WMDEDGT 09/16 Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen

WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag Tagebuchbloggen

06.25h klingelt mein Wecker. Der Mann ist überraschenderweise noch im Bett und ich snooooze. Ich habe zu lange gelesen, der Regen war in der Nacht zu laut und ja…der Morgen kam viel zu früh.

06.45h stehe ich etwas zu spät auf, wecke die Kinder (nein, sie sind immer schon wach, ich muss sie nie, nie, nie wecken). Nach dem vielen Regen in der Nacht, gibt es nicht mal Diskussionen ob man denn jetzt lange Hosen oder kurze anziehen soll.

07.10h sind alle mit dem Frühstück fertig und ich packe die Brotboxen während dem die Kinder Zähne putzen. Danach muss ich ihnen noch Gel in die Haare klatschen! Zur Zeit ist es offenbar Pflicht, jeden Tag mit gemachten Jungshaaren in die Schule zu gehen. Mir kann es recht sein, denn so sehen sie wenigstens nicht so verlaust aus 🙂

07.40h die Kinder und der Mann sind aus dem Haus. Ich dusche und ziehe mich schnell an. Montags kommt meine Putzhilfe und ich räume noch gerne auf bevor sie kommt. Alle Betten abziehen, Bettzeug in den Keller bringen. Frische Bettwäsche verteilen. Ich kann durch meine MS nicht so gut Betten beziehen weil ich keine Kraft in den Schultern bzw. Handgelenken habe. Das übernimmt dann meine Haushaltshilfe alle 14 Tage! Und ich könnte sie jedes mal dafür umarmen!

Das sieht danach etwa so aus*:

katze im bett

08.20h Geschirrspüler aus- und einräumen. Küche putzen. Wohnzimmer putzen. Katzenklo…usw. gefühlte 100 mal vom Keller nach ganz oben laufen – vielleicht sollte ich mir echt einen Schrittzähler besorgen!

09.30h Die Putzhilfe ist da und macht sich an die Arbeit. Sobald sie die Betten frisch bezogen hat, räume ich noch etwas die Kinderzimmer auf. Eigentlich geht es mehr darum, heimlich irgendwelche Sachen zu entsorgen. Ich staube danach den oberen Stock ab. Beantworte Emails und schreibe noch die Stundenpläne für die Jungs.

11.00h Mittagessen vorbereiten und irgendwann die Haushaltshilfe verabschieden.

12.10h  Schlurfen die Jungs in Gummistiefeln endlich aus der Schule an. Wir essen zusammen, sie erzählen von ihren Morgenaktivitäten. Küche aufräumen.

12.50h Kind2 in die Klavierstunde fahren.

Klavierunterricht

13.20h Kind1 in die Schule verabschieden

13.35h zum Hausarzt fahren weil ich endlich wieder einen Blutkontrolletermin habe. In den letzten Tagen geht es mir nicht so gut. Ich fühle mich extrem erschöpft und erschlagen. Weil ich den letzten 3-Monate-Bluttest noch nicht gemacht habe, hole ich das nach. Beim Hausarzt muss ich 25min. warten, was eigentlich sehr unüblich ist. Erstes Stechen misslingt (daran bin ich gewohnt, Rollvenen und blabla), danach klappt es im Handgelenk. Mir wird es leicht schummrig und ich sehe kurz ein paar Sternchen. Ich überlege, ob ich das erwähnen soll, lass es dann aber sein. Dann bekomme ich noch diese fiese Vitamin B12 Spritze. Die ist etwas unangenehm…ok. sie brennt wie Sau…

blutkontrolle

14.50h bin ich ja wegen der Wartezeit und misslungenen Stechversuchen im Verzug und fahre in einen anderen Lebensmittelladen als gedacht. Dort erledige ich meinen Wocheneinkauf und weil ich mir vorher keinen Plan gemacht habe, ist das etwas mühsam. Also immer wieder zurücklaufen weil mir noch was in den Sinn gekommen ist…ich hasse das!

15.30h Ich komme noch rechtzeitig vor den Kindern nach Hause und kann grad noch die Einkäufe in Ruhe einräumen bis sie kommen.

15.45h Die Jungs kommen aus der Schule und wir essen etwas Wassermelone, gesalzene Nüsse und sie erzählen mir von den Hausaufgaben.

16.00h wir schauen uns die Hausaufgaben kurz an. Die sind auf Freitag und Kind1 hat sowieso ein Heft vergessen. Kind2 muss morgen wieder in die Ergo von Kind1 mitkommen und wir beschliessen, dass die Hausaufgaben erst morgen gemacht werden, in der Stunde, in der wir eben auf Kind1 warten- ich lasse sie spielen. In der Zwischenzeit richte ich das neue „Eifon“ von meinem Vater ein. Er hat es sich zum Geburtstag gewünscht und kommt es morgen abholen…

17.00h Es ist Zeit für das Volleyballtraining und ich fahre die Jungs um 17.30h ins Training. Danach bin ich so müde, dass ich direkt wieder nach Hause fahre.

18.00h Ich sehe auf Twitter, dass WasMachstDuEigentlichDenGanzenTag Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen ist und beschliesse meinen Tag aufzuschreiben obwohl es Heute nur um Haushalt geht.

19.00h Wird der Mann nach der Arbeit die Jungs abholen und ich werde das Abendessen gekocht haben.

20.00h Gehen die Jungs ins Bett und ich werde mich auf das Sofa schmeissen.

Ich wünsche allen eine gute Woche! ❤

Katarina

*die Fotos sind nicht aktuell, passen aber hervorragend zum heutigen Tag.

Auswertung Blogparade: Ich bin nicht du

Auswertung meiner Blogparade (Hier nachzulesen)

Lieber etwas spät als nie…aber jetzt kommen alle gesammelten Blogbeiträge und Kommentare die zusammen gekommen sind.

Ich habe mich sehr über die Reaktionen zu meinem Aufruf ICH BIN NICHT DU und DU BIST NICHT ICH gefreut!

ICHBINNICHTDU

Heute möchte ich die Gedanken von allen Kommentatorinnen mit euch teilen!

Blogs:

Wheelymum schreibt in ihrem Beitrag über die verschiedensten Ratschläge, die man als kranke Mutter, ungefragt von Mitmenschen bekommt. Ratschläge bekommt sie zu ihrer Erkrankung (sie leidet ebenfalls an MS) z.B. bei der Ärztewahl, Medikamentenwahl, Schmerzmittelwahl, sogar zu ihrer Entscheidung- ein Kind zu bekommen ‚obwohl‘ sie im Rollstuhl sitzt! Über die Ratschläge der vielen Übermütter. Die kritischen Fragen zum Blog. Ich zitere: Wenn ich Rat suche, dann frage ich. Sich ungefragt in mein oder unser Leben einzumischen, das mag ich nicht. Warum nicht? Ich meine es doch nur gut. Papperlapapp.    Hier geht es zum Beitrag

Gluckeundso listet treffend Beispiele von ICH BIN NICHT DU und DU BIST NICHT ICH die wir bestimmt alle schon mal gehört haben. Vor allem geht es um die vielen Ratschläge bzw. Wertungen, die man als Mutter bekommt. Sie fragt sich, ob wir aber selber, nicht auch in diese Falle von ‚ungefragt‘ Ratschläge erteilen reinfallen. Hier möchte ich gerne folgendes zitieren: Ich bin Ich und Nicht Du und trotzdem sind wir uns in vielen Dingen vielleicht ganz ähnlich.   Hier geht es zum Beitrag

ICHMEINWAS erwähnt allerlei Dinge, die ihr im Umgang mit Kind/Leben/Mann wichtig sind und für die sie sich nicht ständig rechtfertigen möchte. Ich zitiere: Es gibt Leute die sich immer einmischen und die meinen alles  besser zu wissen als du selbst. Es gibt auch wiederum die Leute, die dir zeigen wie schnell man sein Leben verändern kann, wenn einem ein Fehler passiert, gewollt oder nicht gewollt.    Hier geht es zum Beitrag

Blog Kommentare:

Marlis: Lästern kann ich zwar auch hin und wieder richtig gut:-) zuallererst aber habe ich einmal deinen Beitrag hier genossen, der bei aller (moderater) Lästerei auch ein angenehmer Aufruf zu Toleranz und wohlmeinender „Leben-Und-Lebenlassen-Einstellung“ ist.

Ursula: ein wundervoller Post von Dir. Danke. Du sprichst mir aus der Seele. Muss mir davon gleich was kopieren und aufhängen.

Wie oft wurde ich schon angegriffen weil ich keine Medikamente nehme – unverantwortlich etc…. waren die harmlosen Worte -.
Und ja vielleicht nehm ich ja mal irgendwas ein weil es eben nicht anders geht aber das entscheide ich. Jepp ich bin nicht du und du bist nicht ich. Ich nehme keine MS-Medikamente. Ich weigere mich Sachen zu machen die ich einfach nicht möchte – außer arbeiten gehen und Geld zu verdienen – denn sonst wäre das Leben bissi arg doof. Und ich mach es ja auch gerne.

Ja ich habe meine eigenen Lebensschuhe sowie Du und der und die. Und wenn ich verdammt nochmal nicht an der Familienveranstaltung teilnehmen will, dann mach ich das auch.

Ich will einfach nur meine Ruhe, machen wie ich / wir es wollen, und nicht hören müssen weil Sohnemann ohne Schulranzen in die Schule ging – er hat ihn vergessen – dass ich da mal öfter hätte zuschlagen sollen – hä geht es noch, mein Leben mein Kind und er hat seine Lehre daraus gezogen. Ok schon blöd wenn man gleich den ganzen Schulranzen vergisst…..

Und wenn mir danach ist fahre ich für einen Ausflug an den Bodensee oder nach Hamburg und wenn nicht zieh ich mir die Decke übern Kopf und wenn ich möchte dann lade ich mir Gäste ein.

Mann ist das alles so schwer zu verstehen……

Jana: Die eigentliche Frage ist doch, was möchte man damit erreichen? Ist es eine gut gemeinte Empfehlung oder ein Rat? Oder Besserwisser am Werk? Oder egozentrisch? Ich bin besser als du? Nicht aufregen, andere Menschen suchen!!!

usrmnl: Ich bin nicht Du! Meine Bekannte hat mir geraten ein Dreirad Velo zu kaufen….da sie eine Bekannte mit MS hat……und die schafft es nicht mehr auf ein normales Rad……!

Facebook:

Anne: Liebe Katarina, eigentlich möchte ich gerade nicht lästern, lieber loben (ich weiss, ist nicht so spannend und obendrein bünzlig- und wer mag schon bünzlig sein).
Nun, nichts desto trotz: ich finde dein Blog spitze! Und ich hoffe,dass du noch gaaaanz viele Jahre weiter schreibst. Zur Zeit der Diagosestellung waren deine Einträge überlebenswichtig für mich. Ich habe sie alle gelesen- in den Kortison-schlaflosen-Nächten. Sie zeigten mir, dass das Leben trotz MS weiter geht. Das man weiterhin Fingernägel lackieren kann und auch wenn der Bruder der Schwiegermutter der Arbeitskollegin an MS gestorben ist, es kein Todesurteil ist.
Ich danke dir für den Mut! Und auch wenn du nicht ich bist, denke ich an dich, wenn ich beim Spritzen vor lauter farbiger Dellen wieder einmal auf noch unbearbeiteter Hautsuche bin.
Und obwohl ich nicht du bist, so weiss ich doch, dass wir, jede auf ihre Art das Leben trotz diesem MS Biest meistern werden! Mit erhobenen Hauptes.

So, habe nun doch noch was für die Lästerrunde… Gestern in der Apotheke, ich ging meine gesammelten Werke (Interferon-Pens) zur Entsorgung zurück bringen. Da sagte mir die Frau Apothekerin: Ah, sie haben MS- ja, dass ist ja leider nicht heilbar und dieses Interferon kann ja die Schübe auch nicht wirklich verhindern, wirklich schade und, und, und…
Meine Tochter stand neben mir und klammerte sich immer mehr an meinen Arm…

Fazit

Wir kennen alle diese Sätze, die wertend, verletzend, besserwisserisch sind. Vermutlich sind sie meistens nicht böse gemeint. Ich kann mir bei besstem Willen nicht vorstellen, dass mich jemand absichtlich verletzten möchte. Ja, für mich haben solche Aussagen etwas abwertendes. Da ich sehr gerne an das Gute in jedem Menschen glauben möchte, hoffe ich, dass diese Aussagen völlig unüberlegt uns an die Köpfe geworfen werden. Ohne Hintergedanken und böse Absichten!

Ich bin zum Beispiel jemand, der nicht nur im virtuellen Leben viel spricht. Wenn ich so richtig in Fahrt komme, dann erzähle ich viel und ausführlich. Dazu habe ich oft das Gefühl, zu jedem Thema eine Meinung haben zu müssen. Sicherlich rutschen mir auch diese doofen Sätze raus.

Ich gebe sehr gerne Ratschläge. Aber ich bemühe mich, einen Ratschlag so zu formulieren, damit ganz klar ist, dass das meine Meinung ist. Dieser Ratschlag würde für mich passen, was nicht automatisch heisst, dass es für mein Gegenüber genau so passt. Ich teile meine Meinung und meine Sichtweise mit, mein Gegenüber muss aber selber entscheiden, ob es für ihn auch passt.

Ratschläge erteile ich hoffentlich nur dann, wenn ich gefragt werde. Das hoffe ich echt sehr!

Meistens frage ich mich:

  1. Habe ich etwas Positives zu sagen?
  2. Kenne ich mich wirklich damit aus?
  3. Möchte mein Gegenüber meine Meinung hören?

Wenn ich nur aber etwas Negatives sagen kann, dann lasse ich es lieber. Ausser, es ist mir eine sehr nahe stehende Person, die meiner Meinung nach, in ein Unglück rennt. Dann gebe ich auch ungefragt meinen Senf dazu.

Ich danke allen Bloggerinnen, Kommentatorinnen und natürlich allen Lesern! Es hat mir sehr viel Spass gemacht mit euch!

Herzlichst, Katarina

#älterwerden: Wie wird man glücklich alt, wenn man mit 33 schon krank ist?

Vor einigen Tagen bin ich über diese Blogparade von Frau Quadratmeter gestolpert. Sie macht sich folgende Gedanken über das älter werden:

(…) Um so gravierender war für mich die an sich nicht erstaunliche Erkenntnis, dass ich mit einigermaßen vernünftigem Lebenswandel und einigem Glück maximal noch einmal die gleiche Lebensspanne vor mir habe, bevor ich sterbe. Das mag jetzt profan und vielleicht auch etwas albern klingen und mein jüngeres Ich hätte wohl auch nur müde eine Augenbraue hochgezogen, um sich dann einem anderen, spannenderen Thema zu widmen. Frau Quadratmeter

Ich stehe kurz vor meinem 37. Geburtstag

Ich fühle mich noch nicht alt und trotzdem ist es ein Thema, welches mich beschäftigt. Natürlich sehe ich gewisse körperliche Veränderungen. Meine Lachfalten um die Augen möchte ich nicht missen, genau so wenig, wie die Lachfalten um meinen Mund. Sie zeigen, dass ich offensichtlich viele Gelegenheiten hatte um laut heraus zu lachen. Die grauen Haare wachsen jetzt schneller nach, ich traue mich nicht mehr diese aus zu reissen aber ich überfärbe sie. Es kommen natürlich noch mehr äusserliche Anzeichen.

Ganz lustig finde ich folgende Situation: Wir lernen den neuen Tierarzt kennen und ich erzähle meiner Freundin, dass der total nett ist und auch noch gut aussehend ist. Meine Freundin antwortet sachlich: „du weisst, der ist vermutlich 8 Jahre jünger als du.“ Himmel ja! An sowas habe ich noch gar nicht gedacht! Das Leben geht weiter und plötzlich sind so viele um einige Jahre jünger als man selber. Früher waren z.B. alle Ärzte älter als ich. Jetzt sind sie gleich alt! Irgendwann werden sie alle jünger sein als ich.

Wie wird man alt, wenn man mit 33 Jahren schon krank ist?

Das ist eigentlich die Frage, die mich am meisten beschäftigt. Wenn man eine Krankheit hat, weiss man eigentlich schon im Voraus, dass man vermutlich nicht so altern wird, wie die meisten Freunde im Umfeld es tun werden.

Die grosse Kunst ist meiner Meinung nach, davon nicht verrückt zu werden! Wenn man sich so wie ich mit der eigenen Krankheit ausseinander setzt und alle Informationen aufsaugt, dann weiss man um die „schlimmsten Optionen“ gut Bescheid.

Werde ich kognitive Einschränkungen entwickeln und zwar noch viel früher als mein Umfeld? Angst vor einem Rollstuhl habe ich noch immer nicht. Trotzdem frage ich mich, ob ich in 10 Jahren noch mit meinem Mann mithalten kann.

Wir verbringen gerade unsere Frühlingsferien in den Bergen und haben gestern eine Wanderung von 7km gemacht. Natürlich war ich danach erledigt, vermutlich mehr als der Rest meiner Familie, aber hej, ich bin 7km gelaufen-nimm das MS! Meine Kinder (9 und 7) werden grösser und sind nicht mehr auf eine Betreuung rund um die Uhr angewiesen. Ich kann auch oben beim Haus sitzen und sie einfach nur beobachten ohne ständig Händchen zu halten. Wie lange werde ich solche Familienausflüge unternehmen können? Sollte ich irgendwann Oma werden und werde ich meinen Kindern dann etwas unter die Arme greifen können? Oder werde ich dann schon so beeinträchtig sein, dass man sich um mich kümmern muss? Werde ich meinem Mann und meinen Kindern zur Last fallen – die Frage ist nicht ob, sondern wann?!

Ja, solche Gedanken macht man sich noch viel mehr, wenn man in seinen ‚besten Jahren‘ krank geworden ist.

Die Gegenwart geniessen

Ich habe also die Wahl: Entweder mache ich mich verrückt mit diesen Gedanken oder ich geniesse einfach das, was ich zur Zeit habe. Egal was kommt, ich werde das beste aus dieser Situation machen. Hoffentlich.

Für mich kommt eigentlich nur die zweite Option in Frage! Und nein, ich bin nicht leichtgläubig oder naiv oder dumm. Ich will einfach nur glücklich sein und das volle Glas sehen!

Wenn wir ehrlich sind, wissen wir nie, was morgen kommt! Das ist aber auch gut so! Denn, wenn wir es nicht wissen, machen wir weiterhin Pläne für unsere Zukunft. Ich finde Pläne schmieden immer wichtig. Und, sich selber treu bleiben. Machen wir uns zu viele sorgen, verbittern wir und das macht unglücklich.

Ich möchte alt werden! Und ich möchte glücklich alt werden. Ich möchte auf mein Leben zurück blicken und sagen können: „hej, ich habe gelebt!“ Ich habe Fehler gemacht. Ich habe viele Hürden überwunden. Ich hinterlasse einen Eindruck, in dem ich meine Kinder zu eigenständigen und starken Menschen erziehe, die die Welt verändern können.

Ich habe mich immer getraut zu leben!

Multiple Sklerose Fakten

Durch die MS hat man mittlerweile nur eine minim geringere Lebenserwartung als gesunde Menschen.

(Zur Information: Die Multiple Sklerose wird in verschiedene Verlaufsformen unterteilt

Bei der schubförmig remittierenden MS (englisch relapsing remitting, kurz RR-MS) lassen sich einzelne Schübe abgrenzen, die sich vollständig oder unvollständig zurückbilden. Die sekundär progrediente MS (englisch secondary progressive, kurz SP-MS) ist durch eine langsame Zunahme neurologischer Dysfunktionen gekennzeichnet. Zusätzlich können sich aber hier noch Schübe auf den fortschreitenden Verlauf aufpfropfen. Nach etwa 10 bis 15 Jahren geht die RR-MS in etwa der Hälfte der Fälle in die sekundär progrediente Verlaufsform über.
Oder
Primär progrediente MS (PP-MS) Im Gegensatz zu den anderen Formen der MS beginnt die primär progrediente MS (englisch primary progressive, PP-MS) nicht mit Schüben, sondern mit einer schleichenden Progression der neurologischen Defizite ohne Rückbildung. Selten können im weiteren Verlauf jedoch überlagerte Schübe auftreten.)

Zu Beginn ist die RR-MS die häufigste Form mit etwa 85 %, nur bei 15 % der Patienten wird die PP-MS diagnostiziert. Die PP-MS kommt bei älteren Patienten häufiger vor als bei jüngeren. (Quelle: Wikipedia)

Was macht die Forschung?

Die Forschung läuft seit Jahren auf Hochtouren. Wird die Zeit für mich oder gegen mich spielen? Werde ich die Heilung von MS erleben?

Fazit!

Traue dich zu leben und liebe dein Leben in allen Lebenslagen mit mehr oder weniger Falten, grauen Haaren und hänge Titt***en 🙂 der Rest kommt von alleine!

Steinhaus

Ich freue mich auf die Zukunft ❤

Katarina

Eine kleine Blogparade: ICH BIN NICHT DU!

Nennt es wie es euch gefällt – ob Blogparade, Lästerrunde oder Erfahrungsaustausch. Es geht darum aufzuzeigen, wie sich Dritte ungefragt in unser Leben einmischen. Deshalb, mehr Mut für das eigene Bauchgefühl und die eigene Entscheidung:
ICH BIN NICHT DU!
DU BIST NICHT ICH!
Wegen einer Nachfrage, wird dieser Post bis zur Auswertung um 10 Tage verlängert.

In den nächsten Tagen feiert mein Blog sein 2jähriges Bestehen!

Unglaublich – Ich habe so viele tolle Menschen kennen gelernt und der Austausch ist echt der Wahnsinn. Die vielen Kontakte sind unbezahlbar! Ich fühle mich inzwischen wie ein MS-Life-Coach. Vielleicht sollte ich das tatsächlich professionell aufziehen!? Auf alle Emails antworte ich ehrlich und teile meine Erfahrung. Und, ich gehe auf jede Person einzeln ein, denn es wäre einfach, meine bisherigen Antworten zu kopieren und einzufügen. Die Fragen wiederholen sich, die Probleme wiederholen sich…aber sowas geht nicht, denn jeder Mensch ist individuell. Was für Person A schlimm erscheint, muss nicht zwingend auch für mich schlimm sein. Was meine Grundmauern niemals erschüttern würde, kann für eine andere Person der Weltuntergang sein. Vielleicht täusche ich mich und bin grössenwahnsinnig, aber ich habe das Gefühl, genau dieses Fingerspitzengefühl zu besitzen.

Meine Leser!

Meine Leser sind durchs Band die liebsten, nettesten und tapfersten Menschen- ich schwör! Ich glaube, die fiesen Miesepeter kommen schon gar nicht auf meine Seite. Es gibt hier kein ’nicht enden wollendes‘ Gejammer und ich bin auch noch so ekelhaft postitiv, dass es schon fast weh tut. Blöderweise kenne ich mich mit Multipler Sklerose auch noch gut aus und bin kein Anfänger mehr. Und dazu kommt noch, dass ich zu jedem beliebigen Thema, meine EIGENE Meinung hab. Klar gibt es hier und da diese blöden Tage, an denen sehe ich auch nicht alles glitzern und funkeln. Dazu stehe ich und darüber schreibe ich, das ist ganz normal, denn realistisch sollte man schon bleiben. Nur habe ich beschlossen, mir durch die MS mein Leben nicht versauen zu lassen. Nichtsdestotrotz werde auch ich von diesen Miesepetern angerempelt. Dazu kann ich nur sagen:

dubistwirklichnichtich

Du bist nicht ich zu: Ich würde nie ein MS-Medikament einnehmen!

Stell dir vor: Ich finde Medikamente auch doof und die wenigsten vertrage ich. Trotzdem ist mein Entscheid für eine MS-Basistherapie nicht einfach so aus Spass und Naivität entstanden! Ich habe meinen Neurologen mit Fragen gelöchert. Habe Tage und Nächte im Internet recherchiert. Ich habe etliche klinischen Studien zu diesem Thema gelesen. Ich habe ein Jahr medikamentenfrei gelebt und ja, Scheisse, ich habe es genossen! Keine Nebenwirkungen, keine Arzttermine mit Blutkontrolle…das ist ein tolles Gefühl. Die Überraschung war ein neuer Schub mit drei neuen Läsionen und ich hätte schwören können, keinen Schub gehabt zu haben. Deshalb, so eine Bemerkung ist völlig daneben und bringt weder dir noch mir was! Du bist nicht ich!

Du bist nicht ich zu: Cortison Infusionen helfen nicht, sie verzögern nur alles!

Weisst du eigentlich, dass ich seit meiner Diagnose erst zwei mal Cortisoninfusionen bekommen habe? Ich hasse Cortison, es ist Teufelszeug! Die Symptome werden verstärkt, die Psyche spielt verrückt und es ist wirklich kein Spass. Trotzdem ist das die einzige Möglichkeit, eine anhaltende Nervenentzündung genau in diesem Moment zu stoppen! Es gibt diese Cortisonjunkies, die sich bei jedem Ziep, sofort eine Dröhnung holen und in Foren schreiben, dass sie wiedermal Corti-tanken gehen. Jedem das seine, oder? Solange du nicht weisst, wie ich mit Cortison umgehe, bringt uns eine solche Bemerkung keinen Schritt weiter. Du bist nicht ich!

Du bist nicht ich zu: Ich würde nie ein Medikament nehmen, welches PML verursacht!

Ja klar, niemand möchte gerne freiwillig ein Risiko eingehen! Vor allem, wenn man weiss, dass es lebensbedrohlich ist und man innerhalb von 3 Monaten sterben kann. Aber schon mal auf die Idee gekommen, dass nichts im Leben ohne Risiko ist? Was soll ich machen, wenn die anderen Medikamente, aus verschiedenen Gründen, nicht in Frage kommen? Hier sitzen und Däumchen drehend hoffen, dass die Forschung ein Heilmittel für MS in den nächsten Tagen frei gibt und als erstes an meine Tür klopft? Ich kenne das Risiko und deshalb bin ich sehr auf Risiko-Minimierung aus. Regelmässige Bluttest und auch mal positiv denken. Soll ich mich nächtelang schlaflos im Bett wälzen, weil ich ein Risikopatient bin? Soll ich mich vielleicht vor Selbstmitleid in den Schlaf weinen, weil ich arme Sau, auch noch JC-Virus Trägerin bin. Wir merken, bringt niemanden was- du bist nicht ich!

Wir könnten hier beliebig und unendlich viele Beispiele nennen.

  • ich würde nie nur Hausfrau und Mutter sein wollen
  • ich würde nie meine Kinder in die Krippe geben
  • ich würde mich nie täglich schminken
  • ich würde nie ungeschminkt aus dem Haus gehen
  • ich würde mir nie so viele Nagellacke kaufen
  • ich würde nie Fertigkost meiner Familie auftischen
  • ich würde nie vegetarisch/vegan/lacto ovo…was-auch-immer leben
  • ich würde nie Fleisch essen
  • ich würde nie stillen
  • ich würde nie mein Kind mit der Flasche ernähren
  • ich würde nie einen Kaiserschnitt machen lassen
  • ich würde nie natürlich gebären
  • ich würde nie ein FR/IT/DE/usw. Auto kaufen

…na, na, na? Eben, wir können nur in den eigenen Schuhen laufen und können das Leben und die Lebensumstände von jemand fremden nicht beurteilen. Noch blöder ist es, jemanden eine solche Meinung ungefragt vor den Latz zu knallen. Du hast einen Rat oder möchtest deine Meinung mitteilen? Ja, nur zu, aber verurteile nie jemand für eine Entscheidung, vor allem, wenn dich diese Person nicht darum gebeten hat. So einfach.

Da ich jetzt so richtig in Fahrt gekommen bin, entscheide ich mich kurzfristig meinen ersten Lästeraufruf daraus zu machen (ich habe gehört, dass einige die Bezeichnung ‚Blogparade‘ nicht mögen) 

Ich denke, ich bin nicht die Einzige, die so viele Beispiele DU BIST NICHT ICH nennen kann.

Oder lieber in dieser Reihenfolge? Ich bin nicht du!

ICHBINNICHTDU

Ich bin nicht du (er/sie/es): Die Schwester meiner Nachbarin hat auch MS und jetzt ist sie praktisch blind. Du auch? Nein, ich bin nur kurzsichtig und trage seit ich 20 bin eine Brille. Ich bin nicht sie!

Ich bin nicht du (er/sie/es): Bei uns kaufen viele MSler orthopädische Schuhe. Sie können mit denen viel besser laufen. Willst du auch welche kaufen? Ähm, hast du ernsthaft meinen Gang beobachtet? Nein?

Ich bin nicht du (er/sie/es): Der Bruder meiner Schwiegermutter ist an MS gestorben. Das ist ja total Scheisse, dass du das hast. Hier bekomme ich meistens Lust, diese Person zu schütteln.

Ich bin nicht du (er/sie/es): Meine Arbeitskollegin benutzt energetisch aufgeladene Steine und das hilft ihr, machst du das auch, willst du auch solche Steine bestellen? Von mir aus können alle täglich einen Rosenquarz lutschen, Bäume umarmen, 30 min. Kopfstand machen…alles, solange es sie glücklich macht. Wenn ich sowas selber ausprobieren wollen würde, dann melde ich mich selber.

Ich freue mich, wenn ihr hier mitmacht und eure Erfahrungen teilt! Du bist nicht ich und ich bin nicht du betrifft nicht nur jemand mit einer Krankheit, das betrifft uns alle!

Das ist ein sehr spontaner Aufruf um gemeinsam zu lästern, die Luft raus zu lassen, einfach mal das benennen, was uns so unendlich nervt. Da ich sowas noch nie gemacht habe, habe ich keine Ahnung wie das funktioniert und würde mich sehr freuen, wenn ihr mitmacht und diesen Aufruf auch noch weiter teilt.

Teilnahmebedingungen ohne Blog: unter diesen Post in der Kommentarfunktion schreiben oder auf Facebook bei Staublos diesen Post kommentieren.

Teilnahmebedingungen mit Blog: In deinem wunderbaren Post, diesen Blogpost verlinken und deinen Link unter meinem Kommentar hinterlassen damit ich dich auch lesen kann.

Beginn: Ab sofort 17. März 2016

Dauer: weil Ostern dazwischen, bis 1. April 2016 wird bis 10. April 2016 verlängert

Wer mag, darf auch eins der Bilder von diesem Post übernehmen

Nach Ablauf der ‚Blogparade’/’Lästerrunde‘ oder ’nennt-es-so-wie-es-euch-glücklich-macht‘ möchte ich eine Zusammenfassung der Kommentare und Beiträge erstellen + alle teilnehmenden Blogs verlinken.

Hier geht es zur AUSWERTUNG

So, ich hoffe, ich habe nix vergessen und ihr macht hier tatsächlich mit!

Danke, Katarina ❤