Wie ich zu früh kam

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben…oder so. Es geht aber auch anders. Hier ein kleines Schmankerl aus meinem Alltag, immer etwas gehetzt, zu spontan, ungeplant…

Wie im letzten Post erwähnt, war am 25. Mai 2016 der Welt-MS-Tag. Weltweit gab es verschiedene Veranstaltungen dazu und es wurde auf Multiple Sklerose aufmerksam gemacht.

Welt MS Tag

Jetzt muss ich etwas ausholen

Einen Tag vor dem Welt-MS-Tag sah ich auf der Seite vom Universitätsspital Zürich, dass sie eine sehr interessante Infoveranstaltung organisieren.

Ich rief meinen Mann an und checkte seine Termine für den nächsten Nachmittag. Wie es der Zufall so wollte, konnte er kurzfristig den Nachmittag am Mittwoch als Homeoffice arrangieren und die Kinder neben bei beaufsichtigen. Also fragte ich bei der Anmeldestelle am Universitätsspital an, ob ich mich noch so kurzfristig für diese Veranstaltung anmelden kann. Eine sehr nette Antwort kam, ja natürlich kann man sich noch anmelden und sie würden übrigens den Staublos-Blog auch kennen! Ha!

Ich war schon dezent aufgeregt und freute mich sehr darauf! (Eigentlich hätte ich da schon misstrauisch werden sollen, denn solche kurzfristigen Aktionen klappen hier erfahrungsmäss nur selten. Irgendwas kommt immer dazwischen.)

Am nächsten Morgen war auf all meinen Social-Media Kanälen der Welt-MS-Tag ein grosses Thema. Also ging ich auch noch schnell auf die Seite der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft weil die meinen Artikel kommentiert haben. So sah ich, dass die Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft ebenfalls eine Veranstaltung geplant hat.

1. Schweizerischer MS Tag

Ich dachte mir ej, wenn ich ja sowieso nach Zürich fahre, da muss ich auch unbedingt hin! So könnte ich zuerst an die Veranstaltung vom 1. Schweizer MS Tag und danach flitze ich zum Universitätsspital und besuche auch noch die Infoveranstaltung. Auf Googlemapps mal die Karte genau angeschaut und beschlossen, klar, das geht auf und das schaffe ich locker.

Hier nimmt mein Welt-MS-Tag eine andere Wendung

Man stellt sich vor: ich bin schon sehr aufgeregt, freue mich, endlich an eine solche Veranstaltung zu gehen. Dass das mit Homeoffice klappt, strahlender Sonnenschein ist und obwohl alles sehr kurzfristig ist, werde ich einen spannenden Nachmittag verbringen. Dachte ich. Haa haaaaa…

Während ich noch auf Google die beste Route studiere, rufe ich meine Freundin an die in Zürich lebt. Sie bestätigt mir meinen Plan und denkt, dass das mit beiden Veranstaltungen bestimmt aufgeht. Wir verabreden uns noch für ein Treffen danach. Neben bei bereite ich das Mittagessen vor und drucke meine Route aus weil ich kein Navigationsgerät habe. Als der Mann nach Hause kommt, sagt er noch, dass ich unbedingt die blabla Ausfahrt nehmen soll, springe ins Auto und fahre los.

So wie es das Gesetzt will, verpasse ich vor Zürich diese erste blabla Ausfahrt, muss wenden und gehe dann bei der richtigen Ausfahrt wieder raus. Ich gebe es zu, mein Orientierungssinn lässt mich manchmal im Stich.

Mit ein paar kleinen Umwegen, weil überall Baustellen, kam ich dann zu diesem Areal, parkte das Auto in einer seltsamen Parkgarage und stampfte los. Natürlich zuerst in die falsche Richtung. Als ich dann bei diesem Gebäude stand, war kein Mensch da. Hmm…ich hatte eigentlich erwartet, dass das gross aufgezogen wurde. Irgendwo ein Plakat steht und es angeschrieben ist, wo die Veranstaltung statt findet. Also stampfte ich wieder raus, umrundete das ganze Gebäude weil vielleicht anderer Eingang und so. In der Zwischenzeit war es richtig warm geworden, ich fing an zu schwitzen und stellte die spontane Aktion etwas in Frage.

Nix. Also ging ich fragen, kein Mensch wusste aber, wovon ich rede. In diesem Moment war ich schon ziemlich genervt und beschloss, sofort zum Universitätsspital zu der anderen Veranstaltung zu gehen. An der Tramstation überlegte ich noch hin und her und beschloss kurzerhand, doch direkt mit dem Auto hin zu fahren. Geplant war, ich lasse das Auto bei der ersten Veranstaltung stehen, nehme das Tram zum Universitätsspital und treffe mich am Abend mit der Freundin. Danach wieder mit Tram zum Auto und nach Hause fahren. Da an diesem Abend auch noch ein Fussballspiel statt fand, sah ich mich mit den johlenden Fans im Tram eingesperrt. Diese Vorstellung fand ich so erschreckend,  so dass ich mich entschied, mit dem Auto dorthin zu fahren. Schliesslich werde ich nach dem Tag bestimmt schon sehr müde sein und ich brauch ja auch wieder eine Stunde Autofahrt bis nach Hause uuund, das Parkaus war echt seltsam, das finde ich 6 Stunden später sicher auch nicht mehr…und, ich hab ja noch knappe 50min. Zeit.

Kaum fuhr ich aus diesem ominösen Parkhaus raus, reihte ich mich in einen Stau rein. Dachte mir aber noch nix dabei weil ich ja noch ganz viel Zeit hatte. Ha haaa…so stand ich über 50min. im Stau, konnte keine Abkürzung nehmen…naja.

In der Zwischenzeit war ich so genervt, dass mich jedes weitere rote Signal nur noch aggressiver machte. Nachdem ich endlich aus diesem blöden Stau raus war, hatte die Veranstaltung im Universitätsspital bereits angefangen. Auf der Suche nach einem freien Parkhaus in der Nähe, war es dann vorbei mit meiner Geduld. Entweder lasse ich das Auto einfach irgendwo stehen oder ich fahre wieder nach Hause.

So beschloss ich kurzerhand, die ganze Aktion hinzuschmeissen und nach Hause zu fahren.

Was danach geschah

Nachdem ich also den freien Nachmittag im Auto verbracht habe, kam ich völlig verschwitzt und erledigt wieder nach Hause. Mein Mann konnte es fast nicht fassen, genau wie ich selber. Ein riesiger Aufwand für nix und wieder nix. Mit meiner Freundin hab ich mich über meine panikartige Flucht auch noch lustig gemacht. Aber ich war richtig, richtig, richtig, ähm – genervt.

Am nächsten Tag rief meine andere Freundin an um zu fragen, wie die Veranstaltung denn war. Als ich ihr erzählte, dass da überhaupt kein Mensch war, sagte sie plötzlich, ej, du warst einen Monat zu früh da!

Wem ist das Datum oben auf dem Flyer aufgefallen?

Der 1. Schweizer MS Tag findet am 25. JUNI statt. Weil ich doch manchmal nicht so genau hin schaue, danke ADHS, habe ich nur den 25. gesehen und bin davon ausgegangen, wenn 25. Mai Welt MS Tag ist, dann ist die Veranstaltung dann. Tjoa…in der Schweiz ist das halt nicht so.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

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3 Gedanken zu „Wie ich zu früh kam

  1. Pingback: 1. Schweizer MS Tag in Zürich | staublos

  2. Hallo Katarina,
    das ging anscheinend nicht nur dir so! 😉 das Puls 5 hatte am Welt MS Tag wohl einige Extra-Besucher…. wir entschuldigen uns für den ungünstigen Zufall vom „25.“

    Leider haben wir deinen Blog erst jetzt gelesen, sonst hätten wir dich heute im Puls 5 gerne auf einen Kaffee eingeladen 😉 …wir hoffen du hast den heutigen Anlass mit einem Schmunzeln doch noch „gefunden“ und dass sich die Reise gelohnt hat 🙂

    Viele Grüsse,
    Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft

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    • Hallo!

      Dann bin ich ja froh, wenn ich nicht die Einzige bin, die nicht gründlich zu Ende liest 🙂

      Den Anlass habe ich dann tatsächlich gefunden und fand ihn toll! Viele verschiedene Eindrücke und eine gelungene Veranstaltung! Werde sowieso noch darüber bloggen.

      Herzliche Grüsse,
      Katarina

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