Versuchskaninchen bei MS-Forschung

Vor einiger Zeit habe ich wieder nach Forschungsstudien über MS gesucht. Ich finde dieses Thema sehr interessant und sehr spannend. Nur schon die Tatsache, dass in so vielen Ländern mit Hochdruck geforscht wird und auch nach etlichen Jahren die Ursache für die Entstehung der MS nicht genau geklärt ist, finde ich unglaublich. Das zeigt, wie komplex diese Krankheit sein muss und wie viele verschiedene Faktoren beachtet werden müssen.

Schon vor langer Zeit (als ich mich noch mit der Frage, ob ich lieber Aubagio oder Gylenia nehmen soll, auseinandergesetzt habe), habe ich von meinem Lieblings-Physiotherapeuten auf Twitter (@mariozimmer) eine interessante Studie zugeschickt bekommen. Das spannende an dieser Studie ist, dass sie zur Zeit in der Schweiz am Unispital Zürich durchgeführt wird. Da ich die Studie nicht vergessen habe und immer wieder daran denken musste, habe ich mich darüber informiert und bei der MS-Forschung am Unispital Zürich angefragt, wie das so ist mit den Probanden. Meine Email wurde sofort weitergeleitet und ich wurde in Kenntnis gesetzt, dass die zuständige Person gerade krank ist und es einen Moment dauern kann, bis sie sich bei mir meldet. Das finde ich schon mal ein sehr nettes Vorgehen. Diese Person hat sich dann ziemlich schnell bei mir gemeldet und mir in einer ausführlichen Email erklärt, was sie zur Zeit gerade erforschen und was für mich in Frage kommen könnte. Ich habe erwähnt, dass ich kein Interesse an Studien von Medikamenten habe, da ich ja bisher nicht so gut darauf reagiere. Ich war von zwei Forschungsprojekten sehr begeistert und schon Feuer und Flamme dafür. Trotzdem wollte ich meinen Neurologen kurz darauf ansprechen.

Jetzt ist so, dass man für die Teilnahme an diesen Forschungsprojekten eigentlich medikamentenfrei sein muss. Mein Neurologe war nicht gerade von meiner Idee begeistert und hat mich dann auch schnell daran erinnert, dass das Aubagio bis zu zwei Jahre im Körper verbleibt. Das Aubagio wird vom Darm abgebaut und das geschieht halt sehr langsam. Die einzige Möglichkeit das Aubagio schnell aus dem Körper zu kriegen, wäre eine Behandlung mit Aktivkohle. Hrmpf! Das habe ich tatsächlich total vergessen! Der Neurologe meinte, meine Aubagiokonzentration sei sicherlich noch hoch, obwohl ich es vor ca. 8 Monaten abgesetzt habe und die Einnahme nur 6 Monate erfolgte. Trotzdem sollte ein Körper etwa zwei Jahre brauchen um das Medikament vollständig ab zu bauen! Nun gut, das würde dann bedeuten, dass ich zur Zeit eigentlich noch sowas wie einen leichten Schubschutz habe. Das heisst aber für mich auch, dass ich an diesem Forschungsprojekt eher nicht teilnehmen kann.

Das habe ich der Uniklinik mitgeteilt und sie fanden, dass nach ihrer Erfahrung eigentlich 6 Monate nach dem Absetzen vom Aubagio genügen! Ha!

Zur Zeit bin ich noch etwas zwiegespalten. Einerseits möchte ich so gerne an einem Forschungsprojekt teilnehmen, schon rein aus Interesse und der Vorstellung, direkt von der Quelle neue Informationen zu bekommen. Das reizt mich schon sehr weil ich es unglaublich interessant finde. Andererseits ist meine MS zur Zeit so schön brav und ruhig, da habe ich schon etwas Angst durch irgendwelches Fremdeinwirken, welcher Art auch immer, an diesem Zustand zu rütteln. Mittlerweile bin ich eher der Meinung, dass man die schlafenden Hunde lieber nicht wecken soll. Eigentlich kann ich das auch mit dem kleinen Sohn vergleichen-wenn er schon mal ein Nachmittagsnickerchen hält, dann auf keinen Fall wecken. Niemals, nie, nie!

Ich muss mir das in der nächsten Zeit mal überlegen. Aber verlockend ist es halt schon…es hat für mich schon beinahe etwas von dieser Art sensationsgeilheit…

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Ein Gedanke zu „Versuchskaninchen bei MS-Forschung

  1. Ich bin auch noch Aubagio verseucht. Tecfidera habe ich am 23.7.15 abgesetzt und ich glaube ich möchte jetzt auch erstmal ganz ohne Medikamente sein. Ich bin hier in Mainz in einer Studie bei der ich ab und zu Blut abgeben muss und meine MRT Aufnahmen werden zu Studienzwecken benutzt. Das tut mir nicht weh und die haben etwas davon. Studien sind immer gut, solange wir nicht darunter leiden 😉 LG Grüße in die Schweiz, Chrissi

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