Über staublos

Multiple Sklerose Blog KATARINA, 37, MS-LIFE-COACH, SEIT 2013 AN MULTIPLER SKLEROSE (MS) ERKRANKT. HIER SCHREIBE ICH ÜBER MEINEN ALLTAG ALS CHRONISCH KRANKE MUTTER ZWEIER SÖHNE, FRAUEN MIT ADHS UND DEN ÜBLICHEN WAHNSINN.

Auslosung – und morgen Santiago

In den letzten Tagen hat uns die Kälte ziemlich fest im Griff. Bis -10 Grad, Schnee und dermassen vereiste Strassen, dass der Verkehr zum Teil ganz zum Erliegen kommt. Ich brauchte auch schon über 15min. das Auto vom Eis zu befreien, auch trotz einem Enteisungsspray. Dazwischen scheint die Sonne und man hat das Gefühl, es müsste frühlingshaft warm sein. Ist es aber nicht, ätsch!

Die Teilnahme für die Verlosung vom E-Book „und morgen Stantiago“ wurde gestern um 20:00 Uhr geschlossen.

Heute ist K2 leider krank aufgewacht mit Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit. Glücklicherweise konnte mein Mann von zu Hause aus arbeiten und ich schnell ins Büro fahren um die dringendsten Sachen noch raus zu schicken. Zum Mittagessen wurde abgeklatscht und die Kinderkrankenstation-Verantwortung abgegeben. Der Mann los zum Termin und ich mit Tee auf Sofa zum Kuscheln.

Nun, also nutzten wir den nicht so lustigen Umstand um wenigstens die Verlosung spannend zu machen. Wir haben alle KommentarschreiberInnen aufgeschrieben, K2 hat ausgeschnitten, sehr gewissenhaft alle zusammengefaltet und durfte dann die Glücksfee spielen!

Tadaaaa, das E-Book hat gewonnen: @frau_v_punkt_

Hier die Auslosung!

Herzlichen Glückwunsch und viel Vergnügen beim Lesen!

 

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Und morgen Santiago – Buchrezension und Verlosung

Und morgen SantiagoAuf dem Jakobsweg zu mehr Zuversicht und Glück mit Multipler Sklerose von Samira Moussa vom Blog chronisch fabelhaft 

Samira hat MS und sie schreibt seit 2017 ihren Blog „chronisch fabelhaft“ und das ist sie, sie ist fabelhaft.

In 21 Tagen 580 Kilometer mit einem Rucksack über Stock und Stein, alleine, ah nein, ihre MS war als zusätzliche Herausforderung mit dabei.

…Und während ich wieder loslaufe und müssig ein paar Löcher in die Luft gucke, liegt plötzlich eine fette grüne Gurke in einem Topzustand auf dem Weg vor mir – einfach so.  ….Wenn eine Gurke vom Himmel vor deine Füsse fällt, solltest du sie essen. 

Samira hat einen echt fabelhaften Humor! Und genau so schreibt sie auch.

Das E-Book umfasst 638 Seiten mit hilfreichen Tipps und Tricks, Ratschlägen und Zusammenfassung über Kosten, die rund um den Jakobsweg entstehen.

Samira beschreibt, wie sie es ihr nach der MS-Diagnose geht, wie ihr Lebensstil ist und wie sie den im Laufe der Jahre umstellt. Der Text ist zu keinem Zeitpunkt schwerfällig oder ängstlich. Ganz im Gegenteil. Meiner Meinung nach, gelingt es Samira sehr gut zu beschreiben, wie sich das Leben nach einer MS-Diagnose auch ins Positive ändern kann. Trotzdem bleibt sie realistisch, beschönigt nix, dramatisiert aber auch nicht.

Die Entscheidung, diesen Jakobsweg zu laufen steht fest. Als es bereits am ersten Tag bei der Abreise zu Schwierigkeiten kommt, wird man selbst als Leser nervös. Schlussendlich gelingt der Start und Samira nimmt den Leser mit.

Ich bin sehr beeindruckt von ihrer Stärke und ihrem Mut. Den hätte ich persönlich nicht. Mit einem schweren Rucksack zwischen 20 und 30 Kilometern am Tag wandern, während der Regen von allen Seiten nieder prasselt! Ganz alleine durch einsame und beängstigende Wälder laufen? Ich und mein innerer Monk würden dabei total durchdrehen. Samira kämpft sich durch, gegen die Einsamkeit, gegen ihre MS die sie zu beginn jeden Tag ärgert, gegen schnarchende Zimmergenossen mit Stinkefüssen, gegen lästige Mitwanderer…

Seitenweise habe ich mitgefiebert und hatte das Gefühl, jeden Höhenmeter mit ihr den Berg hoch und wieder runter zu stampfen. Nur sass ich dabei auf meinem Sofa, während Samira beschreibt, wie sie ihre letzten Kräfte mobilisiert hat.

Sehr beeindruckend und sehr motivierend.

Die Geschichten und Menschen, die man auf einem Jakobsweg begegnet, sind ebenfalls eindrücklich. Beim Lesen bekommt man das Gefühl, dass dabei etwas ganz besonderes entsteht. Auch die „stillen“ Abmachungen oder Arrangements zwischen Jakobswegpilgerern, so zu sagen- die Etikette, hat mich überrascht. Die Blasen an den Füssen und den vielen Kilometer, die vor einem liegen, scheinen zu verbinden.

Ich habe beim Lesen gelacht, mitgefiebert und am Ende fühlte ich mich von Samiras Hochgefühl angesteckt. Auch meinen bisherigen Eindruck von einem Jakobsweg-Pilgerer hat sie entstaubt.

Trotzt Multipler Sklerose knapp 600 Kilometer zu Fuss auf dem Jakobsweg gehen? „Warum nicht“, dachte Samira sich, und brach auf. In ihrem Buch nimmt sie ihre Leser*innen mit auf eine Reise. Diese führt einen nicht nur über die grünen Bergketten Nordspaniens, auf wellenumtoste Landzungen und durch verschlafene Dörfer, sondern vor allem auch zu sich selbst.

Nicht nur für Menschen mit einer chronischen Erkrankung, sondern für alle, die einen Schicksalsschlag erlitten haben und nun auf der Suche nach sich selbst, nach Hoffnung, nach einer Antwort sind. Menschen, die Motivation und Mut suchen. Denn, das lesen wir immer wieder heraus: Die Antwort auf so viele Fragen liegt bereit in uns. Wir müssen nur lernen, unseren Kopf frei zu machen – und zuzuhören.

Das E-Book erscheint am 15.02.2018  ist bereits erschienen bei Selfpublishing/Amazon und ich freue mich sehr, ein E-Book verlosen zu dürfen!

VERLOSUNG:

Hinterlasse einen Kommentar bis 14. Februar 2018, 20:00 Uhr

Der Kommentar kann unter folgenden Kanälen abgegeben werden:

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Weitere Bedingungen:

Mit eurer Teilnahme willigt ihr ein, dass ich den Gewinner/Gewinnerin hier auf meinem Blog bekannt gebe und euch über die angegebene Email-Adresse kontaktiere bzw. die Email-Adresse an Samira, die Autorin, weiterleite.

Teilnahme gilt nur für reale Personen und erst ab 18 Jahren.

Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Twitter.

Keine Barauszahlung des Gewinns. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

*Viel Glück*

Danke, liebe Samira, dass ich dein Buch vorab lesen durfte!

Wochenrückblick 03.02.2018

Mein Wochenrückblick in Bildern

Wochenrückblick ist einer meiner liebsten Blogbeiträge.
Ich nehme mir die Zeit, über die vergangene Woche nachzudenken und suche meine liebsten Momente zusammen. Das Leben ist zu kurz, um sich nur mit schlechten Tagen zu beschäftigen, oder?

Mein Wochenrückblick 

Huch, da fällt mir gerade auf, dass das mein erster Wochenrückblick im 2018 ist!

Diese Woche war von allem etwas dabei. Berge mit viel Schnee und verlängertes Wochenende bis Dienstag. HIER geht es zu unseren Skiferien.

Am Mittwoch ging es noch kurz ins Büro und die Kids mussten, mangels Kinderbetreuung, einfach mit. Die 4 Stunden haben sie wunderbar überstanden. Nun gut, mit etwas Geld für den Znünikauf habe ich sie schon bestochen.

Am Donnerstag hatte K1 seinen Impftermin. Wir haben mal vereinbart, dass er über Impftermine erst kurz davor informiert wird. Also gab es noch ein Emlapflaster. Soll die Einstichstelle betäuben. Keine Ahnung ob das wirklich etwas nützt, das Kind ist jedenfalls etwas ruhiger dabei. Man Mann findet das allerdings ganz schrecklich, wir haben es schliesslich auch alle ohne die Pflaster überlebt. Tja, kann sein. Ich finde, wenn es schon diese Möglichkeit gibt, warum soll ich sie nicht auch nutzen? Im August muss er nochmals und danach ganz lange nicht mehr. Als die Ärztin zu ihm sagte, dass er zum übernächsten Impftermin bestimmt dann ohne seine Mutter kommt, hat er nur sehr schockiert den Kopf geschüttelt…

Für das problemlose Hinhalten, durfte sich K1 noch das Mittagessen aussuchen. Er wollte Toast Hawaii, aber, bitte mit Plastikkäse (Scheibenkäse) und nur Früchten aus der Dose…

Am Freitag ging es für uns alle wieder ins Büro. Eigentlich war geplant, nur kurz bis Mittag die Pendenzen zu erledigen. Leider zog sich dann alles bis 16:00 Uhr hin. Die Jungs fanden  die letzte Stunde schon arg langweilig und rutschten mit Bürostühlen durch den Flur. Und sie haben sich über meine „noch 5 Minuten“ dann doch geärgert…verständlich. Dafür wollten sie unbedingt noch bei Oma und Opa übernachten weil sie sie vermisst haben. So schön! Also haben wir Telefonterror gemacht, bis sie von der Arbeit zurück waren. In der Zwischenzeit habe ich aufgeräumt und den Rest der Weihnachtskerzen entsorgt oder wiederverwendet. So hätte es aussehen sollen, die Katze hat aber angefangen, ständig an den Trockenblumen zu knabbern. Also habe ich die Vorsichtshalber weggeworfen bevor sie anfängt überallhin zu kotzen erbrechen.

Nachdem ich die Kids dann bei meinen Eltern abgeliefert habe, kam auch mein Mann nach Hause. Da keine Lust auf Kochen und keine Kinder im Haus, ging es zum Lieblingsthai.

Heute habe ich ausgeschlafen! Nun, ich habe mir um 6:00 Uhr Ohrenstöpsel reingesteckt und die Schlafbrille angezogen. Als der Mann irgendwann aufstand und zu seinem Marathontraining ging, blieb ich eisern im Bett liegen. Endlich konnte ich etwas ausschlafen. Die letzten Wochen schlafe ich sehr schlecht und wache wahnsinnig früh auf, leider genügen mir 5 Stunden Schlaf dann aber doch nicht. Ein Frühstücksei für mich!

Und, was macht man an einem Samstag, wenn die Kinder nicht zu Hause sind? Exzessiv Staubsaugen und die Dusche schrubben. Jetzt gehe ich dann die Jungs abholen und versuche sie dazu zu bringen, ihre Zimmer aufzuräumen. Mich hat scheinbar schon der Frühlingsputzwahn gepackt. Ich mag ausräumen, entrümpeln, entsorgen und wieder Luft schaffen. Wenn ich nicht so müde wäre, würde ich vermutlich das halbe Haus leer räumen. Mal sehen. So sehe ich jedenfalls nach einem Haushaltsmorgen aus, Badhairday!

Nächste Woche beginnt wieder die Schule! Warum fliegt die Zeit bloss nur so schnell?!?

Ich wünsche euch ein wunderbares und erholsames Wochenende!

Katarina ❤

(Die Wochenrückblick-/Glück Idee kommt ursprünglich von Denise Fräulein Ordnung und bei ihr kann man weitere Rückblicke von anderen Bloggern in den Kommentaren nachlesen)

Spontane Ski-Ferien oder ein Vermögen ausgeben?

Spontane Ski-Ferien buchen

Arschloch-Zimmernachbarn gratis dazu bekommen

Spontan kann ich: Also habe ich kurzfristig angefangen, verschiedene Angebote im Internet zu durchforsten. Nach einem Nachmittag gab ich entnervt auf. Gefühlt die ganze Welt wollte in diesem Zeitraum in ein schönes Wellnesshotel mit tollen Skipisten. Ehrlich! Entweder war alles ausgebucht oder die 4 Nächte hätten so viel gekostet wie unser Sommerferienhaus für 12 Tage am Meer. Ich habe also gelernt, dass man Skiferien ganz bestimmt nicht SPONTAN entscheiden kann! Niemals!

Ein Familienzimmer in Tschiertschen

Als ich mich fast schon damit abgefunden habe, kein Hotel zu finden, ist mir doch noch eins entgegen geflattert. Ein Familienzimmer in einem 100 jährigen Holzhaus in Tschiertschen. Ich finde den Namen so lustig und könnte ihn ständig wiederholen: Tschiertschen, Tschieeeertschen, Tschiertscheeeen…

Am Freitag Vormittag solange die Kids noch in der Schule waren, alles fertig gepackt. Mein rechtes Auge hat unendlich mühsam angefangen zu zucken. Ich hätte es liebend gerne mit Tesafilm zugeklebt-so nervig!

Das Auto randvoll geladen, so, als ob wir 4 Wochen und nicht 4 Nächte verreisen würden. Mein Ziel war eigentlich, die ganzen Kinderkleider den Jungs jeweils in die Ergobags zu packen und jeder trägt sein Gepäck selber. Irgendwie muss mir entgangen sein, dass auch die Pullover von Kind1 jetzt die Grösse eines Jugendlichen haben. Hrmpf. Und Kind2 trägt jetzt fast die gleiche Schuhgrösse wie ich.

Im Radio ging es ständig um die Rückreise von Donald Trump aus Davos und sobald der Name fiel, lästerten die Kids wild drauf los, was sie schon über ihn gehört oder gelesen haben. (Zur Erinnerung, Kind1 als Trump und Kind2 als sein Bodyguard an der Schulfasnacht)

Auf der Gegenfahrbahn begegneten uns ständig Konvois aus schwarzen Limousinen in Begleitung von Polizeiautos in Richtung des Flughafens Altenrhein. Und als wir zum 1000 mal die irre WEF Rede von Donald Trump kommentierten, flogen aus Richtung  Davos, 5 Mitlitär-Helikopter in Richtung Zürich. In der Mitte flogen zwei Helikopter übereinander und wir waren sicher, dass Trump in einem dieser Helikopter war. Das war dann schon irgendwie skurril.

In Tschiertschen wurden wir von einer beachtlichen Menge Schnee empfangen, sie hatten 3.90m! Meine Alarmlichter „oh Gott, die Lawinengefahr“ blinkten schon hinter meinem zuckenden Augenlid. Und als wir auf den Shuttle (das Dorf ist Autofrei, oder einfach so fuckingunfassbar eng, dass kein Autofahrer ausser den Einheimischen dort durch kommt) warten um abgeholt zu werden, schaue ich, doofe Nuss, meine Emails an. Und zack, irgendwelche Probleme waren mit dem letzten Lohnlauf aufgetreten. Ich war ehrlich kurz davor das Smartphone in den nächsten Schneehaufen zu werfen! Habe stattdessen zuerst meiner liebsten Arbeitskollegin geschrieben, die schon Bescheid wusste und dabei war, das Problem zu lösen. Ich war trotzdem sehr genervt und meine Vorfreude auf Ferien war ordentlich angeschlagen. Hrmpf.

Unser Familienzimmer war hübsch. Es war eng aber ausreichend und ich hatte mich schon gefragt, wie lange es dauern wird, bis wir uns auf so kleinem Raum auf die Nerven gehen werden, schliesslich gab es überhaupt keine Ausweichmöglichkeiten. Die Sorgen waren aber unberechtigt, dazu weiter unten detailierter…Nachdem wir uns eingerichtet haben und das Dorf erkundet, ging es ins Hotelrestaurant. Zur Auswahl gab es Käse, Käse und Käse. Also haben Mann und ich ein Fondue bestellt und den Kids wurden leckere Kindermenüs angeboten. Ich sag’s so: Tod durch Fondue

Am Samstag, nach einem grossen Frühstück, ging es dann los auf die Piste. Wir fuhren alle vier auf den Berg und ich verbrachte den ganzen Tag in einem Liegestuhl vor der Skihütte. Ich fahre nicht Ski wegen kaputter Hüfte und Gleichgewichtsstörungen. Das Wetter war traumhaft! Es war so schön, dass ich nicht mal mein Buch hervorgeholt habe. Ich sass also ganz alleine da und starte in die weisse Weite vor mich hin. Die drei Jungs hielten vor jeder Abfahrt kurz bei mir an und berichteten, wie die letzte Fahrt war und wer wie oft hingefallen ist oder wie schnell sie hinunter flitzten. Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, wie gerne ich mit mir alleine bin?

Irgendwann am Nachmittag fuhr ich mit Kind2 mit dem Sessellift wieder runter. Er hatte keine Lust mehr auf die letzte Abfahrt und wollte mit mir herunter fahren. Oh-Mein-Gott! Ich habe völlig vergessen, wie schrecklich es ist, mit dem Sessellift wieder zur Talstation zu fahren! Ich bin so ein Höhenangstschisser!

Wir haben neue Zimmernachbarn bekommen! Von nun an waren sie das vorherrschende Thema. Und es bestand plötzlich keine Gefahr von Langeweile auf engem Raum! Ich sag mal so: Arschlocherwachsene ziehen A-Kinder gross. Sorry, ist aber so! Vorbildfunktion!

Das Hotel war, wie bereits gesagt, ein über 100 Jahre altes Holzhaus. Neu renoviert aber hellhörig wie ein Zelt. Und dann war diese schreckliche Familie mit 5 Erwachsenen, verteilt auf mehreren Zimmern auf dem Stockwerk und insgesamt 5 oder 6 Kindern. Diese Kinder rannten also die ganze Zeit im Flur herum, brüllten, verpassten das Zimmer der Grossmutter und knallten in unsre Zimmertüre, fielen hinten raus und brüllten. Ein anderer Teil der Kinder versuchte die Feuerwehrleiter vom Balkon zu steigen oder abwechselnd die Metallstühle runter zu werfen. Die Grossmutter drauf angesprochen, erntete ich nur einen dämlichen Kuhblick. Erst später wurde mir bewusst, dass ihr nicht klar war, was ich eigentlich von ihr wollte. Sie kamen nie auf die Idee, sie könnten jemanden stören. Ich sollte aufhören nett und verständnisvoll zu sein und es so ansprechen, wie ich es eigentlich auch fühle.

Am nächsten Tag wieder auf dem Berg ausgelüftet. Dafür nicht mehr mit dem Sessellift runter gefahren, sondern bis ins Dorf gewandert. Im Schnee. Muskelkater aus der Hölle inklusive. Auf dem Weg hinunter bin ich immer wieder an der Skipiste vorbeigekommen und tatsächlich meine Jungs getroffen. Kind1 hat gefragt, woher ich denn immer wüsste, wo sie seien oder wann sie ausgerechnet kommen.

Unsere Höllennachbarn waren offenbar auch auf der Skipiste unterwegs und die Kinder erschöpft und übermüdet. Die Mutter füllte sie mit Zuckersirup ab und bot ihnen Gamezeit an. Scheinbar kennt sie keine Türen oder Privatsphäre, also wurde alles laut und ausführlich im Gang besprochen/gestritten/gebrüllt/geweint statt das im Zimmer zu erledigen. Und wieder knallte eins der Kinder in unsre Zimmertüre und zwar so, dass sie fast eingeschlagen wurde. Also bin ich zur Rezeption gestampft und habe mich beschwert. Ich war scheinbar nicht die Erste. Die Begründung dieser Familie war, sie hätten halt ein „schwieriges Kind“. Für sowas habe ich überhaupt kein Verständnis. Den Kindern die Schuld unterschieben! Ich habe auch zwei Kinder und eins davon hat ADHS. Und trotzdem bringe ich ihnen bei, Rücksicht auf andere zu nehmen. Sie sind nicht alleine auf dieser Welt. Ganz ehrlich, das ist sehr anstrengend und bedeutet, sich aktiv mit dem Kind zu beschäftigen. Nicht einfach abschieben und sich selber überlassen mit der bescheuerten Begründung, es ist halt schwierig! Pfft!

Naja. Unsre Jungs waren so fasziniert und hatten diesen „oh, ein Unfall, ich kann nicht wegsehen“-Effekt. Im Restaurant wurde das Fonduerechaud vom Tisch gefegt, die Mutter machte sich nicht mal die Mühe aufzustehen und dem Kellner beim Wegräumen zu helfen. Sowas sind für mich echt Arschlochmenschen!

Am dritten Tag gingen wir alle 4 Schneewandern. Alle, ausser meinem Mann, hassen Wandern. Die ersten 200 Höhenmeter wurden von verschiedenem Gestöhne und Gejammer begleitet. Nach der Mittagspause mit Proviant an der wunderbaren Mittagssonne wurde dann behauptet, Schneewandern sei so toll und es macht so viel Spass. Bis es wieder an die nächsten Höhenmeter ging. Chrchr. Der Abstieg war dafür rasant. Mit tiefroten Backen ging es wieder ins Hotel zurück. Zur grossen Überraschung waren unsre Arschlochnachbarn tatsächlich etwas leiser.

Am vierten Tag ging es dann aber auch schon wieder nach Hause. Ich hatte das Gefühl, wir würden kein Shuttle brauchen und holte das Auto. Weil ich doch so wahnsinnig schlau bin, nicht, fuhr ich das Auto die steile und vereiste Hoteleinfahrt rückwärts runter. Nachdem wir das Auto wieder randvoll geladen haben, kamen wir kein Stück weiter. Das Auto hatte keine Chance da wegzukommen. Also mussten wir Schneeketten montieren. Zum Glück hat eine junge Frau angeboten, uns zu helfen, weil sie gerade bei einem Kurs das lernen musste! Und so kamen wir tatsächlich wieder hoch. Vorher, noch auf dem Parkplatz beim Dorfeingang, musste ich sehr über dieses Auto lachen. Ein riesiger Amischlitten (Dodge) mit diesem Aufkleber. Naja, ich hätte es in diesem Moment gerne gehabt…Karma Baby.

Trotz der blöden Zimmernachbarn hatten wir sehr schöne Familientage. Manchmal ist es sehr schön auf einem kleinen Raum zusammen zu sein. Ich habe es sehr genossen, alleine zu sein und trotzdem so viel Zeit mit der Familie zu verbringen.

Vielleicht sollte ich nicht mehr spontan sein und jetzt schon die Skiferien für das nächste Jahr buchen?