Freunde

Dieses Wochenende hat eine Freundin ihren Geburtstag mit „Tag der offenen Türe“ gefeiert. Da ich meinen Geburtstag nicht so gerne feiere, war das eine super Gelegenheit, die bekannten Gesichter wieder zu sehen. Jedes mal, wenn ich mich mit diesen Menschen treffe, weiss ich, dass das Treffen toll werden wird. Mit meiner Freundin, die zufälligerweise auch meine Fast-Nachbarin ist, habe ich mich auf den Weg gemacht. Wie erwartet war der Abend toll. Wir haben viel gelacht, gescherzt, uns ausgetauscht.

Seit die MS angefangen hat, mein Hirn zu entzünden und Stückchenweise zu zerstören, habe ich gemerkt, dass ich nicht viele Menschen um mich herum vertrage. Das hat schon vor meiner Erkrankung bzw. Diagnose angefangen. Wenn ich wählen kann, umgebe ich mich nur noch mit Menschen, die ich mag und die mir auch etwas bedeuten. Für alle anderen habe ich einfach keine Zeit und schlicht, keine Lust. Manchmal strengt es mich an, mit vielen Menschen zusammen zu sein. Da ich mich nicht mehr so gut konzentrieren kann und nur noch sehr wenig Geduld habe, empfinde ich es als sehr anstrengend, Zeit mit Leuten zu verbringen, die mich nerven. Es ist für mich eine reine Ressourcenverschwendung. Deshalb habe ich einen kleinen, sehr feinen kreis von Menschen, die ich wahnsinnig gerne mag und die mir wichtig sind. Diesen Kreis der Menschen habe ich auch über die MS informiert. Sie nerven mich nicht mit ständigen oder proforma Gesundheitsfragen und andererseits weiss ich, dass ich zu jeder Zeit die Möglichkeit habe, mit ihnen darüber zu reden. Meine Fast-Nachbar-Freundin kenne ich seit ca. 12 Jahren. Wir haben uns bei der Arbeit kennengelernt und es war Liebe auf den ersten Blick. Seitdem haben wir sehr viel Zeit miteinander verbracht. Mit ihr telefoniere ich täglich. Und wir sehen uns fast täglich, auch wenn es nur eine Zigarettenlänge ist. Sie hat sich stundenlang meine Symptome brühwarm angehört und mit mir nach Lösungen gesucht. Eine andere Freundin kenne ich seit in die Schweiz gekommen bin. Seit dem Studium ist sie weggezogen, was aber unserer Freundschaft nichts anhaben konnte. Wir telefonieren nicht mehr so oft, aber wenn wir telefonieren, dann stundenlang! Sie ist meine persönliche Psychologin und gibt mir dann auch Profitipps. Als ich ihr letzte Woche erzählt habe, dass ich angefangen habe einen MS-Tagebuch-Blog zu schreiben, fand sie das toll und hat gefragt ob der denn jetzt MS-MILF heisst….mhihihi…

Jedenfalls hat meine Fast-Nachbar-Freundin den Anderen verraten, dass ich angefangen habe ein Blog zu schreiben. Irgendwie war mir das unangenehm, weil ich hier doch so viel krank-sein-ist-scheisse-Kram schreibe. Und dann kommt dazu, dass ich doch kein Profischreiberling bin und meine Beiträge meist innerhalb 20min. reingehackt und bereits veröffentlicht habe. Nun, meine Freunde werden mir das zum Glück nicht übel nehmen und sie müssen auch nicht regelmässig hier lesen*. Also cooooldown.

Wegen solcher Menschen, fühle ich mich reich beschenkt. Sie setzen mich nicht unter Druck, wenn ich mal zu müde bin etwas zu unternehmen und trotzdem werde ich wie selbstverständlich gefragt, ob ich mitkomme.

Am Samstag habe ich von 3 verschiedenen Leuten gehört, dass man mir überhaupt nicht ansehen kann, dass ich chronisch krank bin. Das ist dieser berühmte Satz: du siehst gar nicht krank aus! Im Hintergrund meines Körpers sieht es meistens aber ganz anders aus. Manchmal braucht es viel Vorarbeit und Organisation damit so ein Treffen klappt wie z.B. für den Samstag:

Am Samstag habe ich meine Tage bekommen und deshalb habe ich zwei Schmerzmittel genommen weil ich keine Lust hatte, deshalb zu Hause bleiben zu müssen. Deswegen habe ich am Nachmittag auch eine Stunde garnix gemacht und meine Nägel lackiert. Die Autofahrt hat ca. 1.5h gedauert und ich hatte schon Rückenschmerzen vom Sitzen. An diesem Abend habe ich zwei Proseccogläser getrunken und danach nur noch Wasser. Als wir uns auf den Heimweg gemacht haben, war es nach Mitternacht. Jedenfalls war ich gegen 2.30h zu Hause und im Bett. Um 8 Uhr hat mich der Wecker daran erinnert, dass ich mein Medikament nehmen muss. Danach habe ich bis ca. 10 Uhr geschlafen. Ich bin mit einer monströsen Rückenverspannung aufgewacht. Diese ist innerhalb einer Stunde schön nach oben gewandert. Zuerst der Nacken und danach habe ich Kopfschmerzen aus der Hölle bekommen. Nun, die Frage ist jetzt, woher das kam! Lag es an den Schmerzmitteln die meine geschundene Leber nicht abbauen konnte? Oder, weil ich ihr dazu noch zwei Proseccos reingeschüttet habe? War die Autofahrt zu anstrengend, weil ich das Auto von meinem Mann genommen habe und mein Rücken nicht an diese Sitzposition gewohnt ist? Oder, kam das von meiner Periode? Oder, bin ich zu spät ins Bett? Nun, das weiss ich nicht. Leider kann ich keine Fehlermeldung vom Körper ausdrucken und nachsehen, woran es lag. Soviel dazu: man sieht es dir garnicht an, dass du krank bist.

Jedenfalls habe ich die tollsten Freunde der Welt. Einen wunderbaren Mann. Einen perfekten Bruder. Natürlich meine lieben Internetdarlings. Alle diese Menschen geben mir sehr viel Kraft und unterstützen mich. Danke tuuuuusig mol!

*PS. Ihr wolltet die Blogadresse: Jetzt seid ihr dazu verpflichtet, das alles hier zu lesen, zu liken und zu kommentieren. Ich werde das kontrollieren, im Fall!

xxx love!

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