Gewinnspiel zum Ende der Blogreise: Eltern mit Behinderung

Unsere Blogreise ist zu Ende! HIER bei wheelymum könnt ihr weitere Informationen betreffend Gewinnspiel nachlesen.

Viel Glück!

*********************************************************************************************************

Herzlich willkommen zu der Blogreise Eltern mit Behinderung!

Eltern mit Behinderung stehen vor gleichen Herausforderungen wie Eltern ohne Behinderung

Wir durchleben die gleichen Phasen mit schlaflosen Nächten, Stillproblemen, die plötzliche Verantwortung für einen kleinen Menschen. Unsere Kinder zahnen ebenfalls, schlagen sich später dann diesen Milchzahn wieder raus, bekommen Fieber, werden krank, bekommen Wutausbrüche und alles, was zu einem Leben mit Kindern dazu gehört.

Nur ist das alles bei uns, je nach Behinderungsgrad, doch etwas komplizierter. Je nach dem braucht es mehr Kraft, Organisation, Durchhaltewillen, Hilfe – * viele helfende Hände! Wir sind genauso bemüht, unseren Kindern die schönste Kindheit zu bieten und möchten ihnen helfen, tolle und selbständige Menschen zu werden. Man muss es sich einfach so vorstellen: wir müssen vieles manchmal über einen etwas anderen Weg machen.

Meine Behinderungen sind weder sichtbar, auf den ersten Blick erkennbar oder fassbar

Mutter mit MS
(Multiple Sklerose: chronische, bisher unheilbare Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems)

Meine Kinder wurden sehr früh in ihrem Leben mit meiner Krankheit konfrontiert. Sie waren noch sehr klein und konnten nicht verstehen, warum es Mama schlecht geht. Trotzdem merken und spüren die Kinder sehr schnell, wenn es uns Eltern nicht so gut geht. Ich habe deshalb beschlossen, sehr offen mit meinen Kindern über die MS zu sprechen. Ich habe ihnen erklärt, was im Körper passiert.

Sie kennen das Immunsystem als kleine gelbe Bagger, die bei Erkältung z.B. die Viren und Bakterien aus dem Körper schaufeln. Man sogar Fieber bekommt weil die Bagger ganz viel arbeiten müssen um so schnell wie möglich die Eindringlinge aus dem Körper herauszubekommen.

gelbe-bagger

Die MS habe ich ihnen so erklärt, dass bei meiner Krankheit einige dieser kleinen Bagger nicht mehr richtig funktionieren. Sie greifen meine Nervenbahnen an, weil sie irrtümlich denken, das sei ein Eindringling. Dadurch dass sie eben diese Nervenbahnen beschädigen, ich diese aber dringend brauche z.B. um meine Hände zu bewegen, kann das zu verschiedenen Symptomen führen.

  • Deshalb hat Mama manchmal keine Kraft in den Fingern und lässt oft was fallen.
  • Deshalb ist es der Mama manchmal so wahnsinnig schwindlig.
  • Deshalb kann Mama nicht so gut basteln.
  • Weil das alles den Körper sehr müde macht, muss Mama öfter mal aufs Sofa und kann nicht unbedingt Fussball spielen.
  • Deshalb geht Mama nicht so gerne ins Freibad, weil die Hitze all diese Symptome viel stärker macht. Sie danach ständig stolpert und in irgendwas rein läuft
  • Deshalb kann Mama manchmal keine CD’s mehr hören weil ihr danach der Kopft und der ganze Körper surrt,
  • ihr Gesicht, Finger, Fuss, Schulter, Auge sichtbar zuckt,
  • sie in den meisten Fingern nicht zwischen kalt und warm unterscheiden kann und sich ständig am Backofen, Bügeleisen oder Pfanne verbrennt,
  • sehr oft Rückenschmerzen und von denen Kopfschmerzen bekommt und dann beim Essen nicht sitzen kann,
  • sie rot wie ein Krebs anläuft und manchmal so starke Bauchkrämpfe hat, weil das Nebenwirkungen ihres Medikamentes sind.
  • Medikamente für Kinder sehr gefährlich werden können, ausser Mama oder Papa geben sie.
  • …bisher hatten wir Angst vor Spritzen und dann durften wir Mama auch schon ihr Medikament spritzen weil wir das unbedingt wollten. Und sie ist tatsächlich sehr tapfer und weinte nie dabei.

Kindheit mit kranken Eltern

Die erste Frage meiner Kinder war, ob ich daran sterben muss. Ich meine, da zerspringt mir einfach das Herz in tausende Einzelteile. Die zweite Frage war, ob das ansteckend ist und sie deshalb nicht mehr mit mir zusammen sein können. Da zerspringt es das zweite Mal. Und die schlimmste aller Fragen kam auch: Mama, sind wir schuld daran, dass du krank bist?

Sie müssen in ihrem zarten Alter über solche Themen nachdenken und sich ein eigenes Bild dazu machen. Ich hätte nie gewollt, dass sich meine Kinder diese Fragen stellen müssen. Vielleicht nehme ich ihnen einen Teil dieser kindlichen Unbekümmertheit? Nun ist es aber so und da bleibt mir nur das beste daraus zu machen.

Ich sehe meine Krankheit als Chance, meinen Kindern ein gutes Vorbild zu sein. Dadurch können sie einiges für ihr zukünftiges Leben lernen. Erstens kann man das Leben nicht planen, man kann aber davon ausgehen, dass alles gut kommen kann. Ich zeige ihnen wie wichtig eine positive Einstellung ist. Also lebe ich ihnen vor, was man machen kann, wenn man plötzlich ein grösseres Problem hat. Ich zeige ihnen, dass es ok. ist Schwäche zu zeigen, dass es aber trotzdem weitergeht. Ich versuche ihnen zu zeigen, wie man sich selber motivieren kann und es schade wäre, einfach aufzugeben nur, weil etwas gerade sehr anstrengend ist. Wie wichtig es ist auf seinen Körper zu achten und ihn wertzuschätzen. In wieweit dieses Vorgehen tatsächlich meine Kinder weiterbringt, kann ich nicht beurteilen. Ich werde auch nie wissen, ob an meiner Theorie etwas dran ist, weil ich keinen Vergleich ziehen kann. Aus reinem Selbstschutz (wenn das schlechte Gewissen den Kindern gegenüber Überhand gewinnen möchte) hoffe ich, dabei Recht zu behalten.

Mutter mit ADHS

Die ADHS (AufmerksamkeitsDefizitHyperaktivitätsStörung) Diagnose habe ich erst im Erwachsenenalter bekommen. Ich hatte plötzlich einen Zustand der Dauerüberreizung. Meine Sinne waren völlig aus dem Gleichgewicht geraten und plötzlich führten alle Geräusche, Lärm, stressige Situationen zu einer extremen, körperlichen Anspannung. Ich war ständig überreizt von der vielen Informationsflut die mein Gehirn umspülte. Das hat sich sehr langsam und fast unmerkbar in meinen Alltag eingeschlichen.

Geräusche, Lärm, Kälte/Wärme, Gerüche, Multitasking, Informationsflut…das war plötzlich, in einem bisher nicht gekannten Ausmass, extrem einflussreich auf meine Körperfunktionen.

Irgendwann kommt der Moment an dem mein Gehirn einfach nur noch zu macht. Ich bin so überreizt, dass mein Körper sich total anspannt, Adrenalin ausschüttet und den Cortisolspiegel erhöht – sprich – das Gehirn schaltet automatisch auf Flucht. Das sind ganz normale Reaktionen unseres Gehirns und wir sind alle so programmiert, bei Gefahr schnell flüchten zu können (Quelle Wikipedia fight or flight). So fühlte ich mich jeden Tag schon sehr früh extrem gestresst. Da meine Hemmschwelle plötzlich so niedrig war, war ich automatisch extrem gereizt. Es ist sehr schwierig in solchen Momenten einen klaren Kopf zu behalten und z.B die streitenden Kinder zu beruhigen. Ich hatte dazu auch noch das Gefühl, dass mein Zustand sich auf die Kinder überträgt und wir sehr schnell in einem Strudel gefangen waren, aus dem wir fast nicht ausbrechen konnten.

Die Spitze dieser Überreizung erreichte ich erschreckend schnell und ich wusste, dass irgendwas einfach nicht mehr gut war. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, das hätte vermutlich mit meiner MS zu tun und den bereits vorhandenen Nerven-bzw. Hirnschäden.

Ich sprach mein Problem beim Nächsten Neurologentermin an. Mir wurde empfohlen, eine ADHS Abklärung zu machen. So wüssten wir, ob dieser Zustand von der MS kommt. Bei der Abklärung hatte ich sehr oft dieses AHA-Erlebnis und wusste endlich, warum es so war, wie es ist.

Das Zusammenspiel zwischen MS und ADHS

Durch meine MS bin ich nicht mehr belastbar wie früher. Mir fehlt ein grosses Stück dieser Energie die ich vorher hatte. Trotzdem bleibt ja meine ADHS und treibt mich innerlich immer an. Diese Verbindung ist soweit schwierig, da dadurch mein Körper in einem Zwiespalt ist. Einerseits brauche ich die Action, andererseits fehlt mir die Kraft dazu.

Es ist das Zusammenspiel von MS und ADHS welches schlecht zusammen funktioniert. Das Eine braucht Ruhe und Erholung, das Andere braucht Action und Adrenalin um sich gut zu fühlen. Ich musste lernen die beiden Extreme irgendwie auszugleichen. Und mittendrin sind meine Kinder.

Kinder fordern, sie sind laut, sie streiten, sie werden impulsiv und irrational…- eben, eine ganz normale Kinderentwicklung und ich könnte hier weitere Beispiele aufschreiben, nur wäre das total sinnlos. Dieser selbstverständliche Alltag, ist für mich durch die «Gehirnbesonderheiten» einfach etwas anstrengender als für andere. Durch die beiden Behinderungen kann ich mit den Inputs einfach nicht so gut umgehen. Es kostet mich alles einfach etwas mehr Kraft. Der Alltag zehrt ein Stückchen mehr an meiner Kraft, weil mein Körper nicht mehr in der Lage ist das auszugleichen.

Durch meine beiden Behinderungen musste ich lernen, mit den vielen Reizen, die in meinem Alltag auf mich einprasselten, umzugehen.

Wir haben als Familie unseren Weg gefunden. Manch einer findet die Mittagsstunde am Wochenende im Zimmer mit Buch oder CD total daneben und völlig sinnlos. Der andere ist glücklich, eine Stunde etwas zur Ruhe zu kommen. Vielleicht kann ich nicht mehr spontan einen Fahrradausflug machen, dafür backe ich uns einen Kuchen, wenn sie mit ihrem Vater von der Fahrradtour wieder zurückkommen. Wenn die Kinder nach der Schule ihre Hausaufgaben machen müssen, ist das meistens zu der Zeit, in der meine Erschöpfung einsetzt. Ich habe körperlich und geistig nur noch sehr wenig Kraft und müsste mich vom Körpergefühl her, einfach für eine Weile hinlegen. Das geht aber in diesem Moment überhaupt nicht.

Eltern mit Behinderung werden vor die gleichen Herausforderungen wie Eltern ohne Behinderung gestellt. Eltern mit Behinderung haben einfach noch ein paar weitere Beschwerden, die es etwas komplizierter machen. Und diese Behinderungen müssen nicht unbedingt sichtbar sein…

Vielen Dank für euren Besuch!

Worum es bei der Blogreise geht?

Die Blogreise wurde von wheelymum ins Leben gerufen und es geht darum zu zeigen, wie viele wir eigentlich sind und wie wir mit unseren unterschiedlichen Behinderungen leben.
Quelle Wheelymum: Eine Blogreise, durch und vor allen Dingen auch unterschiedlichsten Elternblogs. Die Gemeinsamkeit dieser Blogs liegt darin, das wir alle Eltern sind. Eltern die eine Behinderung haben. Erinnert ihr euch noch, warum ich unter anderem begonnen habe zu bloggen? Ich wollte mehr Austausch untereinander ermöglichen. Am besten funktioniert das natürlich durch Vernetzung. Und so habe ich, gemeinsam mit Nici von Rollimami, verschiedene Elternblogs mit Behinderungen gesammelt und die Blogreise organisiert. Am Ende unserer Blogreise, gibt es sogar etwas zu gewinnen!

Gewinn

Zu gewinnen gibt es dieses Puppenspielhaus samt Zubehör. von der Firma Ehring in Homberg/Efze.

Bildrechte Ehring Markenmöbel

Bildrechte Ehring Markenmöbel

Teilnahme an der Verlosung

Jeder teilnehmende Blog, hat am Ende seines Beitrages zur Blogreise eine Frage. Bitte notiert euch die Antwort und sammelt, von Beitrag zu Beitrag, die Antworten. Am Ende habt ihr etwas über eine Woche Zeit, diese gesammelten Antworten, zu einem Wort/Satz zusammenzufügen und diesen Antwortsatz, sendet ihr bitte per Mail an Sehtuns@web.de.

Danach entscheidet das Los.

Teilnehmende Blogs

Immer am Donnerstag findet ihr neue Beiträge auf folgenden Blogs:

Wir freuen uns natürlich über jeden, der uns hilft, das Thema zu verbreiten und darauf aufmerksam zu machen. Und jetzt wünschen wir euch eine gute Reise, tolle Erlebnisse und Entdeckungen.

Ich suche ein anderes Wort (Synonym) für: diverse, etliche, jede menge, massenhaft, mehrere, reichlich, scharenweise, verschiedene, zahllos, zahlreiche, zig

* v _ _ _ _  Hände, schnelles Ende in diesem Sinne, viel Glück beim Gewinnspiel!

Katarina ❤

Advertisements

Blogreise: Eltern mit Behinderung

Herzlich willkommen zu der Blogreise Eltern mit Behinderung!

Eltern mit Behinderung stehen vor gleichen Herausforderungen wie Eltern ohne Behinderung

Wir durchleben die gleichen Phasen mit schlaflosen Nächten, Stillproblemen, die plötzliche Verantwortung für einen kleinen Menschen. Unsere Kinder zahnen ebenfalls, schlagen sich später dann diesen Milchzahn wieder raus, bekommen Fieber, werden krank, bekommen Wutausbrüche und alles, was zu einem Leben mit Kindern dazu gehört.

Nur ist das alles bei uns, je nach Behinderungsgrad, doch etwas komplizierter. Je nach dem braucht es mehr Kraft, Organisation, Durchhaltewillen, Hilfe – * viele helfende Hände! Wir sind genauso bemüht, unseren Kindern die schönste Kindheit zu bieten und möchten ihnen helfen, tolle und selbständige Menschen zu werden. Man muss es sich einfach so vorstellen: wir müssen vieles manchmal über einen etwas anderen Weg machen.

Meine Behinderungen sind weder sichtbar, auf den ersten Blick erkennbar oder fassbar

Mutter mit MS
(Multiple Sklerose: chronische, bisher unheilbare Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems)

Meine Kinder wurden sehr früh in ihrem Leben mit meiner Krankheit konfrontiert. Sie waren noch sehr klein und konnten nicht verstehen, warum es Mama schlecht geht. Trotzdem merken und spüren die Kinder sehr schnell, wenn es uns Eltern nicht so gut geht. Ich habe deshalb beschlossen, sehr offen mit meinen Kindern über die MS zu sprechen. Ich habe ihnen erklärt, was im Körper passiert.

Sie kennen das Immunsystem als kleine gelbe Bagger, die bei Erkältung z.B. die Viren und Bakterien aus dem Körper schaufeln. Man sogar Fieber bekommt weil die Bagger ganz viel arbeiten müssen um so schnell wie möglich die Eindringlinge aus dem Körper herauszubekommen.

gelbe-bagger

Die MS habe ich ihnen so erklärt, dass bei meiner Krankheit einige dieser kleinen Bagger nicht mehr richtig funktionieren. Sie greifen meine Nervenbahnen an, weil sie irrtümlich denken, das sei ein Eindringling. Dadurch dass sie eben diese Nervenbahnen beschädigen, ich diese aber dringend brauche z.B. um meine Hände zu bewegen, kann das zu verschiedenen Symptomen führen.

  • Deshalb hat Mama manchmal keine Kraft in den Fingern und lässt oft was fallen.
  • Deshalb ist es der Mama manchmal so wahnsinnig schwindlig.
  • Deshalb kann Mama nicht so gut basteln.
  • Weil das alles den Körper sehr müde macht, muss Mama öfter mal aufs Sofa und kann nicht unbedingt Fussball spielen.
  • Deshalb geht Mama nicht so gerne ins Freibad, weil die Hitze all diese Symptome viel stärker macht. Sie danach ständig stolpert und in irgendwas rein läuft
  • Deshalb kann Mama manchmal keine CD’s mehr hören weil ihr danach der Kopft und der ganze Körper surrt,
  • ihr Gesicht, Finger, Fuss, Schulter, Auge sichtbar zuckt,
  • sie in den meisten Fingern nicht zwischen kalt und warm unterscheiden kann und sich ständig am Backofen, Bügeleisen oder Pfanne verbrennt,
  • sehr oft Rückenschmerzen und von denen Kopfschmerzen bekommt und dann beim Essen nicht sitzen kann,
  • sie rot wie ein Krebs anläuft und manchmal so starke Bauchkrämpfe hat, weil das Nebenwirkungen ihres Medikamentes sind.
  • Medikamente für Kinder sehr gefährlich werden können, ausser Mama oder Papa geben sie.
  • …bisher hatten wir Angst vor Spritzen und dann durften wir Mama auch schon ihr Medikament spritzen weil wir das unbedingt wollten. Und sie ist tatsächlich sehr tapfer und weinte nie dabei.

Kindheit mit kranken Eltern

Die erste Frage meiner Kinder war, ob ich daran sterben muss. Ich meine, da zerspringt mir einfach das Herz in tausende Einzelteile. Die zweite Frage war, ob das ansteckend ist und sie deshalb nicht mehr mit mir zusammen sein können. Da zerspringt es das zweite Mal. Und die schlimmste aller Fragen kam auch: Mama, sind wir schuld daran, dass du krank bist?

Sie müssen in ihrem zarten Alter über solche Themen nachdenken und sich ein eigenes Bild dazu machen. Ich hätte nie gewollt, dass sich meine Kinder diese Fragen stellen müssen. Vielleicht nehme ich ihnen einen Teil dieser kindlichen Unbekümmertheit? Nun ist es aber so und da bleibt mir nur das beste daraus zu machen.

Ich sehe meine Krankheit als Chance, meinen Kindern ein gutes Vorbild zu sein. Dadurch können sie einiges für ihr zukünftiges Leben lernen. Erstens kann man das Leben nicht planen, man kann aber davon ausgehen, dass alles gut kommen kann. Ich zeige ihnen wie wichtig eine positive Einstellung ist. Also lebe ich ihnen vor, was man machen kann, wenn man plötzlich ein grösseres Problem hat. Ich zeige ihnen, dass es ok. ist Schwäche zu zeigen, dass es aber trotzdem weitergeht. Ich versuche ihnen zu zeigen, wie man sich selber motivieren kann und es schade wäre, einfach aufzugeben nur, weil etwas gerade sehr anstrengend ist. Wie wichtig es ist auf seinen Körper zu achten und ihn wertzuschätzen. In wieweit dieses Vorgehen tatsächlich meine Kinder weiterbringt, kann ich nicht beurteilen. Ich werde auch nie wissen, ob an meiner Theorie etwas dran ist, weil ich keinen Vergleich ziehen kann. Aus reinem Selbstschutz (wenn das schlechte Gewissen den Kindern gegenüber Überhand gewinnen möchte) hoffe ich, dabei Recht zu behalten.

Mutter mit ADHS

Die ADHS (AufmerksamkeitsDefizitHyperaktivitätsStörung) Diagnose habe ich erst im Erwachsenenalter bekommen. Ich hatte plötzlich einen Zustand der Dauerüberreizung. Meine Sinne waren völlig aus dem Gleichgewicht geraten und plötzlich führten alle Geräusche, Lärm, stressige Situationen zu einer extremen, körperlichen Anspannung. Ich war ständig überreizt von der vielen Informationsflut die mein Gehirn umspülte. Das hat sich sehr langsam und fast unmerkbar in meinen Alltag eingeschlichen.

Geräusche, Lärm, Kälte/Wärme, Gerüche, Multitasking, Informationsflut…das war plötzlich, in einem bisher nicht gekannten Ausmass, extrem einflussreich auf meine Körperfunktionen.

Irgendwann kommt der Moment an dem mein Gehirn einfach nur noch zu macht. Ich bin so überreizt, dass mein Körper sich total anspannt, Adrenalin ausschüttet und den Cortisolspiegel erhöht – sprich – das Gehirn schaltet automatisch auf Flucht. Das sind ganz normale Reaktionen unseres Gehirns und wir sind alle so programmiert, bei Gefahr schnell flüchten zu können (Quelle Wikipedia fight or flight). So fühlte ich mich jeden Tag schon sehr früh extrem gestresst. Da meine Hemmschwelle plötzlich so niedrig war, war ich automatisch extrem gereizt. Es ist sehr schwierig in solchen Momenten einen klaren Kopf zu behalten und z.B die streitenden Kinder zu beruhigen. Ich hatte dazu auch noch das Gefühl, dass mein Zustand sich auf die Kinder überträgt und wir sehr schnell in einem Strudel gefangen waren, aus dem wir fast nicht ausbrechen konnten.

Die Spitze dieser Überreizung erreichte ich erschreckend schnell und ich wusste, dass irgendwas einfach nicht mehr gut war. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, das hätte vermutlich mit meiner MS zu tun und den bereits vorhandenen Nerven-bzw. Hirnschäden.

Ich sprach mein Problem beim Nächsten Neurologentermin an. Mir wurde empfohlen, eine ADHS Abklärung zu machen. So wüssten wir, ob dieser Zustand von der MS kommt. Bei der Abklärung hatte ich sehr oft dieses AHA-Erlebnis und wusste endlich, warum es so war, wie es ist.

Das Zusammenspiel zwischen MS und ADHS

Durch meine MS bin ich nicht mehr belastbar wie früher. Mir fehlt ein grosses Stück dieser Energie die ich vorher hatte. Trotzdem bleibt ja meine ADHS und treibt mich innerlich immer an. Diese Verbindung ist soweit schwierig, da dadurch mein Körper in einem Zwiespalt ist. Einerseits brauche ich die Action, andererseits fehlt mir die Kraft dazu.

Es ist das Zusammenspiel von MS und ADHS welches schlecht zusammen funktioniert. Das Eine braucht Ruhe und Erholung, das Andere braucht Action und Adrenalin um sich gut zu fühlen. Ich musste lernen die beiden Extreme irgendwie auszugleichen. Und mittendrin sind meine Kinder.

Kinder fordern, sie sind laut, sie streiten, sie werden impulsiv und irrational…- eben, eine ganz normale Kinderentwicklung und ich könnte hier weitere Beispiele aufschreiben, nur wäre das total sinnlos. Dieser selbstverständliche Alltag, ist für mich durch die «Gehirnbesonderheiten» einfach etwas anstrengender als für andere. Durch die beiden Behinderungen kann ich mit den Inputs einfach nicht so gut umgehen. Es kostet mich alles einfach etwas mehr Kraft. Der Alltag zehrt ein Stückchen mehr an meiner Kraft, weil mein Körper nicht mehr in der Lage ist das auszugleichen.

Durch meine beiden Behinderungen musste ich lernen, mit den vielen Reizen, die in meinem Alltag auf mich einprasselten, umzugehen.

Wir haben als Familie unseren Weg gefunden. Manch einer findet die Mittagsstunde am Wochenende im Zimmer mit Buch oder CD total daneben und völlig sinnlos. Der andere ist glücklich, eine Stunde etwas zur Ruhe zu kommen. Vielleicht kann ich nicht mehr spontan einen Fahrradausflug machen, dafür backe ich uns einen Kuchen, wenn sie mit ihrem Vater von der Fahrradtour wieder zurückkommen. Wenn die Kinder nach der Schule ihre Hausaufgaben machen müssen, ist das meistens zu der Zeit, in der meine Erschöpfung einsetzt. Ich habe körperlich und geistig nur noch sehr wenig Kraft und müsste mich vom Körpergefühl her, einfach für eine Weile hinlegen. Das geht aber in diesem Moment überhaupt nicht.

Eltern mit Behinderung werden vor die gleichen Herausforderungen wie Eltern ohne Behinderung gestellt. Eltern mit Behinderung haben einfach noch ein paar weitere Beschwerden, die es etwas komplizierter machen. Und diese Behinderungen müssen nicht unbedingt sichtbar sein…

Vielen Dank für euren Besuch!

Worum es bei der Blogreise geht?

Die Blogreise wurde von wheelymum ins Leben gerufen und es geht darum zu zeigen, wie viele wir eigentlich sind und wie wir mit unseren unterschiedlichen Behinderungen leben.
Quelle Wheelymum: Eine Blogreise, durch und vor allen Dingen auch unterschiedlichsten Elternblogs. Die Gemeinsamkeit dieser Blogs liegt darin, das wir alle Eltern sind. Eltern die eine Behinderung haben. Erinnert ihr euch noch, warum ich unter anderem begonnen habe zu bloggen? Ich wollte mehr Austausch untereinander ermöglichen. Am besten funktioniert das natürlich durch Vernetzung. Und so habe ich, gemeinsam mit Nici von Rollimami, verschiedene Elternblogs mit Behinderungen gesammelt und die Blogreise organisiert. Am Ende unserer Blogreise, gibt es sogar etwas zu gewinnen!

Gewinn

Zu gewinnen gibt es dieses Puppenspielhaus samt Zubehör. von der Firma Ehring in Homberg/Efze.

Bildrechte Ehring Markenmöbel

Bildrechte Ehring Markenmöbel

Teilnahme an der Verlosung

Jeder teilnehmende Blog, hat am Ende seines Beitrages zur Blogreise eine Frage. Bitte notiert euch die Antwort und sammelt, von Beitrag zu Beitrag, die Antworten. Am Ende habt ihr etwas über eine Woche Zeit, diese gesammelten Antworten, zu einem Wort/Satz zusammenzufügen und diesen Antwortsatz, sendet ihr bitte per Mail an Sehtuns@web.de.

Danach entscheidet das Los.

Teilnehmende Blogs

Immer am Donnerstag findet ihr neue Beiträge auf folgenden Blogs:

Wir freuen uns natürlich über jeden, der uns hilft, das Thema zu verbreiten und darauf aufmerksam zu machen. Und jetzt wünschen wir euch eine gute Reise, tolle Erlebnisse und Entdeckungen.

Ich suche ein anderes Wort (Synonym) für: diverse, etliche, jede menge, massenhaft, mehrere, reichlich, scharenweise, verschiedene, zahllos, zahlreiche, zig

* v _ _ _ _  Hände, schnelles Ende in diesem Sinne, viel Glück beim Gewinnspiel!

Katarina ❤

Festtage: Rückblick und viel Flausch

Weihnachten ist vorbei!

Endlich? Leider? Zum Glück?

Für mich hat Weihnachten seit ich Kinder habe, einen ganz anderen Stellenwert bekommen. Wir haben mittlerweile unsere eigenen Familientraditionen und müssen uns dank der zwanghaften Kinder, präzise daran halten. Mir kann das nur recht sein – zwanghaft höhöhö!

Am Freitag hatte der Mann sowas wie senile Bettflucht und ist irgendwann gegen 05:00 Uhr ins Büro gefahren. Dafür kam er bereits am Nachmittag nach Hause und ging direkt seine, keine Ahnung, vermutlich 18km rennen. Die Kinder hatten am Nachmittag keine Schule und so haben wir angefangen den Christbaum zu schmücken. Wir haben den Baum bereits am Donnerstag ins Wohnzimmer gestellt damit ihn die Katze ausgiebigst beschnuppern kann. Dabei wurde ich von Kind2 genötigt, wenigstens Lichterketten dran zu machen. Also noch schnell das Knäuel auseinander fummeln – echt, jedes Jahr versorge ich die Lichterketten gewissenhaft in der Hoffnung, dass es kein Kabelsalat gibt. Aber die verknoten sich heimlich im Keller, so will es das Gesetz! Kaum hatten wir die Lichterkette entwirrt, stehe ich mit etwas zu viel Schwung auf, meine MS lässt mich schwanken und ich stampfe voll Karacho auf die blöde Lichterkette. Das Geräusch, wenn die kleine Birne unter den Füssen zerbirst – wie Zuckerknistern! Dann steht da auf der Anleitung, dass man die defekt nicht verwenden soll wegen Überhitzungsgefahr und so. Und ich glaube sowas sofort und könnte die nie ohne Panikkino im Kopf einfach weiter verwenden. Ich Opfer. Plötzlich steht Kind1 vor der Türe weil sie versehentlich früher Schulaus hatten. Also noch schnell in den Baumarkt flitzen und eine neue Lichterkette kaufen!

Entschuldigung, abgeschweift!

Also am Freitag den Christbaum schmücken und immer mal wieder irgendwas entsorgen. Alte Kerzen, hässlichen Baumschmuck und psssst, die vorjährigen selbstgebastelten Kunstwerke der Kinder. Der Mann schleppt alle Kisten wieder in den Keller und wir überlegen lange, sehr lange, wer was zum Abendessen kochen soll. Niemand will kochen. Irgendwann, nach langer und gründlicher Prokrastination gibt es „kalt“ also alles was der Kühlschrank hergibt und nicht vorher gekocht werden muss.

Die Kinderaufregung kratzt bereits im roten Bereich.

Samstag, 24.12. – Heiligabend

Mann und Kinder gehen noch den Rest einkaufen und verteilen die vom Mann gebackenen Plätzchen bei Bekannten. In der Zwischenzeit räume ich das Haus auf und hätten wir nicht schon den Christbaum aufgestellt, hätte ich geglaubt, wir hätten Ostern. Die Nachbarn und Nachbarskinder kommen vorbei und bringen Karten und selbstgemachte Leckereien. Mittlerweile sind Mann und Kinder wieder zurück und so entsteht ein dauerndes hin und her mit „hallo Nachbarn, ach so schön, dass es euch gibt!“.

weihnachtsdeko

Wir gehen um 16:00 Uhr alle zum Familiengottesdienst. Seit etwa einem Jahr unterrichtet eine neue Religionslehrerin das Fach in der Schule und die Kinder sind extrem begeistert. Der Gottesdienst dauert etwa 30min. und wir können noch das Friedenslicht aus Betlehem nach Hause nehmen. Zu Hause wird wie immer zuerst der Swiss Jazz Sender eingestellt, der Tisch gedeckt und dann so viele Kerzen wie möglich angezündet.

Wir haben uns dieses Jahr für ein sehr, sehr einfaches, schnelles und leckeres Essen entschieden. Penne al Salmone. Lachsnudeln! Ohne Vorspeise, dafür mit Glace als Dessert.

Zwiebel und Knoblauch anschwitzen, 
250 Lachsfilet in Stücke geschnitten
anbraten, 
mit Zitronensaft/Salz/Pfeffer abschmecken und mit 
ca. 250ml Rahm ablöschen. 
Etwa 15-20min. köcheln lassen bis die Sahne eingedickt ist
Dazu irgendwelche speziellen und sauteuren Kurkuma-Penne
Fertig!

Ich habe da bereits schon angefangen ordentlich mit Weisswein zu begiessen. Also mich.

cheers

Dazu noch schnell auf Instagram, Twitter und Facebook meinen lieben Followern fröhliche Weihnachten gewünscht, das Nudelwasser dank dem neuen Induktionsherd 3mal innerhalb von 14min. überkochen lassen. Der Mann eilt mir zur Hilfe und rettet die Nudeln während ich unbedingt ein Foto machen muss… und er fragt dabei nicht ein einziges mal, ob ich das Smartphone nicht weglegen möchte…Friede-Freude und so.

nudelwasser

Nach dem Essen wird die Küche schnell aufgeräumt und die Kinder verstecken sich im oberen Stock in einem Kinderzimmer. Obwohl sie sich dieses Jahr selber die Geschenke ausgesucht haben und beim Einkauf dabei waren weil: „Mama, weder Nikolaus noch Christkind bringen die Geschenke. Also können wir die ja einfach so auswählen. Du musst sie einfach trotzdem schön einpacken.“ Eingepackt hab ich sie, das mit schön ist halt einfach so seine Sache…

geschenke-einpacken

Das imaginäre Christkind hat die Geschenke unter den Weihnachtsbaum gelegt und läutet mit einem Glöckchen. Ein Zeichen für die Kinder wieder runter kommen zu können! Der Reihe nach werden alle Geschenke ausgepackt und die Freude ist riesen gross. Irgendwann sind alle mit ihren Geschenken beschäftigt und ich schlafe auf dem Sofa meinen Weisswein aus. Ähäm. Bis die Kinder plötzlich anfangen zu streiten und wir sie gegen 21:30 Uhr ins Bett stecken. Wunderbarer, entspannter und einfach friedlicher Weihnachtsabend!

Sonntag 25.12. – 1. Weihnachtstag

Sind wir immer bei meinen Eltern zum Mittagessen eingeladen. Vor der Abfahrt dürfen die Kinder noch ein Paket von sehr lieben Twittermenschen aufmachen und freuen sich sehr über Bücher, Lego und Luftpolsterfolie!
Bei meinen Eltern gibt es ein sehr leckeres Mittagessen und danach werden wieder Geschenke ausgepackt. Meine Eltern haben sich an die „nur ein Geschenk“ Regel gehalten und so bleibt alles schön übersichtlich. Von meinem Bruder und seiner Freundin bekamen sie ein Set mit Tischfussball, Billard, Eishockey und noch irgendwas. Das wurde dann den ganzen Nachmittag aufgebaut und wie wild gespielt. Eigentlich musste man anfangen auszulosen wer mit wem spielt weil die Erwachsenen noch viel schlimmer quengeln können als Kinder!

Montag 26.12. – 2. Weihnachtstag

Die Nacht nahm um 4:00 Uhr ein abruptes Ende weil Kind2 vor Schmerzen weinte. Er hatte einen steifen Nacken und starke Kopfschmerzen. Irgendwann am Vormittag war der Mann der Meinung, dass das nicht nur eine Muskelverspannung sein könnte wie ich bis dahin gedacht habe. Tischfussball und ungesunde Körperhaltung! Also rief ich bei Medcall an und nach der ganzen Symptomatik wurde uns empfohlen, das Kind noch in den nächsten 2 Stunden in der Kindernotfallpraxis zu zeigen. Dort wurde das Kind neurologisch abgeklärt und eine Meningitis zum Glück ausgeschlossen. Der Rachenabstrich war dagegen positiv auf Streptokokken. Also mit Antibiotika und noch mehr Ibuprofen wieder nach Hause. Am Nachmittag fing dann Kind1 auch noch zu jammern an, bekam hohes Fieber und hustete.
Der Mann ging wieder eine einstündige Runde rennen und ich schaute mit den Kinds das erste mal Kevin alleine zu Hause. Wir schauen ja kein Fernsehen und deshalb sind solche Aktionen immer was besonderes für sie. Dazu Popcorn und grosse Mengen an Tee. Die Nacht war erstaunlich ruhig.

Dienstag 27.12.

Unser Kinderarzt war wieder in der Praxis und ich bekam einen Termin für 18:30Uhr für beide Kinder – weil Kind1 jetzt vermutlich auch mit Streptokokken angesteckt war. Da wir den Tag wieder zu Hause verbringen werden, mussten wir uns sowieso keine Gedanken über Pläne, Aktivitäten und so machen. Ich putzte die Badezimmer während die Kinder spielten. Der Mann ging einkaufen und hat mir danach einen Vortrag über mehr Gelassenheit im Haushalt gehalten. Ich hätte doch schon vor 2 Tagen geputzt und sollte einfach mal nix machen, das ein bisschen Dreck tut niemanden was. Ich sag da nur „Putzzwang“. Einen kleinen Teil von Weihnachten habe ich bereits abgeräumt.

weihnachten16

Dafür haben wir vereinbart, dass der Mann am Nachmittag die gesamte Bügelwäsche erledigt und ich endlich meine Nägel lackiere. Vielleicht sollte ich das mit unserer Haushaltsarbeit-Teilung doch noch überdenken. Er erledigt die Bügelwäsche in Lichtgeschwindigkeit und ist um sehr vieles schneller als ich. So hat er noch Zeit seinen Jahresrückblick für 2016 zu schreiben, kann man HIER bei Sinnhalt nachlesen und unser Familienleben mal von seiner Seite aus sehen.

Die Kinderarztpraxis ist um 18.30 Uhr übervoll und nach nur 15min. Wartezeit sind wir auch schon dran. Ich bin unserem Kinderarzt immer wieder wahnsinnig dankbar für das reibungslose Abwickeln. Er kümmert sich immer sehr verständnisvoll und interessiert um die Kinder und ist trotz grösstem Stress gelassen und immer freundlich. Mir wird wieder bewusst, in welchem Luxus WIR leben und wie es zum Teil andere Länder haben. Wenn ich in solchen Momenten an die Bilder aus  Aleppo in Syrien denke und die vielen armen Kinder, dann bricht es mir wirklich das Herz.

Kind1 wird der Rachenabstrich gemacht und die Lunge abgehört. Streptokokkentest ist negativ, die Lunge sauber und es ist nur eine gewöhnliche Erkältung. Kind2 wird nochmals untersucht und er stellt überrascht fest, dass der Rachen wieder ganz gut aussieht. Der Kinderarzt zweifelt am positiven Test vom Vortag und überlässt mir die Entscheidung, das Antibiotikum weiter zu geben oder nicht. Mir hilft es echt viel wenn er sagt, bei seinem Kind würde er es nicht geben und dafür genau beobachten. Wenn ich sicher gehen möchte, soll ich das Antibiotikum aber höchstens 5 Tage geben. Der steife Hals sieht nach einer typischen Muskelverspannung aus und gibt mir Wärmepads zum Aufkleben. Mit diesen guten Nachrichten gehen wir nach Hause wo uns ein leckeres Abendessen bereits erwartet.

Am Abend schickt mir mein Bruder noch folgende Nachricht: „sie hat JA gesagt!“ Ich bekomme also eine Bonusschwester und freue mich sehr darüber!

Mittwoch, 28.12.

Mann geht sehr früh seine Laufrunde absolvieren und ich ärgere mich darüber, dass er das so konsequent durchziehen kann. Ist doch nicht normal um 6:00Uhr aufzustehen und in dieser Kälte und im Dunkeln freiwillig rennen zu gehen. Dabei könnte manN doch einfach ausschalfen! Ich lümmle jedenfalls vor mich hin, wir frühstücken alle zusammen und ich beschliesse, Kind2 keine Antibiotika mehr zu geben da er überhaupt keine Halsschmerzen mehr hat. Irgendwann bin ich kurz davor in die Stadt zu fahren und den Ausverkauf unter die Lupe zu nehmen und kann mich in letzter Minute noch davon abhalten. Kein sinnloses Zeug kaufen, nur weil es runtergesetzt ist! Puh! Dafür entscheide ich mich spontan diesen Post zu schreiben und am Nachmittag werde ich endlich wieder meine Sportrunde in Angriff nehmen. Vielleicht. Denn das grosse Kind klagt jetzt über Kopfschmerzen.

❤ ❤ ❤

Kroatien Sommer 2016 – unsere Familienferien inkl. toller Urlaubsstimmung

Die grossen Ferien – Familienurlaub

 

Die letzten Tage vor den Ferien sind hier meistens verfeinert mit einer Prise Hektik. In der Schule gibt es gefühlt tausend Abschiede und überall wird noch irgend ein Fest gefeiert und so vieles muss noch besorgt und erledigt werden, bis endlich die grossen Türen schliessen. Bei mir dauert es noch einen Moment, bis ich dann tatsächlich in den Ferienmodus falle, aber dieses Jahr wollte ich den Alltag schnellstmöglich hinter mich bringen. Ich war so müde und erschöpft, so dass ich das Gefühl hatte, mein Kopf dröhnt vor lauter Müdigkeit und war extrem ferienreif.

Krk 2016

Dieses Jahr habe ich mir eine neue Pack-Strategie überlegt und habe HIER erzählt, wie ich meine Sommergarderobe organisiere. Ich muss im Nachhinein sagen, dass das eine sehr gute Idee war und ich werde es für die nächsten Ferien sicherlich auch wieder so machen.

Outfit9

Unsere Reise war perfekt mit dieser prickelnden Vorfreude im Nacken. Die Stimmung war ausgelassen und um die Kinder bei guter Laune zu halten, durften sie im Auto ein, zwei Filme schauen. Glücklicherweise haben sie die Kopfhörer eingepackt und so wurden wir nicht ALLE mit Drei ??? beschallt.

sonnenschirm

Beim Reisebüro noch die Schlüssel für unsere Ferienwohnung abgeholt und vom Hauseigentümer abgeholt worden. Auf uns wartete eine sehr tolle, grosse und wunderhübsche Wohnung. Sofort wurde ausgepackt und wir sind dann zackig zum Strand runter spaziert.

Was gibt es schöneres als an einem lauen Abend unter Olivenbäumen zu liegen und den Wellen zu lauschen? Ok. unterbrochen durch verzücktes Kinderlachen…

Sommer16

Die ersten Tage waren sehr windig und tatsächlich kalt. Da musste mir mein Mann kurzfristig mit seinem Hoodie aushelfen….Notiz für nächstes Jahr: etwas wirklich, wirklich warmes einpacken. Die Kinder hat es trotzdem nicht davon abgehalten noch schnell ins Wasser zu springen, denn, wenn man drin ist, dann ist es toll. Nur raus gehen ist dann nicht so lustig.

Kroatien 2016

Aber nach dem Wind kam dann Sonne satt. Sobald wir am Strand waren, haben wir die Kinder nur noch so gesehen.

Kroatien Kinder

Oder so

Schnorcheln Kinder

Die Kinder sind voller Stolz jeden Morgen zum Bäcker getingelt und haben uns was leckeres zum Frühstück gebracht. Das waren dann meistens diese typisch kroatischen Backwaren. Hauptsache gefüllt mit Schokolade oder Marmelade und aus Weissmehl.

frühstück

Bei mir hat sich diese Tiefenentspanntheit ziemlich schnell eingestellt. Ein Grund war sicherlich, unser Appartement war sehr ruhig und ich konnte die ganze Nacht durchschlafen. Es gab keine johlenden und feiernden Nachbarn. Davor hatte ich ehrlich gesagt etwas Angst. In den letzten Jahren hatten wir immer wieder das Pech mit extrem lauten Touristen. Deshalb hatte ich dieses Jahr keine Erwartungen.Krk Insel

Balkonsicht! Jeden Abend auf der Terrasse sitzen und einfach den Ausblick geniessen!

Sonnenuntergang

Und hier, schmeckt ihr es?

Krk Kroatien

Njivice Krk

Das Meer hat auf mich diese extrem beruhigende Wirkung. Der Duft, das Klima und die Menschen in Kroatien sind für mich mit einem Gefühl des Nach-Hause-Kommens verbunden. Die Leute sind einfach herzlich, lachen, strahlen diese Gelassenheit aus. An der Kasse wird man von der Verkäuferin angesprochen, als ob man sich schon seit Jahren kennen würde. Wenn noch Kleingeld fehlt, wird abgewunken und mit einem herzlichen „ist schon gut Herzchen, lassen wir einfach so“ verabschiedet.  Wenn man es dann schafft, in diesen Modus rein zu rutschen, dann steht einem perfekten Urlaub nicht mehr viel im Weg.

Strand Kroatien

Ich habe versucht, ganz ohne Erwartung in die Ferien zu fahren. Denn, wenn ich keine Erwartung habe, dann kann ich mich auch nicht so oft über irgendwas unnötiges ärgern. Das ist eine Einstellung, die mir nicht so leicht von der Hand fällt. Ich muss bewusst meine Gedanken und Vorstellungen frei behalten. Wie gesagt, wenn ich kein bereits vorgedachtes Bild habe, kann ich mich auf etwas Neues viel besser einlassen. Das ist eine Lektion die ich auch durch die MS lernen muss. Keine Erwartungen…

Seeigel

Diese zwei Getränke sind die Verkörperung des Lebensgefühls aus Kroatien. Jamnica dieses Mineralwasser mit extrem viel Kohlensäure die dir in die Nase steigt und so im Mund prickelt, dass du dich fast daran verschlucken kannst. Vindi-Marelica Aprikosensaft den der Mann und ich schon vor gefühlten 20 Jahren am Strand geschlürft haben und den Sternenhimmel bewundert haben.

jamnica

Insel Krk

beachclub

ich

Wunderschöne Ferien weil wir alle einfach entspannt in den Tag gelebt haben. Weil wir Eltern entspannt waren, hat sich die Stimmung auf die Kinder übertragen und umgekehrt. Natürlich gab es auch Streit zwischen den Jungs und wir konnten auch nicht alles schleifen lassen… Manchmal haben mich die rücksichtslosen Menschen auch geärgert weil manche kein Abstand halten können und sich fast auf mich drauf hockten. Ich hasse solche Leute, eigentlich hasse ich sowieso Menschenansammlungen! Der Weg ins Appartement zurück hatte eine gefühlte 75% Steigung. Trotzdem hat alles gepasst. Die Tage manchmal viel zu heiss für mich waren. Trotzdem vertrage ich die Hitze in Kroatien viel besser als zu Hause, rein theoretisch sollte ich den Sommer mit Multipler Sklerose nur noch in Kroatien verbringen.    Die Kinder waren so glücklich, dass sie am letzten Abend ziemlich traurig waren dass der Urlaub schon rum ist und beim Abschied unserem Vermieter heulend um den Hals gefallen sind.

Ich habe mir bewusst eine längere offline-Zeit gegönnt. In dieser Zeit war ich auch froh, dass ich nicht ständig WLAN hatte, denn die Nachrichten waren ziemlich besorgniserregend in der Zeit.

Mir hat es wieder gezeigt, wir sind als Familie eine Homogene Einheit. Unsere Gefühle und unser Wohlbefinden beeinflussen sich gegenseitig noch immer sehr stark. Die Kinder sind emotional noch sehr mit uns gekoppelt. Wenn es mir schlecht geht und ich mich gehen lasse, dann leiden früher oder später die restlichen Familienmitglieder auch. Bei meinen Kindern zeigt sich das auf verschiedene Arten. Sie werden unruhig, gereizt, streiten öfter…usw. und das beobachte ich nicht nur bei den Kindern sondern auch bei meinem Mann.

Meer, ich liebe das Meer!

Liebste Sommergrüsse und geniesst noch die letzten Sonnenstrahlen bis uns ein hoffentlich wunderschöner Herbst erreicht ❤

Katarina