Daily me: Grosse Erwartung und dann kam nix

Heute hat bei uns wieder die Schule angefangen. Ich muss die Kinder nie wecken, weil die schon vor meinem Weckerklingeln wach sind. Ja, auch am Wochenende oder in den Ferien, die Kinder sind ab 6.10 Uhr normalerweise wach und zwar egal, um welche Zeit sie ins Bett gegangen sind. Ich snooze jedenfalls noch ein wenig vor mich hin. Diese perverse Selbstquälerei…aber lassen wir das.

Um 7.40h sind alle aus dem Haus und ich dusche in Überschallgeschwindigkeit. So stehe ich Punkt 8.00 Uhr vor dem Lebensmittelladen und bin 8.17 Uhr wieder zu Hause und mache die Putzsachen bereit weil Montag die Haushaltshilfe/Putzfrau kommt.

Am Nachmittag bringe ich grossen Sohn in die Gitarrenstunde und werfe noch eine Ibuprofen ein. Frauengeschichten. Nur um ihn 30min. später wieder abzuholen. Zum Trost schalte ich die Sitzheizung auf höchste Stufe und brate kurz auf dem Parkplatz. Herrliche Erfindung sag ich nur!

Heute war dann Neujahresapéro in der Schule. Gross angekündigt! Ein Event, welches man keinesfalls verpassen sollte! Gleichzeitig wurde die letzte Schulleiterin verabschiedet. Für die wundertollen und spannenden und innovativen und bombastischen 3 Jahre wurde gedankt und ein mal geklatscht. Ich muss dazu erwähnen, dass unsere Schule die Lehrer wie Unterhosen wechselt. Mein Sohn hat vom Kindergarten bis zur dritten Klasse bereits 6 verschiedene Lehrer gehabt. Dann wurde die neue Schulleiterin vorgestellt. Die grosse Hoffnung, der Star, die Zukunft… ich erwarte Trommelwirbel, Konfetti, eine motivierte Ansprache und wie sehr man sich auf die neue Aufgabe freut. Dann, ähm…Also, eigentlich wurde nur ihr Name genannt. Sie sagte nix! Dabei bin ich nur wegen ihr dorthin gegangen. Die grosse Hoffnung liegt bei dieser Frau, vielleicht kriegt sie die Schule endlich auf einen guten Weg. Aber naja, sie hat bunte Blümchen bekommen und der Apéro wurde eröffnet (dabei gab es nicht mal Alkohol). Ich stand dann mit anderen 20 Knochen in der Turnhalle und fragte mich, warum ich mir eigentlich das angetan habe! Normalerweise drücke ich mich immer vor solchen Veranstaltungen, jetzt weiss ich auch warum.

Mein Mann fragt, was denn die neue Schulleiterin gesagt hat und möchte mir nicht glauben, wenn ich ihm sage: NIX! Keine Ziele, keine Strategie, keine Visionen, kein ich freue mich auf Ihre Kinder…NIX. Sie hätte ja von mir aus auch lügen können…aber einfach NIX?

Vielleicht erwarte ich auch einfach zu viel von dieser Welt. Jetzt löffle ich, leicht verstört, meinen Milchreis fertig, damit ich meine MS-Medikamente nehmen kann.

Ähm ja. Das wars!

Ein Versuch: Tagebuchbloggen

Einer meiner ToDo’s für 2016 war ja, einen Versuch mit Tagebuch bloggen zu starten. Wie gesagt, es wird vorläufig ein Versuch werden, denn ich weiss nicht ob:

  1. sich irgendjemand für meinen Alltag intressiert
  2. mein Alltag genug Schreibthema bietet
  3. ich überhaupt Tagebuch schreiben kann, weil, tadaaa, ich habe nie Tagebuch geführt. Auch nicht als Teenie

Also versuchen wir das jetzt einfach mal, denn bei den anderen Bloggern lese ich die sehr gerne

Sonntag, 3.01.2016

Schlecht geschlafen weil prämenstruell und Rücken und Bauchgrummeln. Ein wichtiges Schulgespräch vom grossen Sohn steht an und das beschäftigt mich zur Zeit sehr. Beschäftigen ist eigentlich fast schon untertrieben. Heute wache ich gegen 5Uhr auf weil ich von diesem Lehrergespräch träume. Ich bin völlig in meinem Element und führe bereits das Schlachtgespräch mit der Lehrerin. Dabei versuche ich mir irgendwo im Geiste die passenden Notizen zu schreiben. Also wenn ich schon im Geiste das Szenario durchgehe, dann bitte richtig. Ich denke hier an Frau Bruellen, ich weiss aus ihrem Blog, dass sie sich mit solchen Traum-Szenarien-Bewältigungen auch auskennt. Ich bin total in Fahrt und rede mich im Traum duselig und versuche den Tipp meiner Psychologenfreundin geschickt einzubinden. Sie empfiehlt übrigens, aus psychologischer Sicht, den ultimativen Satz gegenüber Sozialpädagogen: „ich bin enttäuscht!“ und den zweiten „was schlagen Sie hier vor.“ (ich muss dazu erwähnen, dass ich immer den Drang habe, anderen ihre Problemlösungen abzunehmen und Lösungen bereits selber vorzuschlagen, auch wenn es nicht meine Aufgabe ist) Also lalle ich den Satz im Schlaf vor mich hin und probiere verschiedene Varianten. Danach wache ich, wie gesagt, um 5 Uhr auf und kann nicht mehr einschlafen. Die kleine Babykatze merkt offenbar das ich wach bin und springt neben mein Gesicht. Wir glotzen uns also in der Dunkelheit an und zack, tapst mir die haarige Pfote direkt ins Auge. Ich konnte definitiv nicht mehr einschlafen.

Der Mann macht das Frühstück (ich habe am Samstag einen Zopf, infolge Laktoseintolleranz versuchsweise mit Hafermilch gebacken und das ging erstaunlich gut) und ich steuere noch die Nutella dazu.

Danach wird unser Haus wieder entweihnachtet und der Weihnachtsbaum abgeschmückt. Ich frage mich, ob ich aus dem Weihnachtsbaum (ohne Nadeln) irgendwie einen Kletterbaum für die Katze machen kann. Der Mann findet die Idee nur so mittelprächtig. Mal sehen wer schneller ist, ich mit Kletterbaum oder die Müllabfuhr.

Entschmückter Weihnachtsbaum

Am Nachmittag geht der Mann noch seine Runde joggen, die Kinder spielen Unihockey in der Garage. Das tönt dann aber doch so, als ob sie das Haus abreissen möchten. In dieser Zeit muss ich eine wichtige Entscheidung treffen! Welche Nagellack-Farbe wähle ich aus?

Nagellack

Da ich durch die Festtage ständig den Chanel„> roten Chanel* drauf hatte, wollte ich wieder etwas Abwechslung. Also habe ich, passend zum Wetter, den grauen Essie cocktail bling* gewählt. Morgen ist zwar Putztag bei mir, aber egal, dann habe ich wenigstens für heute schöne Nägel.

Heute ist der letzte Ferientag und morgen beginnt wieder die Schule und auch der Mann geht wieder ins Büro. Die Jungs daran erinnern, noch in die Schultaschen zu schauen und dabei irgendwelche Informationsblätter von der ersten Klasse bekommen.

Zum Abendessen wird ‚kalt‘ gegessen. Wir nennen das ‚heute gibt es kalt‘ alles was wir im Kühlschrank finden und nicht kochen müssen. Also Käse, Aufschnitt, Joghurt, Hüttenkäse, rohes Gemüse. Das macht ziemlich alle glücklich und danach muss man auch nicht so viele Pfannen abwaschen.

So, das war jetzt mal mein erster Tagebuchbloggen-Eintrag. Hier sieht man ganz schön, dass ich mich eigentlich nur selten kurz fassen kann. Eigentlich ist mir jetzt schon klar, dass ich am Elterngespräch diese 30min., die grosszügig für uns reserviert wurden, sowieso nicht einhalten kann und dann werde ich meinen ultimativen Pädagogen-Kryptonit** fallen lassen: Ich bin enttäuscht!

So!

Allen, die morgen wieder mit dem Arbeitsalltag beginnen, wünsche ich einen wundervollen Start!

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**ich habe normalerweise nix gegen Pädagogen.

WMDEGT11/15

Frau Brüllen veröffentlicht jeden 5. im Monat ein Tagebucheintrag und lädt weitere Blogger mitzumachen und sich zu verlinken. Heute mache ich auch mit und schreibe einen Tagebucheintrag:

Ich wache um 4.00 Uhr auf weil die Nebenwirkungen von meinem neuen Medikament höllische Bauchkrämpfe verursachen. Danach wälze ich mich mehr oder weniger schlaflos im Bett. Da der Mann einen späteren Termin hat, macht er Frühstück und ich stehe um 7.00 Uhr am Frühstückstisch.

(Ich werde das Medikament bis nach dem Wochenende nicht mehr nehmen. Am Samstag feiert mein Mann seinen 40! Geburtstag und ich kann mit den Magenkrämpfen sonst keinen Finger krümmen. Gestern stand ich plötzlich kurz vor Ohnmacht wegen der Schmerzen. Das habe ich aber vorab schon mit meinem Neurologen abgeklärt.)

Nachdem die Kinder in die Schule gegangen sind, dusche ich und schreibe den Einkaufszettel für die Kuchen, die ich noch für Samstag backen will. Bevor ich ins Auto steige, muss ich dieses Foto machen. Druch den ganzen Garten erstreckten sich Spinnennetze und glitzerten im wunderschönen Licht:

spinnenweben

Im Laden bin ich froh um meinen Einkaufszettel weil der Kopf noch etwas verwirrt ist. Zwischendurch bekomme ich auch noch erhöhte Temperatur und mache einen Halt in der Apotheke. Eindecken mit Buscopan gegen die Magenkrämpfe und Paracetamol gegen das Fieber, ha!

Einkäufe verräumen hasse ich sowieso immer, egal wie gefüllt die Tüten sind. Also kurz das Internez checken und alles strategisch richtig verräumen nach Kategorien ‚was brauche ich Heute‘ und ‚was brauche ich Morgen‘. Räume den Geschirrspüler aus. Dann koche ich schon mal einen grossen Topf Bolognese damit es auch für das Abendessen reicht. In der Zwischenzeit räume ich die Garderobe im Keller leer damit ich am Samstag alle Jacken der Gäste aufhängen kann. Sortiere alle kaputten Schuhe aus in ‚Abfall‘ und ‚kann ich weiter geben‘ aus. Sauge noch das Gästezimmer/Bad und gleich auch das ganze UG und das Treppenhaus, wenn man schon dabei ist.

Während die Bolognese kocht, erstelle ich noch den Gutschein im Auftrag meiner Eltern, für ihr Geschenk für meinen Mann. Dann versorge ich alle Zeitschriften, Bücher und sonst noch alles was im Wohnzimmer herumliegt, oben im Büro. Wie man sieht, achte ich immer darauf, möglichst viel mit möglichst wenig Aufwand zu erledigen, also laufe ich die Stockwerke im Haus, meistens nie mit leeren Händen hoch und runter.

Um 12 Uhr kommen die Kinder nach Hause, es gibt Mittagessen. Die Küche wird aufgeräumt. Dann haben alle 20 min. Zimmerstunde. Die Kinder können entweder lesen oder eine CD hören, während ich auf dem Sofa wieder mein Internez checke.

Ich whatsappe meinem Bruder die Geschenkideen für meinen Mann. (sowas hasse ich eigentlich!)

Der Kleine Sohn geht in die Schule, ich hole Post und frage gleich meine Nachbarn nach der Feuerschale für die Geburtstagsparty. Der grosse Sohn hat den Nachmittag frei und ich kläre noch die Zeit, wann er das Dikatat üben ‚möchte‘. Danach telefoniere ich noch mit meiner Freundin und richte gleichzeitig die Zutaten für den Zitronenkuchen. Den kann man offenbar zwei Tage im Voraus backen. Na, mal sehen…

Als der Zitronenkuchen im Backofen ist, bringt mir mein Nachbar die Feuerschale für den Samstag. Ich whatsappe nochmals hin und her mit meinem Bruder.

Dann diktiere ich dem grossen Sohn das Diktat und schaue mit ihm die Fehler durch. Danach ist er plötzlich ach sooo müde und mag nicht mehr weiter. Ich versuche mich in Gelassenheit zu üben und lasse ihn sein.

Als der kleine Sohn nach Hause kommt, bekommen sie noch je ein Muffin, die ich vom Zitronenkuchenteig zusätzlich gemacht habe.

zitronenmuffin

Nach dem ‚Zvieri‘ macht der kleine Sohn die Hausaufgaben und ich werfe einen Blick darauf.

Jetzt schreibe ich diesen Beitrag, denn ich weiss, dass ich am Abend viel zu müde sein werde.

Danach möchte ich noch die Namen der Gäste für Samstag ausdrucken, damit ich die an die Kleiderbügel hängen kann und die richtige Jacke wieder herausgeben kann. Ha! Gegen 18 Uhr werden wir Abend essen und um 20 Uhr gehen die Kinder ins Bett. Irgendwann kommt der Mann nach Hause weil es Heute später wird. Dann werde ich mit einem Tee und meinem iPad vermutlich auf dem Sofa zusammen brechen.

So, das war mein Tagebuchbloggen!