Mein MRI Erfahrungsbericht: Magnet Resonanz Imaging, genannt Röhre

Heute hatte ich, nach etwas mehr als 3 Monaten, wieder einen MRI-Termin. Ich weiss, mein Neurologe ist ein grosser Freund dieser Bildkontrolle und hätte am liebsten, wenn ich in dieser blöden Röhre schlafen würde. Einerseits möchte er sehen, ob mein Medikament Tecfidera wirkt, andererseits will er wissen, ob sich seit dem letzten Schub im Herbst, etwas verändert hat.

Ich kann nicht aufzählen, wie oft ich schon in der Röhre war, aber so um die 10x passt. Trotzdem habe ich mich noch immer nicht daran gewöhnt und bin vor jedem Termin nervös. Spätestens dann, wenn man durch ein einfaches MRI, die Gedanken lesen kann, ab dann werde ich mich weigern das zu machen.

Heute stand nur ein Schädelscan an, ohne Halswirbelsäule oder ganzer Wirbelsäule. Ein Schädelcan dauert bei uns etwa 35min. inkl. Kontrastmittel. Halswirbelsäule 50min. und wenn man die Wirbelsäule auch noch scannen muss, dann braucht man einen separaten Termin. Die Wirbelsäule musste ich bisher nur ein mal scannen. Sollte ich jemals wieder das machen müssen, dann werde ich mich sedieren lassen. Sowas mache ich nicht noch mal freiwillig.

Ich und mein MRI-Ablauf

Jetzt erzähle ich mal, wie ich die MRI-Untersuchung empfinde:

Ich melde mich an, fülle zum gefühlt tausendsten mal den Fragebogen aus.

Gleichzeitig twittere ich und bekomme ganz viele gedrückte Daumen und liebe und aufbauende Kommentare! ❤

Fragebogen also überall nein und bei Tattoo ja. Danach werde ich von Radiologie-Angestellten abgeholt. Die schauen sich meinen Fragebogen an und fragen noch ein mal nach, ob ich Platzangst hätte. Jedes mal schüttle ich ganz fest den Kopf und behaupte NEIN! Dabei habe ich heimlich schon einen Kaltschweissausbruch. Keine Ahnung warum ich das immer mache. Vermutlich, weil man danach nicht Autofahren darf. Genau gefragt habe ich aber nie. Ich habe immer das Gefühl, keine Schwäche zeigen zu dürfen. Oder ich bin einfach ziemlich dumm. Vielleicht ist es auch ein verschleppter Vaterkomplex oder so.

Danach sagt sie, dass sie mich kennt, weil ich doch schon öfter bei ihr war. Ich versichere ihr, dass ich von nun an, immer bei ihr sein möchte, weil beim letzten Termin war ihr Kollege da und da haben sie neue Läsionen gefunden. Geht ja gar nicht!

In der Umkleidekabine wird alles, bis auf Unterhose und Socken, abgezogen und ich darf einen blauen Papier-Anzug anziehen. Ein wenig komme ich mir vor wie im Operationssaal bei Emergency Room. Cool! Am morgen habe ich natürlich darauf geachtet, dass meine Socken bestimmt keine ausgeleierten Stellen haben. Wie sieht das denn aus, wenn nur noch die Füsse aus der Röhre ragen und dann hat man diese hässlichen Socken an!

Danach darf ich mich auf eine Trage legen und dann wird versucht, der Zugang für das Kontrastmittel gelegt. Bei der Verteilung verschiedener Körperdefekte hat mein Körper offenbar ganz laut HIER gerufen, bei der Venenverteilung war er zu stark vom ADHS abgelenkt und hat sie vergessen. Aber heute klappte es schon beim ersten Stechen!

Also wandere ich mit meinem Kontrastmittelzugang und der Spritze in der Hand zu diesem furchtbar teurem und lauten Gerät. Drauflegen, die Haare werden verstaut, ein Allarmknopf in die Hand gedrückt, Kopfhörer mit einem Radiosender werden montiert und am Ende wird der Kopf fixiert. Schwupps! Schon werde ich rein geschoben und heute geht sofort die Aufnahme los. Die ersten 1-2 Minuten muss ich darauf achten, keine Panikattacke zu bekommen. Meine Atmung ist völlig aus dem Fluss und ich hyperventiliere etwas. Der Lärm da drin ist so laut, dass ich mich auf meine Atmung extrem konzentrieren muss. Tatsächlich habe ich immer das Gefühl, durch diesen Lärm völlig aus der Bahn geworfen zu werden. Sobald ich einen Rhythmus mit den Geräuschen gefunden habe, pendelt sich auch eine normale Atmung ein.

Das Gerät macht immer wieder andere Tonabläufe. Das geht dann so: piiip piiiip piiiip piiip piiii, tok tok tok tok tok, rrrrrrr rrrrrr rrrrrr, piiiiiiiiiip piiiiiiiiip piiiiiiiip, toktoktoktok und sobald die eine Aufnahmenfolge durch ist, ein keines klackendes Geräusch. Ich richte mich also nach diesen Morsezeichen und mache im Kopf die gleichen Geräusche in diesem Rhythmus. tok tok tok…ja genau. Manchmal vertiefe ich mich so sehr, dass ich beinahe anfange mit dem Fuss zu wippen. Ich vertiefe mich darin, so dass ich mich mit einer Hand an das Kopfhörerkabel und mit der anderen am Alarmknopf, krampfhaft geklammert halte. Danach schlafen mir meistens die Finger ein und werden taub.

Dann kommt das Jucken! Wie toll, wenn es plötzlich an der Nase anfängt zu jucken! Danach juckt es wahlweise am Hinterkopf, Hals usw. Ich versuche dann abzulenken und fokussiere ein anderes Körperteil. Heute habe ich mich für den rechten Fuss entschieden, nur damit dann dieser höllisch anfängt zu jucken. Aber hej, es juckt nicht mehr an der Nase. Übrigens möchte ich nicht empfehlen, mit einer Erkältung zum MRI zu gehen. Oh ja, ich habe das natürlich gemacht und bitter bereut. Schon mal versucht einen Niesanfall zu unterdrücken während trölfiztausend Dezibel in den Ohren dröhnen, der Kopf fixiert ist, die Nase anfängt zu tröpfeln und man sich nicht bewegen darf? Nein? Ist auch nicht zu empfehlen!

Vor den letzten 10 Minuten wird mir das Kontrastmittel gespritzt und das hämmern geht weiter. Manchmal ist es ärgerlich, weil genau dann ein gutes Lied im Radio kommt und ich fast schon anfange mit zu singen…

Dann liege ich da, stelle mir vor, wie die Radiologen mich durch das Trennglas beobachten und auf ihrem Bildschirm meine Gedanken sehen könnten! Wie ich mich frage „Scheisse, sind meine Socken ausgeleiert‘? 

Irgendwann, wenn sich mein Körper schon an diese Hölle gewöhnt hat, die Morsezeichen nicht mehr so laut sind, weil ich vermutlich schon fast taub bin, dann ist der ganze Spuk vorbei. Der Zugang wird abmontiert, ich watschle in die Umkleidekabine, mache ein Selfie für das Internet, ziehe mich an und mir wird die MRI-CD in die Hand gedrückt.

MRI2016

Irgendwann wird mich dann mein Neurologe anrufen und mir den Bericht mitteilen.

So, und jetzt habe ich Kopfschmerzen.

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13 Gedanken zu „Mein MRI Erfahrungsbericht: Magnet Resonanz Imaging, genannt Röhre

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  4. Habe gerade deine page enteckt. Die ganze mrt situation ist gut beschrieben. Habe ebenfalls immer ein wenig panik vor dem mist. Das vorletzte mal hat man mich volle 2 std. darin „eingesargt“. Nicht mal eine wc pause gabs, dabei ist meine blase fast geplatzt ! Sowas will ich mir in zukunft nicht mehr gefallen lassen. Scheinbar muss man vorgängig mit dem personal sprechen ! Und ja: diese töne ! Da frage ich mich auch ob es denn mit der heutigen technik nicht möglich ist, diese sache etwas ohrfreundlicher zu gestalten. Nach dem mrt ist man völlig „durre“. Schwindlig ist mir auch so immer und dann noch das. Mein neuro will mich im märz in die röhre schicken und mit mir anschliessend über eine bt reden. Bin über beides nicht erfreut !! So jetzt lese ich weiter auf deiner homepage. Danke fürs ablose und en liebe gruess.

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    • Booaaah, zwei Stunden! Eine Horrorvorstellung!
      Hast ja noch Zeit bis März um dich darauf vorzubereiten 😉 nein, lustig ist s wirklich nicht! Ah ok., jetzt gibt es ja einige Medikamente als BT zur Auswahl, ich habe ja auch einige ausprobiert…
      Wünsche dir viel Glück damit und alles gute!
      Sehr gerne, ich mag diesen Austausch sehr!
      Liebe Grüsse, Katarina

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  5. Ich kann Dich so gut verstehen, diese Röhre ist die Hölle. Im Institut, bei dem ich normalerweise die MRI mache, haben sie eine Brille, die mir vorgaukelt, man könne den Ausgang der Röhre sehen. Das hilft mir sehr. Im KSA gibt es einen Helm, der auch gespiegelt ist, allerdings nach Hinten… Vielleicht kannst Du mal nachfragen, ob die auch sowas anschaffen können? Am schlimmsten war es letztes Mal, als ich für die letzten fünf Minuten auch Augen und Mund schliessen musste. Meine Fresse, war ich durchgeschwitzt. Ich hoffe, dass die nächsten MRIs weit von uns beiden entfernt sind!

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    • Ich habe dann so ein Gestell welches den Kopf fixiert und da drauf hat es so einen kleinen Spiegel. Wenn ich darauf schaue, sehe ich den Ausgang der Röhre und die Trennwand mit den Radiologen dahinter. Da ich aber die Brille nicht an habe, irritiert mich dieser Blick aber noch viel mehr. Also lasse ich die Augen die ganze Zeit geschlossen, ansonsten wird es mir schwindlig. Ich finde den Lärm noch viel schlimmer. Ich meine, heutzutage sollte man doch in der Lage sein, Geräte die etwas weniger laut sind, zu produzieren…huere siech! 🙂
      Ich muss vermutlich in 6-12 Monaten wieder…brrr…
      Viele liebe Grüsse und ein wunderbares Wochenende! ❤

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  6. Pingback: Wochenrückblick 30.01.2016 | staublos

  7. Liebe Katarina, sehr schön beschrieben… das ist die MRT-Wahrheit. Ich hoffe der Befund fällt positiv aus.- Ich gehe nicht mehr ins MRT, da ich ja keine BT mache und ich brauche keine Kontrollbilder…. habe eh zig Läsionen und wenn es schlechter wird, dann merke ich es selbst. – Gut dass das jetzt erst einmal überstanden ist. Alles Gute wünsche ich Dir 🙂 LG

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