WMDEDGT 10/17

WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag Tagebuchbloggen bei Frau Bruellen

Donnerstag, 05.10.2017

Bei uns sind Herbstferien und somit gibt es kein Weckerklingeln. Ich bin früh wach und liege noch eine Weile im Bett. In den Ferien bleiben die Kinder bis 08:00 Uhr jeweils in ihren Zimmern und sie halten sich auch daran. Also geniesse ich die Ruhe.

Um 08:30 Uhr frühstücken wir zusammen. Die Kinder fangen danach sofort an zu spielen und ich räume die Küche auf.

Morgen fliegen wir übers Wochenende nach Kroatien an eine Hochzeit. Also fange ich an zu packen.

Die Zeit bis zum Mittag vergeht wie im Flug und ich koche schnell Vollkornpenne mit Tomatensauce.

Der Mann ruft aus der Stadt an. Er wollte noch eine neue Krawatte kaufen und die Verkäuferin hat gefragt, welches Kleid denn seine Frau trägt. Ich vermute, er ist wieder zu der gleichen Verkäuferin gegangen wie schon im Sommer. Sie hat sich extrem viel Zeit für die Beratung genommen und war äusserst engagiert. Wie man sieht, lohnt sich das, denn der Kunde ist wieder gekommen! Ich fühlte mich kurz gestresst wegen der Fragen: welches Kleid? Hast du ein Jäckchen an? Hast du eine Stola? Welche Farbe haben deine Schuhe? Ich mein, seit wann ist das Pärchengedöns wieder in? Aber ist schon klar, dass es auf Fotos einfach schöner aussieht, wenn die Farben passen. Trotzdem fühlte ich mich kurz unter Druck gesetzt! Waaas, ich muss jetzt sofort entscheiden was ich anziehen werde?!? Ich war schon von der Tatsache überfordert, dass ich das Kleid bestellt habe, dieses perfekt gepasst hat und ich alles passend dazu hatte. Also, ich habe schon Schuhe, Tasche, Schmuck und Stola…und alles passt. Normalerweise fehlt mir immer irgendwas!

Über Mittag haben die Jungs ihre Mittagsstunde und ich lackiere mir die Nägel.

Um 14:00 Uhr gibt es noch einen Kaffee, die Kids verschwinden in den Garten und ich packe auch noch meine Kleider. Es ist herrliches Sommerwetter weil hier gerade ein Föhn geht. Zum Glück habe ich keine Kopfschmerzen. Das schöne Wetter lässt mich aber trödeln. So vertrödle ich den ganzen Nachmittag mit packen.

Um 16:30 Uhr lasse ich noch die Einladungsmails für das nächste MS-Treffen raus. Korrigiere das Datum auf der FB Seite und beantworte noch Emails. Ich möchte am Wochenende nix mit Emails oder sonstigem zu tun haben.

Da ich sehr viel Tomatensauce gekocht habe, muss ich die für das Abendessen nur noch aufwärmen und koche noch Spaghetti dazu.

Die Jungs müssen unter die Dusche und den ganzen Sand abwaschen. Sie haben sich nämlich wieder im Sandkasten paniert. Danach hatten sie die suuuuper lustige Idee und haben eine Wasserschlacht veranstaltet. Sie sind also ziemlich vollgematscht ins Haus gekommen. Morgen reisen sie übrigens barfuss, die Turnschuhe sind nicht tragbar. Und sie haben mir beide ein Entschuldigungsschreiben geschrieben…so von Wegen, es tut ihnen leid und Spatzenhirn und so!

Nach dem Abendessen muss der Mann noch schnell zum Jugendraum. Er ist da von der Gemeinde zuständig und sie haben irgendwas umbauen lassen.

Ich entspanne noch auf dem Sofa und versuche nicht zu nervös zu sein. Hahaaa, entspannen! Ich hasse nämlich fliegen! Atmet hart in die Papiertüte! Und ob das mit dem Mietauto und den Kindersitzen klappt, das ist ja auch so eine Sache. Daumen drück und stay tuned…

Jetzt überlege ich noch, ob ich die Kleidung, die wir für die Hochzeit brauchen, vielleicht doch ins Handgepäck rein tue… nur so für den Fall…falls das Gepäck abhanden kommt und so.

Ah, ich hab vergessen das Katzenzeug zu packen. Sie darf nämlich zu meinem Bruder übers Wochenende und bleibt somit nicht alleine im Haus. Miau.

Ich wünsche einen schönen und entspannten Abend

Katarina

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WMDEDGT 09/17

WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag Tagebuchbloggen bei Frau Bruellen

Dienstag, 05.09.2017

Um 6:20Uhr klingelt mein Wecker. Die letzten paar Nächte habe ich ziemlich schlecht geschlafen und möchte als  Erstreaktion den Wecker in das Nachtischchen klopfen/hämmern. Mache ich nicht und snooze stattdessen. Um 6:35 stehe ich auf und es wäre vermutlich doch angenehmer gewesen, den Wecker in das Nachttischchen zu rammen.

Ich mache die „Aufweck“-Runde in den Kinderzimmern und mache die Rolläden auf. Die Kinder muss ich nicht wecken, die sind immer schon wach, bevor ich überhaupt ins Zimmer komme.

Wir frühstücken, ich erinnere die Kinder an ihren Stundenplan zu denken und Sportsachen einzupacken.

Als sie weg sind, überlege ich einen Bruchteil der Sekunde, mich wieder ins Bett zu verziehen und endlich mal zu schlafen. Mache ich nicht und leere die in der Nacht gelaufene Waschmaschine in den Trockner. Danach dusche ich und male mir ein Gesicht auf. Heute ist mein Haushaltstag und ich räume deshalb beide Stockwerke auf. Ziehe die Bettwäsche ab und trage alles in den Keller. Weil ich nicht mehr so viel Kraft in den Armen, Fingern und Handgelenken habe, wird meine Haushaltshilfe die Betten am Nachmittag beziehen. Dafür lege ich die frisch gewaschene Bettwäsche bereit. Danach staube ich noch ab und schon ist der Trockner fertig. Ich hole die Wäsche nach oben und falte alles zusammen.

Dazwischen lese ich noch den Vertrag für ein Projekt durch, unterschreibe ihn und werfe ihn in den Briefkasten. Dazu beantworte ich noch Emails zu einem anderen MS-Projekt.

Ich muss das Mittagessen kochen und hab aber überhaupt keinen Plan, was ich denn kochen soll. Das schnellere Verfallsdatum entscheidet und ich lege los. Meine Freundin macht kurzen Halt nach der Arbeit und fragt, ob ich heute noch zum Poweryoga mitkomme.

Um 12:00 Uhr sind die Kinder aus der Schule da und beklagen sich zuerst über das Mittagessen weil es gekochtes Gemüse beinhaltet. Gekochtes Gemüse ist böööhöööse und wird präzise rausoperiert. Dazu klagt K1 über den ganzen Haufen Hausaufgaben die sie bekommen haben. Morgen haben sie Schulfrei weil Lehrerfortbildung und deshalb haben sie noch Zusatzhausaufgaben bekommen, wenn sie schon frei haben. K1 hat ausser Mittwoch Nachmittag jeden Nachmittag Schule und Mittwochs eigentlich noch Gitarrenunterricht. Deshalb ist er ziemlich aufgebracht, dass er nicht mal dann keine Ruhe vor Hausaufgaben hat.

Nach dem Essen räume ich die Küche auf und mache 30min. Mittagspause. Der Mann kommt vorbei weil wir einen Termin haben. 13:25 gehen die Kids in die Schule. Um 13:30 kommt unser Termin wegen der Besprechung betrf. Lärmschutzwand. Um 14:00 kommt meine Haushaltshilfe und fängt an die Betten zu beziehen, Staub zu saugen, beide Bäder zu putzen und den Boden feucht aufzunehmen. Um 14:30 geht unser Termin. Um 14:45 geht der Mann zu einer weiteren Besprechung in der Nähe. Ich putze noch die Küche sauber, lasse inzwischen die dritte Ladung Wäsche laufen und gehe in den Garten. Unsere Beete wuchern wieder zu den Nachbarn rüber und das macht mir immer ein schlechtes Gewissen. Vermutlich kommen auch die vielen bösen Nacktschnecken aus unserem Unkraut und fressen das hübsche Gemüse der Nachbarn. Weil es wirklich schlimm aussieht, rupfe und harke und entsorge ich Unkraut. Blöderweise ist es schon ziemlich warm geworden und der Schweiss läuft mir bei gebückter Haltung in die Augen. Der Mann kommt schon wieder vorbei, macht eine blöde Bemerkung und fragt, ob ich denn wirklich das Gefühl habe, dass diese Gartenarbeit mir jetzt wirklich gut tun würde. Auf meinen Vorschlag, den Dreck doch selber zu machen, geht er nicht ein und arbeitet 40min. von zu Hause aus bevor er zur nächster Besprechung muss. 16:00 Uhr kommen die Kids nach Hause und wir essen noch was draussen. Sie spielen noch im Garten und ich pflanze  irgendwelche Blumen ein, die ich letzte Woche gekauft habe und stelle den Blumentopf ins Küchenfenster.

17:00 ist die Haushaltshilfe fertig und ich auch. Kind1 sollte jetzt mit den Hausaufgaben beginnen, möchte aber zuerst lieber duschen. Da er eh schon einen quengeligen Eindruck wegen der böhösen Hausaufgaben macht und ich zu müde für Diskussionen bin, lasse ich ihn zuerst duschen. Danach beginnt er mit den Hausaufgaben und ich mit dem Abendessen. Er verwickelt mich dann doch in eine Diskussion über Gott und die Welt und die Sichtweise auf das Ganze und ob das Glas halb voll oder halb leer ist. Als K2 auch fertig geduscht ist, essen wir noch zu Abend.

Kinder Zähne putzen, ich Geschirr aufräumen und Tisch für morgen decken. K1 beginnt mit den Hausaufgaben. K2 möchte gerne die Füsse eingeölt und massiert bekommen. In seiner absoluten Enntspannungsphase kommt K2 in Sinn, dass er seine Hausaufgabenmappe in der Schule vergessen hat. Riesendrama! Ich lasse ihn einen Brief an die Lehrerin schreiben und fragen, ob er die Hausaufgaben am Donnerstag über Mittag machen darf. Er schreibt und ich unterschreibe. Unterdessen ruft K1 bei jeder gelösten Aufgabe, wie viel noch übrig bleiben.

Um 19:50 hat K1 keine Lust mehr und möchte den Rest morgen erledigen. Wir sitzen noch kurz auf dem Sofa rum und gehen 20:05 nach oben. In diesem Moment kommt auch der Mann nach Hause. Die Jungs haben ihre nassen Badetücher in den Zimmern auf dem Boden liegen lassen und müssen diese zuerst aufräumen. Der Mann stolpert im Büro/Umkleide/Puffzimmer über einen Indianerbogen und will, dass sie das wegräumen. Die Diskussion wem der Bogen überhaupt gehört geht los. Meiner, nein meiner, nein deiner. Also holt der Mann den Bogen und der gehört jetzt ihm. Kind2 wird im Gang von der Leselampe absichtlich von K1 in die Augen geblendet und tut so, als ob er gerade auf der Stelle sterben muss…und stopft noch zeternd die dreckigen Kleider in den Wäschekorb. Endlich ist Ruhe, alle Kinder zufrieden und beruhigt im Bett! Ich nehme noch meine Linsen raus und gehe 20:40 runter. Es fällt mir ein, dass doch Tagebuchbloggen ist und ich frage mich, ob ich diesen doofen Tag überhaupt festhalten will. Schon sitze ich auf dem Sofa und fange an zu tippen. Ja meine lieben Leser, das sind so diese Tage…ich bin sicher, ihr kennt das!

Katarina

Endspurt Schule

Diesen Sommer stehen bei uns grosse Schulwechsel an. Der kleine Sohn kommt in die erste Klasse und der grosse Sohn in die dritte Klasse. Ich kann mich noch immer an den Kindergarteneintritt des Grossen und an den, des Kleinen erinnern. Ich kann sogar sagen wie das Wetter war, was wir an hatten und wie ich dann leicht verwirrt nach Hause ging um das Mittagessen zu kochen.

Der kleine Sohn ist bereit für die Schule. Er kann es kaum erwarten ein Schüler und kein Kindergartenkind mehr zu sein. Die Einschulungstests hat er bravourös hinter sich gebracht und prahlt schon wie gut er mit Zahlen umgehen kann. Tatsächlich scheint es so, dass ihn Zahlen faszinieren und er fordert immer wieder, ich soll mit ihm kopfrechnen. Ich weiss zwar nicht woher diese Zahlenliebe kommt, aber ich bilde mir ein, dass er vielleicht ein Rechengenie werden könnte und seine Mathehausaufgaben mit Leichtigkeit und Spass machen wird. Ich kann mit Zahlen eher nix anfangen und Kopfrechnen war noch nie meine Stärke, aber, der Genpool wurde ja gemischt und wer weiss, was sich da noch für versteckte Schätze auf den Chromosomen tummeln. Aber, ich wäre ja nicht ich, wenn ich mich nicht fragen würde, wie seine schulische Laufbahn wohl sein wird.

Beim grossen Sohn sieht die ganze Geschichte so aus: Er kommt in die dritte Klasse und wird seine 6(!!!) Lehrperson bekommen. An dieser Schule gab es viele Lehrerwechsel und seinen Jahrgang hat es halt getroffen. Auch er hat die Einschulungstests damals bravourös gemeistert, was die Kindergartenlehrerin etwas überrascht hat. Er hat Strategien entwickelt, wie er sich durch den Unterricht möglichst unauffällig durchmogeln kann. Deshalb war der Kindergärtnerin auch nicht ganz klar, was er so drauf hat. Jedenfalls haben sich der Mann und ich damals nach dem Elternabend mit stolzgeschwellter Brust sehr gefreut, dass das Kind immerhin als drittbesster der Klasse die Prüfungen abgeschlossen hat. So kam er in die erste Klasse und brachte täglich Hausaufgaben nach Hause. Noch in der Schwangerschaft habe ich mir vorgestellt, wie ich freudestrahlend, in mir ruhend, meinem wissensdurstigem Kind bei den Hausaufgaben helfen werde. (Aber ich dachte damals auch, stillen wird sehr romantisch sein bis ich den ersten Milcheinschuss bekam.)

Jedenfalls verstand das Kind nicht, warum er die Buchstaben unzählige male in diesem Schreibheft schreiben soll, wenn er schon längst alle Buchstaben kannte. Bei Lesespass echauffierte er sich über den veralteten Namen des Drachenjägers. Kein Mensch würde so heissen. So ging das Tag ein, Tag aus. Meine romantische Vorstellung von gemeinsam Hausaufgaben machen, hat sich ziemlich schnell in Luft aufgelöst und ich ertappte mich immer wieder, wie ich entnervt sagte, dass er jetzt trotzdem alle diese Buchstaben seitenweise schreiben muss, obwohl er sie schon kann, weil man das in der Schule so machen muss. Manchmal stürzte ihn das in fiese Heulanfälle, was die Hausaufgabenerledigung nicht gerade förderlich beeinflusste.

Da mein Sohn ein guter Redner und sehr plausible Argumente hervorbringen kann, lies ich mich auch immer wieder unbemerkt in diese endlosen Diskussionen einlullen. Ich habe das Internet nach Tipps für hausaufgabengeschändete Eltern abgegrast. Ich habe ein Belohnungssystem nach dem anderen eingeführt und kurze Zeit später wieder entnervt verworfen. Jasper Juul wurde mein treuer Begleiter und ich hätte dem Kind Diagnosen stellen können über Hochsensibilität, Asperger Syndrom, AD(h)S. Nach meinem Wissenstand, hätte ich problemlos eine Schulklasse unterrichten können. Ausser mein eigenes Kind. Irgendwann hiess es von der Schule, das Kind sei langsam weil er Linkshänder sei und Ergotherapie braucht. Nach der Abklärung hiess es, das Kind hat überhaupt keine motorischen Probleme. Zum Glück war in der Zwischenzeit die erste Klasse schon vorbei und ich stellte mir vor, wie das Kind in den Sommerferien einen riesigen Entwicklungsschub machte. (Oh ja, diese lieben Entwicklungsschübe, genau wie die sagenumwobenen Phasen und alles wächst sich aus.)

Zweite Klasse, alte Geschichten. Kaum ging die Schule los, gab es wieder einen Lehrerwechsel. Drei Wochen später wurde ich auch schon zum Gespräch eingeladen weil die Lehrerin das Kind nicht einordnen konnte. Sie erzählte mir von ihren Kindern, die zwei Jahre älter waren als meins und ihren schulischen Problemen. Alle meine Geschichten kannte sie bereits und empfahl mir, das Kind auf AD(h)S testen zu lassen. Das Kind ist zum Termin hin und hat brav alles gemacht, was gefordert wurde. Tatsächlich hat er die Diagnose ADS bekommen. Die Therapeutin machte uns darauf aufmerksam, dass er sehr intelligent ist und seine Intelligenz das Konzentrationsdefizit ausgleicht. Dadurch ist er ein ganz normales, durchschnittlich intelligentes Kind. Schön!

Jetzt ist aber so, dass dieses intelligente Kind ein Tagträumer ist. Seine Antennen nehmen alles was in seiner Umgebung passiert wie ein Schwamm auf. Also kann er mir erzählen was der Fritz vorne links in der zweiten Stunde gesagt hat als die Lehrerin irgendwas von verliebten Zahlen erzählt hat, wie der Max zurückgeschaut hat als die Lehrerin die Geschichte mit den Olchi-Fürzen vorgelesen hat, was Melinda in der Znünibox hatte, welche Farbe das T-Shirt der Lehrerin vor drei Tagen hatte und dass er die Umweltverschmutzung ganz schlimm findet. Er die Welt retten möchte aber trotzdem kein Vegetarier sein könnte, weil er das Fleisch doch so gerne mag, die Kuhfürze die Ozonschicht schädigen und ihn das in tiefste Verwirrung wirft. Ach ja, und irgendwas hätte er sich wegen der Zahlenpyramide und den verliebten Zahlen merken sollen. Aber das hat er ja vergessen, weil weisst du Mama, ich werde Autos erfinden, die keine Umweltverschmutzung machen und überhaupt, warum sollte ich die Schnürlischrift lernen, wenn ich sowieso alle Pläne auf dem Computer schreiben werde. AAAAAAAAAh…ich versuche tief durchzuatmen. Manchmal geht das gut und manchmal etwas weniger. An den etwas weniger guten Tagen, da will ich einfach, dass sich das Kind hinsetzt und diese 25min. einfach die blöden Hausaufgaben macht. Es ist mir sowas von egal ob er irgendwann die Welt rettet oder ein Heilmittel erfindet. Ich wünschte mir nur, dass er ohne alles zu hinterfragen, einfach diese Seite Schnürlischrift hinkritzelt. Manchmal wünsche ich mir, ihn würde nicht alles interessieren und es wäre egal wie was funktioniert und er nur die Hälfte von all dem wüsste. Seinem Gitarrenlehrer sagt er, er könne das Lied nicht üben weil der Titel total doof ist. Ausserdem passt der Refrain überhaupt nicht zum Rest des Liedes und er würde den D-Akkord hier viel passender finden. Er will ins Karate und sobald er den roten Gurt bekommen hat, nicht mehr hin gehen will, weil er ja schon etwas erreicht hat.

Im August kommt er in die dritte Klasse. Er geht noch immer sehr gerne in die Schule und freut sich darauf. Wieder wird er eine neue Lehrperson bekommen. Diese wird zuerst herausfinden müssen, wie das Kind tickt. Vielleicht wird auch sie ihn in den ‚ist zu langsam‘ Topf werfen und denken, dass ihm das Potential fehlt. Vielleicht wird sie aber auch erkennen, dass bei ihm sehr viel mehr zu holen ist als es auf den ersten Blick scheint. Mir bereitet es jedenfalls jetzt schon langsam schlaflose Nächte. Nach den ersten zwei Klassen, habe ICH Angst vor der Schule!

Wie lange dauert es, bis der erste Anruf kommt und ich zum Gespräch in die Schule muss? Aber, ich werde mich daran erinnern, wie ich Heute hier sass und diesen langen Text in die Tastatur gehauen habe, was ich an hatte und wie das Wetter war. Vielleicht erinnere ich mich auch daran, dass das schöne Lied von Robbie Williams im Radio lief….ähm ja 🙂

Und ja, die Sommerferien kommen, Entwicklungsschub und so…