Diese Tage – ich bin unverbesserlich

Müde

Entweder die Zeitumstellung, der Frühling oder irgendwas anderes, hat mich energietechnisch ein wenig ausgeknockt.

Ich kann ja bei der Arbeit meine Anwesenheitszeit relativ gut selber einteilen. Montags bin ich immer da und dann, je nach Arbeitsaufkommen. Seit November wurde das aus verschiedenen Gründen, doch etwas mehr. Evtl. auch etwas viel mehr als meine Kraftreserven überhaupt verkraften können. So war ich z.T. die ganze Woche Vormittags da oder habe noch etwas von zu Hause aus im Homeoffice erledigt.

Als die Kinder im Skilager waren, habe ich die ganze Woche zu 100% durchgearbeitet. Und, hellyeah, ich steh total drauf. Es macht mir Spass den Laden zu schmeissen, alles im Griff zu haben, täglich an der Quelle des Geschehens zu sein. Die Kunden selber am Telefon zu bedienen, mir ihre Sorgen oder oft auch Ärger anzuhören und dann die Wogen zu glätten. Ich mag Stress. Ich mag Hektik. Es war schon immer so. Ich mag es wenn ich irgendwo ins Chaos geworfen werde und es gilt, sich schnellstmöglich einen Überblick zu verschaffen. Und Lösungen finden, hach. Da hüpft mein Herz höher! Nun, das könnte auch an meiner Tachykardie liegen…

Ich will mein altes Leben zurück

Leider geht das aber nicht mehr so wie früher. Also, als ich noch keine chronische Autoimmunerkrankung hatte bei der mein Immunsystem mein Gehirn angreift und die Nervenzellen tötet um daraus eine Kraterlandschaft zu kreieren. Manch einer könnte meinen, ich sei doch selber schuld wenn ich so auf Stress stehe und genau solche Jobs bisher ausgeübt habe…vielleicht ist da auch etwas Wahrheit dahinter. Wer weiss.

Aber es macht mich glücklich!

Zu meinem 0815 Job engagiere ich mich noch bei verschiedenen MS-Projekten in Sachen Patientenkommunikation, Aufklärung, gebe Interviews und versuche meinen Blog regelmässig zu pflegen, auf die Kommentare oder Fragen zu antworten.

Dann sind da noch die beiden Kids, der Mann und die Katze. Der Haushalt macht sich auch nicht von alleine. Aber, ich habe eine Haushaltshilfe die Staub saugt, die Böden wischt und die Betten anzieht.

Und auch das alles macht mich sehr glücklich.

Leider ist es so, dass ich zur Zeit nix richtig machen kann und zwar in diesem Ausmass und der Qualität, wie ich es gerne hätte. Ja ja, kann Frau dann ja auch alles wieder ändern und sich für etwas entscheiden. Aber ich will alles!

Zurück zu der Zeitumstellung, Frühlingsanfang oder was auch immer.

ACHTUNG: ab hier wird es langweilig und ganz viel mimimimi

Ich bin einfach so, so, soooo unendlich müde. Am Montag hätte ich mich am liebsten auf den warmen Kopierer gelegt…Ich konnte mich nicht konzentrieren oder einen klaren Gedanken fassen. Vor einigen Tagen hatten wir eine Besprechung und wenn ich jetzt meine Notizen ansehe, habe ich keine Ahnung, was wir da beschlossen haben. Ich starre auf meine Notizen und ich hab keinen Plan und doch ist irgendwo im Hinterkopf dieses Gefühl, dass doch alles sehr klar ist. ich kann den Gedanken aber nicht fassen. Früher war das nicht so.

Am Dienstag war ich plötzlich wieder super fit. Also habe ich endlich wieder Ausdauersport gemacht. Ich habe danach eingekauft, alte Schuhe entsorgt und pünktlich um 12:00 stand das Mittagessen auf dem Tisch. Am Nachmittag war meine Haushaltshilfe da und hat gestaubsaugt während ich die 4 Maschinen Wäsche gefaltet habe, die Osterdeko hervorgeholt habe, aufgeräumt usw. pünktlich zum Feierabend war ich k.o.

Heute war ich am Vormittag im Büro. Danach zu spät aus dem Büro gekommen weil jemand noch was besprechen wollte. Die Polizei fuhr den grössten Teil des Nachhauseweges hinter mir. Aber ich halte mich auch sonst immer an Geschwindigkeitsbegrenzungen, wirklich. Den Kindern auf dem Nachhauseweg gewunken. Die Katze zu Hause begrüsst, das Nudelwasser auf den Herd gestellt. Die Jacke und Schuhe abgezogen und danach die Carbonarasauce gemacht. Nach dem Mittagessen 40min. Pause. Danach mit den Kindern in die Stadt zum Kieferorthopäden gefahren. Mitten in der Fussgängerzone habe ich mich gewundert, warum meine Jackentasche so schwer ist. Ich habe das Festnetztelefon mit in die Stadt genommen. Nach dem Zahnarzt fällt K1 ein, dass er morgen eigentlich zu einem Geburtstag eingeladen ist und ein Geschenk braucht. Geschenk besorgt. Und eigentlich hat K1 morgen auch noch Ministrantendienst in der Kirche genau während der Geburtstagsparty. Einer anderen Mutter geschrieben und gefragt, ob unsere Kinder den Dienst tauschen könnten. Da fällt K1 auch noch ein, dass er mit einem anderen Kind noch den Vortrag über Papageien auf Englisch vorbereiten muss. Das andere Kind anrufen und sagen, wann wir etwa zu Hause sind und wann K1 in die Gitarre muss. Zum Papeteriefachgeschäft fahren weil K2 da sein neues Satch Etui bestellt hat. Spontan auf dem Weg zum Parkplatz noch Schuhe für mich kaufen um später festzustellen, dass sie mir doch etwas zu gross sind. Zu Hause angekommen, kommt auch schon das andere Kind. Nach 30 min. K1 in die Gitarrenstunde fahren. Nach Hause kommen. Verschwitzt. Sich fragen, was man jetzt alles noch erledigen kann. Beschliesse nix davon zu machen und tippe diesen Jammertext.

Ich will mein Leben zurück!

Ja, natürlich bin ich selbst schuld. Und klar sollte ich weniger von all dem machen. Aber, es macht mir Spass und leider merke ich erst wenn es zu spät ist, dass es zu viel war.

So, jetzt muss ich dann auch K1 aus der Gitarre abholen und irgendwas zum Abendessen kochen. Oder es gibt einfach frisches Brot und was der Kühlschrank her gibt.

Danke fürs Zuhören.

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Dann schreibe ich Sie krank

Dann schreibe ich Sie sofort krank

War der Satz meines Neurologen von vor ein paar Tagen!

Aber schön von Anfang an:

Vor genau zwei Wochen hat mir mein Körper einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Seit Oktober ist im Büro die Hölle los und ich arbeite viel mehr als ich sollte. Nichts neues, habe ich schon im Jahresrückblick geschrieben, dass ich noch immer die gleichen Fehler mache wie früher. Ich kann ja schliesslich alles hinkriegen. Und da dachte sich mein Körper: „Ha! Das kannst du sehr wohl, aber zu welchem Preis?“ Und irgendwie kann ich aus alten Gewohnheiten nicht raus.

Ich kochte also das Abendessen an einem Tag mitten in der Woche. Nichts ungewöhnliches, mache ich ja jeden Tag. Als ich im Keller die Wäsche in den Trockner gestopft habe, habe ich vom geheimen Süssigkeitenvorrat des Mannes geklaut. Mit vollem Mund an Süssigkeiten in der Küche angekommen, hatte ich die Milch vergessen. Also wollte ich Kind2 in den Keller schicken, die Milch zu holen weil ich zu faul war schon wieder die Treppe zu steigen. Und so wollte ich mit vollem Mund das Kind runter schicken. Aber ich bekam kein klares Wort heraus. Also habe ich es nochmals versucht und auch beim zweiten Versuch kam nur irgendwelches Gebrabbel aus meinem Mund. Noch immer versuchte ich die Süssigkeiten in meinem Mund zu verstecken, weil, es ist kurz vor Abendessen, die Süssigkeiten sind geklaut und ich will nicht mit K2 teilen. Also wollte ich sagen, ich hätte einen Kaugummi im Mund. Schliesslich darf K2 mit der Zahnspange keine Kaugummi mehr essen und dabei gibt es eh keine Diskussionen. Und da kam schon wieder ein Gebrabbel raus. Das Kind hat mich zuerst ausgelacht und dann aber Angst bekommen. In der Zwischenzeit hat er verstanden, dass ich die Milch brauche und ist dann in den Keller. Ich dagegen hab versucht ganz ruhig zu bleiben. Das Wort Kaugummi ganz ruhig auszusprechen und dann auch noch zu schreiben. Ich konnte es nicht buchstabieren. Die Buchstaben kamen einfach nicht der Reihe nach raus.

Nach etwa zwei bis fünf Minuten war es wieder vorbei. Ich habe die üblichen neurologischen Tests gemacht, weil, da kenne ich mich ja aus. Und als nächstes habe ich mal Hirnschlag gegoogelt. Da stand, nach einem solchen Vorfall sterben etwa 10% der Betroffenen in den nächsten 10 Tagen. Haaa haaa, netter Versuch,Google, aber du bringst mich diesmal nicht weiter!

Nachdem ich Kind1 aus seinem Musikunterricht abgeholt habe, wir zu Abend gegessen haben und die Kids im Bett waren, habe ich über den Vorfall getwittert. Und da wurde ich ziemlich beruhigt. Meine Filterbubble im Internetz rockt schon sehr-danke! Viele mit MS kannten diese Sprachausfälle und bei manchen war das eine selbstverständliche Begleiterscheinung. Es hat mich echt beruhigt, dass das nicht so aussergewöhnlich war. Wie machen das Menschen ohne Internet und ohne Austauschmöglichkeiten?

Am nächsten Tag habe ich überlegt ob ich zuerst meinen Neurologen anrufen soll oder ins Büro fahre. Hab dann vom Büro aus den Neurologen angerufen.

„Ich schreib Sie jetzt mal krank“

Und ich so: neeeeein, weil dann muss ich noch die Krankschreibung erfassen und den ganzen dazugehörigen Kram und das macht mir noch viel mehr Arbeit!

Nach den vielen Fragen vom Neuro beschlossen wir, zunächst ein EEG zu machen. Hätte seiner Meinung nach bei dieser kurzen Dauer, ein epileptischer Anfall sein können. Mir wurde also zunächst erklärt, dass wenn wir im EEG einen Verdacht auf Epilepsie finden, ich die nächsten zwei Monate nicht mehr Auto fahren darf. Haaa haaaa! Wir wohnen in einem Kaff mit sehr schlechter ÖV-Verbindung. Also hätte ich nicht mal mehr einkaufen können.

EEG zeigte glücklicherweise keine Epilepsie und das konnte ausgeschlossen werden.

Wir unterhielten uns also über verschiedene Ursachen und Möglichkeiten des kurzen Ausfalls. Mein Neurologe hat nach meinem Anruf im Blog nachgelesen und wollte sich auf den aktuellen Stand der Dinge bringen. War auch etwas erstaunt, dass ich hier nicht mehr so regelmässig schreibe obwohl er weiss, wie wichtig es mir ist. Dazu wusste er endgültig, dass ich zu viel Stress habe. Sein Leben im Internet zu teilen, kann zu Nebenwirkungen führen!

Also haben wir uns nach seiner Standpauke, was ich alles nicht machen sollte nur 20min. nach einem solchen Vorfall, auf einen Ultraschall der Hauptschlagader geeinigt.

Der Ultraschall meiner Hauptschlagader war ganz ok. Ich habe keine Verstopfung oder sowas. Eine kleine Ablagerung an einer Stelle. Wäre aber nicht so dramatisch. Also, mein Arzt hat das schon sehr dramatisch dargestellt. Ich muss auf meinen Lebenswandel achten, kein Stress, mehr Sport…und ich sollte mit meinen Lastern aufhören…mimimi

Mein Arzt meint, vermutlich sei eine alte Läsion kurz aufgeflackert. Getriggert durch Erschöpfung, Stress und zu wenig Schlaf.

Oder ich habe einen Hirnkrampf bekommen weil ich 1. die Süssigkeiten vom Mann geklaut habe 2. Kind2 mich erwischt hatte 3. ich die Süssigkeiten nicht vor dem Abendessen mit ihm teilen wollte, zack, Sprachstörung durch psychischen Druck! Haha!

Heute bin ich nicht ins Büro und habe mir den Tag frei genommen. Das Wetter ist toll und es fühlt sich schon irgendwie nach Frühling an. Zum Glück kann man Emails und Co. auch von zu Hause aus beantworten!

Ja Körper, ich habe es schon verstanden. Du hast mir auch einen gehörigen Schrecken eingejagt, das muss ich schon zugeben. Könnt ihr euch überhaupt vorstellen, wie sich so etwas anfühlt und wie hilflos man dabei ist!?

Wenn ich übermütig werde und das Gefühl habe, meine MS ist in einer alten Mottenkiste am Überwintern, bekomme ich meistens eine Klatsche! Ich bin schon sehr froh darüber, dass die Klatsche so ausgefallen ist, wie sie halt war. Danach habe ich spontan, Kurzferien mit meinen Jungs gebucht. Puh.

Jahresrückblick 2017 – Vorschau 2018

Ein Jahresrückblick 2017

Hätte ich einen Jahresrückblick geschrieben, wäre das zusammenfassend so ausgefallen:

  • zu wenig Zeit
  • zu anstrengend
  • zu aufregend
  • vieles neu
  • und wieder zu wenig Zeit für alles
  • Achtsamkeit liegt mir nicht
  • meine MS ist noch immer da
  • und, hell yeah, ich kann es noch immer rocken

Und bei näherem Hinsehen kann ich diese Punkte positiv wie auch negativ bewerten. Ja, das liegt in meiner Natur und ich mach das wirklich nicht absichtlich. Aber, irgendwas in meinem Inneren macht, dass mir die Sonne aus dem Hintern scheint. Oder aus den Ohren. Ich hab da kein Rezept dafür, es passiert halt einfach so.

Ich habe u.a. im 2017

  • viele neue Projekte als selbständiges MS-Girl-Boss gemacht
  • dabei so viele tolle Menschen kennen gelernt
  • mich in Gebiete voller Selbstverständlichkeit und Überzeugung gestürzt, obwohl ich keine Ahnung davon hatte
  • meine Komfortzone mehrmals verlassen
  • mich Kopfüber in irgendwas gestürzt, ohne Plan oder Sicherheitsnetz
  • einen Job angefangen, von dem ich keine Ahnung hatte
  • meinen Kindern gesagt, dass ich keine Zeit für etwas habe weil ich arbeiten muss. Dabei ist weder jemand gestorben oder ist sofort verhaltensauffällig geworden
  • Rückschläge erlebt
  • nicht aufgegeben
  • mehr gemacht als für mich gut gewesen wäre
  • nicht auf meinen Körper gehört
  • hatte Angst vor meiner MS und hab versucht den Kopf in den Sand zu stecken
  • festgestellt, dass ich immer wieder die gleichen Fehler mache
  • zu wenig „Arsch“ gewesen
  • zu ehrlich
  • zu gutmütig
  • vielleicht ist Achtsamkeit wirklich nichts für mich
  • mich im Strudel verloren und es gerade noch rechtzeitig gemerkt
  • habe eingesehen, dass mit MS doch nicht alles so einfach geht wie ich es gerne hätte
  • ich wurde „zynisch“ genannt und hab darüber nachgedacht
  • sehr wenig gebloggt und mich darüber geärgert
  • beinahe dieses „alles hinschmeissen und Prinzessin werden“
  • mein normales Leben vermisst

FAZIT: mein letztes Jahr habe ich auf Überholspur verbracht. Das war nicht immer gut und glücklich hat es mich auch nicht immer gemacht. Es ist alles so schrecklich schnell an mir vorbeigedonnert, so dass ich noch immer das Gefühl habe, hinterher zu hinken und immer im letzten Moment, doch den Anschluss zu verpassen.

Hallo neues Jahr!

Ich hasse diese Tage zwischen den Jahren. Ich hasse Silvester. Und nein, ich übertreibe nicht künstlich. Ich hasse es tatsächlich. Dieses neue Jahr, welches jungfräulich, wie ein unbeschriebenes, weisses Blatt Papier vor einem steht. Man kann nicht ausweichen, nicht davon laufen. All diese Erwartungen und Hoffnungen die damit suggeriert werden. Dabei hast du keine Wahl, egal ob du bereit bist dafür oder nicht. Und dann diese Erwartungshaltung – puh – macht mich leicht unentspannt. Gerne würde ich sagen, ach, lasst mich mit diesem Gedöns, ich bin noch nicht soweit – weil – ich kann nicht steuern was kommt und das macht mich nervös!

Oder kann ich es doch?

Heute, am 01.01.2018 fühle ich mich irgendwie anders. Vielleicht liegt es daran, dass ich seit Monaten den Alkohol nicht mehr merke oder es ist die Weisheit, die sich mit dem Alter einstellt. Im 2018 wird schliesslich das letzte Jahr sein mit einer 3 am Anfang meiner Geburtstagszahl. Ich bin tiefenentspannt. Die Kinder sind tiefenentspannt. Das Haus versinkt unter Bergen von Lego, die Weihnachtsdeko steht noch herum und staubt vor sich hin, die Wäscheberge weinen leise. Wir haben mit Freunden einen sehr schönen Abend verbracht. Ich habe keinen Kater. Die Kinder möchten ausnahmsweise nicht das Neujahreskonzert sehen. Draussen fühlt es sich an wie Frühling. Und alles ist gut, so wie es ist.

Keine Vorsätze, keine Erwartung

Im letzten Jahr habe ich mein Glücksprojekt gemacht (hier z.B. der März). Mir für jeden Monat verschiedene Ziele gesetzt. Zuerst hat es super gut funktioniert, bis dann nach den Sommerferien keine Zeit mehr dafür war. Ich gehe ins 2018 nun ohne Erwartungen. Das Blatt ist noch weiss und unbeschrieben. Und eigentlich mag ich doch Neubeginne, warum sollte ich nicht ins neue Jahr so gehen? Ich muss nicht auf der gleichen Welle surfen wie andere und das ist völlig ok. so.

Einige der oben erwähnten Punkte, die schreien danach, geändert zu werden. Ich freue mich zunächst an der gewonnen Erkenntnis, denn die ist immer der erste Schritt.

Weniger trinken – Mehr Sport machen – Rausgehen wenn die Sonne scheint? Einen Scheiss muss ich! Dieses Buch hat mir meine Freundin gestern für das 2018 geschenkt. Der Titel beschreibt alles was ich zum neuen Jahr sagen möchte.

Selbsterkenntnis

Vor einigen Tagen war auf Instagram eine lustige Aktion, man sollte die liebsten Fotos von seinen liebsten Instamenschen posten. Dort hat mich Claudia vom Blog memyselfandmyms getaggt und etwa so (ich kann mich nicht mehr an die genaue Wortwahl erinnern) geschrieben: sie würde meine zynische Art mögen und findet meine MS-Aufklärungsarbeit wertvoll.

Ich habe mich sehr gefreut und dennoch hat dieser Satz etwas ins Rollen gebracht und mich darüber nachdenken lassen. Bin ich zynisch? Ja, ich bin vermutlich schon zynisch zur Welt gekommen. Ist das schlecht? Nein. Werde ich es ändern? Nein. Ganz im Gegenteil, mein Zynismus hilft mir durch den täglichen Wahnsinn. Durch das Chaos um mich herum und in meinem Kopf. Ich werde also auch im 2018 eine Portion Zynismus dabei haben. Und ich werde auch weiterhin viel über mich lachen. Lachen ist die beste Medizin. Und ich werde versuchen, nicht alles so ernst zu nehmen. Ich werde versuchen, etwas mehr „Arsch“ zu sein und nicht allen (ausser mir) gefallen zu wollen.

So ihr kommenden 365 Tage, zeigt was ihr drauf habt!

Kind1 hat dieses Buch zu Weihnachten bekommen und ich finde, so soll auch mein 2018 werden. Eine Reise zu 360 rätselhaften Orten der Welt – kuriose Welt. Das Leben ist voller Wahnsinn, jeden Tag aufs Neue.

Ich danke euch tollen Internez-Menschen für das vergangene Jahr. Ihr habt einen sehr grossen und lustigen Brocken dazu beigetragen. Ich habe sehr viele von euch ins Herz geschlossen und bin dankbar, euch kennengelernt und einige auch persönlich getroffen zu haben. Jetzt rocken wir das neue Jahr. Es ist noch so rein und frisch…

Alles Liebe ❤

Ich habe keine Zeit für MS

MS Verlaufskontrolle

Es war wieder Zeit für meinen jährlichen Neurologenbesuch. Ich habe es im Sommer ja ganz geschickt angestellt und habe mit meinem Neurologen einen sehr kurzen Termin vereinbart. So quasi, reinschneien, nächste Ration Medis abholen, Ist-Zustand zusammenfassen und schnell wieder raus bevor er noch irgendwelche detailierten Fragen stellen kann.

Herbst ist MS-Zeit

Meine Medikamentenration nähert sich dem Ende und ich muss Nachschub holen. (Haha NachSCHUB, weiche von mir!!!) Also rufe ich bei meinem Neurologen an und hoffe, ihn überlisten zu können. Nun. Mein letztes MRI (Hier meine Erfahrung und meine tiefe Abneigung dazu) war genau am 30.10.2016 sagt mein Neurologe. Und wir haben vereinbart, ein mal im Jahr die MRI Untersuchung zu machen. Auf seine Frage, wie es mir denn geht, antworte ich natürlich sofort: guuuut, aaalles gut, wirklich! Er meinte dann, wenn es so ist, ob ich das MRI jetzt im Herbst noch machen möchte oder ob ich es lieber auf Januar schiebe weil sie scheinbar Lieferschwierigkeiten oder sowas beim Medikament haben. Oh Gott, wie froh ich darüber bin! Natürlich schiebe ich den MRI Termin auf Januar. Hab ja schliesslich keine Zeit und es passt gerade nicht so gut rein. Unter uns, auch im Januar würde es überhaupt nicht rein passen und in den nächsten 100 Jahren würde es auch nicht rein passen.

Ich lege auf und mein Alltag nimmt seine gewöhnlichen Bahnen.

Je näher der Neurologentermin auf mich zu kommt, umso unruhiger werde ich.

Ein MS-Schub

Ich bin seit jetzt knapp zwei Jahren schubfrei. Auch seit zwei Jahren nehme ich mein Medikament und möchte eigentlich gerne dabei bleiben. Also hoffe ich, dass auch in diesem letzten Jahr alles gut ist, mein Medikament noch immer wirkt und ich keine neuen Läsionen habe.

Herbst ist scheinbar eine typische Zeit für MS-Schübe. Gemäss Studien (Quelle: Amsel Zusammenhang zwischen Melatonin und MS?)  liegt das am vielen Licht im Sommer und Mangel am Melatonin-Hormon. Welch Ironie, denn MSler sollten sich oft im Freien aufhalten wegen dem scheinbar sehr wichtigen Vitamin D3 und das  wird praktischer weise durch Sonneneinstrahlung von der Haut gebildet.  Ich weiss, es ist alles so kompliziert. Mein letzter Schub war tatsächlich ebenfalls im Herbst und viele meiner Leser klagen im Herbst über eine Verschlechterung ihrer MS! Und jetzt ist Herbst und es macht mich zugegebenermassen etwas nervös.

Keine Angst haben

Könnt ihr euch vorstellen, wie sich sowas anfühlt? Diese Woche geht bei mir die schlimme MS-Zeit los. Morgen muss ich ein MRI von meiner Brustwirbelsäule machen. Am Donnerstag dann ein MRI vom Kopf und der Halswirbelsäule. Es gibt da nämlich kleine Ungereimtheiten bei meinen Fingern. Von meiner chronischen Erschöpfung möchte ich schon gar nicht reden. Nun ist es soweit und ich muss mich dieser Angst stellen. Das macht mich ehrlich total nervös. Meine Nervosität deswegen macht es nicht einfacher, also funkt mir das Unterbewusstsein auch langsam rein in dem ich öfter Gleichgewichtsprobleme habe oder mein Schwindel sich wieder häufiger zeigt. Es ärgert mich, dass ich manchmal nicht auf einem Bein stehen kann wenn ich die Hose an- oder ausziehe. Es nervt mich, wenn ich das Gefühl habe, meine kognitiven Fähigkeiten sind ausgestiegen und ich mich im Job nicht konzentrieren kann. Alles nervt, möpp…

Ich weiss, ich sollte mich jetzt deswegen nicht unter Druck setzen. Ich weiss auch, dass das alles nur das Gegenteil bewirkt. Ich weiss das alles. Aber es ist einfach nur so schwer das durch zu setzen und keine Angst zu haben. Manchmal gelingt mir diese Kontrollphase besser und manchmal eben nicht. Dieses Mal macht es mir Angst und ich hoffe, die ist völlig unberechtigt und ich habe mich nur sinnlos reingesteigert. Es gab auch Zeiten, da hätte ich gewettet, dass es keine neue MS-Aktivität gegeben hat und wurde dann mit drei neuen Läsionen des besseren belehrt.

Morgen ist es soweit und bald ist diese Woche rum und ich habe endlich wieder Gewissheit. Gerade bin ich echt froh, dass ich die MRIs jetzt und nicht erst im Januar mache. Vermutlich hätte ich mir bis Januar trotzdem immer wieder Gedanken gemacht und wäre nervös gewesen. Weil, es könnte ja sein, muss aber nicht und, und, und. Aber manchmal ist davonlaufen halt schon viel einfacher…

So, da muss ich jetzt durch und ihr auch weil ich euch deswegen vollquatsche 🙂

❤ Katarina

PS: dazu habe ich das alte Vogeldurchfall-auf-Auto-Bild herausgekramt, das soll ja scheinbar Glück bringen!