Copaxone

Nach der präsentierten Auswahl aller Therapiemöglichkeiten, entschied ich mich für Copaxone. Es wird 1x täglich unter die Haut gespritzt und sollte weniger Nebenwirkungen als die anderen Medikamente haben. Der Nachteil ist, dass es halt 1x pro Tag gespritzt werden muss und auch der Schubschutz ist halt nur 30%. Wenn es überhaupt wirkt.

Sobald ich die Kostengutsprache der Krankenkasse hatte, kontaktierte mich auch schon die Versandapotheke. Ich konnte jeweils telefonisch angeben, an welchem Tag ich die Lieferung möchte. Diese wurde dann gekühlt und eingeschrieben per Post geliefert.

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Nach der ersten Lieferung rief dann auch schon eine MS-Krankenschwester an. Sie kam zu mir nach Hause und übte mit mir dieses Spritzen. Zu den Spritzen gibt es ein Gerät in welches man die Spritze rein montiert und dann nur noch abzudrücken braucht.

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Die erste Spritze war seltsam weil ich nicht wusste, was mich erwartet und wie sich das anfühlt. Es war überraschend leicht. Als das Mittel unter die Haut gelaufen war, hat es leicht gebrannt und die Stelle wurde dann rot. Innerhalb der ersten 20min. hatte der Kreis bereits einen Durchmesser von ca. 15cm. Die MS-Schwester empfahl mir dann die Stelle jeweils zu kühlen.

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Nun, ich habe verschiedene Zeiten ausprobiert. Am frühen Morgen war nicht geeignet, weil ich danach für etwa eine Stunde ziemlich neben der Spur war. Wenn ich am Mittag gespritzt habe, ging am Nachmittag nicht mehr viel. Wenn ich vor dem Einschlafen gespritzt habe, fiel ich in einen kommatösen Schlaf ohne Träume und war am nächsten Morgen total unausgeschlafen

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Ich musste kein Spritztagebuch führen weil sich die roten Einspritzstellen so langsam zurückbildeten, dass man es sowieso gesehen hat. Mein Neurologe empfahl mir ein Antiallergikum zu nehmen. Die Einstichstellen waren jeweils gross wie Pflaumen, rot, hart und juckten. Eine Weile habe ich statt mit dem Gerät, dann doch lieber von Hand gespritzt, weil ich so bestimmen konnte, wie schnell das Mittel hinein geht. Das war ziemlich mühsam weil sobald das Mittel in meinen Körper lief, fingen alle alten Einstichstellen zu jucken und wurden sofort rot. So konnte ich nicht die Spritze halten und auch noch gleichzeitig kratzen. Und es hat unglaublich gejuckt.

Das Allergiemittel nützte nicht wirklich. Es machte nur noch mehr müde.

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Ich hatte zwei anaphylaktische Schoks, sogenannten Flush’s. Etwa 3 Sekunden, nachdem das Mittel in meinem Körper war, bekam ich ein extremes Engegefühl in der Brust, Herzrasen, Hitzewallungen, Nierenschmerzen, Durchfall. Das dauerte jeweils ca. 10min. Danach hatte ich Schüttelfrost und am nächsten Tag am ganzen Tag einen Muskelkater.

Nach 6 Monaten entschieden sich der Neuro und ich ein MRI zu machen um zu sehen, ob das Mittel überhaupt was nützt. Und das Resultat war toll. Keine neuen Läsionen. Die bestehenden waren zwar noch aktiv und leuchteten noch aber es gab keine neuen! Für mich war das ein Grund, Copaxone noch eine Chance zu geben und nicht damit aufzuhören. Also quälte ich mich weiter.

Die Allergie wurde immer stärker und ich hatte kein Platz mehr am Körper wo ich die nächste Spritze setzen konnte. Nach genau einem Jahr Copaxone, habe ich es abgesetzt.

 

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Aktuelle Beiträge

Intermittierendes Fasten bei Multipler Sklerose-Erfahrung

Intermittierendes Fasten bei Multipler Sklerose

Irgendwann letztes Jahr, habe ich den Bericht bei Sat3 über Fasten mit Multiple Sklerose gesehen.

YouTube Link zu Sat3 Fasten bei Multipler Sklerose

Wie vermutlich viele MS-Betroffene, wurde ich sofort hellhörig. Das Video und der Erfolg des Fastens sind sehr eindrücklich. Als ich den Beitrag gesehen habe, konnte ich es eigentlich nicht glauben. Eine Person mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten soll nach einer Fastenkur wieder fast problemlos Treppen steigen. Ich hatte da ein wenig Zweifel.

Wie das dann so ist, habe ich dieses intermittierendes Fasten, oder wie ich es nenne, Teilzeitfasten gegoogelt. Sehr vieles was ich las, war wahnsinnig viel versprechend. Durch Familie, Job, Blog, MS-Aufklärungsprojekte usw. hatte ich trotzdem immer wieder Hemmungen und Zweifel damit anzufangen.

Was ist eine Fastentherapie

Kurzzeitiges (7-10 Tage), modifiziertes therapeutisches Fasten ist ein etabliertes Therapieverfahren zur symptomatischen Behandlung chronisch entzündlicher Erkrankungen. Klinisch wird die Fastentherapie bei rheumatoider Arthritis, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sowie arteriosklerotischen Folgeerkrankungen mit empirisch gutem Erfolg eingesetzt. Solche positiven Effekte einer reduzierten Nahrungszufuhr sind auch bei neurologischen Erkrankungen zu beobachten und haben ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert. Seit dieser Zeit ist bekannt, dass Fasten die Anfallshäufigkeit bei an Epilepsie Erkrankten senkt.

Ferner zeigt sich in retrospektiven Studien. dass phasenweises Fasten mit einem verringerten Auftreten von M. Alzheimer und M. Parkinson einhergeht. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass Nervenzelldegeneration durch Fasten verhindert bzw. verlangsamt werden könnte. Die zugrunde liegenden Wirkprinzipien werden aktuell intensiv untersucht, sind aber noch weitestgehend unbekannt. Wahrscheinlich sind für die beobachteten Effekte nicht einzelne Mechanismen, sondern komplexe Veränderungen verantwortlich. In diese Richtung weisen auch tierexperimentelle Studien.

Was ist Intermittierendes Fasten Quelle: Wikipedia

Meine Bedenken

Die Einnahme meines Medikamentes Tecfidera machte mir Sorgen. Schliesslich nehme ich es immer zu den Mahlzeiten am Morgen und Abend ein damit die Nebenwirkungen nicht so stark sind. Ansonsten bekam ich sehr starke Bauchkrämpfe, lief ganz heiss und rot an oder hatte Magenbrennen. Wie soll ich da noch dieses Teilzeitfasten durchziehen? Deswegen habe ich damals eigentlich auch angefangen jeden Morgen ausgiebig zu frühstücken. Trotzdem liess mich dieses Thema nicht los.

Intermittierendes Fasten – Erfahrung Mama Schulze

Als ich dann die Erfahrungsberichte von JuSu, alias Mama Schulze las, war der Entschluss gefasst, auch dieses intermittierende Fasten auszuprobieren. Da JuSu das gleiche Medikament wie ich nimmt und keine grossen Nebenwirkungen hatte, war der Entscheid schnell gefasst. Da die Berichte von JuSu mich total angesprochen haben und ihre Motivation dazu meiner praktisch zu 100% entspricht, möchte ich empfehlen, ihre Erfahrung ebenfalls zu lesen.

Mama Schulze Link: Intermittierendes Fasten

Intermittierendes Fasten bei Multipler Sklerose (Quelle: Mama Schulze)

Dann bin ich auf das Intermittierende Fasten oder Intervall-Fasten aufmerksam geworden. Dabei geht es darum, Fastenzeiten mit Zeiten der Nahrungsaufnahme zu kombinieren. Dabei sind die zwei häufgsten Varianten: 16:8 oder 5:2.

Bei der 16:8-Variante, fastet man 16 Stunden des Tages. Dabei nimmt man keine Kalorien zu sich, trinkt nur Wasser oder ungesüßten Tee oder mal etwas Brühe. In den weiteren 8 Stunden darf man Nahrung zu sich nehmen, sollte jedoch darauf achten, dass man nicht zu riesige Portionen zu sich nimmt.

Bei der 5:2-Variante fastet man tageweise. Dabei wechseln sich 5 Tage der Nahrungsaufnahme mit 2 Tagen des Fastens ab.

Mehr Infos, wie das Intermittierende Fasten funktioniert, erfahrt Ihr hier.

Auch das intertemittierende Fasten soll sich positiv auf die Multiple Sklerose auswirken. Denn durch die Nahrungskarenz gehen die Entzündungsprozesse im Körper zurück und eine Remyelinisierung setzt ein (das Myelin ist der Teil der Nerven, der bei der Multiplen Sklerose zerstört wird). Hierzu läuft aktuell sogar eine Studie an der Charité in Berlin.

Übrigens soll das Fasten sich nicht nur positiv auf die MS auswirken, sondern auch auf Rheuma, Parkinson, Psiorias, Alzheimer…

Der Selbstversuch

Wie erwähnt, war ich sehr begeistert, was ich bei JuSu las. Vor allem hat sie mir die Angst vor der Einnahme von Tecfidera genommen. Ich fing sofort mit dem 16:8 Fasten an. 16 Stunden fasten und 8 Stunden Essensfenster.

Ich esse sowieso gegen 18:00 Uhr mit der Familie gemeinsam das Abendessen und nehme meine Abend-Tecfidera. Danach verzichte ich auf Snacks und Essen bis zum nächsten Tag. Das war in den ersten Tagen noch sehr ungewohnt weil ich gerne auf dem Sofa noch etwas, bevorzugt ungesundes, in mich hineinstopfe.

Eigentlich könnte ich gegen 10:00 wieder essen, verspüre um diese Zeit meistens keinen Hunger. Da ich Teilzeit arbeite, bin ich am Vormittag sowieso im Büro und habe keine Zeit. Also esse ich normalerweise erst gegen 12:00 mit den Kindern die erste Mahlzeit als Mittagessen. Da ich das Frühstück auslasse, sitze ich mit den Kindern am Tisch, trinke einen schwarzen Kaffee (vorher immer mit etwas Zucker) und nehme dann mein Medikament.

Tecfidera und intermittierendes Fasten

Am ersten Tag meines Fastens hatte ich wirklich etwas Angst vor der Einnahme auf nüchternen Magen. Tatsächlich bekam ich dann gegen 10:00 Uhr auch Bauchschmerzen und einen ordentlichen Flush wie aus dem Tecfidera-Bilderbuch. Danach war alles wieder gut. In den ersten 4 Wochen des intermittierenden Fastens, hatte ich höchstens zwei Mal einen ordentlichen Flush und Bauchschmerzen. Vorher hatte ich mindestens ein Mal die Woche Nebenwirkungen. Jetzt, nach 6 Monaten kann ich sagen, dass ich viel weniger Nebenwirkungen vom Medikament habe als bisher.

Intermittierendes Fasten und Gewicht

Eigentlich muss ich persönlich kein Gewicht verlieren, schlimm ist es aber auch nicht wenn was runtergeht. Diese +/- 4kg stören mich nicht und kommen und gehen wie es ihnen passt. In der ersten Woche waren 1.5kg sofort weg. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass ich weniger Wasseransammlungen habe. Im Gesicht hat man es sofort gesehen. Seither habe ich etwa 3.5kg abgenommen. Das Gewicht ist aber jetzt konstant geblieben und hat sich nicht mehr verändert.

Alltag und intermittierendes Fasten 16:8

Gestartet bin ich ohne irgendwelche Vorbereitungen im April 2018. Schon am zweiten Tag verspürte ich einen unglaublichen Energieschub. Ich fühlte mich sehr fit. Keine Spur von chronischer Erschöpfung. Hunger hatte ich auch keinen. Zudem fühlte sich mein Körper gut an. Nach einer Woche liess der erste Energieschub wieder langsam nach. Mein Organismus hat sich sehr schnell daran gewöhnt und meine Fatigue hat wieder ihre Krallen nach meiner Kraft gestreckt.

Mittlerweile gehe ich das Fasten ganz locker an. Wenn wir am Wochenende alle gemeinsam frühstücken, dann frühstücke ich auch. Kurz vor meiner Periode esse ich so, wie es mein Körper braucht. Da achte ich nicht so auf die 16:8 Zeit und möchte nicht, dass das zu einer quälenden Aufgabe wird. Auch in den Sommerferien habe ich es von meinem Körpergefühl abhängig gemacht. Wenn ich Lust hatte auf Frühstück, dann habe ich gefrühstückt und sonst nicht. Grundsätzlich sitze ich trotzdem am Tisch und trinke dann nur einen Kaffee. Meine Kinder macht es ganz unruhig wenn sie alleine am Esstisch sitzen. Zudem finde ich es selber sehr wichtig diese gemeinsamen Essenszeiten zu pflegen. So stört mein Fasten niemanden und niemand muss darunter leiden.

Manchmal gibt es Zeiten an denen ich am Nachmittag mehr Hunger habe als sonst. Da ist mir aufgefallen, dass ich dann Verlangen nach etwas ungesundem habe. Hier entscheide ich ebenfalls sehr spontan. In solchen Zeiten gönne ich mir nach dem Abendessen ein mehr oder weniger grosses Stück Schokolade.

Für meine Verdauung war das eine ganz neue Erfahrung. Da ich laktoseintolerant bin, habe ich sehr häufig Durchfall. Durch dieses 16:8 Fasten hatte ich plötzlich kein Durchfall mehr. Ab und zu fühlte es sich fast schon an wie Verstopfung. Aber mehr aus dem Grund, weil mein Darm diesen Zustand bisher nicht kannte.

Sport und Fasten

Bisher hatte ich überhaupt keine Probleme während dem Fasten auch Sport zu treiben. Ich hatte bisher auch nie das Gefühl, weniger Kraft zu haben oder unterzuckert zu sein.

Fazit:
Das intermittierende Fasten in 16:8 ist für mich perfekt. Ich fühle mich gut und habe das Gefühl, dass es mir Körperlich besser geht. Mittlerweile wurden meine Blutwerte kontrolliert und diese sind unverändert. Immer mehr lese ich von der Erkenntnis, dass diese Form des Fastens sehr gesund sein soll, vor allem in unserer industriellen Welt. Die Bauchspeicheldrüse beruhigt sich. Blutzuckerspiegel normalisiert sich. Der Körper lagert weniger Fett ein. Scheinbar hat es auch Auswirkungen auf verschiedene Hormone und die Darmgesundheit.

Interessantes:

«Es geht nicht mehr um die Kalorienzahl, sondern darum, wann man isst.» 

Prof. Satchin Panda, Biologe
Podcast:
Why when you eat matters, Feel better – life more Episode 21

Tollabea: Ich habe noch nie eine Diät gemacht und werde nie eine machen – Intervallfasten ist cool

mama schulze: Update – Woche 9

Beobachter: 1x täglich Essen vergessen

Dr. Wimmer, YouTube: Der Darm

 

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