Multum Sensus: Zusammen sind wir stärker als MS

Heute stelle ich euch Multum Sensus vor

Multum: viel, viele, zahlreich, stark
Senus: Gefühl, Meinung, Bewusstsein, Empfindung, Wahrnehmung

Was ist Multum Senus? Wir sind eine neue Untergruppe der MS-Regionalgruppe St. Gallen-Appenzell für MS Betroffene im Alter von 20 bis ca. 45 Jahre.

Wer sind wir? Im Multum-Sensus Team sind 4 Frauen und die Regionalgruppenpräsidentin St. Gallen-Appenzell im Hintergrund. Das Team ist gemischt mit MS-Betroffenen und MS-Angehörigen im Alter von 28 bis 38 Jahren. (Fun Fact: eine Frau vom Multum-Sensus-Team habe ich an der MS-World-Day Veranstaltung in Zürich kennen gelernt und über Facebook Kontakt gehabt, eine andere habe ich über Instagram kennen gelernt)

Was wir möchten? Wir wollen auch die jüngere Generation erreichen und möchten eine Möglichkeit schaffen für Austausch und Zusammensein mit oder gerade trotz MS. Wir organisieren eine lockere Runde ohne Moderation oder vorgegebene Themen. Wir lernen uns kennen, reden quer über den langen Holztisch und wechseln dabei auch manchmal unsere Plätze. „Together we’re stronger than MS“, wie es die MS International Federation so schön sagt. Denn das sind wir zusammen: stärker.
Wir treffen uns jeweils im Restaurant Lok, Grünbergstrasse 7, 9000 St. Gallen www.lokremise.ch und wenn ich rechtzeitig reserviere, findet man uns jeweils am langen Holztisch.

Unsere Einladung: Man sieht es Dir nicht an. Viele in Deinem Umfeld wissen nicht, was Du genau hast. Sie haben vielleicht auch kein Verständnis für Deine Müdigkeit, wenn Du fehlst bei der Arbeit, oder warum Du gerade jetzt Deine Arme nicht mehr richtig bewegen kannst. Denn man sieht es Dir ja nicht an, die MS.
„Du schaust ja gar nicht krank aus.“
„Das ist doch die Krankheit, bei der Du im Rollstuhl endest?“
Solche Sprüche kannst du schon lange nicht mehr hören. Und eigentlich willst Du einfach so weiterleben wie bis anhin, normal.

Aus diesem Grund, und weil Du nicht alleine bist, haben wir Multum Sensus gegründet. Multum Sensus heisst so viel wie „starkes Gefühl/Wahrnehmung“ und soll verdeutlichen, wie stark MS-Betroffene sein müssen, für sich und ihr Umfeld, privat wie im Beruf.

Letzte Woche fand unser 2. Multum Sensus Treffen in St. Gallen statt. Meiner Meinung nach, ein sehr gelungener Abend mit sehr spannenden, starken und lustigen Menschen. Unser Tisch war besetzt mit 13 Teilnehmern aus der Region Ostschweiz mit so vielen verschiedenen Lebensgeschichten. Solche, die schon seit 20 Jahren mit MS leben, solche die im Alter von 16 bzw. 19 Jahren die Diagnose bekommen haben oder die Diagnose letztes Jahr bestätigt bekamen. Die Einen, die eine MS-Therapie machen und solche, die keine Medikamente nehmen. Wir unterhielten uns querbeet und was soll ich sagen, stellt euch vor, MSler können sogar ein sehr ausgefülltes Leben leben! Das tönt sehr sarkastisch von mir, aber: wenn wir anschauen, was uns manchmal gesagt wird, wie z.B. unser Leben sein sollte mit MS, dann stimmt das meistens einfach nicht mit der Realität überein. Klar haben wir alle gewisse Einschränkungen die mehr oder weniger sichtbar sind, trotzdem machen wir das Beste daraus.

Auch an unserem zweiten Treffen wurde sehr viel gelacht. Alle mit denen ich gesprochen habe, und ich habe wirklich sehr, sehr viel gesprochen, hatten diese ähnliche innere Einstellung. Ich mache das Beste daraus! Man darf das Leben positiv sehen und trotzdem nicht naiv sein. Ich bin jedenfalls sehr glücklich darüber, dass wir Multum Senus gestartet haben. Genau so eine Runde hat mir zum Beginn meiner MS-Karriere gefehlt. Menschen, die seit 20 Jahren mit dieser Krankheit leben und sie sind zufrieden. Sie arbeiten, haben ein glückliches und was auffällt, bewusstes Leben. Ich fand jeden einzelnen, ich nenne sie jetzt einfach mal Gast, sehr motivierend. Was gibt es Besseres als jemanden, der dir zeigen kann, wie es auch nach 20 Jahren aussehen kann, ohne ständig dieses Rollstuhlbild vor die Augen geführt zu bekommen! Eine Person die im Rollstuhl oder einer Gehilfe zu unserem Treffen kommt und dir sagt, dass es überhaupt nichts schlimmes dabei auf sich hat und dir sogar verschiedene positive Eigenschaften eines Rollstuhls präsentiert! Und das mit einer Leichtigkeit und einer ansteckenden Lebenslust! Ich persönlich habe genau das gebraucht!

Der Austausch von Tipps und Tricks! Die Tipps bei Medikamentennebenwirkungen. Die Tipps zu Therapien. Und ich persönlich finde die Geschichten von jedem Einzelnen einfach unglaublich spannend und für mich eine Bereicherung.

Du willst auch mal dabei sein?

Bisher hat die Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft zwei mal unseren Flyer per Mail an die Betroffenen geschickt. Von nun an wird es so sein, dass Multum Senus die Einladungen mit neuem Datum selber per Mail schickt.

Falls wir noch keinen Mailkontakt hatten, könnt ihr uns auf multum.sensus@gmx.ch eine Email schicken und wir erfassen eure Email-Adresse. Die Email-Adressen werden nicht zu Werbezwecken verwendet oder an Dritte weitergegeben, wir benutzen sie ausschliesslich für den Versand des Flyers mit dem neuen Datum!

Multum Sensus ist auch auf Social Media vertreten und wir geben auch dort das neue Datum bekannt:

FB: multum sensus geschlossene Gruppe 
Instagram: ms_multum_sensus
Twitter: @mulumsensus
Email: multum.sensus@gmx.ch

Wichtig: Wir haben bewusst den Namen Multum Sensus gewählt, damit nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, worum es bei uns geht. Wir wissen aus persönlichen Erfahrungen wie MS manchmal im Bekanntenkreis oder Arbeitsumfeld aufgenommen wird. Deshalb sind auch unsre Fotos von den Treffen immer soweit unkenntlich gemacht und wir erwähnen keine Namen um die Privatsphäre zu bewahren.

Und weil ich vorher frage, ob ich Fotos machen darf, kann man mir auch sagen, wenn man nicht fotografiert werden möchte, oooder ich pinne euch dann einfach ein paar Sternchen drauf, so wie hier.

Wir freuen uns sehr auf weitere gemeinsame Abende – wir freuen uns auf Dich!

Multum-Senus-Team

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4 Gedanken zu „Multum Sensus: Zusammen sind wir stärker als MS

  1. Liebe Katharina,

    ich habe mich ein wenig durch dein Blog gelesen und ich finde es wirklich bemerkenswert, wie du damit umgehst. Ich habe meine Diagnose gesichert erst seit 5 Wochen (Sehnerventzündung, aber das Auge sieht zum Glück wieder gut). Ich habe leider zusätzlich eine Angststörung und bin ein starker Somatiker. Vor allem vertrage ich das Cortison nicht gut (4 Wochen starke Muskelverspannungen und Schmerzen, vor allem am Rücken). War meine erste Cortison-Stoßtherapie. Davor hatte ich immer nur mal Doppelbilder und Empfindungsstörungen, die komplett wieder verschwunden sind.
    Schade, dass ich in Deutschland lebe. So eine Gruppe würde mir momentan sicher auch sehr gut tun. Vielleicht gibt es hier eine vergleichbare.

    Gefällt mir

    • Liebe Anny
      Danke für deine lieben Worte!
      Was die Angstzustände angeht, gehe ich davon aus, dass dein Neurologe informiert ist und sich hierbei gut unterstützt?! Das ist sicherlich sehr wichtig, vorfallen in der Anfangsphase!
      Cortison vertrage ich auch nicht gut. Eigentlich ging es mir nie so schlecht wie mit Cortison. Aber zum Glück legt sich das wieder schnell und der Zustand/Körpergefühl normalisiert sich.
      Lass dich gut von deinem Arzt beraten und hole dir Hilfe und Unterstützung die du hierzu benötigst!
      Herzliche Grüsse
      Katarina

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