Wer feiern kann, kann am nächsten Tag…Partytime

Der liebste Spruch meines Vaters am Sonntag morgen war: „Wer bis in die Puppen feiern kann, kann am nächsten Tag auch wieder aufstehen und muss nicht den ganzen Tag vertrödeln.“

In meiner Teeniezeit habe ich diesen Satz so gehasst, dass ich tatsächlich am Sonntag vor 10.00 Uhr aufgestanden bin. Egal wie müde ich noch war, ich wollte mir diesen blöden, dämlichen Satz nicht anhören. Auf keinen Fall! Oh Gott, auch jetzt mit 36 drehe ich bei dem Gedanken völlig durch!

Letzten Freitag stand ein grosser, runder Geburtstag in meinem Freundeskreis an. Da das Geburtstagskind vor einigen Jahren weggezogen ist, bedeutete das eine 2.5h Autofahrt – ohne Weekend/-Feierabendverkehr. Glücklicherweise konnten unsere Männer den Nachmittag entweder im Homeoffice arbeiten bzw. ein Kind in die Firma nehmen und meine Freundin (die praktischer weise im gleichen Ort wohnt) und ich konnten sowas von rechtzeitig abfahren.

Das Partymotto war White Night. Ich habe wie Uriella ausgesehen und hatte das Bedürfnis in irgendeiner Badewanne das Wasser zu segnen…

Wir hatten keinen Stau und sind als erste Partygäste angekommen. Ich muss erwähnen, dass sich die Gruppe von diesen 7 Frauen schon seit über 14 Jahren kennen. Wir haben uns ziemlich alle über Umwege bei unseren Arbeitsstellen kennen gelernt. Jahrelang haben wir Pfingstferien in der Toscana zusammen mit unseren Partnern und weiteren Freunden verbracht. Das ist auch die Gruppe Frauen, mit denen ich immer meine verlängerten Weekendtripps gemacht habe. Sie sind toll! Ein Treffen mit ihnen bedeutet, Muskelkater vom Lachen! Herrlich!

Nacheinander trudelten alle im Hotel Wetterhorn in Hasliberg ein. Ich war in einem 7er Zimmer mit 5 Personen. Wir hatten sogar Hochbetten und es war so ein richtig lustiges Lagerfeeling.

Staublos Selfie

Wir hatten einen tollen Abend! Leckeres Essen. Nette Leute. Schöne Location. Tanzen bis die Füsse weh taten! Dieses Foto wurde irgendwann zwischen 2.00 und 3.00 Uhr aufgenommen. Ich finde, wir sehen alle noch sehr fit aus…

BFF Selfie

Alle Geburtstagsgäste waren in weiss gekleidet. So wussten wir immer, wer zu der Partygesellschaft gehört. Das war tatsächlich noch lustig, obwohl ich von meinem weissen Uriella-Outfit zuerst nicht überzeugt war.

Trotz MS habe ich tatsächlich bis 3 Uhr durchgehalten. Es ist doch so, dass man das Gefühl hat, mit MS kann man sowieso nicht mehr an eine Party. Man hat Fatigue und diese bleierne Erschöpfung raubt die letzten Kräfte. Bei einem Gedanken an eine Party, könnte man weinend auf dem Sofa zusammenbrechen. Ist bei mir normalerweise bei spontanen Verabredungen auch so, kenne ich also und ich bin nicht Super-Woman. Aber wenn ich weit im Voraus eine Einladung habe, dann bereite ich mich darauf vor. Spoonie- kennt ihr? Habe ich hier schon mal darüber geschrieben. Für mich steht dann nicht zur Diskussion, ob ich das mache oder nicht. Ausser, es geht mir tatsächlich sehr schlecht. Ich muss im Voraus etwas kürzer treten und Energie sammeln. Meistens merke ich die nächsten Tage danach die Müdigkeit und die Erschöpfung noch viel stärker als sonst. Trotzdem möchte ich mir das Leben nicht von der MS einschränken lassen, denn ich brauche solche Gelegenheiten um meine Glück-Batterien aufzuladen. Bei mir ist es so, wenn ich einen gewissen Müdigkeitspunkt erreicht habe, dann geht’s danach erstaunlich gut. Wenn ich sehr spät ins Bett gehe, weiss ich, dass ich dann in dieser Nacht sicher nicht mehr richtig schlafen werde. Keine Ahnung woran das liegt…

Ich bin dann um 7.30Uhr hell wach gewesen. Zuerst blieb ich noch liegen und irgendwann war es mir dann doch zu doof. Nach der Dusche bin ich mit einem Magazin ins Restaurant frühstücken gegangen, auch weil ich die Medikamente eigentlich immer zur gleichen Zeit nehme.

image

Lange blieb ich nicht alleine, denn der Rest aus meinem Zimmer trudelte auch nacheinander ein. Das Geburtstagskind kam dann als letzte zum Frühstück…hehehe.

Gegen 13.30Uhr war ich dann wieder zu Hause. Meine Jungs haben sich alle sehr gefreut. Irgendwann im Laufe des Nachmittages wurde ich aber so richtig richtig müde. Kurz habe ich überlegt, ob ich meinen Vater anrufen soll und ihm das mit Feiern und nächstem Tag erzählen soll und das mich seine Worte noch immer verfolgen. Aber da bin ich doch auf dem Sofa eingeschlafen.

Am Sonntag dann die Quittung. Meine Erkältung war wieder zurück und zwar ganz mühsam. Ich wusste schon am Freitag, dass eine Partynacht vermutlich nicht gerade sehr schlau ist in meinem Zustand, aber hej, das Leben will man doch geniessen. Das Wetter war bei uns extrem schön und so habe ich die Nachmittagsstunden sehr entspannt verbracht. Eine leckere Smoothiebowl mit Kokosnussmilch, gefrorenen Himbeeren und einigen frischen Früchten gab es auch noch dazu – HEEERRRLICH

Smoothiebowl

Das war mein Wochenende in Bildern.
Ich wünsche allen eine wunderbare Woche!

Alles Liebe, Katarina

 

 

Familienfreies Wochenende als Mutter: wie es war

Meine Freundin und ich bemühen uns, ein mal im Jahr ein Wochenende für uns zu reservieren und fahren weg. Wir machen dann eine Städtereise und geniessen die familienfreie Zeit. Dieses Jahr habe ich erst kürzlich mit meinen neuen Medikamenten angefangen mit reichlich Nebenwirkungen. Deshalb haben wir uns entschieden, nach Konstanz in Deutschland zu fahren. Das ist nicht weit von uns und einen schönen Weihnachtsmarkt gibt es auch.

Ich habe mein familienfreies Wochenende nun hinter mir. Hier folgt meine Auswertung:

Erstmal vielen Dank, dass ihr bei der Umfrage mitgemacht habt, es war wirklich lustig die Auswertung zu machen!

Auswertung Umfrage:

A: 77% Der Plan geht auf
B:   4% Anfängerfehler, solche Pläne funktionieren nie
C:   4% Wie kann man nur als Mutter eine Auszeit nehmen und den armen Mann mit
den Kindern alleine lassen obwohl er 100% arbeitet
D: 4%   Umfragen sind blöd, mach das nie wieder
E: 12% Umfragen sind toll, ich wünsche mir mehr davon

Mein familienfreies Wochenende in Bildern

Wir sind mit 30min. Verspätung, tatsächlich fast schon pünktlich abgefahren. In Konstanz angekommen, haben wir uns gleich ein Restaurant gesucht und unser Clubsandwich mit Prosecco bestellt! Wir haben kaum miteinander gesprochen und uns einfach das Essen reingeschaufelt als ob es kein Morgen gäbe. Herrlich diese Ruhe beim Essen!

Clubsandwitch

Danach haben wir uns voll und ganz dem Shopping hingegeben. Irgendwann meldete sich bei uns allen der Rücken und die Lust auf exzessives Shopping löste sich langsam in Luft auf. Also ab ins Hotel! Den Empfangsprosecco auf dem Hotelbett schlürfen und in den gekauften Zeitschriften blättern, das hat schon was!

Proseccoempfang

Wir waren im Hotel Steigenberger (das hier ist keine versteckte Hotelwerbung!) Am nächsten Morgen habe ich erst gesehen, wie toll es da aussieht. Über Nacht gab es etwas Puderzuckerschnee im Innenhof…

Hotelinnenhof

Am Samstag durch den Weihnachtsmarkt und die Gassen schlendern. Für meinen Geschmack hatte es einfach zu viele Menschen. Die meisten Cafés waren überfüllt und wir fanden kaum Platz. Danach schnell ins Hotel zurück und auf dem Bett liegend Shopping Queen schauen! Einfach so, mitten an einem Nachmittag! Da war die Bügelwäsche von zu Hause wirklich schon vergessen!

steigenbergerhotel

Wir haben uns vom Hotel ein Restaurant reservieren lassen. Den Wunsch nach gut bürgerlicher Deutscher Küche haben sie irgendwie falsch verstanden und uns den Tisch in einem Irish Pub reserviert. Das Essen war extrem lecker! Ich habe es so gierig verputzt, so blieb nicht mal Zeit für ein Foto. Aber eine Cola im Guinnessglas, dafür hat es gereicht.

Guinness

Am Sonntag haben wir ausgeschlafen! Nach einer Nacht mit Medikamentennebenwirkungen habe ich bis 8.30 Uhr geschlafen! Woohooo! Danach sehr lange und ausgiebigst gefrühstückt, bevor wir uns wieder langsam auf den nach Hause Weg machten. Beim bezahlen der Hotelrechnung, habe ich mich schon auf zu Hause gefreut.

hotelfrühstück

Ich bin gegen 14 Uhr wieder zu Hause gewesen. So sehr wie ich mich auf mein familienfreies Wochenende gefreut habe, so sehr habe ich mich auch wieder auf die Familie gefreut. Es war alles wie immer…die Jungs spielten, bastelten, lachten, waren laut, stritten…hach…der übliche Wahnsinn halt.

Was mir von meinem Wochenende geblieben ist, ist die Erkenntnis, dass kleine Auszeiten der Seele gut tun. Man erfreut sich an Kleinigkeiten! Ich habe die Ruhe beim Essen sehr genossen. Anscheinend bekomme ich vom Entspannen wahnsinnigen Hunger. Nicht so toll fand ich, dass die Stadt so überfüllt war. Vor allem die vielen Schweizer waren unglaublich. An jeder Ecke sprach man Schweizerdeutsch, einfach überall! Nächstes Jahr möchte ich nicht mehr zur Weihnachtszeit verreisen. Erstens sagen mir Weihnachtsmärkte nicht viel und zweitens finde ich die vielen Menschenmassen nicht so toll. Nächstes Jahr werden wir einen anderen Zeitpunkt wählen.

Fazit:

Die Abstimmungsergebnisse stimmen tatsächlich, der Plan ist aufgegangen. Ich habe die Zeit sehr genossen und meine Geduldsbatterien etwas aufgefüllt. Ein verlängertes Wochenende ist trotzdem etwas zu kurz…

Diesen Wochenendbericht, verlinke ich bei Susanne von geborgen-wachsen