Ist es wichtig beliebt zu sein?

Vor einigen Jahren habe ich eine Mutter über unsere Kinder kennengelernt. Auf der zwischenmenschlichen Ebene verstehen wir uns gut. Wenn es hingegen an die Kindererziehung geht, da sind wir nicht auf der gleichen Wellenlänge.

Ihr Sohn hat die Klasse gewechselt und die Mutter setzt alles daran, dass der Sohn im Kontakt mit beliebten Kinder ist. Er ist offenbar auch etwas Verhaltensauffällig, also ein ADHSler. Sie gibt ihm Ritalin nur aus dem Grund, weil sie nicht möchte, dass er auffällt und keine Kinder mehr zum Spielen hat. In seiner neuen Klasse hat es 2 Jungs die an alle Geburtstagspartys eingeladen werden. Jetzt trifft sich diese Mutter mit den Müttern dieser Kinder. Ich weiss, dass diese Mütter überhaupt nicht ihre Wellenlänge sind, aber sie macht es, damit der Sohn mit diesen Jungs mehr Kontakt hat. Hmmm…

Meine beiden Jungs sind durchaus etwas eigen. Sie sind sehr sozial und die Lehrerinnen erzählen uns bei jedem Elternabend, dass sie überhaupt keine Mühe mit anderen Kindern haben. Dass sie sehr sozial und sehr gerecht sind. Der grosse Sohn verteidigt die schwächeren obwohl er weiss, dass er dabei selber eins auf den Deckel bekommt. Wenn ich ihn frage, warum er das macht, erzählt er, dass er diese Ungerechtigkeit einfach nicht erträgt und dass es halt einfach nicht nett ist von den anderen. Meine Jungs machen durchaus Blödsinn, erzählen Müll und können sich dabei kaputt lachen. Die anderen Jungs in der Schule finden sie trotzdem seltsam und möchten eigentlich nicht sehr viel mit ihnen zu tun haben. Da gibt es den einen oder anderen Jungen mit denen sie auch abmachen, aber so richtig tiefe Freundschaften haben sie nicht. Normalerweise verstehen sich beide viel besser mit Mädchen, weil diese nicht so laut, aggressiv und prollig sind. Also das sagen meine Jungs.

Natürlich könnte man jetzt sagen, dass die Jungs auf dem Weg sind, Einzelgänger zu werden. Ich frage mich, wie schlimm das für ihre soziale Entwicklung ist. Sollten die Kinder nicht selbständig entscheiden können, mit wem sie befreundet sein wollen? Müsste ich mich wie diese erwähnte Mutter verhalten und mich mit den Müttern der anderen Klassenfreunde der Jungs treffen? Es gibt die eine oder andere, die ich interessant finde und auch gerne einen Kaffee trinke. Aber diese kann ich an einer Hand abzählen. Wenn überhaupt. Wie weit sind die Eltern für das Glück der Kinder verantwortlich? Wie wichtig ist es beliebt zu sein? Muss man das schon in einem frühen Alter fördern?

Ich denke, meine Jungs werden wohl die sein, die sich auf dem Pausenhof immer wieder eine einfangen. Einfach weil sie zu nett, freundlich und überlegt sind. Weil sie als ruhig gelten. Ich denke, sie werden nicht daran zerbrechen und auch nicht daran verzweifeln. Das hoffe ich sehr für sie. Es ist ihr Wille nicht mit Hinz und Kunz befreundet zu sein. Ihr Gerechtigkeitsinn ist sehr stark. Ich denke, es wird ihnen auf dem weiteren Lebensweg mehr nutzen, die Fähigkeit zu haben, die Menschen auszuwählen, die ihnen gut tun und nicht weil die Mama findet, dass sie aus irgendwelchem Profitgedanken mit jemanden befreundet sein zu müssen. Hinzu kommt, dass sich meine Jungs extrem gut verstehen. Manchmal hat man den Eindruck, dass sie sich nur durch Augenkontakt verständigen können. Als sie noch kleiner waren, hatten sie eine Weile ihre Geheimsprache und haben so miteinander gesprochen, wenn sie nicht wollten, dass ich mich einmische.

Ja, Kindererziehung ist nicht immer einfach. Das Triggern durch die Eltern kann sehr einflussreich sein. Wie weit sollte man gehen? Wobei sollte man ein Auge zudrücken? Das sind Fragen, die sich uns Eltern jeden Tag mehrfach stellen.

Manchmal wünsche ich mir, es würde Gelassenheit auf mich runterregnen….

Craniosacral Therapie

Gestern hatte ich meine erste Cranio Sacral Therapiestunde. Was soll ich sagen? Es ist abgefahren, seltsam, trotzdem logisch, irgendwie einfach geiler Scheiss!

Mein Neurologe hat mir diese Therapieform schon lange empfohlen. Nur konnte ich mich nicht dazu überwinden, das mal auszuprobieren. Ich hatte Vorurteile gegenüber dieser Methode, weil ich der Meinung war, dass da mit sowas wie Handauflegen gearbeitet wird. In meinem Physiocenter bieten sie seit einigen Wochen eben diese Cranio Sacral Therapie an. Nachdem ich ständig darauf angesprochen wurde, habe ich einen Termin abgemacht.

Dabei wurde ich über die Methode richtig aufgeklärt und fand, ich gebe mich dem hin und probiere es aus. Bei dieser Behandlungsform geht es um abgewandelte Osteopathie. Der Unterschied zu Osteopathie (Knochenheilkunde) ist die tiefere Behandlung bzw. die Verbindung zwischen Schädel und Kreuzbein sowie Gehirn- und Rückenmarkshäuten. Die Gehirnflüssigkeit (Liquor) pulsiert offenbar rhythmisch durch das Rückenmark und beeinflusst die Entwicklung und die Funktionsfähigkeit des ganzen Körpers bzw. Menschen.

Wooohoooo! Hokuspokus, klingelt es noch immer in meinen Ohren!

Dann hat die Therapeutin bei meinem Kreuzbein angefangen, mit extrem sanften Bewegungen, das Ganze zu Massieren, oder in Fluss zu bringen. Ihre Handbewegung habe ich an sich garnicht richtig wahrgenommen. Abgesehen davon, dass ich mit meinem Steissbein auf ihrer Hand lag. Aber die Bewegung, in diesem Fall korrekt ausgedrückt, den Fluss der Körpersäfte (mhihihi) habe ich deutlich gemerkt. Nach kurzer Zeit hat ein Kribbeln in meinem Körper angefangen zu wandern. Der Magen fühlte sich an wie ein riesiger und schwerer Stein. Danach taten mir meine fehlgestellten Oberschenkelknochen weh. Dann wanderte irgendwas seltsames in die Schulterpartie und dann hoch zum Nacken und zwar genau dorthin, wo ich meine bösen Verspannungen habe. Dazu kamen schon bald leichte Kopfschmerzen dazu. Irgendwann habe ich der Therapeutin gesagt, was ich dabei alles merke und sie ist darauf hin fast ausgeflippt. Ich glaube, die hätte mich am liebsten umarmt. Jedenfalls fand sie es bemerkenswert, was für ein Körpergefühl ich habe. Sie meinte, es sei sehr aussergewöhnlich, dass die Patienten, das so genau spüren und zuordnen können.

Wenn das wirklich ernst gemeint ist, wäre das ja nix neues für mich. Wir erinnern uns an meine Empfindlichkeit den Medikamentennebenwirkungen gegenüber. Ich habe es der Therapeutin auch gesagt, dass es bei meiner Krankheit nicht so toll ist, jedes Surren und jedes Zucken und alle diese MS-Begleiterscheinungen genau zu spüren. Dass die Ärzte vermutlich genervt sind an meinen Körper- Symptomempfindungen und mich für abgedreht  halten.

Sie schaut das offenbar als eine besondere Gabe oder Geschenk an. Nur weiss ich nicht, was mir das zur Zeit nützen soll oder was ich daraus machen soll. Oder hat jemand Lust bei mir vorbeizukommen und ich mache dann Handauflegen? 🙂

Danach widmete sie sich meinen Schädelknochen und meinen Hirnhäuten. Scheisse, dieses Ziehen in den Schläfen, das Pochen und wie mein Kopf plötzlich ganz heiss war. Die Stunde ist extrem schnell vorbei gewesen und ich war richtig tiefenentspannt. Abends bin ich dann trotzdem kommatös auf dem Sofa zusammengebrochen. Heute fühle ich mich gut, das Körpergefühl ist ganz ok. Vielleicht habe ich sowas wie einen Energieschub bekommen da ich mich auch noch auf den Stepper geschwungen habe. Oder der Kommentar von Sohn gross, meine Oberarme seien fett, hat den Schweinehund ins Gebüsch geschubst.

Das war jedenfalls meine erste Cranio Sacral Therapiestunde. Nächste Woche habe ich den zweiten Termin und bin gespannt, was dieser bringt.

MS-ler gelten als schwierig.

Vor einigen Tagen habe ich einen sehr interessanten Kommentar bekommen. Jemand, der selber MS hat, hat mich darauf hingewiesen, dass ihr/ihm aufgefallen ist, dass MS-ler als schwierig gelten. Die Psyche reagiert ebenfalls auf die Schübe und natürlich die Medikamente, die den Rest dazu geben.

Dieses Thema hat mich sehr beschäftigt und ich habe immer wieder darüber nachgedacht.

Nun, es liegt auf der Hand, die Psyche reagiert auf die Entzündungen. Es werden so viele Botenstoffe vom Gehirn aus ausgeschüttet und das Gehirn steuert so viele dieser Geschichten. Darüber habe ich auch schon einige Studien gelesen, die das belegen. Natürlich auch die Angst im Nacken, was für Schäden bei diesem Schub bleiben darf man dabei nicht unterschätzen. Aber ich frage mich schon länger:

Verändert eine Krankheit den Charakter?

Natürlich ist es nicht schön krank zu sein. Mit der MS hat man das ‚Glück‘ nicht unbedingt an einer lebensbedrohlichen Krankheit erkrankt zu sein. Ist es vielleicht die Tatsache, dass es unheilbar ist und für den Rest des Lebens an einem hängt. Wenn man der Schulmedizin glaubt, kann man selber nichts dagegen ausrichten. Ich persönlich glaube an dieses ‚unheilbar‘ nicht so recht. Aber das ist ein anderes Thema.

In den letzten Jahren seit der MS, hat sich mein Charakter oder mein Wesen verändert. Das ist ganz klar und das fällt mir selber ja auch auf. Nur ist die Frage, liegt es an der Krankheit und den gestörten Gehirnbotenstoffen oder ist es auch einfach das Alter. Ich bin jetzt 35j. und irgendwie ist mir meine Zeit zu schade, um sie mit Getrödel zu vergeuden. Die Krankheit mit der ewigen Erschöpfung hat natürlich auch ihren Einfluss. Aber wie viel lässt sich einfach auf eine Krankheit schieben? Akzeptiert das der Partner, die Familie oder der Freundeskreis, einfach weil man ja krank ist? Wie viel kann man sich erlauben und wie pervers ist die Tatsache, einfach schnell mal zu sagen, dass man nicht mag/kann/möchte weil man ja immerhin krank ist?

Kann man eine Krankheit als Entschuldigung für alles als Absolution vorschieben?

Meiner Meinung nach nein. Egal wie gestört die Botenstoffe sind, trotzdem hat man einen ‚gesunden Menschenverstand‘ für mich gilt das für das Bauchgefühl oder die emotionale Intelligenz. Manchmal spüre ich diesen inneren Kampf und versuche, mich noch viel mehr auf das Bauch-/Herzgefühl zu verlassen als auf den Kopf, was aber nicht immer einfach ist.

Ausreden und falsche Entschuldigungen sind nicht richtig, trotz der grossen Versuchung.

Geniesst den Tag!

Wochenrückblick 1.6.2014-8.6.2014

Denise von http://fraeulein-ordnung.blogspot.com stellt diese Frage jedes Wochenende:

Was hat dich in dieser Woche glücklich gemacht?

„Ich zeige 4 – 6 meiner liebsten Fotos aus der Woche und schreibe 1 – 2 Sätze dazu.
Wer Lust hat, kann gerne beim Wochen(glück)-Rückblick mitmachen und sich bis Sonntag Abend verlinken (wer mag, kann dafür das erste Bild mitnehmen). So können wir gemeinsam unser Glück, die schönen Momente und fröhlichen Stunden festhalten.“

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Das Wetter war die ganze Woche toll. Es war nichtmal Fotofilter nötig:

Ich

Auf dem Weg zur Akupunktur:

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Kungfu Panda getroffen:

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Der grosse Sohn macht Hausaufgaben die ihm Spass machen:

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Der Sommer ist definitiv da:

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Wir haben Springseil springen geübt weil das zur Sportprüfung des Grossen gehört und er etwas Hand-/Fusskoordinatonsprobleme hat. Am nächsten Tag mit Hexenschuss aufgewacht. Hrmpf. Im Laufe des Tages viele Dehnübungen gemacht und wieder langsam die Bewegung zurückbekommen. Am Freitag ist der Mann zu seiner 10d Trekkingtour in Frankreich aufgebrochen. Wegen der Verspannung bin ich noch schnell zur Physio und danach waren wir bei Nachbarn zum Grill eingeladen. Das hat den Kindern sehr Spass gemacht. Danach das übliche Programm mit Gitarreunterricht vom Grossen, was immer sehr unterhaltsam ist. Karate war diesmal etwas anstrengend auch nur schon beim Zusehen. Am Freitagabend habe ich die Jungs zu meinen Eltern gebracht weil sie da unbedingt Ferien machen wollen. Die Auszeit hat mir gut getan und ich habe die Ruhe und Planlosigkeit der zwei Tage genossen.

Auf diesem Wege, wünsche ich uns allen, einen guten Start in die neue Woche ❤