Spontane Ski-Ferien oder ein Vermögen ausgeben?

Spontane Ski-Ferien buchen

Arschloch-Zimmernachbarn gratis dazu bekommen

Spontan kann ich: Also habe ich kurzfristig angefangen, verschiedene Angebote im Internet zu durchforsten. Nach einem Nachmittag gab ich entnervt auf. Gefühlt die ganze Welt wollte in diesem Zeitraum in ein schönes Wellnesshotel mit tollen Skipisten. Ehrlich! Entweder war alles ausgebucht oder die 4 Nächte hätten so viel gekostet wie unser Sommerferienhaus für 12 Tage am Meer. Ich habe also gelernt, dass man Skiferien ganz bestimmt nicht SPONTAN entscheiden kann! Niemals!

Ein Familienzimmer in Tschiertschen

Als ich mich fast schon damit abgefunden habe, kein Hotel zu finden, ist mir doch noch eins entgegen geflattert. Ein Familienzimmer in einem 100 jährigen Holzhaus in Tschiertschen. Ich finde den Namen so lustig und könnte ihn ständig wiederholen: Tschiertschen, Tschieeeertschen, Tschiertscheeeen…

Am Freitag Vormittag solange die Kids noch in der Schule waren, alles fertig gepackt. Mein rechtes Auge hat unendlich mühsam angefangen zu zucken. Ich hätte es liebend gerne mit Tesafilm zugeklebt-so nervig!

Das Auto randvoll geladen, so, als ob wir 4 Wochen und nicht 4 Nächte verreisen würden. Mein Ziel war eigentlich, die ganzen Kinderkleider den Jungs jeweils in die Ergobags zu packen und jeder trägt sein Gepäck selber. Irgendwie muss mir entgangen sein, dass auch die Pullover von Kind1 jetzt die Grösse eines Jugendlichen haben. Hrmpf. Und Kind2 trägt jetzt fast die gleiche Schuhgrösse wie ich.

Im Radio ging es ständig um die Rückreise von Donald Trump aus Davos und sobald der Name fiel, lästerten die Kids wild drauf los, was sie schon über ihn gehört oder gelesen haben. (Zur Erinnerung, Kind1 als Trump und Kind2 als sein Bodyguard an der Schulfasnacht)

Auf der Gegenfahrbahn begegneten uns ständig Konvois aus schwarzen Limousinen in Begleitung von Polizeiautos in Richtung des Flughafens Altenrhein. Und als wir zum 1000 mal die irre WEF Rede von Donald Trump kommentierten, flogen aus Richtung  Davos, 5 Mitlitär-Helikopter in Richtung Zürich. In der Mitte flogen zwei Helikopter übereinander und wir waren sicher, dass Trump in einem dieser Helikopter war. Das war dann schon irgendwie skurril.

In Tschiertschen wurden wir von einer beachtlichen Menge Schnee empfangen, sie hatten 3.90m! Meine Alarmlichter „oh Gott, die Lawinengefahr“ blinkten schon hinter meinem zuckenden Augenlid. Und als wir auf den Shuttle (das Dorf ist Autofrei, oder einfach so fuckingunfassbar eng, dass kein Autofahrer ausser den Einheimischen dort durch kommt) warten um abgeholt zu werden, schaue ich, doofe Nuss, meine Emails an. Und zack, irgendwelche Probleme waren mit dem letzten Lohnlauf aufgetreten. Ich war ehrlich kurz davor das Smartphone in den nächsten Schneehaufen zu werfen! Habe stattdessen zuerst meiner liebsten Arbeitskollegin geschrieben, die schon Bescheid wusste und dabei war, das Problem zu lösen. Ich war trotzdem sehr genervt und meine Vorfreude auf Ferien war ordentlich angeschlagen. Hrmpf.

Unser Familienzimmer war hübsch. Es war eng aber ausreichend und ich hatte mich schon gefragt, wie lange es dauern wird, bis wir uns auf so kleinem Raum auf die Nerven gehen werden, schliesslich gab es überhaupt keine Ausweichmöglichkeiten. Die Sorgen waren aber unberechtigt, dazu weiter unten detailierter…Nachdem wir uns eingerichtet haben und das Dorf erkundet, ging es ins Hotelrestaurant. Zur Auswahl gab es Käse, Käse und Käse. Also haben Mann und ich ein Fondue bestellt und den Kids wurden leckere Kindermenüs angeboten. Ich sag’s so: Tod durch Fondue

Am Samstag, nach einem grossen Frühstück, ging es dann los auf die Piste. Wir fuhren alle vier auf den Berg und ich verbrachte den ganzen Tag in einem Liegestuhl vor der Skihütte. Ich fahre nicht Ski wegen kaputter Hüfte und Gleichgewichtsstörungen. Das Wetter war traumhaft! Es war so schön, dass ich nicht mal mein Buch hervorgeholt habe. Ich sass also ganz alleine da und starte in die weisse Weite vor mich hin. Die drei Jungs hielten vor jeder Abfahrt kurz bei mir an und berichteten, wie die letzte Fahrt war und wer wie oft hingefallen ist oder wie schnell sie hinunter flitzten. Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, wie gerne ich mit mir alleine bin?

Irgendwann am Nachmittag fuhr ich mit Kind2 mit dem Sessellift wieder runter. Er hatte keine Lust mehr auf die letzte Abfahrt und wollte mit mir herunter fahren. Oh-Mein-Gott! Ich habe völlig vergessen, wie schrecklich es ist, mit dem Sessellift wieder zur Talstation zu fahren! Ich bin so ein Höhenangstschisser!

Wir haben neue Zimmernachbarn bekommen! Von nun an waren sie das vorherrschende Thema. Und es bestand plötzlich keine Gefahr von Langeweile auf engem Raum! Ich sag mal so: Arschlocherwachsene ziehen A-Kinder gross. Sorry, ist aber so! Vorbildfunktion!

Das Hotel war, wie bereits gesagt, ein über 100 Jahre altes Holzhaus. Neu renoviert aber hellhörig wie ein Zelt. Und dann war diese schreckliche Familie mit 5 Erwachsenen, verteilt auf mehreren Zimmern auf dem Stockwerk und insgesamt 5 oder 6 Kindern. Diese Kinder rannten also die ganze Zeit im Flur herum, brüllten, verpassten das Zimmer der Grossmutter und knallten in unsre Zimmertüre, fielen hinten raus und brüllten. Ein anderer Teil der Kinder versuchte die Feuerwehrleiter vom Balkon zu steigen oder abwechselnd die Metallstühle runter zu werfen. Die Grossmutter drauf angesprochen, erntete ich nur einen dämlichen Kuhblick. Erst später wurde mir bewusst, dass ihr nicht klar war, was ich eigentlich von ihr wollte. Sie kamen nie auf die Idee, sie könnten jemanden stören. Ich sollte aufhören nett und verständnisvoll zu sein und es so ansprechen, wie ich es eigentlich auch fühle.

Am nächsten Tag wieder auf dem Berg ausgelüftet. Dafür nicht mehr mit dem Sessellift runter gefahren, sondern bis ins Dorf gewandert. Im Schnee. Muskelkater aus der Hölle inklusive. Auf dem Weg hinunter bin ich immer wieder an der Skipiste vorbeigekommen und tatsächlich meine Jungs getroffen. Kind1 hat gefragt, woher ich denn immer wüsste, wo sie seien oder wann sie ausgerechnet kommen.

Unsere Höllennachbarn waren offenbar auch auf der Skipiste unterwegs und die Kinder erschöpft und übermüdet. Die Mutter füllte sie mit Zuckersirup ab und bot ihnen Gamezeit an. Scheinbar kennt sie keine Türen oder Privatsphäre, also wurde alles laut und ausführlich im Gang besprochen/gestritten/gebrüllt/geweint statt das im Zimmer zu erledigen. Und wieder knallte eins der Kinder in unsre Zimmertüre und zwar so, dass sie fast eingeschlagen wurde. Also bin ich zur Rezeption gestampft und habe mich beschwert. Ich war scheinbar nicht die Erste. Die Begründung dieser Familie war, sie hätten halt ein „schwieriges Kind“. Für sowas habe ich überhaupt kein Verständnis. Den Kindern die Schuld unterschieben! Ich habe auch zwei Kinder und eins davon hat ADHS. Und trotzdem bringe ich ihnen bei, Rücksicht auf andere zu nehmen. Sie sind nicht alleine auf dieser Welt. Ganz ehrlich, das ist sehr anstrengend und bedeutet, sich aktiv mit dem Kind zu beschäftigen. Nicht einfach abschieben und sich selber überlassen mit der bescheuerten Begründung, es ist halt schwierig! Pfft!

Naja. Unsre Jungs waren so fasziniert und hatten diesen „oh, ein Unfall, ich kann nicht wegsehen“-Effekt. Im Restaurant wurde das Fonduerechaud vom Tisch gefegt, die Mutter machte sich nicht mal die Mühe aufzustehen und dem Kellner beim Wegräumen zu helfen. Sowas sind für mich echt Arschlochmenschen!

Am dritten Tag gingen wir alle 4 Schneewandern. Alle, ausser meinem Mann, hassen Wandern. Die ersten 200 Höhenmeter wurden von verschiedenem Gestöhne und Gejammer begleitet. Nach der Mittagspause mit Proviant an der wunderbaren Mittagssonne wurde dann behauptet, Schneewandern sei so toll und es macht so viel Spass. Bis es wieder an die nächsten Höhenmeter ging. Chrchr. Der Abstieg war dafür rasant. Mit tiefroten Backen ging es wieder ins Hotel zurück. Zur grossen Überraschung waren unsre Arschlochnachbarn tatsächlich etwas leiser.

Am vierten Tag ging es dann aber auch schon wieder nach Hause. Ich hatte das Gefühl, wir würden kein Shuttle brauchen und holte das Auto. Weil ich doch so wahnsinnig schlau bin, nicht, fuhr ich das Auto die steile und vereiste Hoteleinfahrt rückwärts runter. Nachdem wir das Auto wieder randvoll geladen haben, kamen wir kein Stück weiter. Das Auto hatte keine Chance da wegzukommen. Also mussten wir Schneeketten montieren. Zum Glück hat eine junge Frau angeboten, uns zu helfen, weil sie gerade bei einem Kurs das lernen musste! Und so kamen wir tatsächlich wieder hoch. Vorher, noch auf dem Parkplatz beim Dorfeingang, musste ich sehr über dieses Auto lachen. Ein riesiger Amischlitten (Dodge) mit diesem Aufkleber. Naja, ich hätte es in diesem Moment gerne gehabt…Karma Baby.

Trotz der blöden Zimmernachbarn hatten wir sehr schöne Familientage. Manchmal ist es sehr schön auf einem kleinen Raum zusammen zu sein. Ich habe es sehr genossen, alleine zu sein und trotzdem so viel Zeit mit der Familie zu verbringen.

Vielleicht sollte ich nicht mehr spontan sein und jetzt schon die Skiferien für das nächste Jahr buchen?

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WMDEDGT 12/17

WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag Tagebuchbloggen bei Frau Bruellen

Dienstag, 05.12.2017

Hach, das gute alte Tagebuchbloggen! Einfach den Tag nieder schreiben ohne Google zu fragen ob das die Leser auch lesen werden wollen. Chrchr. Um 06:30 steh ich auf. Ich habe sozusagen ausgeschlafen weil ich mal nicht ins Büro gehe. Eigentlich bin ich schon seit vor 6:00 wach weil der Mann so einen Lärm veranstaltet hat. Ich sag nur „Godzilla“ oder „Jeti“, jedenfalls etwas, was wahnsinnig herumstampft. Egal, Schlaf wird sowieso überbewertet. Seit letztem Abend habe ich ziemlich fiese Bauchschmerzen. Als ich wach werde, merke ich, dass die eigentlich noch immer da sind. Wird aber wohl doch keine Magendarm-Geschichte werden. Puh. Oder die Geschichte hat mich nur gestreift. Es hustet aus dem Kinderzimmer und ich tue so als ob ich es nicht höre. Das wird sicherlich auch nur so eine Streifgeschichte werden. Hoffentlich.

Um 7:00 sind wir mit dem Frühstück fertig. Die Kinder üben noch ihre Musikinstrumente. K1 kommt auf die Idee, seine Klassische Gitarre neu zu bespannen. Super Timing. Nicht.

Um 7:30 gehen die Kinder aus dem Haus. Ich räume den Geschirrspüler ein und lasse ihn laufen. Die Wäsche aus der Maschine in den Trockner und lasse die nächste Ladung laufen. Räume noch etwas das Wohnzimmer auf und gehe duschen.

Um 8:30 will ich einkaufen, aber das Auto ist dermassen eingefroren, dass ich die Frontscheibe fast nicht kratzen kann. Oder so in 3mm Feinstarbeit. Also lasse ich das Auto mit volle Pulle Heizung laufen obwohl es jammert und mich erinnert, dass es nicht im Leerlauf laufen möchte. Tja. In dieser Zeit rufe ich meinen kleinen Bruder an und gratuliere ihm zum Geburtstag. Erschreckenderweise wird er immer älter, hmm, also, ich aber nicht.

Nach dem Einkauf gehts gleich zum 10:00 Uhr Termin in die Arztpraxis. Meine Blutkontrolle steht an.

Im Wartezimmer checkt sich mein Smartphone sofort ins WiFi ein, ist wie nach Hause kommen. Nur anders. Ich checke meine Emails und lese die eingegangenen Bewerbungen durch.

Im Labor zeige ich wie gewünscht meine Arme und die Assistentin fragt, wo man denn normalerweise bei mir sticht. Das ist „normalerweise“ immer ein schlechtes Zeichen. Trotzdem trifft sie die Vene beim ersten Versuch. Doch plötzlich hört das Blut auf zu laufen. Sie stochert noch ein wenig herum, bekommt eine etwas zittrige Hand und schon schiesst ein herrlicher Strahl feinstes Blut in das Röhrchen. Ich frage mich, wie ich eigentlich fallen könnte, falls ich umkippen würde. Natürlich mach ich das nicht…hohoho…Kreislauf ist trotzdem irgendwie naja. Nach der Blutabnahme folgt noch die Vitamin B12 Spritze und die Erklärung, dass es denn brennt. Ich weiss.

Danach fahre ich nach Hause.

Einkäufe einräumen, Trockner leeren, nächste Wäscheladung laufen lassen, Wäsche zusammen legen, endlich mit meiner Freundin telefonieren, Geschirrspüler ausräumen, Emails checken, Mittagessen kochen.

12:00 trudeln die Kids ein und wir essen zusammen. Danach haben sie bis 13:15 Mittagsstunde. Um 13:20 gehen sie zur Schule und um 13:30 kommt meine Haushaltshilfe.

Ich fahre ins Büro und lass mir da erstmal einen Kaffee raus. Nachdem die Rapportierungen ausgedruckt sind, unterhalte ich mich noch mit einem Mitarbeiter. Dass der Lohn letzte Woche 2x ausbezahlt wurde, ist tatsächlich ein Systemfehler. Ich hab also umsonst den Kopf hingehalten. 15:15 fahre ich wieder los weil Kinder um 15:25 Schulaus haben und ich mind. 25min. habe, ohne Stau.

Kindern was zu Essen geben und quatschen. K1 fällt auf, dass er seinen Schulthek in der Schule vergessen hat. Also schicke ich ihn wieder in die Schule. In der Zwischenzeit hat K2 das Paket seiner Patentante aufgemacht. Das Kind im Schokoladenhimmel! Er sortiert nach Farben, zählt und beschliesst, dass die Schokoladentaler von uns allen gegessen werden dürfen. Aber bitte nur zwei pro Tag.

K1 kommt mit den Hausaufgaben nach Hause und fängt an. In der Zwischenzeit korrigiere ich den Grossteil der Rapportierungen. 16:30 die Haushaltshilfe ist fertig und geht.

Um 17:30 höre ich auf zu arbeiten und mache ein schnelles Abendessen. Gegen 18:15 ist der Mann zu Hause.

Eine der Hausaufgaben der beiden Jungs ist ein Blatt mit verschiedenen „Nettigkeiten“ drauf. Jeden Tag müssen sie etwas von diesem Blatt erledigen. Bei 1x Tisch decken und 1x Abwaschen sind sie etwas ratlos, sie müssen das ja täglich machen, was sollen sie denn da rein schreiben. Und überhaupt, müssen das nicht sowieso alle Kinder machen?

Um 19:00 korrigiere ich die letzten Sachen. Checke Mails und weitere Bewerbungen die eingegangen sind.

19:30 bin ich fertig. Der Mann erledigt noch die letzte Ladung Wäsche. Werde ich irgendwann noch zusammen legen.

20:00 die Jungs gehen ins Bett. Gegen 20:15 krieche ich auch hoch nachdem K2 bestätigt hat, dass ich die schönste und beste Mutter der Welt bin. Die leckerste Gemüsesuppe der Welt koche (er hat 3 Löffel gegessen) und er mich wirklich, wirklich lieb hat und ohne meinen Gutenachtkuss nicht schlafen kann. Als ob ich ihn jemals ohne Gutenachtkuss hab einschlafen lassen.

20:40 komme ich runter und ich überlege vielleicht ein Entspannungsbad zu nehmen weil mir so kalt ist. Die Katze erinnert mich daran, dass sie ihr Leckerli noch nicht auf dem Sofa bekommen hat. Pflatsch. Ich begehe den fatalen Fehler und leg mich auf das Sofa-ich werde mich die nächsten zwei Jahre nicht mehr von hier weg bewegen!

Bei Twitter nachsehen, was denn so alles passiert und was die Menschen vom Internet machen. Bei Frau Bruellen vom #wmdedgt lesen und beschliessen, meinen Tag nieder zu schreiben.

Gute Nacht ❤

 

Swissblogfamily Blogparade: Sicherheit im www

Am 11.11.2017 findet die zweite Swissblogfamily das Schweizer Familien-Blogger-Treffen in Basel statt und dazu wurde die Blogparade Sicherheit im www  #Internet4Kids in Zusammenarbeit mit dem Sponsor AVM ins Leben gerufen.

Worum es bei der Blogparade geht?

Quelle: www.swissblogfamily.ch Mit Kindern über die Tücken des Internets zu sprechen, ist das Eine, konkret zu handeln aber das Andere. Wir wollen von euch wissen, was ihr konkret tut bzw. tun wollt, um eure Kinder zu schützen.

Habt Ihr Euch bereits mit dem Thema auseinandergesetzt?

Warum ich bei der Blogparade mitmache?

Als ich auf die Blogparade aufmerksam gemacht wurde, dachte ich im ersten Moment, dass ich dazu eigentlich nichts zu sagen habe. Weil, wir sind ganz „langweilige“ Eltern was die Technik und Internet bei uns zu Hause angeht. Vater ist zwar Informatiker, Mutter ist Bloggerin und arbeitet auch noch in einer IT-Firma. Wir haben zwei Jungs, einer in der 3. und einer in der 5. Klasse. Sie haben keine eigenen Smartphones, Tabletts oder PCs und wir schauen nicht mal Fernsehen zu Hause. Die einzigen elektronischen Geräte die unsre Kinder haben, sind Digitalkamera und E-Reader. Wie langweilig und unspektakulär. Dieses Thema ist bei uns überhaupt sehr entspannt.

Worauf ich hinaus will?

Wenn sich Eltern bei mir beschweren, dass das Kind schon zum dritten Mal ihr Smartphone demoliert hat oder selbständig Apps gekauft hat, kann ich das nicht nachvollziehen. Wir Eltern sind verantwortlich dafür, dass die Kinder einen angemessenen Umgang mit solchen Geräten lernen und auch verstehen, was sie da in die Hand nehmen.

Ich will hier niemanden belehren oder missionieren, jeder wie er will natürlich!

Meine Kinder dürfen mein Smartphone, Tablett oder Laptop nutzen. Sie erachten es aber nicht als selbstverständlich, das Gerät einfach zu nehmen ohne zu fragen.

Es ist so, dass unsere Kinder natürlich sehr viel über das Internet wissen. Schliesslich bewege ich mich sehr viel und sehr oft im Internet. Meine Kinder kriegen das natürlich auch mit und so haben wir sie schon früh über die Gefahren im Internet aufgeklärt und machen das auch immer wieder in regelmässigen Abständen. Sie haben auch andere Blogger oder Leute aus dem Social Media kennengelernt. Einerseits haben uns solche „Internetmenschen“ auch schon zu Hause besucht, andererseits haben sie auch schon Geschenke von diesen „Internetmenschen“ bekommen. Und alle diese Internetmenschen waren extrem nett und cool und überhaupt. Also war es mir wichtig, den Kindern den richtigen Umgang mit „Internetmenschen“ beizubringen. Es ist z.B. nicht selbstverständlich, dass man sich einfach so mit Leuten aus dem Internet verabredet!

Welche Themen betreffend www besprechen wir regelmässig?

  • Mobbing: Wie schnell man im Internet zum Opfer werden kann. Warum bei Menschen im Internet die Hemmschwelle zu beleidigen, verletzen, mobben usw. viel tiefer ist als im realen Leben. Dass das ganz schlimme Auswirkungen haben kann und auch schon zu Suiziden geführt hat.
  • Missbrauch: Was alles in Chats und Foren passieren kann. Als Beispiel damals, das entführte Kind welches sich im Minecraft-Forum mit jmd. getroffen hat.
  • Bilder im Internet: Das Recht am eigenen Bild, das Internet vergisst nie und wie man mit persönlichen Fotos im www umgeht. Möchte man sehr private Fotos im Internet stehen haben, die man aber normalerweise nie in der Klasse zeigen möchte?
  • Fake News: Die Kinder wissen, dass jede beliebige Person Informationen ins Internet schreiben kann. Wenn sie etwas nachlesen bzw. recherchieren wollen, sollen sie die Quelle hinterfragen und nicht sofort alles glauben was im Internet steht.
  • Informationen: Im Internet kann man auch Informationen kommen, die Angst machen und verstören können.

Internet bei uns zu Hause

Es ist nicht so, dass unsere Kinder künstlich vom Internet oder Computer ferngehalten werden. Solange ich die Dauer von Spielen, YouTube usw. noch problemlos kontrollieren kann, werden wir auch weiterhin so vorgehen:

  • Am Wochenende wird oft gemeinsam Minecraft gespielt. Die Jungs haben einen eigenen Account und der Mann einen, so sitzen sie jeder an einem Laptop und spielen gemeinsam. Es ist eine Tätigkeit, die sie gemeinsam machen, sich austauschen und zusammen Spass haben.
  • Jeder der Jungs hat seine E-Mailadresse wobei die Emails noch bei meinem Mann rein kommen und er sie dann informiert.
  • Wir haben ein altes iPhone als Familienhandy mit einer Prepaidkarte. Wenn sie möchten, dürfen sie das auf den Spielplatz oder irgendwohin nehmen, wenn sie das Gefühl haben, sie möchten ein Telefon dabei haben. Genutzt wird das von ihnen aber sehr selten.
  • Wenn sie im Internet etwas recherchieren wollen, dann dürfen sie das selbständig machen. Normalerweise bin ich meistens in der Nähe und achte darauf, was sie machen oder um Fragen zu beantworten.
  • Mein Laptop steht normalerweise sowieso im Wohnzimmer am „grossen“ Tisch wo auch die Hausaufgaben gemacht werden. Der zweite Laptop steht im Büro und so gibt es zur Zeit keine Diskussionen über PC im Kinderzimmer.
  • Laptop nutzen sie ab und zu für die Schule, um ihre Geschichten zu schreiben oder PowerPoint-Präsentationen zu erstellen.
  • Grundsätzlich darf jeder selbständig an das Gerät um etwas „sinnvolles“ zu machen, sie müssen einfach vorher fragen. Mir ist wichtig, dass sie begründen können, was sie gerade machen möchten. So denken sie darüber nach und es wird nicht einfach nur als Ablenkung bzw. Zeitüberbrückung genutzt.
  • Oft versuchen sie sich ganz einfach im Word/Excel/PowerPoint mit den verschiedenen Einstellungen, Schriften usw. So haben sie im Excel auch schon sowas wie ein Spiel erstellt. Wenn sie so ihre Ideen umsetzen möchten, finde ich das ganz toll.
  • Sie haben mit meinem Mann  Lernprogramme für Wörterprüfungen programmiert.
  • Wir alle vier haben an beiden Laptops eigene Accounts. Die Accounts der Eltern sind mit Passwörtern geschützt.
  • Kurz gesagt, ich mag es nicht, wenn meine Kinder wie zwei irre Zombies vor einem elektronischen Gerät sitzen und sich berieseln lassen durch irgendwelche vorgegebenen Aktionen.

Wir fahren zur Zeit sehr gut mit dieser Lösung. Mir ist natürlich bewusst, dass das vermutlich nicht mehr sehr lange so funktionieren wird. Unsere elektronischen Geräte sind jeweils mit Passwörtern geschützt (obwohl meine Siri zwar auch auf die Stimme von K1 reagiert). Was wir in näherer Zukunft ergänzen werden, sind Webfilter und Jugendschutzeinstellungen an den Laptops. Zudem werde ich mich bei den anderen Blogparadeteilnehmern umsehen und inspirieren lassen.

Was wir sicherlich beibehalten werden, ist die Aufklärung. Immer wieder aktuelles über das Internet mit den Kindern thematisieren. Sie sollen keine Angst vor dem Internet haben, sondern einen gesunden Umgang damit lernen. Der Computer ist ein sehr tolles Hilfsmittel solange man es richtig einsetzt.

 

Ein unspektakulär perfekter Tag

Ein perfekter Tag im Leben einer Mutter – Ein Blick durch eine leicht verschmierte rosarote Brille

Aber von Anfang an! Was war ich herrlich naiv während meiner ersten Schwangerschaft! (Vielleicht auch schon beim allerersten aufploppen meiner reifen Eizellen?)

Damals als ich jedes Wochenende ausschlafen konnte, mir meine Zeit selber einteilen konnte, Stundenlange irgendwo sitzen und in Ruhe lesen konnte…alleine auf die Toilette gehen konnte…ja, da habe ich mir meinen Alltag als Mutter ziemlich perfekt vorgestellt. Natürlich kam alles anders und natürlich bin ich froh, dass es ja so kam, ansonsten wäre mein Mutterdasein wahrscheinlich wahnsinnig langweilig gewesen.

Heute war ein guter Tag

Nachdem die Jungs zuerst das Fussballspiel Schweiz/Portugal geschaut haben und Schweiz 0:2 verloren hat, gingen sie erst um 23:00 ins Bett. Also durfte ich K2 (K1 hat schon gelesen da Schlaf reine Zeitverschwendung ist) um 8:00 Uhr wecken. Wir haben gemeinsam gefrühstückt, die Kinder haben das Geschirr abgeräumt und sind freiwillig Zähneputzen gegangen. Während ich geduscht habe, haben sie total friedlich miteinander gespielt.

Als wir aus dem Haus mussten, haben alle nach einmaligem Auffordern ihre Schuhe und Jacken angezogen. Ich habe noch schnell die gewaschene Wäsche in den Tumbler geworfen und die nächste Ladung angemacht. Perfektes Timing.

In der Stadt haben wir sofort einen Parkplatz gefunden. K2 hatte einen Termin beim Kieferorthopäden für den zweiten Abdruck für den folgenden Monoblock. Während K2 total souverän und ohne Drama/Verweigerung/Erbrechen/Heulkrampf den Zahnabdruck machen liess, sass K1 im Wartezimmer und las. Auch als der Abdruck vom Oberkiefer wiederholt werden musste, waren alle tiefenentspannt.

Nach dem Kieferorthopäden gingen wir noch schnell neue Jeanshosen kaufen weil plötzliches Wachstum und daraus resultierende Hochwasserhosen. Da wurde nur mal kurz gezickt und man wollte die Jeans nicht auch noch in der Umkleidekabine anprobieren. Aber, es wurde anprobiert und an der Kasse gab es auch noch 15% Rabatt.

Danach schlenderten wir zum Bäcker und entschieden uns innert 3 Minuten, welche Brötchen wir uns zum Mittagessen kaufen.

Zu Hause angekommen, wechselte ich nochmals die Wäsche/Tumbler und die Kids haben schon den Tisch gedeckt und unsere Thonbrötchen auf Tellern drapiert. Ich hab zwar das Kleinste bekommen, aber hej, wir wollen nicht kleinlich sein.

Wäsche zusammenlegen, Gummistiefel und eine Flasche Prosecco einpacken und zu meiner Freundin fahren.

Die Kinder verschwanden sofort im Wald gegenüber mit dem kleinen Bach. Meine Freundin und ich sassen also im Garten, und folgten nur dem Kindergeschrei welches durch die Entfernung angenehme 40 Dezibell hatte. Zwischendurch hielten wir inne und fragten uns, ob das jetzt Lachen oder Weinen ist. So schlürften wir an einem angenehm warmen Herbsttag unseren Prosecco und quatschten fast zwei Stunden.

Irgendwann riefen wir die durchnässte und im Schlamm panierte Bande nach oben. Das sah dann so aus-> Matsch! Überall! Im Gesicht, Händen, in Gummistiefeln und von der Kleidung wollen wir schon garnicht reden. Aber! Die Kids waren höchst zufrieden und konnten nicht aufhören von ihren Aktionen und dem Staudamm und der Schlammrutschbahn zu erzählen.

Am Ende gab es noch warmen Schokoladenkuchen! Himmel!

Zu Hause ging es dann erstmal unter die Dusche. Bei meiner Freundin haben sie Ersatzkleider bekommen und mussten nicht durchnässt zu Fuss nach Hause laufen. K2 hatte nach der Dusche noch immer Schlamm am Unterarm, hat den dann mit dem weissen Badetuch weggeputzt. Und das tolle Kind hat dann die Aktion vertuscht indem es das Badetuch auch etwas ausgewaschen hat. Er sagt, es sei jetzt aber alles total sauber. In der Zwischenzeit habe ich die Matschkleider in die Waschmaschine geworfen und die etwa 5kg schweren Matsch-Gummistiefel ausgewaschen. Und weil alle so gut drauf waren, haben wir beschlossen auf den Mann zu warten, der dann auch um 19:30 kam. Es wurde verschiedenes Gemüse, frisches Brot, Hüttenkäse, Pfefferkäse und Landjäger gemampft.

Jetzt sind alle im Bett und ich gönne mir ein Entspannungsbad. Also ein perfekter Herbstferientag. Nicht so kitschig und rosarot wie ich mir das damals vorgestellt habe, sondern einfach nur schön.

Daily me, ein Schwank aus dem Alltag ❤