Apfel, Stamm und solche Geschichten

Heute hat der Tag gut angefangen. Sogar die Kopfschmerzen waren am Tag 5 mit neuem Medikament wieder verschwunden.

Als sich die Kinder für den heutigen Waldtag gerichtet haben, ist mir aufgefallen, wie schusselig sie sind. Das wechselt sich immer schön ab, mal der Grosse und mal der Kleine. In dieser einen Stunde ist einiges passiert, so dass ich mich ernsthaft fragen musste, woher das kommen mag. Tja, als ich mir später dann, selber die Hand in einer Schublade eingeklemmt habe und beim Schuheanziehen bemerkt habe, dass der Fersen meiner Socken oben liegt, da war es mir eigentlich schon klar.

So gegen 10.15h bin ich von meinen Erledigungen nach Hause gekommen und da blinkte auf dem Haustelefon schon die Handynummer der Lehrerin. Wenn man weiss, dass beide Kinder den Vormittag im Wald verbringen, dann macht das eine Mutter schon etwas nervös. Jedenfalls habe ich sie erreicht und sie hat mir erzählt, dass der Kleine auf Baumstämmen geklettert ist, ausgerutscht und mit dem Ohr auf einem abgeschnittenen Ast gelandet ist. Ich solle ihn doch lieber abholen und beim Kinderarzt zeigen, weil es doch ziemlich blutet.

Auf dem Weg zum Kinderarzt erzählte mir der Grosse, dass er der Kleine nach dem Sturz sich vor der Lehrerin versteckt hat und ihr sein blutendes Ohr nicht zeigen wollte. Er ist in die Nikolaushütte verschwunden und sass da einfach, bis der Grosse die Lehrerin geholt hat. In der Praxis warteten wir kurz auf den Arzt und der Grosse hat im Körperbuch geblättert. Bei der DNA bzw. Chromosomen-Abbildung wollte er wissen, was das denn ist. Ich habe ihm erklärt, dass die eine Seite, die besten Eigenschaften von seinem Papa enthalten und die andere Seite, die von mir. Aus diesen Eigenschaften und Merkmalen pickt die Natur das beste und gesündeste raus und bildet damit einen neuen Menschen.

In der Zwischenzeit hat der Arzt das Ohr des Kleinen gesäubert und wir sind mit Salbe und Desinfektionsspray wieder nach Hause. Weil Knorpel kann man ja nicht nähen oder kleben und da fehlt jetzt ein Stückchen. Auf dem Heimweg hat dann der Grosse heulen müssen, weil sein kleiner Bruder sich doch verletzt hat und das tut ihm selber auch weh und och, der hätte ja sterben können. Der Grosse hat einen leichten Hang zu Drama. Er hat auch eine wunderbare Theorie vom unsichtbaren Band. Das erzähl ich später.

Nun, nachdem sich alle wieder beruhigt haben, ist mir eingefallen, wie ich so als Kind war. Immer wenn ich mich verletzt habe, habe ich das vor meiner Grossmutter versteckt. Ich wollte nicht, dass sie sieht, was für eine Dummheit ich gemacht habe. Als ich meine Hüfte nach einem Sturz gebrochen habe, bin ich 3 Monate damit herumgelaufen und habe nicht erzählt, dass ich eigentlich höllische Schmerzen habe. Wenn meine Grossmutter mitgekriegt hat, dass ich einen kleinen Unfall wiedermal verheimlicht habe, hat sie immer erzählt, wie sich mein Vater im Keller versteckt hat, wenn er blutig aufgeschlagene Knie oder ähnliches hatte.

So und wie ist das jetzt mit dem Apfel und dem Stamm? Wie viel geben wir unseren Kindern und Enkelkindern und Kindeskindern von unseren Eigenschaften mit?

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