Hause!

Rezept für Apfelkuchen googeln.

Zuerst aber die zweite Ladung Wäsche laufen lassen und das Katzenklo putzen.

Freundin schreibt ob K2 mit ihren zwei Kindern und dem Hund Gassi gehen möchte. Ihre Kinder halten sich an social distancing und weil ich weiss, dass sie sich wirklich an die Vorgaben hält frage ich K2. Er jubelt. Und kommt nach einer Stunde glücklich und pünktlich nach Hause.

In der Zwischenzeit ist K1 bei den letzten Minuten Schule und betreibt Tel.Co. mit seinen Klassengspändlis während ich versuche Emails zu beantworten und Homeoffice-untaugliche Aufgaben meiner Kollegin weiter zu leiten.

Mittagessen kochen. Und endlich den Apfelkuchen anfangen. Da reisst mir erstmal der Geduldsfaden und ich schreie herum. Aus völlig nichtigen Gründen. Naja. Wir machen alle eine Stunde Pause.

Endlich ist der Kuchen im Ofen. Die Post war da und K2 hat endlich alle benötigten Passwörter. Wir richten seinen Login und den Elternlogin ein. Er ist überglücklich. Erst recht als in den Aufgaben steht, dass er ein Duolingo-Account und einen Quizlet Account braucht. Duolingo hat er Englisch, Französisch und seit letzten Sommerferien auch Spanisch. So kann er die erste Aufgabe schon mal abhaken. Scheinbar macht ihn das richtig glücklich.

Als K1 mit dem aktiven Unterricht fertig ist, gehen wir alle raus. Es ist wunderbarstes Frühlingswetter. UND DER APFELKUCHEN IST FERTIG!!!!

Ich spiele noch gegen beide Jungs Badminton. Beisse mir recht blöd auf die Unterlippe und kann sie regelrecht knacksen hören. Ich stelle mir schon vor wie eine Blutfontäne aus meinem Mund spritzt und K2 ohnmächtig wird. Es hat nicht gespritzt, aber ich habe jetzt eine klaffende Unterlippe und sehr schlechte und langwierige Heilung, meine Medikamente und so.

Mann kommt mit dem Einkauf nach Hause und kocht mit K2 während K1 Klavier spielt. Eigentlich nimmt er nur Gitarrenunterricht, das Klavierspielen macht er nach Gehör. Ich bin erledigt. Nach dem Abendessen lasse ich mir ein Entspannungsbad ein. Schreibe dem Lehrer von K1 eine Dankesmail für die tolle Organisation.

Heute nur 1x fast geheult. Morgen überdenken wir unser Grossraumbüro, Wohzimmer mit dem 6er Esstisch für 3 Personen inkl. Unterlagen und Laptops. Der Mann arbeitet morgen Homeoffice, mal sehen ob das das WLAN aushält.

Bleibt gesund!

O-Ton K2: der Apfelkuchen ist legendär! Jawoll!

2 Gedanken zu „18032020_3 Corona

  1. Liebe Katarina,
    schön, dass du wieder blogst!! Du schreibst immer so super lebendig. Ich hoffe, es gelingt dir, den Humor nicht zu verlieren. Es ist sicher nicht leicht, mit zwei lebhaften Buben.
    Für mich ändert sich fast nichts – ich habe gemerkt, dass ich ja immer sozusagen in Quarantäne lebe ..
    An alle liebe Grüsse und besonderen Dank an dich!
    Isabel

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    • Liebe Isabelle

      Ich freue mich sehr von dir zu hören und ich hoffe, dir geht es gut!?
      Ja wir schlagen uns durch auch wenn es zur Zeit wahnsinnig anstrengend ist.

      Wir senden dir ganz viele liebe Grüsse zurück!
      Hoffentlich bis bald wieder
      Katarina

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