Ein unspektakulär perfekter Tag

Ein perfekter Tag im Leben einer Mutter – Ein Blick durch eine leicht verschmierte rosarote Brille

Aber von Anfang an! Was war ich herrlich naiv während meiner ersten Schwangerschaft! (Vielleicht auch schon beim allerersten aufploppen meiner reifen Eizellen?)

Damals als ich jedes Wochenende ausschlafen konnte, mir meine Zeit selber einteilen konnte, Stundenlange irgendwo sitzen und in Ruhe lesen konnte…alleine auf die Toilette gehen konnte…ja, da habe ich mir meinen Alltag als Mutter ziemlich perfekt vorgestellt. Natürlich kam alles anders und natürlich bin ich froh, dass es ja so kam, ansonsten wäre mein Mutterdasein wahrscheinlich wahnsinnig langweilig gewesen.

Heute war ein guter Tag

Nachdem die Jungs zuerst das Fussballspiel Schweiz/Portugal geschaut haben und Schweiz 0:2 verloren hat, gingen sie erst um 23:00 ins Bett. Also durfte ich K2 (K1 hat schon gelesen da Schlaf reine Zeitverschwendung ist) um 8:00 Uhr wecken. Wir haben gemeinsam gefrühstückt, die Kinder haben das Geschirr abgeräumt und sind freiwillig Zähneputzen gegangen. Während ich geduscht habe, haben sie total friedlich miteinander gespielt.

Als wir aus dem Haus mussten, haben alle nach einmaligem Auffordern ihre Schuhe und Jacken angezogen. Ich habe noch schnell die gewaschene Wäsche in den Tumbler geworfen und die nächste Ladung angemacht. Perfektes Timing.

In der Stadt haben wir sofort einen Parkplatz gefunden. K2 hatte einen Termin beim Kieferorthopäden für den zweiten Abdruck für den folgenden Monoblock. Während K2 total souverän und ohne Drama/Verweigerung/Erbrechen/Heulkrampf den Zahnabdruck machen liess, sass K1 im Wartezimmer und las. Auch als der Abdruck vom Oberkiefer wiederholt werden musste, waren alle tiefenentspannt.

Nach dem Kieferorthopäden gingen wir noch schnell neue Jeanshosen kaufen weil plötzliches Wachstum und daraus resultierende Hochwasserhosen. Da wurde nur mal kurz gezickt und man wollte die Jeans nicht auch noch in der Umkleidekabine anprobieren. Aber, es wurde anprobiert und an der Kasse gab es auch noch 15% Rabatt.

Danach schlenderten wir zum Bäcker und entschieden uns innert 3 Minuten, welche Brötchen wir uns zum Mittagessen kaufen.

Zu Hause angekommen, wechselte ich nochmals die Wäsche/Tumbler und die Kids haben schon den Tisch gedeckt und unsere Thonbrötchen auf Tellern drapiert. Ich hab zwar das Kleinste bekommen, aber hej, wir wollen nicht kleinlich sein.

Wäsche zusammenlegen, Gummistiefel und eine Flasche Prosecco einpacken und zu meiner Freundin fahren.

Die Kinder verschwanden sofort im Wald gegenüber mit dem kleinen Bach. Meine Freundin und ich sassen also im Garten, und folgten nur dem Kindergeschrei welches durch die Entfernung angenehme 40 Dezibell hatte. Zwischendurch hielten wir inne und fragten uns, ob das jetzt Lachen oder Weinen ist. So schlürften wir an einem angenehm warmen Herbsttag unseren Prosecco und quatschten fast zwei Stunden.

Irgendwann riefen wir die durchnässte und im Schlamm panierte Bande nach oben. Das sah dann so aus-> Matsch! Überall! Im Gesicht, Händen, in Gummistiefeln und von der Kleidung wollen wir schon garnicht reden. Aber! Die Kids waren höchst zufrieden und konnten nicht aufhören von ihren Aktionen und dem Staudamm und der Schlammrutschbahn zu erzählen.

Am Ende gab es noch warmen Schokoladenkuchen! Himmel!

Zu Hause ging es dann erstmal unter die Dusche. Bei meiner Freundin haben sie Ersatzkleider bekommen und mussten nicht durchnässt zu Fuss nach Hause laufen. K2 hatte nach der Dusche noch immer Schlamm am Unterarm, hat den dann mit dem weissen Badetuch weggeputzt. Und das tolle Kind hat dann die Aktion vertuscht indem es das Badetuch auch etwas ausgewaschen hat. Er sagt, es sei jetzt aber alles total sauber. In der Zwischenzeit habe ich die Matschkleider in die Waschmaschine geworfen und die etwa 5kg schweren Matsch-Gummistiefel ausgewaschen. Und weil alle so gut drauf waren, haben wir beschlossen auf den Mann zu warten, der dann auch um 19:30 kam. Es wurde verschiedenes Gemüse, frisches Brot, Hüttenkäse, Pfefferkäse und Landjäger gemampft.

Jetzt sind alle im Bett und ich gönne mir ein Entspannungsbad. Also ein perfekter Herbstferientag. Nicht so kitschig und rosarot wie ich mir das damals vorgestellt habe, sondern einfach nur schön.

Daily me, ein Schwank aus dem Alltag ❤

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WMDEDGT 10/17

WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag Tagebuchbloggen bei Frau Bruellen

Donnerstag, 05.10.2017

Bei uns sind Herbstferien und somit gibt es kein Weckerklingeln. Ich bin früh wach und liege noch eine Weile im Bett. In den Ferien bleiben die Kinder bis 08:00 Uhr jeweils in ihren Zimmern und sie halten sich auch daran. Also geniesse ich die Ruhe.

Um 08:30 Uhr frühstücken wir zusammen. Die Kinder fangen danach sofort an zu spielen und ich räume die Küche auf.

Morgen fliegen wir übers Wochenende nach Kroatien an eine Hochzeit. Also fange ich an zu packen.

Die Zeit bis zum Mittag vergeht wie im Flug und ich koche schnell Vollkornpenne mit Tomatensauce.

Der Mann ruft aus der Stadt an. Er wollte noch eine neue Krawatte kaufen und die Verkäuferin hat gefragt, welches Kleid denn seine Frau trägt. Ich vermute, er ist wieder zu der gleichen Verkäuferin gegangen wie schon im Sommer. Sie hat sich extrem viel Zeit für die Beratung genommen und war äusserst engagiert. Wie man sieht, lohnt sich das, denn der Kunde ist wieder gekommen! Ich fühlte mich kurz gestresst wegen der Fragen: welches Kleid? Hast du ein Jäckchen an? Hast du eine Stola? Welche Farbe haben deine Schuhe? Ich mein, seit wann ist das Pärchengedöns wieder in? Aber ist schon klar, dass es auf Fotos einfach schöner aussieht, wenn die Farben passen. Trotzdem fühlte ich mich kurz unter Druck gesetzt! Waaas, ich muss jetzt sofort entscheiden was ich anziehen werde?!? Ich war schon von der Tatsache überfordert, dass ich das Kleid bestellt habe, dieses perfekt gepasst hat und ich alles passend dazu hatte. Also, ich habe schon Schuhe, Tasche, Schmuck und Stola…und alles passt. Normalerweise fehlt mir immer irgendwas!

Über Mittag haben die Jungs ihre Mittagsstunde und ich lackiere mir die Nägel.

Um 14:00 Uhr gibt es noch einen Kaffee, die Kids verschwinden in den Garten und ich packe auch noch meine Kleider. Es ist herrliches Sommerwetter weil hier gerade ein Föhn geht. Zum Glück habe ich keine Kopfschmerzen. Das schöne Wetter lässt mich aber trödeln. So vertrödle ich den ganzen Nachmittag mit packen.

Um 16:30 Uhr lasse ich noch die Einladungsmails für das nächste MS-Treffen raus. Korrigiere das Datum auf der FB Seite und beantworte noch Emails. Ich möchte am Wochenende nix mit Emails oder sonstigem zu tun haben.

Da ich sehr viel Tomatensauce gekocht habe, muss ich die für das Abendessen nur noch aufwärmen und koche noch Spaghetti dazu.

Die Jungs müssen unter die Dusche und den ganzen Sand abwaschen. Sie haben sich nämlich wieder im Sandkasten paniert. Danach hatten sie die suuuuper lustige Idee und haben eine Wasserschlacht veranstaltet. Sie sind also ziemlich vollgematscht ins Haus gekommen. Morgen reisen sie übrigens barfuss, die Turnschuhe sind nicht tragbar. Und sie haben mir beide ein Entschuldigungsschreiben geschrieben…so von Wegen, es tut ihnen leid und Spatzenhirn und so!

Nach dem Abendessen muss der Mann noch schnell zum Jugendraum. Er ist da von der Gemeinde zuständig und sie haben irgendwas umbauen lassen.

Ich entspanne noch auf dem Sofa und versuche nicht zu nervös zu sein. Hahaaa, entspannen! Ich hasse nämlich fliegen! Atmet hart in die Papiertüte! Und ob das mit dem Mietauto und den Kindersitzen klappt, das ist ja auch so eine Sache. Daumen drück und stay tuned…

Jetzt überlege ich noch, ob ich die Kleidung, die wir für die Hochzeit brauchen, vielleicht doch ins Handgepäck rein tue… nur so für den Fall…falls das Gepäck abhanden kommt und so.

Ah, ich hab vergessen das Katzenzeug zu packen. Sie darf nämlich zu meinem Bruder übers Wochenende und bleibt somit nicht alleine im Haus. Miau.

Ich wünsche einen schönen und entspannten Abend

Katarina

Rezension: Alles wie immer, nichts wie sonst

Ich freue mich, das Buch von meiner Bloggerkollegin Julia Hubinger vorstellen zu dürfen.

Alles wie immer, nichts wie sonst. Mein fast normales Leben mit multipler Sklerose ist das Erstlingswerk von Julia Hubinger. Ein Buch zum Blog mamaschulze

Julia erzählt wie es ihr bei der Diagnosestellung erging, wie ihr Leben innert kürzester Zeit auf den Kopf gestellt wurde und wie sie sich entschied, in einer Ausnahmesituation, eine Familie zu gründen. Ich hätte auch schreiben können, sie entschied sich, trotz MS eine Familie zu gründen, finde aber diese Umschreibung TROTZ MS deplatziert, denn Julia entschied sich, ihr Leben in die Hand zu nehmen.

Bei den ersten Seiten des Buches habe ich ständig genickt. Julia beschreibt Situationen, die meiner Meinung nach bestimmt ganz viele MS-Betroffene erleben. Diese Gedankengänge in denen man sich findet und von heute auf morgen ist man plötzlich unheilbar-chronisch-schwer krank!

Julia schreibt, wie sie die Zeit der Ungewissheit erlebt hat. Wie es sich anfühlt, sehnlichst auf eine Antwort zu warten obwohl die Antwort vermutlich nicht schön sein wird. Sie beschreibt welche Emotionen man dabei durchläuft und vor welche Fragen man gestellt wird.

Im Buch alles wie immer, nichts wie sonst kann man sehr gut erkennen, wie wichtig ein gutes Zusammenspiel von Seiten der Ärzte und der Angehörigen ist. Meiner Meinung nach, befinden sich MS-Betroffene zu der Zeit am Scheideweg. Hier entscheidet sich oft die Zukunft als Patient. Wie geht man mit dieser Krankheit um und welchen Weg man einschlagen wird. Julia hat sich für ein gutes Leben mit MS entschieden.

Ich habe überlegt, wie ich das Buch vorstellen möchte und bin zum Schluss gekommen, einige Passagen aus dem Buch zu zitieren, denn, die muss ich überhaupt nicht umschreiben oder zusammen fassen – mir ging es genau so und das könnten genauso meine Gedanken sein. Dann ist mir aber aufgefallen, dass ich doch nicht die ersten 1-70 Seiten zitieren kann… und ich habe mich deshalb für folgende entschieden:

Meine Lieblingszitate

Julia im Krankenhaus mit Verdacht auf Multiple Sklerose: Obwohl ich ihm (Paul, Ehemann von Julia) versprechen muss, die Zeit während seiner Abwesenheit nicht damit zu verbringen, mit meinem Smartphone im Internet nach der multiplen Sklerose zu recherchieren, mache ich natürlich sofort genau das. Ich kann einfach nicht anders. Ich muss nachlesen, was diese Krankheit eigentlich genau bedeutet.

Hoppla, das kommt mir aber sehr bekannt vor!

Chronisch krank. Ich finde, das hört sich nach einer Oma-Krankheit an! Nach etwas, mit dem man sich altersbedingt abfinden muss. Nicht nach einer jungen Frau. Es gibt Medikamente zur Behandlung der MS, aber weder heilen diese die MS, noch halten sie die Krankheit mit Sicherheit auf.

Ich liebe die Bezeichnung: Oma-Krankheit!

Ich lese Erfahrungsberichte von Menschen, die innerhalb eines Jahres nicht mehr laufen konnten und auf den Rollstuhl angewiesen sind.

Oh ja, immer und immer wieder der Rollstuhl!

Zusammengefasst können also sämtliche Körperfunktionen beeinträchtigt werden, für die die Nerven gebraucht werden. Und die Nerven braucht ja der Körper so ziemlich bei allem, was er tut. Scheisse!

Scheisse. Wenn einem das klar wird, dann merkt man, wie schlecht man eigentlich dran ist.

Mut, ich brauche jetzt Beispiele, die mir Mut machen.

Genau so erging es mir damals auch. Ich habe stundenlang das Internet nach Informationen abgegrast. Leider war das Bild immer gleich: Pflegefall, bestenfalls Rollstuhl.

Julia beschreibt, was ihr durch den Kopf ging, nachdem sie die gesicherte Diagnose bekommen hatte

Dann stehen Paul und ich vor der Uniklinik. Wir wissen nicht, was wir jetzt tun sollen. Und schauen uns voller Fragen an: Wie geht es uns jetzt? Was wollen wir jetzt machen? Wie wollen wir mit dieser Situation umgehen?

Anscheinend bin ich wirklich ernsthaft krank.

Und es verwirrt mich: Ich weiss einfach nicht, wie ich mich fühlen soll. Ich fühle nämlich gar nichts. Irgendwie bin ich ganz taub innerlich.

Genau dieses Gefühl! Anscheinend bin ich wirklich ernsthaft krank. Man hat überhaupt keine Ahnung was man denken oder fühlen soll. Vor ein paar Tagen hatte man einfach diese lästigen Symptome und jetzt hat alles einen Namen und zwar den, einer unheilbaren Krankheit. Und hier wünsche ich mir, ich hätte damals sowas gelesen. Deshalb ist es wichtig darüber zu reden und anderen zu zeigen, dass sie nicht alleine damit sind.

Hier folgt meiner Meinung nach, eine der wichtigsten Botschaften

...die Worte des Arztes, meine Gedanken und eine grosse Erleichterung. Es ist wirklich multiple Sklerose! Mir kann geholfen werden. Ja, natürlich ist MS nicht heilbar und die Zukunft ungewiss. Aber es ist eine Krankheit, an der geforscht wird und zu der es zumindest Medikamente gibt. Dr. Karl erklärt mir, wie wichtig die Einstellung zur MS ist. Zum ersten Mal spricht ein Arzt mit mir über die psychische Komponente dieser Erkrankung. Er redet davon, dass man mit einer MS durchaus positiv in die Zukunft schauen kann. Dass die Diagnose kein Ende bedeutet und es sehr wichtig ist, sie auch nicht als solches zu verstehen. „Wissen Sie, ich habe keine multiple Sklerose. Aber wenn ich mir zum Beispiel vorstelle, dass mein rechtes Bein sich anders anfühlt als das linke, dann tut es das auch irgendwann wirklich. Ich will die Erkrankung damit nicht verharmlosen, sondern Ihnen nur erklären, dass die Psyche sehr mächtig ist. Sie kann die Nerven beeinflussen. Sowohl negativ als auch positiv. Daher ist es unglaublich wichtig, eine positive Einstellung zu haben.“

In dieser Ausnahmesituation wird Julia und ihrem Mann die Frage nach der Familienplanung gestellt. Sie entscheiden sich schnell und es muss sowieso alles schnell gehen. Die Ärzte geben ihnen wegen Julias MS-Aktivität genau zwei Monate. Wenn sie in diesen zwei Monaten nicht schwanger wird, soll sie eine Therapie starten. Ich denke, hier können wir uns als Leser nur minim vorstellen, welche Gefühle im Spiel sind. Aber, Julia wird tatsächlich sofort schwanger.

Julia schreibt über ihre Schwangerschaft, ihre Jobsituation und die Geburt des ersten Kindes. Sie entscheidet sich bald ein zweites Kind zu bekommen weil es ihr während der Schwangerschaft MS-technisch so gut ging. Nach der Geburt ihrer zweiten Tochter, schreibt Julia wie anstrengend ihr Alltag ist. Ein Alltag mit kleinen Kindern ist so schon sehr anstrengend, eine andere Stufe wird erreicht, wenn man dabei als Mutter auch noch chronisch krank ist.

Irgendwann entscheidet sich Julia dieses Buch zu schreiben und zur Fertigstellung des Buches ist sie im vierten Monat mit ihrem dritten Kind schwanger!

Ich hoffe, ich habe euch einen Einblick gegeben und danke Julia an dieser Stelle, dass sie mich angefragt hat, ihr Buch zu lesen und zu rezensieren!

WMDEDGT 09/17

WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag Tagebuchbloggen bei Frau Bruellen

Dienstag, 05.09.2017

Um 6:20Uhr klingelt mein Wecker. Die letzten paar Nächte habe ich ziemlich schlecht geschlafen und möchte als  Erstreaktion den Wecker in das Nachtischchen klopfen/hämmern. Mache ich nicht und snooze stattdessen. Um 6:35 stehe ich auf und es wäre vermutlich doch angenehmer gewesen, den Wecker in das Nachttischchen zu rammen.

Ich mache die „Aufweck“-Runde in den Kinderzimmern und mache die Rolläden auf. Die Kinder muss ich nicht wecken, die sind immer schon wach, bevor ich überhaupt ins Zimmer komme.

Wir frühstücken, ich erinnere die Kinder an ihren Stundenplan zu denken und Sportsachen einzupacken.

Als sie weg sind, überlege ich einen Bruchteil der Sekunde, mich wieder ins Bett zu verziehen und endlich mal zu schlafen. Mache ich nicht und leere die in der Nacht gelaufene Waschmaschine in den Trockner. Danach dusche ich und male mir ein Gesicht auf. Heute ist mein Haushaltstag und ich räume deshalb beide Stockwerke auf. Ziehe die Bettwäsche ab und trage alles in den Keller. Weil ich nicht mehr so viel Kraft in den Armen, Fingern und Handgelenken habe, wird meine Haushaltshilfe die Betten am Nachmittag beziehen. Dafür lege ich die frisch gewaschene Bettwäsche bereit. Danach staube ich noch ab und schon ist der Trockner fertig. Ich hole die Wäsche nach oben und falte alles zusammen.

Dazwischen lese ich noch den Vertrag für ein Projekt durch, unterschreibe ihn und werfe ihn in den Briefkasten. Dazu beantworte ich noch Emails zu einem anderen MS-Projekt.

Ich muss das Mittagessen kochen und hab aber überhaupt keinen Plan, was ich denn kochen soll. Das schnellere Verfallsdatum entscheidet und ich lege los. Meine Freundin macht kurzen Halt nach der Arbeit und fragt, ob ich heute noch zum Poweryoga mitkomme.

Um 12:00 Uhr sind die Kinder aus der Schule da und beklagen sich zuerst über das Mittagessen weil es gekochtes Gemüse beinhaltet. Gekochtes Gemüse ist böööhöööse und wird präzise rausoperiert. Dazu klagt K1 über den ganzen Haufen Hausaufgaben die sie bekommen haben. Morgen haben sie Schulfrei weil Lehrerfortbildung und deshalb haben sie noch Zusatzhausaufgaben bekommen, wenn sie schon frei haben. K1 hat ausser Mittwoch Nachmittag jeden Nachmittag Schule und Mittwochs eigentlich noch Gitarrenunterricht. Deshalb ist er ziemlich aufgebracht, dass er nicht mal dann keine Ruhe vor Hausaufgaben hat.

Nach dem Essen räume ich die Küche auf und mache 30min. Mittagspause. Der Mann kommt vorbei weil wir einen Termin haben. 13:25 gehen die Kids in die Schule. Um 13:30 kommt unser Termin wegen der Besprechung betrf. Lärmschutzwand. Um 14:00 kommt meine Haushaltshilfe und fängt an die Betten zu beziehen, Staub zu saugen, beide Bäder zu putzen und den Boden feucht aufzunehmen. Um 14:30 geht unser Termin. Um 14:45 geht der Mann zu einer weiteren Besprechung in der Nähe. Ich putze noch die Küche sauber, lasse inzwischen die dritte Ladung Wäsche laufen und gehe in den Garten. Unsere Beete wuchern wieder zu den Nachbarn rüber und das macht mir immer ein schlechtes Gewissen. Vermutlich kommen auch die vielen bösen Nacktschnecken aus unserem Unkraut und fressen das hübsche Gemüse der Nachbarn. Weil es wirklich schlimm aussieht, rupfe und harke und entsorge ich Unkraut. Blöderweise ist es schon ziemlich warm geworden und der Schweiss läuft mir bei gebückter Haltung in die Augen. Der Mann kommt schon wieder vorbei, macht eine blöde Bemerkung und fragt, ob ich denn wirklich das Gefühl habe, dass diese Gartenarbeit mir jetzt wirklich gut tun würde. Auf meinen Vorschlag, den Dreck doch selber zu machen, geht er nicht ein und arbeitet 40min. von zu Hause aus bevor er zur nächster Besprechung muss. 16:00 Uhr kommen die Kids nach Hause und wir essen noch was draussen. Sie spielen noch im Garten und ich pflanze  irgendwelche Blumen ein, die ich letzte Woche gekauft habe und stelle den Blumentopf ins Küchenfenster.

17:00 ist die Haushaltshilfe fertig und ich auch. Kind1 sollte jetzt mit den Hausaufgaben beginnen, möchte aber zuerst lieber duschen. Da er eh schon einen quengeligen Eindruck wegen der böhösen Hausaufgaben macht und ich zu müde für Diskussionen bin, lasse ich ihn zuerst duschen. Danach beginnt er mit den Hausaufgaben und ich mit dem Abendessen. Er verwickelt mich dann doch in eine Diskussion über Gott und die Welt und die Sichtweise auf das Ganze und ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Als K2 auch fertig geduscht ist, essen wir noch zu Abend.

Kinder Zähne putzen, ich Geschirr aufräumen und Tisch für morgen decken. K1 beginnt mit den Hausaufgaben. K2 möchte gerne die Füsse eingeölt und massiert bekommen. In seiner absoluten Enntspannungsphase kommt K2 in Sinn, dass er seine Hausaufgabenmappe in der Schule vergessen hat. Riesendrama! Ich lasse ihn einen Brief an die Lehrerin schreiben und fragen, ob er die Hausaufgaben am Donnerstag über Mittag machen darf. Er schreibt und ich unterschreibe. Unterdessen ruft K1 bei jeder gelösten Aufgabe, wie viel noch übrig bleiben.

Um 19:50 hat K1 keine Lust mehr und möchte den Rest morgen erledigen. Wir sitzen noch kurz auf dem Sofa rum und gehen 20:05 nach oben. In diesem Moment kommt auch der Mann nach Hause. Die Jungs haben ihre nassen Badetücher in den Zimmern auf dem Boden liegen lassen und müssen diese zuerst aufräumen. Der Mann stolpert im Büro/Umkleide/Puffzimmer über einen Indianerbogen und will, dass sie das wegräumen. Die Diskussion wem der Bogen überhaupt gehört geht los. Meiner, nein meiner, nein deiner. Also holt der Mann den Bogen und der gehört jetzt ihm. Kind2 wird im Gang von der Leselampe absichtlich von K1 in die Augen geblendet und tut so, als ob er gerade auf der Stelle sterben muss…und stopft noch zeternd die dreckigen Kleider in den Wäschekorb. Endlich ist Ruhe, alle Kinder zufrieden und beruhigt im Bett! Ich nehme noch meine Linsen raus und gehe 20:40 runter. Es fällt mir ein, dass doch Tagebuchbloggen ist und ich frage mich, ob ich diesen doofen Tag überhaupt festhalten will. Schon sitze ich auf dem Sofa und fange an zu tippen. Ja meine lieben Leser, das sind so diese Tage…ich bin sicher, ihr kennt das!

Katarina