Diese Tage – ich bin unverbesserlich

Müde

Entweder die Zeitumstellung, der Frühling oder irgendwas anderes, hat mich energietechnisch ein wenig ausgeknockt.

Ich kann ja bei der Arbeit meine Anwesenheitszeit relativ gut selber einteilen. Montags bin ich immer da und dann, je nach Arbeitsaufkommen. Seit November wurde das aus verschiedenen Gründen, doch etwas mehr. Evtl. auch etwas viel mehr als meine Kraftreserven überhaupt verkraften können. So war ich z.T. die ganze Woche Vormittags da oder habe noch etwas von zu Hause aus im Homeoffice erledigt.

Als die Kinder im Skilager waren, habe ich die ganze Woche zu 100% durchgearbeitet. Und, hellyeah, ich steh total drauf. Es macht mir Spass den Laden zu schmeissen, alles im Griff zu haben, täglich an der Quelle des Geschehens zu sein. Die Kunden selber am Telefon zu bedienen, mir ihre Sorgen oder oft auch Ärger anzuhören und dann die Wogen zu glätten. Ich mag Stress. Ich mag Hektik. Es war schon immer so. Ich mag es wenn ich irgendwo ins Chaos geworfen werde und es gilt, sich schnellstmöglich einen Überblick zu verschaffen. Und Lösungen finden, hach. Da hüpft mein Herz höher! Nun, das könnte auch an meiner Tachykardie liegen…

Ich will mein altes Leben zurück

Leider geht das aber nicht mehr so wie früher. Also, als ich noch keine chronische Autoimmunerkrankung hatte bei der mein Immunsystem mein Gehirn angreift und die Nervenzellen tötet um daraus eine Kraterlandschaft zu kreieren. Manch einer könnte meinen, ich sei doch selber schuld wenn ich so auf Stress stehe und genau solche Jobs bisher ausgeübt habe…vielleicht ist da auch etwas Wahrheit dahinter. Wer weiss.

Aber es macht mich glücklich!

Zu meinem 0815 Job engagiere ich mich noch bei verschiedenen MS-Projekten in Sachen Patientenkommunikation, Aufklärung, gebe Interviews und versuche meinen Blog regelmässig zu pflegen, auf die Kommentare oder Fragen zu antworten.

Dann sind da noch die beiden Kids, der Mann und die Katze. Der Haushalt macht sich auch nicht von alleine. Aber, ich habe eine Haushaltshilfe die Staub saugt, die Böden wischt und die Betten anzieht.

Und auch das alles macht mich sehr glücklich.

Leider ist es so, dass ich zur Zeit nix richtig machen kann und zwar in diesem Ausmass und der Qualität, wie ich es gerne hätte. Ja ja, kann Frau dann ja auch alles wieder ändern und sich für etwas entscheiden. Aber ich will alles!

Zurück zu der Zeitumstellung, Frühlingsanfang oder was auch immer.

ACHTUNG: ab hier wird es langweilig und ganz viel mimimimi

Ich bin einfach so, so, soooo unendlich müde. Am Montag hätte ich mich am liebsten auf den warmen Kopierer gelegt…Ich konnte mich nicht konzentrieren oder einen klaren Gedanken fassen. Vor einigen Tagen hatten wir eine Besprechung und wenn ich jetzt meine Notizen ansehe, habe ich keine Ahnung, was wir da beschlossen haben. Ich starre auf meine Notizen und ich hab keinen Plan und doch ist irgendwo im Hinterkopf dieses Gefühl, dass doch alles sehr klar ist. ich kann den Gedanken aber nicht fassen. Früher war das nicht so.

Am Dienstag war ich plötzlich wieder super fit. Also habe ich endlich wieder Ausdauersport gemacht. Ich habe danach eingekauft, alte Schuhe entsorgt und pünktlich um 12:00 stand das Mittagessen auf dem Tisch. Am Nachmittag war meine Haushaltshilfe da und hat gestaubsaugt während ich die 4 Maschinen Wäsche gefaltet habe, die Osterdeko hervorgeholt habe, aufgeräumt usw. pünktlich zum Feierabend war ich k.o.

Heute war ich am Vormittag im Büro. Danach zu spät aus dem Büro gekommen weil jemand noch was besprechen wollte. Die Polizei fuhr den grössten Teil des Nachhauseweges hinter mir. Aber ich halte mich auch sonst immer an Geschwindigkeitsbegrenzungen, wirklich. Den Kindern auf dem Nachhauseweg gewunken. Die Katze zu Hause begrüsst, das Nudelwasser auf den Herd gestellt. Die Jacke und Schuhe abgezogen und danach die Carbonarasauce gemacht. Nach dem Mittagessen 40min. Pause. Danach mit den Kindern in die Stadt zum Kieferorthopäden gefahren. Mitten in der Fussgängerzone habe ich mich gewundert, warum meine Jackentasche so schwer ist. Ich habe das Festnetztelefon mit in die Stadt genommen. Nach dem Zahnarzt fällt K1 ein, dass er morgen eigentlich zu einem Geburtstag eingeladen ist und ein Geschenk braucht. Geschenk besorgt. Und eigentlich hat K1 morgen auch noch Ministrantendienst in der Kirche genau während der Geburtstagsparty. Einer anderen Mutter geschrieben und gefragt, ob unsere Kinder den Dienst tauschen könnten. Da fällt K1 auch noch ein, dass er mit einem anderen Kind noch den Vortrag über Papageien auf Englisch vorbereiten muss. Das andere Kind anrufen und sagen, wann wir etwa zu Hause sind und wann K1 in die Gitarre muss. Zum Papeteriefachgeschäft fahren weil K2 da sein neues Satch Etui bestellt hat. Spontan auf dem Weg zum Parkplatz noch Schuhe für mich kaufen um später festzustellen, dass sie mir doch etwas zu gross sind. Zu Hause angekommen, kommt auch schon das andere Kind. Nach 30 min. K1 in die Gitarrenstunde fahren. Nach Hause kommen. Verschwitzt. Sich fragen, was man jetzt alles noch erledigen kann. Beschliesse nix davon zu machen und tippe diesen Jammertext.

Ich will mein Leben zurück!

Ja, natürlich bin ich selbst schuld. Und klar sollte ich weniger von all dem machen. Aber, es macht mir Spass und leider merke ich erst wenn es zu spät ist, dass es zu viel war.

So, jetzt muss ich dann auch K1 aus der Gitarre abholen und irgendwas zum Abendessen kochen. Oder es gibt einfach frisches Brot und was der Kühlschrank her gibt.

Danke fürs Zuhören.

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Dann schreibe ich Sie krank

Dann schreibe ich Sie sofort krank

War der Satz meines Neurologen von vor ein paar Tagen!

Aber schön von Anfang an:

Vor genau zwei Wochen hat mir mein Körper einen ordentlichen Schrecken eingejagt. Seit Oktober ist im Büro die Hölle los und ich arbeite viel mehr als ich sollte. Nichts neues, habe ich schon im Jahresrückblick geschrieben, dass ich noch immer die gleichen Fehler mache wie früher. Ich kann ja schliesslich alles hinkriegen. Und da dachte sich mein Körper: „Ha! Das kannst du sehr wohl, aber zu welchem Preis?“ Und irgendwie kann ich aus alten Gewohnheiten nicht raus.

Ich kochte also das Abendessen an einem Tag mitten in der Woche. Nichts ungewöhnliches, mache ich ja jeden Tag. Als ich im Keller die Wäsche in den Trockner gestopft habe, habe ich vom geheimen Süssigkeitenvorrat des Mannes geklaut. Mit vollem Mund an Süssigkeiten in der Küche angekommen, hatte ich die Milch vergessen. Also wollte ich Kind2 in den Keller schicken, die Milch zu holen weil ich zu faul war schon wieder die Treppe zu steigen. Und so wollte ich mit vollem Mund das Kind runter schicken. Aber ich bekam kein klares Wort heraus. Also habe ich es nochmals versucht und auch beim zweiten Versuch kam nur irgendwelches Gebrabbel aus meinem Mund. Noch immer versuchte ich die Süssigkeiten in meinem Mund zu verstecken, weil, es ist kurz vor Abendessen, die Süssigkeiten sind geklaut und ich will nicht mit K2 teilen. Also wollte ich sagen, ich hätte einen Kaugummi im Mund. Schliesslich darf K2 mit der Zahnspange keine Kaugummi mehr essen und dabei gibt es eh keine Diskussionen. Und da kam schon wieder ein Gebrabbel raus. Das Kind hat mich zuerst ausgelacht und dann aber Angst bekommen. In der Zwischenzeit hat er verstanden, dass ich die Milch brauche und ist dann in den Keller. Ich dagegen hab versucht ganz ruhig zu bleiben. Das Wort Kaugummi ganz ruhig auszusprechen und dann auch noch zu schreiben. Ich konnte es nicht buchstabieren. Die Buchstaben kamen einfach nicht der Reihe nach raus.

Nach etwa zwei bis fünf Minuten war es wieder vorbei. Ich habe die üblichen neurologischen Tests gemacht, weil, da kenne ich mich ja aus. Und als nächstes habe ich mal Hirnschlag gegoogelt. Da stand, nach einem solchen Vorfall sterben etwa 10% der Betroffenen in den nächsten 10 Tagen. Haaa haaa, netter Versuch,Google, aber du bringst mich diesmal nicht weiter!

Nachdem ich Kind1 aus seinem Musikunterricht abgeholt habe, wir zu Abend gegessen haben und die Kids im Bett waren, habe ich über den Vorfall getwittert. Und da wurde ich ziemlich beruhigt. Meine Filterbubble im Internetz rockt schon sehr-danke! Viele mit MS kannten diese Sprachausfälle und bei manchen war das eine selbstverständliche Begleiterscheinung. Es hat mich echt beruhigt, dass das nicht so aussergewöhnlich war. Wie machen das Menschen ohne Internet und ohne Austauschmöglichkeiten?

Am nächsten Tag habe ich überlegt ob ich zuerst meinen Neurologen anrufen soll oder ins Büro fahre. Hab dann vom Büro aus den Neurologen angerufen.

„Ich schreib Sie jetzt mal krank“

Und ich so: neeeeein, weil dann muss ich noch die Krankschreibung erfassen und den ganzen dazugehörigen Kram und das macht mir noch viel mehr Arbeit!

Nach den vielen Fragen vom Neuro beschlossen wir, zunächst ein EEG zu machen. Hätte seiner Meinung nach bei dieser kurzen Dauer, ein epileptischer Anfall sein können. Mir wurde also zunächst erklärt, dass wenn wir im EEG einen Verdacht auf Epilepsie finden, ich die nächsten zwei Monate nicht mehr Auto fahren darf. Haaa haaaa! Wir wohnen in einem Kaff mit sehr schlechter ÖV-Verbindung. Also hätte ich nicht mal mehr einkaufen können.

EEG zeigte glücklicherweise keine Epilepsie und das konnte ausgeschlossen werden.

Wir unterhielten uns also über verschiedene Ursachen und Möglichkeiten des kurzen Ausfalls. Mein Neurologe hat nach meinem Anruf im Blog nachgelesen und wollte sich auf den aktuellen Stand der Dinge bringen. War auch etwas erstaunt, dass ich hier nicht mehr so regelmässig schreibe obwohl er weiss, wie wichtig es mir ist. Dazu wusste er endgültig, dass ich zu viel Stress habe. Sein Leben im Internet zu teilen, kann zu Nebenwirkungen führen!

Also haben wir uns nach seiner Standpauke, was ich alles nicht machen sollte nur 20min. nach einem solchen Vorfall, auf einen Ultraschall der Hauptschlagader geeinigt.

Der Ultraschall meiner Hauptschlagader war ganz ok. Ich habe keine Verstopfung oder sowas. Eine kleine Ablagerung an einer Stelle. Wäre aber nicht so dramatisch. Also, mein Arzt hat das schon sehr dramatisch dargestellt. Ich muss auf meinen Lebenswandel achten, kein Stress, mehr Sport…und ich sollte mit meinen Lastern aufhören…mimimi

Mein Arzt meint, vermutlich sei eine alte Läsion kurz aufgeflackert. Getriggert durch Erschöpfung, Stress und zu wenig Schlaf.

Oder ich habe einen Hirnkrampf bekommen weil ich 1. die Süssigkeiten vom Mann geklaut habe 2. Kind2 mich erwischt hatte 3. ich die Süssigkeiten nicht vor dem Abendessen mit ihm teilen wollte, zack, Sprachstörung durch psychischen Druck! Haha!

Heute bin ich nicht ins Büro und habe mir den Tag frei genommen. Das Wetter ist toll und es fühlt sich schon irgendwie nach Frühling an. Zum Glück kann man Emails und Co. auch von zu Hause aus beantworten!

Ja Körper, ich habe es schon verstanden. Du hast mir auch einen gehörigen Schrecken eingejagt, das muss ich schon zugeben. Könnt ihr euch überhaupt vorstellen, wie sich so etwas anfühlt und wie hilflos man dabei ist!?

Wenn ich übermütig werde und das Gefühl habe, meine MS ist in einer alten Mottenkiste am Überwintern, bekomme ich meistens eine Klatsche! Ich bin schon sehr froh darüber, dass die Klatsche so ausgefallen ist, wie sie halt war. Danach habe ich spontan, Kurzferien mit meinen Jungs gebucht. Puh.

Leben mit MS: Müde bin ich…und möchte keine Angst haben

Ich bin einfach nur müde, oder?

Wie ich bereits kurz erwähnt habe, hatte ich Anfangs November mein Kontroll MRI. Ich war in dieser Zeit sehr gestresst und konnte nicht abschätzen, wie das Resultat ausfallen wird. Normalerweise versuche ich immer in mich hineinzuhören und mich zu fragen, wie es wohl ausgehen wird.

mri-foto

Vor einem Jahr habe ich das auch gemacht und hätte schwören können, dass ich schubfrei geblieben bin und alle Resultate gut ausfallen würden. Überraschenderweise bekam ich aber sehr schlechte Nachrichten und hatte genau zu der Zeit einen blühend, wütenden Sturm mit drei neuen Läsionen in meinem Kopf. Wie es mir in dieser Zeit ging, während ich mit Cortison vollgepumpt wurde, habe ich HIER dann wieder HIER und HIER berichtet. Ich stellte mir in dieser Zeit immer wieder die Frage, ob ich den aktiven Schub wirklich nicht bemerkt habe. Gab es da vielleicht doch irgendwelche Anzeichen und ich habe sie einfach nur ignoriert oder nicht wahr haben wollen? Keine Ahnung, ich habe keine Antwort darauf gefunden.

Multiple Sklerose und Gewissheit, gibt es das?

Jetzt bin ich jedenfalls wieder seit einem Jahr schubfrei und mit meinem Medikament eigentlich zufrieden. Die Nebenwirkungen sind nicht mehr so stark, die Einnahme finde ich super einfach und die Blutwerte sind bisher ganz ok., nur der Haarausfall ist noch immer sehr nervig. Aber hej, jetzt geht trocknen der Haare viel schneller, ja, etwas Sarkasmus darf doch sein…Meinen Erfahrungsbericht mit Tecfidera gibt es HIER zum nachlesen.

Bei meinem vorletzten Neurologenbesuch, das war irgendwann im August 2016, wollte ich eigentlich nur meine nächste Medikamentenration abholen. Leider ist mein Neurologe einer der gründlichen Sorte und lässt mich jedes mal auf Zehenspitzen laufen, kontrolliert mein Gleichgewicht und testet u.a. meine tauben Finger. Immer wieder empfiehlt er mir, meinen Karpaltunnel operieren zu lassen, denn dann wüssten wir ob die tauben Finger von der MS oder von der Karpaltunnelverengung kommen. Karpaltunnelsyndrom ist eine Einengung des Handmittelnervs und kann operativ behoben werden. Nähere Informationen zu Karpaltunnelsyndrom gibt es HIER bei Wikipedia. Nur bin ich unbelehrbar weil ich am Erfolg eines solchen Eingriffs etwas zweifle und bisher bereits 5 verschiedene OP’s hinter mir habe. Also will ich auf keinen Fall irgendwas freiwillig operieren solange es kein Notfall ist. Ja, mein Neurologe findet das auch eine sehr doofe Einstellung. Vielleicht hofft er, mich eines Tages doch soweit zu kriegen und erinnert mich immer wieder daran.

Voraussagen bei MS verunsichern

Am Ende dieses Besuches sagte mir mein Neuro, er sei mit meinem MS-Verlauf nicht zufrieden. Die letzten 3 Läsionen die dazu gekommen sind und doch das relativ schnelle Voranschreiten. Bäm! Schlag in die Magengrube. Ihm fällt es auf, dass mein Gleichgewicht wieder etwas aus dem Lot ist und ich wieder mehr schwanke. Klar, sowas merke ich ja auch, ist ja nix neues. Aber eine Aussage, mein Verlauf gefällt ihm nicht, das macht mich dann doch sehr nervös.

Diesen November stand also das neue MRI an und ich wusste nicht, was ich davon halten soll. Ich hatte in der Zeit ein paar wichtige Termine und wollte dort unbedingt dabei sein. Also habe ich etwas um meine MS herum geplant. Ich habe mich auf den schlechtesten Fall eingestellt- falls beim MRI wieder neue Läsionen sichtbar waren. Ich habe mir die Zeit für eventuelle Cotisoninfusionen eingeplant und wäre auf den übelsten Fall vorbereitet.

Ist eine gute Nachricht wirklich eine gute Nachricht?

Mein MRI war super! Keine neuen Läsionen und es hiess sogar, die älteren Läsionen seien etwas verblasst! Mein Neurologe und ich haben uns zuerst lustig darüber gemacht. Er meinte, er bekommt langsam Angst vor mir wenn meine Läsionen verblassen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass der Radiologe der meinen Befund angeschaut hat, vermutlich den Bildschirm nicht hell genug eingestellt hat. Ob jetzt meine Läsionen blasser sind oder nicht, das ist mir eigentlich egal. Wichtig ist, sie sind nicht grösser geworden und es sind keine Neuen dazu gekommen.

Immer wieder Zweifel

In den letzten Tagen bin ich so unendlich müde. Ich bin völlig erschöpft und habe keine Energie. Ich schlafe schlecht und habe nie dieses ausgeruhte Gefühl. Klar, ich habe viel gemacht in letzter Zeit, vielleicht habe ich auch zu viel von meiner Kraft verbraucht. Letzthin hatte ich 4 Tage am Stück Kopfschmerzen und war dadurch noch viel erschöpfter und schlief noch viel schlechter. In solchen Momenten kommen dann diese fiesen kleinen Zweifel…

Was, wenn der Radiologe seinen Bildschirm tatsächlich falsch eingestellt hat und dadurch die Läsionen blasser wirkten. Was wäre, wenn der Bildschirm so schlecht eingestellt war, so dass er keine neuen Läsionen sehen konnte! Aaaaargh! ICH HASSE SOLCHE GEDANKEN! Zum ganzen Überfluss fielen mir in letzter Zeit wieder einige Sachen aus den Händen und gingen zu Bruch. Und dann die Tatsache, dass ich meine aktiven Schübe offensichtlich nicht sofort wahr nahm. Einerseits ist es ja toll, dass ich nicht jedes mal blind werde oder nicht mehr laufen kann….aber das ist auch sehr sehr lästig. Sich zu entscheiden, ob man jetzt einfach nur müde ist weil man sich zu viel zugemutet hat oder ob es Anzeichen sind…lästig!

Ja, an dieses Gefühl des Ungewissheit und der Unsicherheit im Leben mit MS habe ich mich noch immer nicht gewöhnt und das ist in meinen Augen eine für mich grossen Herausforderungen.

Gebt schön Acht auf Euch, ihr lieben ❤

Wie das Leben lebenswert bleibt und etwas Multiple Sklerose

Motivationspost

Die Temperaturen sinken und hie und da gab es schon den ersten Schnee. Bei manchem sinkt vielleicht auch die Laune weil die Tage so dunkel werden, deshalb gibt’s hier von mir einen kleinen Motivationsschubs…

Wie ich es mache

Als ich zu bloggen anfing, hatte ich nicht erwartet, dass meine Schreibe tatsächlich gelesen wird. Damals dachte ich, ein Blog mit chronischer Krankheit ist vielleicht nicht so spannend und ob sich hierher Leser verirren, konnte ich nicht abschätzen. Das war mir aber zu der Zeit ziemlich egal – ich hatte ein grosses Mitteilungsbedürfnis und wollte das schreiben, was ich gerne nach meiner Diagnose gelesen hätte. Es musste einfach raus. Heute weiss ich, dass ich mit meiner Sichtweise auf das Leben, nicht nur chronisch Kranke anspreche.

Nicht alles Gold was glänzt

Umso mehr freut es mich, die Reaktionen und das Feedback auf das Blog zu sehen. Das Blog wird nicht nur von MS-Betroffenen gelesen, sondern Querbeet, was mich natürlich noch mehr freut. Die Reaktionen sind durchs Band eigentlich positiv. Eigentlich!

Manchmal scheint es so rüber zu kommen, als ob mir mein Leben mit MS so locker flockig gelingt. Vielleicht sieht es so aus, als ob ich nicht so stark betroffen wäre. *but you don’t look sick*du siehst nicht krank aus* sind meine liebsten #Häschtägs# auf Instagram! Manch einer denkt, ich sei total naiv mit meiner zwanghaft positiven Einstellung. Dazu kann ich sagen: es ist nicht alles Gold was glänzt!

Meine Einstellung ist harte Arbeit

Meine MS holt mich immer wieder ein. Eigentlich ist sie jeden Tag präsent und stört mich mal mehr und mal weniger. Meine Symptome verschwinden nicht einfach weil ich positiv sein will. Das ist täglich harte Arbeit! Ich schreibe nicht nur irgendwelche positiven Gedanken und vor Glück triefende Texte. Die unschönen Seiten zeige ich auch – nur, ich gehe damit einfach etwas anders um.

Ein positives Ende – Eine Lösung

Manchmal brennt mir etwas auf der Seele und ich muss es unbedingt nieder schreiben. Als ich in meinem Kopf die Gedanken zu sortieren versuche, denke ich automatisch über eine Lösung nach. Wie es halt in meinem Naturell einfach so ist, habe ich immer ein Bedürfnis, ein gutes Ende zu sehen. Auch wenn es schlussendlich keine positive Lösung gibt, dann halt einfach eine Lösung für das Problem. Ich brauche Lösungen. Glas halb voll vs. halb leer. Was aber nicht heisst, dass ich alles super finde. Meine Beiträge entstehen immer sehr spontan. Ich habe keine Blogposts, die ich terminiert in der Pipeline bereit halte. Manchmal möchte ich etwas schreiben, habe aber keine Zeit dazu und irgendwann ist es einfach zu spät. Dieses spezielle Gefühl ist weg und ich kann es nicht mehr schreiben weil es mich nicht mehr einnimmt. Ein Gerät, welches meine Gedanken direkt niederschreiben könnte, wäre schon praktisch!

MS funkt ständig ins Leben

Was ich seit meiner Diagnose festgestellt habe und was mir meine Leser bestätigen – MS funkt immer zu dümmsten Zeiten ins Leben hinein. Vermutlich hat das ja mit dem jeweiligen Stress oder der Freude zu tun. Versetzt ja den Körper mit all seinen Prozessen in einen Ausnahmezustand. Mir wurde z.B. letzte Woche ein MRI-Termin vorgezogen. Statt im Januar, musste es viel schneller gehen. Dazu habe ich eine Anfrage zu einem MS-Workshop bekommen. Jetzt war so, dass ich für mich den richtigen Zeitpunkt für die Untersuchung wählen musste. Will ich das MRI schnellstmöglich machen und die Resultate bekommen, oder mache ich es erst später nach meinem Workshop? Ich habe mich entschieden, die Untersuchung dann sofort zu machen, denn im Falle eines schlechten Resultates, würde ich Cortisoninfusionen bekommen. Also hätte ich zwischen den Infusionen und meinem Workshop mindestens noch 3 Wochen dazwischen. Erfahrungsmäss weiss ich, wie es mir nach einer solchen Therapie geht. Deshalb musste alles schnell gehen, weil, ich wollte beides!

Ich will alles vom Leben, MS soll sich anpassen

Zugegebenermassen hatte ich ein paar schlaflose Nächte deswegen. Ich bin längst nicht so abgebrüht, wie es manchmal nach aussen hin wirkt. Ich bin nicht ein durch und durch positiver Mensch- eigentlich bin ich genau das Gegenteil von Positiv! Ich bin sehr kritisch und sehe immer auch das grosse ABER an dem ich mich stundenlang aufhängen kann. Das führt dazu, dass ich viele Situationen von allen Seiten überdenke und das dann zu schnellen Lösungen führt. Ich wollte also beides, die MRI Untersuchung und diesen Workshop. Deshalb willigte ich ein, die Untersuchung sofort hinter mich zu bringen. In der Röhre war ich von den Umständen dermassen gestresst, dass mir die ganze Prozedur weniger schlimm vor kam als bei all vorangehenden MRI’s. Einerseits war das etwas Gutes und andererseits wusste ich ganz klar, dass diese Situation, nicht förderlich ist für meinen Körper. Unter Stress schüttet der Körper u.a. zu viel Cortison aus, was bedeutet, dass der Körper unter ständiger Fluchtreaktion steht, was wieder dazu führt…blabla…wissen wir – jedenfalls nicht gut für MS, nicht gut für niemanden! Ich plane meine Termine um die MS herum! Ich plane um das Problem!

Ich hatte Glück! Meine MRI-Ergebnisse waren perfekt! Somit bin ich seit einem Jahr schubfrei. Zudem steht der Organisation des MS-Workshops nichts mehr im Wege. Trotz der unberechenbaren Krankheit, versuche ich mein Leben lebenswert zu leben. Jetzt wähle ich einfach bei den Reisebuchungen auch die Annulationskosten-Versicherung. Früher habe ich das nie gemacht, aber ich kann trotzdem gut damit leben.

Nächster Tag

Wir wissen nie, was der nächste Tag bringt. Das wissen aber nicht nur die chronisch Kranken, sowas weiss keiner. Aus diesem Grund weigere ich mich, mich durch eine Krankheit bestimmen zu lassen. Natürlich muss ich hin und wieder aufpassen um es nicht zu übertreiben, denn sowas passiert schneller als man denkt. Trotzdem, wir dürfen den Lebensmut nicht verlieren, egal ob man chronisch krank ist oder nicht. Halbvoll vs. Halbleer…

Aperol

Umarmt das Leben! ❤