Eine kleine Blogparade: ICH BIN NICHT DU!

Nennt es wie es euch gefällt – ob Blogparade, Lästerrunde oder Erfahrungsaustausch. Es geht darum aufzuzeigen, wie sich Dritte ungefragt in unser Leben einmischen. Deshalb, mehr Mut für das eigene Bauchgefühl und die eigene Entscheidung:
ICH BIN NICHT DU!
DU BIST NICHT ICH!
Wegen einer Nachfrage, wird dieser Post bis zur Auswertung um 10 Tage verlängert.

In den nächsten Tagen feiert mein Blog sein 2jähriges Bestehen!

Unglaublich – Ich habe so viele tolle Menschen kennen gelernt und der Austausch ist echt der Wahnsinn. Die vielen Kontakte sind unbezahlbar! Ich fühle mich inzwischen wie ein MS-Life-Coach. Vielleicht sollte ich das tatsächlich professionell aufziehen!? Auf alle Emails antworte ich ehrlich und teile meine Erfahrung. Und, ich gehe auf jede Person einzeln ein, denn es wäre einfach, meine bisherigen Antworten zu kopieren und einzufügen. Die Fragen wiederholen sich, die Probleme wiederholen sich…aber sowas geht nicht, denn jeder Mensch ist individuell. Was für Person A schlimm erscheint, muss nicht zwingend auch für mich schlimm sein. Was meine Grundmauern niemals erschüttern würde, kann für eine andere Person der Weltuntergang sein. Vielleicht täusche ich mich und bin grössenwahnsinnig, aber ich habe das Gefühl, genau dieses Fingerspitzengefühl zu besitzen.

Meine Leser!

Meine Leser sind durchs Band die liebsten, nettesten und tapfersten Menschen- ich schwör! Ich glaube, die fiesen Miesepeter kommen schon gar nicht auf meine Seite. Es gibt hier kein ’nicht enden wollendes‘ Gejammer und ich bin auch noch so ekelhaft postitiv, dass es schon fast weh tut. Blöderweise kenne ich mich mit Multipler Sklerose auch noch gut aus und bin kein Anfänger mehr. Und dazu kommt noch, dass ich zu jedem beliebigen Thema, meine EIGENE Meinung hab. Klar gibt es hier und da diese blöden Tage, an denen sehe ich auch nicht alles glitzern und funkeln. Dazu stehe ich und darüber schreibe ich, das ist ganz normal, denn realistisch sollte man schon bleiben. Nur habe ich beschlossen, mir durch die MS mein Leben nicht versauen zu lassen. Nichtsdestotrotz werde auch ich von diesen Miesepetern angerempelt. Dazu kann ich nur sagen:

dubistwirklichnichtich

Du bist nicht ich zu: Ich würde nie ein MS-Medikament einnehmen!

Stell dir vor: Ich finde Medikamente auch doof und die wenigsten vertrage ich. Trotzdem ist mein Entscheid für eine MS-Basistherapie nicht einfach so aus Spass und Naivität entstanden! Ich habe meinen Neurologen mit Fragen gelöchert. Habe Tage und Nächte im Internet recherchiert. Ich habe etliche klinischen Studien zu diesem Thema gelesen. Ich habe ein Jahr medikamentenfrei gelebt und ja, Scheisse, ich habe es genossen! Keine Nebenwirkungen, keine Arzttermine mit Blutkontrolle…das ist ein tolles Gefühl. Die Überraschung war ein neuer Schub mit drei neuen Läsionen und ich hätte schwören können, keinen Schub gehabt zu haben. Deshalb, so eine Bemerkung ist völlig daneben und bringt weder dir noch mir was! Du bist nicht ich!

Du bist nicht ich zu: Cortison Infusionen helfen nicht, sie verzögern nur alles!

Weisst du eigentlich, dass ich seit meiner Diagnose erst zwei mal Cortisoninfusionen bekommen habe? Ich hasse Cortison, es ist Teufelszeug! Die Symptome werden verstärkt, die Psyche spielt verrückt und es ist wirklich kein Spass. Trotzdem ist das die einzige Möglichkeit, eine anhaltende Nervenentzündung genau in diesem Moment zu stoppen! Es gibt diese Cortisonjunkies, die sich bei jedem Ziep, sofort eine Dröhnung holen und in Foren schreiben, dass sie wiedermal Corti-tanken gehen. Jedem das seine, oder? Solange du nicht weisst, wie ich mit Cortison umgehe, bringt uns eine solche Bemerkung keinen Schritt weiter. Du bist nicht ich!

Du bist nicht ich zu: Ich würde nie ein Medikament nehmen, welches PML verursacht!

Ja klar, niemand möchte gerne freiwillig ein Risiko eingehen! Vor allem, wenn man weiss, dass es lebensbedrohlich ist und man innerhalb von 3 Monaten sterben kann. Aber schon mal auf die Idee gekommen, dass nichts im Leben ohne Risiko ist? Was soll ich machen, wenn die anderen Medikamente, aus verschiedenen Gründen, nicht in Frage kommen? Hier sitzen und Däumchen drehend hoffen, dass die Forschung ein Heilmittel für MS in den nächsten Tagen frei gibt und als erstes an meine Tür klopft? Ich kenne das Risiko und deshalb bin ich sehr auf Risiko-Minimierung aus. Regelmässige Bluttest und auch mal positiv denken. Soll ich mich nächtelang schlaflos im Bett wälzen, weil ich ein Risikopatient bin? Soll ich mich vielleicht vor Selbstmitleid in den Schlaf weinen, weil ich arme Sau, auch noch JC-Virus Trägerin bin. Wir merken, bringt niemanden was- du bist nicht ich!

Wir könnten hier beliebig und unendlich viele Beispiele nennen.

  • ich würde nie nur Hausfrau und Mutter sein wollen
  • ich würde nie meine Kinder in die Krippe geben
  • ich würde mich nie täglich schminken
  • ich würde nie ungeschminkt aus dem Haus gehen
  • ich würde mir nie so viele Nagellacke kaufen
  • ich würde nie Fertigkost meiner Familie auftischen
  • ich würde nie vegetarisch/vegan/lacto ovo…was-auch-immer leben
  • ich würde nie Fleisch essen
  • ich würde nie stillen
  • ich würde nie mein Kind mit der Flasche ernähren
  • ich würde nie einen Kaiserschnitt machen lassen
  • ich würde nie natürlich gebären
  • ich würde nie ein FR/IT/DE/usw. Auto kaufen

…na, na, na? Eben, wir können nur in den eigenen Schuhen laufen und können das Leben und die Lebensumstände von jemand fremden nicht beurteilen. Noch blöder ist es, jemanden eine solche Meinung ungefragt vor den Latz zu knallen. Du hast einen Rat oder möchtest deine Meinung mitteilen? Ja, nur zu, aber verurteile nie jemand für eine Entscheidung, vor allem, wenn dich diese Person nicht darum gebeten hat. So einfach.

Da ich jetzt so richtig in Fahrt gekommen bin, entscheide ich mich kurzfristig meinen ersten Lästeraufruf daraus zu machen (ich habe gehört, dass einige die Bezeichnung ‚Blogparade‘ nicht mögen) 

Ich denke, ich bin nicht die Einzige, die so viele Beispiele DU BIST NICHT ICH nennen kann.

Oder lieber in dieser Reihenfolge? Ich bin nicht du!

ICHBINNICHTDU

Ich bin nicht du (er/sie/es): Die Schwester meiner Nachbarin hat auch MS und jetzt ist sie praktisch blind. Du auch? Nein, ich bin nur kurzsichtig und trage seit ich 20 bin eine Brille. Ich bin nicht sie!

Ich bin nicht du (er/sie/es): Bei uns kaufen viele MSler orthopädische Schuhe. Sie können mit denen viel besser laufen. Willst du auch welche kaufen? Ähm, hast du ernsthaft meinen Gang beobachtet? Nein?

Ich bin nicht du (er/sie/es): Der Bruder meiner Schwiegermutter ist an MS gestorben. Das ist ja total Scheisse, dass du das hast. Hier bekomme ich meistens Lust, diese Person zu schütteln.

Ich bin nicht du (er/sie/es): Meine Arbeitskollegin benutzt energetisch aufgeladene Steine und das hilft ihr, machst du das auch, willst du auch solche Steine bestellen? Von mir aus können alle täglich einen Rosenquarz lutschen, Bäume umarmen, 30 min. Kopfstand machen…alles, solange es sie glücklich macht. Wenn ich sowas selber ausprobieren wollen würde, dann melde ich mich selber.

Ich freue mich, wenn ihr hier mitmacht und eure Erfahrungen teilt! Du bist nicht ich und ich bin nicht du betrifft nicht nur jemand mit einer Krankheit, das betrifft uns alle!

Das ist ein sehr spontaner Aufruf um gemeinsam zu lästern, die Luft raus zu lassen, einfach mal das benennen, was uns so unendlich nervt. Da ich sowas noch nie gemacht habe, habe ich keine Ahnung wie das funktioniert und würde mich sehr freuen, wenn ihr mitmacht und diesen Aufruf auch noch weiter teilt.

Teilnahmebedingungen ohne Blog: unter diesen Post in der Kommentarfunktion schreiben oder auf Facebook bei Staublos diesen Post kommentieren.

Teilnahmebedingungen mit Blog: In deinem wunderbaren Post, diesen Blogpost verlinken und deinen Link unter meinem Kommentar hinterlassen damit ich dich auch lesen kann.

Beginn: Ab sofort 17. März 2016

Dauer: weil Ostern dazwischen, bis 1. April 2016 wird bis 10. April 2016 verlängert

Wer mag, darf auch eins der Bilder von diesem Post übernehmen

Nach Ablauf der ‚Blogparade’/’Lästerrunde‘ oder ’nennt-es-so-wie-es-euch-glücklich-macht‘ möchte ich eine Zusammenfassung der Kommentare und Beiträge erstellen + alle teilnehmenden Blogs verlinken.

Hier geht es zur AUSWERTUNG

So, ich hoffe, ich habe nix vergessen und ihr macht hier tatsächlich mit!

Danke, Katarina ❤

Erstes Ski-Lager als Mutter!

An unserer Schule gehen die Kinder in der dritten Klasse, also mit 9 Jahren, für eine Woche ins Skilager. Wie schon mehrfach erwähnt, bin ich ein ganz grosser Kontrollfreak. Ich muss alles unter Kontrolle haben und für alle Eventualitäten vorbereitet sein. Ist einfach so, sonst werde ich nervös und unausstehlich. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht spontan sein kann!

In der Schule haben sie schon frühzeitig angefangen, die Kinder auf das Skilager vorzubereiten. Sie haben die Menüliste zusammen gemacht, die Ämtli verteilt. Es wurde erklärt, wie der Ablauf im Skilager ist und was man dort alles machen wird. Ich denke, die Lehrerin hat ihnen das soweit sehr schmackhaft gemacht. Jedenfalls hat sich mein Sohn, nach anfänglich kritischem Bedenken, sehr auf das Skilager gefreut. Er konnte es kaum erwarten bis sie endlich fahren können.

In den Monaten davor, hat mich der Gedanke daran schon sehr nervös gemacht. Mein Sohn ist vom Naturell her sehr abgelenkt. Er ist ein verträumtes Kind mit sehr viel Fantasie. Anders ausgedrückt: Er hört nicht zu, vergisst alle Anweisungen sofort und steht dann da und hat keinen Plan, was gerade besprochen wurde. Er musste halt über etwas viel wichtigeres nachdenken. Das weiss ich und ich kann es soweit auch nachvollziehen, weil ich ja auch so ein ADS Typ bin. Daher kommt auch mein Kontrollwahn…ohne Kontrolle endet alles im Chaos.

Der Sohn kennt sich selber auch sehr gut und spricht das am Wochenende vor dem Skilager auch an. „Mama, ich höre ja nicht so gut zu und meistens vergesse ich auch sofort alles. Was mache ich, wenn die Lehrerin uns Anweisungen zum Treffpunkt und Zeit gibt und ich höre das nicht? Es könnte sein, dass ich mich zwar sehr konzentriere und zuhöre und auf der Skipiste das vielleicht wieder vergesse und die anderen gehen ohne mich weiter…“  Tja, davor habe ich ja tatsächlich auch Panik. Und vor allem ist mein Sohn von der Art her so unscheinbar ruhig und könnte tatsächlich schnell vergessen gehen.

Wir haben also am Wochenende alles zusammen gepackt. Er fand mein organisiertes Vorgehen ziemlich cool! Mama, du machst das so gut und hast für alles einen Plan. So hat man total die Übersicht und vergisst praktisch nix. Hach, Balsam für die Seele sag ich da!

Erstaunlicherweise war ich an diesem Wochenende vom Kopf her völlig entspannt. Das Bauchgefühl kribbelte und versuchte all die Horrorgeschichten zum Kopf hoch zu funken. Immer diese Entscheidungen…Kopf oder Bauch. Ich habe mich jedenfalls sehr zusammengerissen und wollte nicht, dass sich meine Nervosität auch noch auf das Kind überträgt. Denn wir wissen, Kinder spüren und merken aaaaalles und meine kopieren unbewusst meine Stimmungen.

Sonntag um 22.30 Uhr machte mein Mann DEN Fehler. Er sagte zu mir, dass das Kind niemals die schwere Tasche und dazu noch die Skiausrüstung tragen kann. Sowas kann ich dann überhaupt nicht haben! Die Tasche war perfekt gepackt inkl. Schlafsack, Skihelm und den Skischuhen, die links und rechts in der Tasche verstaut waren. Also um 23Uhr noch die andere Reisetasche mit Rollen aus dem Keller holen und alles umräumen. Alles verstaut, aber ich wusste, dass das Kind die Tasche niemals alleine wieder zubringen wird. Der Mann verunsicherte mich tatsächlich noch ein mal mit der Bemerkungen, dass ihm die rollende Reisetasche im Schnee auch nix nützt. Hrmpf!

Am Montag, als wir im Auto sassen, hatte das Kind einen kurzen Moment von mimimi, Mama, ich habe doch etwas Angst. Erstaunlicherweise hat er sich sofort wieder gefangen und war bereit. Um 7.30 Uhr standen wir pünktlich auf dem Schulparkplatz! Das Gepäck und die Skiausrüstung wurde eingeladen. Ein Kind weinte, die anderen waren völlig aufgekratzt, die Eltern lächelten mehr oder weniger gequält. Kurze Verabschiedungsrunde und um 8.00Uhr fuhr der Car ab. Fort. Weg. In diesem Moment habe ich mir so sehr einen Schnapps gewünscht.

Die Tage ohne ihn waren echt hart. Ich hatte innerlich ein gutes Gefühl und eigentlich keine Angst. Es war tatsächlich ein richtig fieses Vermissen. Das schlimmste für uns war, dass wir keine Infos hatten – Funkstille von Montag bis Freitag. (Unsere Kinder waren auch schon für mehrere Tage bei meinen Eltern, da wussten wir aber, dass es ihnen gut geht.) Das ist ein ganz anderes Gefühl, man ist einfach machtlos und muss die Kontrolle abgeben! Der kleine Sohn hat sehr unter Brudervermissen gelitten und hat sich eine Streichliste mit Tagen bis zu seiner Rückkehr gemacht. Schon am Morgen wurde der jeweilige Tag zur Hälfte durchgestrichen.

streichliste

Jeden Tag, an dem keine Meldung vom Skilager kam, wusste ich, dass alles gut läuft. Sie würden nur dann anrufen, wenn etwas nicht gut ist. Also ist kein Anruf, ein gutes Zeichen.

Mein kleiner innerer Monk sass wimmernd in der Ecke und wurde vom Kontrollfreak immer wieder gestichelt!

Endlich war die Woche rum und am Freitag war ich dann doch extremst aufgeregt. Als dann die SMS kam, dass sie eine Stunde früher zurück kommen, da war kein Halten mehr. Ich musste also noch eine Stunde warten, bis ich sehe, ob er wieder aus dem Car aussteigt. In den letzten 30min. habe ich versucht, mich mit Gartenarbeit abzulenken bis ich den Car vorbeifahren sah. Zufall! So schnell habe ich noch nie meine Autoschlüssel gepackt und mit dem kleinen Sohn zur Schule gefahren! Dann war der Moment da! Die Kinder stiegen aus dem Car aus und ich war echt sehr angespannt! Da sah ich ihn! Ich sag’s euch, dieses Gefühl ist echt unbeschreiblich! Ich hab wie ein Groupie die Arme in die Luft geworfen und seinen Namen gerufen. Vermutlich fand er das ziemlich peinlich wie seine Mutter wie ein pickeliger Teenie ausgeflippt ist. Aber so war es! Ich war so erleichtert und glücklich und hätte am liebsten die ganze Welt umarmt. Da musste ich tatsächlich Freudentränen zurückhalten.

Der Sohn war glücklich! Etwas erkältet, aber sowas von tiefen entspannt und ausgeglichen. Überall um uns herum war die grosse Freude und die Erleichterung zu spüren. So ein herrliches Gefühl. Danach hat er erzählt und erzählt und erzählt.

Was ich ganz toll fand, waren die Geschichten, wie er sich um Problemlösungen bemüht hat. Er brauchte lange um alleine die Skischuhe anzuziehen. Also sei er jeweils 5min. vor den anderen in den Keller, damit er mehr Zeit hat. Oder wie er an einem Tag lieber nicht am Skirennen teilnehmen wollte, weil er bis zum höchsten Gipfel nicht fahren wollte (Höhenangst). Der Lehrerin das mitgeteilt hat und sich dann um ein verletztes Mädchen den ganzen Nachmittag im Haus gekümmert hat.

Wir sind in diesen 5 Tagen alle ein grosses Stück weiter gewachsen. Ich und mein Kontrollfreak – der Sohn und seine Selbstsicherheit. Ihm hat es sichtlich gut getan, selbständig und auf eigenen Beinen zu stehen. Das er diese Erfahrung machen konnte, hat mich unglaublich gefreut.

Als Dank für das tolle Erlebnis haben wir der Lehrerin eine schnelle Dankeskarte gebastelt und einen Schokoladenhasen beigelegt. Sofort kam eine Antwort von ihr, dass sie sich wahnsinnig über das Feedback gefreut hat.

Danke! skilager

Das war eine weitere Erfahrung für mich als Mutter. Das erste Skilager!

Auf Instagram und //platform.twitter.com/widgets.js„>Twitter habe ich gepostet: survived Skilager

skilager

Jetzt geniessen wir 4 freie Tage miteinander!

Habt ein schönes Osterwochenende,
Katarina

Du bist nicht ich! Wer kennt das?

In den nächsten Tagen feiert mein Blog sein 2jähriges Bestehen!

Unglaublich – Ich habe so viele tolle Menschen kennen gelernt und der Austausch ist echt der Wahnsinn. Die vielen Kontakte sind unbezahlbar! Ich fühle mich inzwischen wie ein MS-Life-Coach. Vielleicht sollte ich das tatsächlich professionell aufziehen!? Auf alle Emails antworte ich ehrlich und teile meine Erfahrung. Und, ich gehe auf jede Person einzeln ein, denn es wäre einfach, meine bisherigen Antworten zu kopieren und einzufügen. Die Fragen wiederholen sich, die Probleme wiederholen sich…aber sowas geht nicht, denn jeder Mensch ist individuell. Was für Person A schlimm erscheint, muss nicht zwingend auch für mich schlimm sein. Was meine Grundmauern niemals erschüttern würde, kann für eine andere Person der Weltuntergang sein. Vielleicht täusche ich mich und bin grössenwahnsinnig, aber ich habe das Gefühl, genau dieses Fingerspitzengefühl zu besitzen.

Meine Leser!

Meine Leser sind durchs Band die liebsten, nettesten und tapfersten Menschen- ich schwör! Ich glaube, die fiesen Miesepeter kommen schon gar nicht auf meine Seite. Es gibt hier kein ’nicht enden wollendes‘ Gejammer und ich bin auch noch so ekelhaft postitiv, dass es schon fast weh tut. Blöderweise kenne ich mich mit Multipler Sklerose auch noch gut aus und bin kein Anfänger mehr. Und dazu kommt noch, dass ich zu jedem beliebigen Thema, meine EIGENE Meinung hab. Klar gibt es hier und da diese blöden Tage, an denen sehe ich auch nicht alles glitzern und funkeln. Dazu stehe ich und darüber schreibe ich, das ist ganz normal, denn realistisch sollte man schon bleiben. Nur habe ich beschlossen, mir durch die MS mein Leben nicht versauen zu lassen. Nichtsdestotrotz werde auch ich von diesen Miesepetern angerempelt. Dazu kann ich nur sagen:

dubistwirklichnichtich

Du bist nicht ich zu: Ich würde nie ein MS-Medikament einnehmen!

Stell dir vor: Ich finde Medikamente auch doof und die wenigsten vertrage ich. Trotzdem ist mein Entscheid für eine MS-Basistherapie nicht einfach so aus Spass und Naivität entstanden! Ich habe meinen Neurologen mit Fragen gelöchert. Habe Tage und Nächte im Internet recherchiert. Ich habe etliche klinischen Studien zu diesem Thema gelesen. Ich habe ein Jahr medikamentenfrei gelebt und ja, Scheisse, ich habe es genossen! Keine Nebenwirkungen, keine Arzttermine mit Blutkontrolle…das ist ein tolles Gefühl. Die Überraschung war ein neuer Schub mit drei neuen Läsionen und ich hätte schwören können, keinen Schub gehabt zu haben. Deshalb, so eine Bemerkung ist völlig daneben und bringt weder dir noch mir was! Du bist nicht ich!

Du bist nicht ich zu: Cortison Infusionen helfen nicht, sie verzögern nur alles!

Weisst du eigentlich, dass ich seit meiner Diagnose erst zwei mal Cortisoninfusionen bekommen habe? Ich hasse Cortison, es ist Teufelszeug! Die Symptome werden verstärkt, die Psyche spielt verrückt und es ist wirklich kein Spass. Trotzdem ist das die einzige Möglichkeit, eine anhaltende Nervenentzündung genau in diesem Moment zu stoppen! Es gibt diese Cortisonjunkies, die sich bei jedem Ziep, sofort eine Dröhnung holen und in Foren schreiben, dass sie wiedermal Corti-tanken gehen. Jedem das seine, oder? Solange du nicht weisst, wie ich mit Cortison umgehe, bringt uns eine solche Bemerkung keinen Schritt weiter. Du bist nicht ich!

Du bist nicht ich zu: Ich würde nie ein Medikament nehmen, welches PML verursacht!

Ja klar, niemand möchte gerne freiwillig ein Risiko eingehen! Vor allem, wenn man weiss, dass es lebensbedrohlich ist und man innerhalb von 3 Monaten sterben kann. Aber schon mal auf die Idee gekommen, dass nichts im Leben ohne Risiko ist? Was soll ich machen, wenn die anderen Medikamente, aus verschiedenen Gründen, nicht in Frage kommen? Hier sitzen und Däumchen drehend hoffen, dass die Forschung ein Heilmittel für MS in den nächsten Tagen frei gibt und als erstes an meine Tür klopft? Ich kenne das Risiko und deshalb bin ich sehr auf Risiko-Minimierung aus. Regelmässige Bluttest und auch mal positiv denken. Soll ich mich nächtelang schlaflos im Bett wälzen, weil ich ein Risikopatient bin? Soll ich mich vielleicht vor Selbstmitleid in den Schlaf weinen, weil ich arme Sau, auch noch JC-Virus Trägerin bin. Wir merken, bringt niemanden was- du bist nicht ich!

Wir könnten hier beliebig und unendlich viele Beispiele nennen.

  • ich würde nie nur Hausfrau und Mutter sein wollen
  • ich würde nie meine Kinder in die Krippe geben
  • ich würde mich nie täglich schminken
  • ich würde nie ungeschminkt aus dem Haus gehen
  • ich würde mir nie so viele Nagellacke kaufen
  • ich würde nie Fertigkost meiner Familie auftischen
  • ich würde nie vegetarisch/vegan/lacto ovo…was-auch-immer leben
  • ich würde nie Fleisch essen
  • ich würde nie stillen
  • ich würde nie mein Kind mit der Flasche ernähren
  • ich würde nie einen Kaiserschnitt machen lassen
  • ich würde nie natürlich gebären
  • ich würde nie ein FR/IT/DE/usw. Auto kaufen

…na, na, na? Eben, wir können nur in den eigenen Schuhen laufen und können das Leben und die Lebensumstände von jemand fremden nicht beurteilen. Noch blöder ist es, jemanden eine solche Meinung ungefragt vor den Latz zu knallen. Du hast einen Rat oder möchtest deine Meinung mitteilen? Ja, nur zu, aber verurteile nie jemand für eine Entscheidung, vor allem, wenn dich diese Person nicht darum gebeten hat. So einfach.

Da ich jetzt so richtig in Fahrt gekommen bin, entscheide ich mich kurzfristig zu meiner ersten Blogparade aufzurufen!

Ich denke, ich bin nicht die Einzige, die so viele Beispiele DU BIST NICHT ICH nennen kann.

Oder lieber in dieser Reihenfolge? Ich bin nicht du!

ICHBINNICHTDU

Ich bin nicht du (er/sie/es): Die Schwester meiner Nachbarin hat auch MS und jetzt ist sie praktisch blind. Du auch? Nein, ich bin nur kurzsichtig und trage seit ich 20 bin eine Brille. Ich bin nicht sie!

Ich bin nicht du (er/sie/es): Bei uns kaufen viele MSler orthopädische Schuhe. Sie können mit denen viel besser laufen. Willst du auch welche kaufen? Ähm, hast du ernsthaft meinen Gang beobachtet? Nein?

Ich bin nicht du (er/sie/es): Der Bruder meiner Schwiegermutter ist an MS gestorben. Das ist ja total Scheisse, dass du das hast. Hier bekomme ich meistens Lust, diese Person zu schütteln.

Ich bin nicht du (er/sie/es): Meine Arbeitskollegin benutzt energetisch aufgeladene Steine und das hilft ihr, machst du das auch, willst du auch solche Steine bestellen? Von mir aus können alle täglich einen Rosenquarz lutschen, Bäume umarmen, 30 min. Kopfstand machen…alles, solange es sie glücklich macht. Wenn ich sowas selber ausprobieren wollen würde, dann melde ich mich selber.

Ich freue mich, wenn ihr hier mitmacht und eure Erfahrungen teilt! Du bist nicht ich und ich bin nicht du betrifft nicht nur jemand mit einer Krankheit, das betrifft uns alle!

Das ist ein sehr spontaner Aufruf um gemeinsam zu lästern, die Luft raus zu lassen, einfach mal das benennen, was uns so unendlich nervt. Da ich sowas noch nie gemacht habe, habe ich keine Ahnung wie das funktioniert und würde mich sehr freuen, wenn ihr mitmacht und diesen Aufruf auch noch weiter teilt.

Teilnahmebedingungen ohne Blog: unter diesen Post in der Kommentarfunktion schreiben oder auf Facebook bei Staublos diesen Post kommentieren.

Teilnahmebedingungen mit Blog: In deinem wunderbaren Post, diesen Blogpost verlinken und deinen Link unter meinem Kommentar hinterlassen damit ich dich auch lesen kann.

Beginn: Ab sofort 17. März 2016

Dauer: weil Ostern dazwischen, bis 1. April 2016

Wer mag, darf auch eins der Bilder von diesem Post übernehmen

Nach Ablauf der ‚Blogparade’/’Lästerrunde‘ oder ’nennt-es-so-wie-es-euch-glücklich-macht‘ möchte ich eine Zusammenfassung der Kommentare und Beiträge erstellen + alle teilnehmenden Blogs verlinken.

So, ich hoffe, ich habe nix vergessen und ihr macht hier tatsächlich mit!

Danke, Katarina ❤

Wochenrückblick 19.03.2016

Mein Wochenrückblick in Bildern

Wochenrückblick ist einer meiner liebsten Blogbeiträge. Ich nehme mir die Zeit, über die vergangene Woche nachzudenken und suche meine liebsten Momente zusammen. Das Leben ist zu kurz, um sich nur mit schlechten Tagen zu beschäftigen, oder?

Die Idee kommt ursprünglich von Denise Fräulein Ordnung.

Diese Woche war bei uns sehr speziell! In unserer Schule gehen die Kinder bereits ab der dritten Klasse ins Skilager. Der grosse Sohn fuhr also am Montag pünktlich um 8.00 Uhr ab. Das war der eine Moment in meinem Leben, an dem ich sehr gerne einen Schnaps getrunken hätte. Uns überkam das grosse Vermissen – der kleine Sohn hat sich eine Streichliste gezeichnet und hat bereits nach dem Aufstehen, den halben Tag durchgestrichen. Mein kleiner, innerer Kontrollfreak sass wimmernd in der Ecke.

streichliste

Der kleine Sohn hatte Sonder-Woche-Programm mit verschiedenen Aktionen in der Schule und Ausflügen. Am Dienstag, als er von einem Tierwaldpark zurück kam, begann es wieder zu schneien.

Schnee im Frühling

Das war perfektes Kuschelwetter.

Kuschelkind

Nur um zwei Tage später wieder mit strahlendem Sonnenschein zu überraschen. Es war noch immer sehr ungewohnt ohne den Grossen. Also schlürften der Kleine und ich im Garten ‚Seelentröster‘-Bananenshake.

bananensmoothie

Irgendwann musste für mich aber doch Alkohol her. Ein doofer Tag, an dem einfach alles nur blöd war.

aperol spritz

Da uns die kleine Katze letzte Woche sehr überrascht hat und plötzlich rollig wurde, habe ich einen OP-Termin zur Kastration gemacht. Am Freitag war es dann soweit. Das kleine Schätzchen hat es sehr gut gemacht und nur einige Stunden später, war sie wieder putz munter.

schwarze Katze

Und dann der beste Moment überhaupt!!!!

Die SMS von der Lehrerin mit der Info., dass sie eine Stunde früher zurück sind. Als er dann aus dem Car stieg, oh Gott, dieses unglaubliche Gefühl von Glück, Erleichterung und Freude!

skilager

 

Auf diesem Wege wünsche ich allen einen guten Start in die neue Woche ❤

Liebe Grüsse, Katarina