Herbst-Status

Am Montag hatte ich wieder den obligatorischen, monatlichen Neurologentermin. Wir haben versucht, herauszufinden woher die allergische Reaktion vor 3 Wochen kam. Leider sind wir nicht weitergekommen und ich hätte damals vielleicht doch zum Hausarzt gehen sollen um einen Allergietest zu machen. Ich hatte aber einfach keine Lust mehr auf Ärzte. Ich habe überhaupt keine Lust auf Ärzte. Obwohl, am Wochenende war ich mit Freundinnen lecker Essen und wir haben meinen Hausarzt getroffen. Sie waren sich alle einig, der Arzt ist heiss und sie würden es verstehen, wenn ich öffters bei ihm rumhänge.

Jedenfalls hat mein Neuro empfohlen, das Johanniskrautpräparat nicht mehr zu nehmen. Ich ging davon aus, dass es mein Nervenflattern im Rückenmark beruhigt. Neuro hat dann gefragt, ob ich denn sicher sei, dass es von der MS kommt und nicht eine unterdrückte Angst ist. Oha, habe ich doch tief drin Angst vor der MS? Oh ja, ich habe die Augen soweit aufgerissen, dass mir beinahe die Linsen rausgefallen sind. Ich wollte schon herumstänkern, er solle nicht schon wieder versuchen zu triggern! Er meinte dann, ich solle versuchen, das in Betracht zu ziehen. Es sei Montag und er sei nicht so in Stimmung mich zu triggern. Da ich ja ein Unterdrückungskünstler bin, könnte es schon sein, dass ich irgendwo Angst versteckt habe. Das Nervenflattern kommt ja nur in der entspannungsphase. Also wenn ich kurz vor dem Einschlafen bin und mein Körper soweit heruntergefahren ist. Das bedeutet, dann, wenn ich nicht mehr die bewusste Kontrolle über meinen Körper/Seele habe. Er denkt, ich sollte mir das dann eingestehen. So quasi, es flattert, es könnte auch sein, dass ich doch irgendwelche Angst habe und das dann so akzeptieren und hinnehmen. Dann müsste mein Unterbewusstsein nicht ständig irgendwelche Impulse bzw. körperliche Reaktionen schiessen um endlich wahrgenommen zu werden. Hej, tönt ziemlich plausibel. Wenn ich das nicht hinkriege, würde er mir gerne ein Psychopharmaka geben. Etwas, dass Angstlösend sei, Geborgenheitsgefühl verstärkt und allgemein etwas beruhigt. Aber jetzt setzte ich mich erstmal mit einer eventuellen Angst auseinander, mal sehen ob da was an die Oberfläche kommt.

Lustigerweise hat mich mein Mann einen Tag zuvor ausgelacht, weil ich mir zum Schulstart wieder Sorgen um den Schulweg gemacht habe. Mein Mann sagt, ich sei eine Glucke, die noch nicht gemerkt hat, dass die Eier schon lange ausgeschlüpft sind und nicht mehr wollen, dass ich drauf hocke. Oh ja, das hat schon was. Der Mann meint auch, mir fehle das Urvertrauen. Da muss ich ihm Recht geben. Durch die Umstände, wie ich aufgewachsen bin, fehlt mir vermutlich wirklich dieses Urvertrauen. Ich bin zwar ein sehr positiver Mensch und habe das Gefühl, alles meistern zu können. Wenn es aber um meine Kinder geht, dann krieg ich dieses positive Denken überhaupt nicht hin. Lustig fand ich, dass beide ein ähnliches Problem angesprochen haben. Vielleicht sprechen die sich auch einfach nur heimlich ab! Ach, es ist ein schwieriges Thema. Irgendwann möchte ich so gerne darüber schreiben.

Jedenfalls haben der Neuro und ich uns geeinigt, ein neues MRI zur Standortbestimmung zu machen. Es geht darum, die aktuellen Bilder zu haben nachdem ich jetzt keine MS-Medikamente mehr nehme. Morgen habe ich auch bereits den Termin. Ich hasse MRI! Abgesehen von dem Platzmangel und den lauten Geräuschen, stelle ich mir immer vor, wie sie meine Gedanken lesen können. Und diese sollte nie Jemand einfach so ohne Erklärung zu sehen bekommen 🙂

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