Weihnachten 2015: Wie es bei uns war

Ich gebe es offen und ehrlich zu: ich bin kein Weihnachtsfreak! Selten komme ich in diese wohlig besinnliche Stimmung. Sowas kenne ich nur aus Erzählungen oder irgendwelchen Lifestyle-Magazinen in denen sowas kitschigst vermittelt wird. Ich bin sowas wie ein kleiner Weihnachtstroll mit blinkender Nikolausmütze. Seit die Kinder auf der Welt sind, hat sich das natürlich schon etwas geändert. Liegt vermutlich daran, weil der 24.12. als Heiligabend, nur unserer Familie alleine gehört.

Also hat der Mann am 23.12. den aus der Region geschlagenen Baum (er hat ihn nicht selber gefällt, nur selber ins Auto geladen) ins Wohnzimmer geschleppt. Das erinnert mich immer an den Film Griswold Christmas. Zack, schon war ein beachtlicher Teil des Wohnzimmers vollgestellt. Dabei hat er sich der Mann auf unerklärliche Weise die Schulter gezerrt. Das ist vermutlich damit zu erklären, dass aus irgendwelchen Gründen, unsere Christbäume immer bis zur Decke reichen müssen. So sassen wir da, die Christbaumnadeln rieselten, wie der ersehnte Schnee auf den Plattenboden und die kleine Katze machte schon Anstalten, auf den Riesenbaum hoch klettern zu wollen. Sowas erfüllt mich nie mit seliger Wärme oder sonst welcher Weichnachtsromantik. Überall sehe ich Tannennadeln und die werden munter im ganzen Haus verteilt, natürlich mit grosser Vorliebe im Hochflorteppich reinmassiert.

24.12. Stille Nacht, Heilige Nacht (oder so)

So haben die Kinder und ich am 24.12. ‚friedlich‘ den Baum geschmückt. Kurzzeitig wurde darum gestritten, wer mehr von violetten, pinken, grünen, gelben (beliebige Farbe einfügen) Christbaumkugeln dran hängen durfte. Und auch sonst war von einer besinnlichen Weihnachtstimmung sehr wenig zu spüren. Die Aufregung ist doch so gross und die Frage, ob es denn auch Geschenke gibt, verwandelt 6- und 9-jährige zu kleinen grünen Zombies, die völlig irre durch das Haus flitzen.

Der Mann arbeitet nur bis Mittag und kommt irgendwann gegen 14.00 Uhr nach Hause. Die Kinder sind aufgedreht, ich bin schon ziemlich gestresst vom Lärmpegel und von Weihnachten an sich. Der Weihnachts-Deko-Wunsch meines Mannes und meine Vorstellung, gehen ziemlich weit auseinander. Er mag es bunt, voller Kerzen, überall irgendwelcher Weihnachtskitch. So sind wir uns wie jedes Jahr am 24.12. irgendwann am Nachmittag völlig uneinig, wie viel Weihnachtsdeko nötig ist und was zu viel ist. Wir finden dann schweren Herzens schon Kompromisse…

Ich entscheide mich, meine Nägel feuerrot zu lackieren. Sowas hat etwas meditatives bei der ganzen Aufregung.

Gegen den späteren Nachmittag wollten die Kinder noch unbedingt in die Kindermesse und zurückgekehrt sind sie mit einer brennenden Kerze, ein Weihnachtslicht.

Haaalleluja!

Unser Weihnachtsmenü haben wir schon vor einigen Tagen bestimmt und da haben wir uns auf Penne al Salmone mit Salat entschieden. Lachs ist der einzige Fisch den sie beide mögen, Penne geht ihrer Meinung immer und für mich bedeutete das 30min. für die Zubereitung. Jedenfalls ist das Essen sehr gut angekommen und nach dem zweiten Glas Alkohol war ich dann doch auch von einer wohligen Wärme erfüllt. Die Freude der Kinder war ansteckend und ihre leuchtenden Augen liessen mich doch sowas wie einen inneren Frieden spüren. Geschenke waren perfekt! Der grosse Sohn hat alle seine Weihnachtslieder auf der Gitarre geschrummt und wir haben uns mit Mann’s Plätzchen vollgestopft. Der heilige Abend war ein voller Erfolg.

25.12.

Der obligatorische Besuch bei meinen Eltern. Mein Bruder und seine Freundin waren auch da und nach dem Mittagessen wurden die Legogeschenke zusammen gebaut. Zum Glück ist dort die Stimmung immer sehr ausgelassen und friedlich. Am späteren Nachmittag sind wir vollgestopft wieder nach Hause und kurz drauf ist der Christbaum umgestürzt. Entweder war es die Babykatze, oder ich habe versehentlich die Halterung gelöst. Ein Teil der Glaskugeln hat sich verpulverisiert und grosszügig über den Wohnzimmerboden ergossen. Genau in diesem Moment sind mein Bruder und seine Freundin gekommen weil sie unbedingt Star Wars Monopoly spielen wollten. Der Anblick unseres erschlagenen Baumes war schon ziemlich eindrücklich, aber hej, ich hatte einen Grund, alles sehr gründlich zu saugen.

umgefallener Christbaum

Viel später wurden dann die Jungs durch meinen Mann zu Star Wars-Saga geführt. Jetzt ist es so, dass sie unbedingt und dringendst Lichtschwerter brauchen! Gibt es hier eigentlich irgendwelche Empfehlungen der Profis?

starwars

26.12.

Wir waren mit den Schwiegereltern zum Mittagessen verabredet. Durch ein Missverständnis (oder was auch immer das war) haben sie die Geschenke nicht mitgebracht und erwarteten, dass wir selbstverständlich auch zu ihnen nach Hause feiern gehen. So mussten wir nach dem Essen auch noch zu ihnen nach Hause fahren und warten, bis sie mit den ÖV auch nach Hause kamen. Also nochmals Kerzen, singen, Plätzchen, Schokolade,  Geschenke…Ich war sowas von erledigt und wollte eigentlich nur noch nach Hause auf mein Sofa. So viel zur ruhigen und besinnlichen Weihnachtszeit. Denn um 17.00Uhr war die Paten-Kinder-Weihnachtszeit geplant. Also mit Paten und Patenkindern. Zum Glück konnte ich die letzten Reserven noch anzapfen und wir hatten so einen wunderschönen Abschluss mit lautem Kinderlachen und sehr lieben Menschen. Mein Befinden symbolisiert dieses Bild unserer Babykatze ganz treffend:

faule katze

Und jetzt ist es endlich vorbeeeeeiiii! Ich weiss, ich bin ein unmöglicher Weihnachtsverderber. In Wahrheit gab es auch bei mir diese ganz schönen Momente mit Weihnachtspost, Treffen mit meiner Freundin, schöne Gespräche. Nur das mit besinnliche Zeit und Ruhe funktioniert einfach nicht. Aber wer weiss, vielleicht klappt es nächste Weihnachten etwas besser.

Ich hoffe, ihr habt alle wunderschönste Weihnachtstage verbracht! Wenn es auch unter euch den einen oder anderen Weihnachtstroll gibt, zeig dich und gib mir ein high five, ich versteh dich vollstens!

christbaum

Neurologentermin: Mein Neuro und ich – ein nicht enden wollendes Dilemma

Letzte Woche musste ich wieder zum Bluttest antraben. Wie hier bereits erwähnt, sind mit dem Medikament Tecfidera regelmässige Blutuntersuchungen sehr wichtig. Dieses mal genügte offenbar ein Fingerpieks und ich musste nicht stechen lassen (schlechte Venen und so). Dazu bekam ich das Vitamin B12 und Vitamin D3 gespritzt.

Blutkontrolle

Am Donnerstag hatte ich dann meinen Neurologenbesuch um die Werte zu besprechen und zu sehen, wie es denn jetzt mit dem Tecfidera läuft da ich bisher immer wieder Nebenwirkungen hatte.

#wazifubo (wartezimmerfussboden)

wazifubo

Also wollte der Neuro wissen, wie es jetzt mit meinen Nebenwirkungen aussieht und was der Schwindel macht. Ich ging davon aus, dass er sich das einfach notieren will, so wie immer und berichte brav:

Schwindel: Immer wieder plagt mich der Schwindel. Meistens ist es eindeutig ein Lagerungsschwindel und manchmal halt nicht genau einzuordnen. Manchmal ist es nur beim Aufwachen und verschwindet nach dem Frühstück/Bewegung und manchmal bleibt es so den ganzen Tag und länger. Tatsächlich ist es so, dass bei jeder Kopfbewegung sich alles dreht. Also ist Geschirrspüler ausräumen z.B. ein richtiger Kraftakt…bücken, hochsehen und so weiter. Dazu machte ich den Fehler, dass ich erwähnte, vielleicht zu einem Chiropraktiker zu gehen wegen der Nackenverspannungen.

O-Ton Neuro: Tärä tärä und bäh bäh und paaaaah, warum ich bei ihm nicht vorbeikomme wenn ich den Schwindel habe und warum ich lieber zum Chiropraktiker gehen möchte. Das sei verantwortungslos von mir und ich halte mich nicht an die Regeln und bla bla bla.

Nebenwirkung Tecfidera: Ich erzähle, dass ich die üblen Magenkrämpfe immer um die Mittagszeit bekomme. Oder dann Nachts gegen 3Uhr. Dass die Magenkrämpfe mit dem Flush beginnen und ich in der Nacht schweissgebadet davon aufwache. Dass ich ständig müde und erschöpft bin…

O-Ton Neuro: Tärä tärä und bäh bäh und überhaupt, die Nebenwirkungen von Tecfidera kommen normalerweise ziemlich schnell nach der Einnahme und nicht so viele Stunden verzögert. Und ob ich den müde sei, weil ich noch immer meinen Stress nicht reduziert hätte und ich sei so unvernünftig. Und ich soll eine Verhaltenstherapie machen weil ich nicht ordentlich entspanne und viel zu perfektionistisch bin und überhaupt wollte er mir ja sowieso viel lieber Gilenya (Quelle: Wikipedia) andrehen, aber nein, ich müsse mich immer dagegen sträuben. Und ob ich denn überhaupt Tage hätte, an denen ich keine MS-Symptome oder Medikamentennebenwirkungen hätte. Wäre ich nicht so widerspenstig, würde er mich mit Antidepressiva versorgen (abstumpfen um die Symptome nicht zu merken) und regelmässig Kortison geben (wegen dem vielen Schwindel) dazu noch Schlafmittel (damit ich auch sicher kommatös durchschlafe) ….so, spätestens hier bin ich dann gepflegt explodiert!

  1. Ich jammere praktisch nie über meine MS-Symptome. Ich nehme sie wahr und ich teile sie meistens nur hier mit. Mein Mann erfährt manchmal erst, wenn er hier im Blog liest, dass ich wieder an einem Symptom leide. Meinem Umfeld sage ich meistens, dass es mir ganz gut geht. Details gehen manchmal auch nicht alle etwas an, vorallem ändert sich ja nix an meinem Symptom…
  2. Wenn mein Neuro von mir wissen will, wie es mir geht, dann erzähle ich ihm die Einzelheiten, wenn er es nicht wissen will, dann soll er mich nicht danach fragen.
  3. Wenn ich einen Schwindelanfall habe, dann weiss ich nie, wie lange der dauern wird. Es kann auch sein, dass ich einen Neurotermin mache und 3 Stunden später, wenn ich zu ihm komme, alles wieder vorbei ist. In der Zwischenzeit muss ich aber die Kinderbetreuung organisieren und das bedeutet ziemlichen Stress für mich. Die unnötigen Kosten kommen dann auch dazu.
  4. Und wenn ich auch mit Schwindel in seine Praxis kommen würde, kann er sowieso nicht sagen woher der kommt! Lagerungsschwindel erkenne ich sehr gut auch selber. Er wird sowieso nicht sagen können, ob das ein Schub ist oder nicht. Kortison gibt er erst drei Monate nach der letzten Behandlung und was uns das bringen soll.
  5. Daraufhin meint er, er würde mich auch notfallmässig zu MRI schicken um zu sehen ob es ein Schub ist.
  6. Aber im MRI kann man zum Teil einen sehr frischen Schub, sowieso nicht zu 100% erkennen. Also bin ich auch etwas ungehalten geworden und habe Wort wörtlich gefragt, was denn der ganze Scheiss soll?

Fazit: MS ist einfach ein Arsch!

Er musste mir dann bei meinen Einwänden, doch Recht geben und hat dann doch noch die Kurve gekriegt, bevor ich beim Reflextest habe austeilen können. Wir haben uns jetzt darauf geeinigt, dass ich ende Januar nochmals ein MRI vom Kopf machen lasse.

Mein Neuro und ich, ein nicht enden wollendes Dilemma…in mehreren Akten. Er hatte zwar Männergrippe an diesem Tag, ich habe mich aber so darüber aufgeregt und hatte keine Zeit, das alles nieder zu schreiben. Habe statt dessen meine Freundin und meinen Mann benutzt, um Dampf abzulassen. Pfffffft, jetzt geht’s wieder.

Übrigens sind die Blutwerte ok.

Tecfidera: Zwischenbericht nach 7 Wochen

Tecfidera Dimethylfumarat

Am Samstag 24. Oktober 2015 habe ich mit meinem neuen MS-Medikament Tecfidera angefangen.

starterkit tecfidera

Ich nehme zuerst die kleinere Dosis von 120 mg und werde dann je nach Verträglichkeit auf die höhere Dosis von 240mg wechseln. In der nichtmedizinischen Verwendung, wurde es als Biozid bwz. Schimmelschutzmittel eingesetzt. Ich werde also sicher keine Patina ansetzen…chrchr..(Quelle Wikipedia: Dimethylfumarat ist ein Biozid, das gegen Schimmelpilze wirkt. Es kann beispielsweise zum Schutz von Ledermöbeln oder Schuhen eingesetzt werden. Auf Grund von gehäufter Auslösung allergischer Reaktionen ist der Einsatz von Dimethylfumarat jedoch seit 1998 für in der Europäischen Union hergestellte, seit dem 1. Mai 2009 auch für importierte Produkte verboten.[33]

Ich muss zugeben, bei der ersten Einnahme war ich dann schon etwas nervös. Man weiss ja nie so genau, welche Überraschungen so ein Medikament bringt. Nervös macht mich die mögliche Komplikation einer PML weil ich positiv auf das JC Virus getestet worden bin. Aber ich werde natürlich regelmässig die Blutwerte testen lassen um das Risiko so gering wie möglich zu halten. Etwa 4-5 Stunden nach der Einnahme, bekam ich auch meinen ersten Flush. Zuerst wurden die Ohren ganz heiss und rot, dann der Hals, das Dekolleté und dann die Arme. Der Flush hat mich nicht gestört- ich war zu Hause und konnte ihn einfach auf dem Sofa aussitzen. Meiner Meinung nach ist diese Reaktion bzw. Nebenwirkung nicht so schlimm. Nach etwa einer Stunde war alles wieder vorbei. Bei mir sah die Röte wie eine allergische Reaktion aus:

flush nr 1

Tag 4:

Mir geht es gut. Bisher habe ich keine gastrointestinale Symptome und nur manchmal etwas Magengrummeln. Am Nachmittag bekam ich dann in den Seiten, also in der Nierengegend ziemlich starke Schmerzen. Die ziehen sich über den hinteren Rücken. Der Magen fühlt sich an, als ob ich einen Sack Kieselsteine geschluckt hätte. Es ist unangenehm aber aushaltbar. Vor allem weiss ich nicht, ob das vom Tecfidera oder irgendwas anderem kommt. Weiter gehts…

Tag 10:

Mir geht es gut. Am Tag 8 hatte ich wieder einen Flush und danach sowas wie Schüttelfrost. Ansonsten darf es sehr gerne so bleiben. Ich bin noch immer sehr müde, kann nicht so einfach einschlafen und empfinde den Schlaf auch nicht als sehr erholsam. Dementsprechend bin ich Vormittags sehr müde. Aber, das kann doch auch am Herbst liegen! Oder, ODER? Jetzt haben mich auch schon die ersten Halsschmerzen erwischt…

Woche 2: 11. November 2015

Bis dahin hatte ich praktisch keine nennenswerten Nebenwirkungen, ausser ab und an einen Flush. Dann, nach 14 Tagen plötzliche Magenkrämpfe. Ich hatte so starke Bauchschmerzen, so dass ich das Gefühl hatte, in Ohnmacht zu fallen. Die Magenkrämpfe haben bis in den Rücken gestrahlt und es hat mich an Geburtswehen von damals erinnert. Ich habe auch angefangen, diese Schmerzen zu veratmen. Das hielt etwa eine Stunde und plötzlich war es wieder weg. Ein seltsames Grummeln und flaues Gefühl im Magen, das blieb die ganze Zeit. Am nächsten Tag wieder das Gleiche. Dazu bekam ich Durchfall. Tagelang- und auch in der Nacht. Drei Tage vor der Geburtstagsparty meines Mannes habe ich dann das Medikament abgesetzt. Mein Neurologe hat mir das zu Anfang angeraten, falls ich diese Nebenwirkungen habe, dürfe ich für die Partyvorbereitung diese absetzten und danach wieder beginnen. Genau so habe ich es auch gemacht. Am Montag habe ich die Medikamente wieder genommen und natürlich kamen sofort die Nebenwirkungen. Gestern habe ich Buscopan gegen die Magenkrämpfe genommen und es hat tatsächlich geholfen. Andererseits habe ich mich mit meiner Nachbarin getroffen und wir haben uns so gut unterhalten, dass ich die Magenkrämpfe vielleicht auch einfach vergessen habe und zwar genau so wie die Zeit. In zwei Tagen beginne ich mit der höheren Dosis von 2x240mg weil ich dann keine 120mg mehr habe. Heute Vormittag hatte ich keine Beschwerden und habe mich sogar zum Sport aufgerafft. Man muss ja die guten Zeiten nutzen weil man nie weiss, wie lange die dauern. Jetzt bin ich gespannt, was die nächsten Tage so bringen.

Tecfidera240

Woche 7: 07.12.2015

Langsam traue ich mich zu sagen, dass es bereits viel besser läuft. Meine Dünndarmkrämpfe/Magenkrämpfe sind eigentlich verschwunden. Jedenfalls bin ich die letzten paar Nächte nicht mit Bauchkrämpfen aufgewacht. In der Nacht wache ich jetzt auf weil ich mich so fühle, als ob ich Temperatur hätte. Meine Haare sind dann ziemlich verschwitzt und der Körper fühlt sich sehr heiss an.  Auch am Tag durch passiert es nur noch selten, dass ich Buscopan gegen die Magenkrämpfe nehmen muss. Einen richtigen Flush hatte ich auch schon länger nicht mehr. Aber vielleicht habe ich den Flush in der Nacht und deshalb so heiss? Kennt das eigentlich Jemand? Bisher konnte sich mein Wohlbefinden innerhalb von 15min. sehr schnell ändern. Das ist in einem aktiven Alltag manchmal sehr unpraktisch. Jetzt hoffe ich, dass der Zustand so bleibt wie er ist, denn es lässt sich eigentlich damit leben.

Ich bin einfach noch immer sehr müde und erschöpft. Ob das jetzt am Medikament oder an der Fatigue liegt, kann ich nicht sagen. Es ist aber schon ziemlich mühsam weil ich jeden Abend auf dem Sofa kommatös müde bin. Ich bin so müde, dass ich mich nicht mal ins Bett schleppen kann. So schlafe ich meistens 1-2 Stunden auf dem Sofa bevor ich dann ins Bett gehe. Ich denke, in dieser Winterzeit wird es uns allen ähnlich gehen…oder?

Nächste Woche habe ich wieder den obligatorischen Neurologentermin. Bis zum Termin muss ich noch Blut für die Blutkontrolle abgeben und Vitamin D sowie Vitamin B12 spritzen. Ich hoffe sehr, dass mein Blutbild ok. ist und ich mich nicht einer PML nähere. Was ich jetzt noch immer habe, ist dieser lästige Schwindel. Manchmal ist es einfach ein Schwindel und manchmal ist es Lagerungsschwindel. Ich weiss auch nicht woher das kommt, es kommt auf jeden Fall immer in dümmsten und unpraktischsten Momenten.

Fazit: die Wochen 2-5 waren die härtesten in Sachen Nebenwirkungen.

Übrigens poste ich auf meinem Facebookaccount (Multiple Sklerose und Alltag staublos.ch) öfter Fotos oder Kommentare zu meinem aktuellen Befinden. Wenn dich das interessiert, folge mir doch auf meiner Seite!

Familienfreies Wochenende als Mutter! …Zeit nur für mich

Verlängertes Wochenende ohne Familie

Am Freitag fahre ich mit meiner Freundin, wir haben beide je zwei Kinder, in ein verlängertes Wochenende. Wir fahren zwar nicht weit weg und nur kurz über die Grenze nach Konstanz DE, aber ich freue mich sehr. Endlich Zeit nur für mich! Ihr wisst was ich meine… Mein Mann wird am Freitag von zu Hause aus arbeiten und ich komme erst am Sonntag wieder zurück.

Ich habe mir schon im Kopf einen Plan für das perfekte, verlängerte Wochenende gemacht. Irgendwie scheint es so, als ob sich wieder alles um meine Kinder drehen wird weil ich noch vieles besorgen möchte. Aber auch ich möchte nicht zu kurz kommen.

Der Plan

Am Freitag kommen wir gegen Mittag an und essen erst mal gaaaanz in Ruhe ein leckeres Mittagessen. Ich hätte jetzt schon Lust auf ein Clubsandwich und muss nicht mal meine Pommes teilen!

Danach gehen wir ausgiebigst shoppen! Ich hoffe, ich finde einen grossen Teil der Weihnachtsgeschenke weil ich bisher noch kein einziges Geschenk habe. (Hier kommen die Kinder und der Mann wieder ins Spiel, aber egal!)

Vor allem hoffe ich, dass ich endlich hübsche Booties für mich finde, also diese mit kleinem Absatz und doch schön. Ein weiter Mantel wäre auch nicht schlecht. Dazu noch neue Stoffhosen, eine Bluseein Pullover…vielleicht

Dann möchte ich ziemlich lange in einer Drogerie verweilen und all die kleinen glitzernden und funkelnden Tübchen anschauen und mir vielleicht einen neuen Nagellack kaufen…

Wenn ich dann noch laufen kann und die Tüten noch tragen mag, dann möchte ich gaaanz lange in einer Buchhandlung all die wunderhübschen Bücher in die Hand nehmen. Ganz in Ruhe den Buchrücken lesen und mich dann für einige entscheiden. Da mich niemand mit irgendwelchen Ablenkungsmanövern stresst und ich auch nicht ständig schauen muss ob irgendwelche kleinen, vor Pommes Fett triefenden Finger, irgendwas antatschen, lasse ich die Bücher auf mich wirken und lausche ihrem Vibe…oooohm…

Irgendwann, völlig glücklich und mit einem seeligen Lächlen im Gesicht, irgendwann dann gehen wir in unser Hotel. Dort werde ich mich frisch machen und meine Ausbeute auf dem Bett verteilen und streicheln. Irgendwann gehe ich mit meiner Freundin ein Prosecco trinken und wir werden uns in unseren Glücksgefühlen suhlen. Wir werden neben einander sitzen und mit einem Blick in die Ferne, langsam die Bügelwäsche von zu Hause vergessen. Dann gehen wir auf unser Zimmer, liegen herum, blättern in unseren Zeitschriften und lesen uns immer wieder gegenseitig irgendwelche lustigen Artikel vor. Zwischendurch lackieren wir uns vielleicht die Nägel mit unseren neuen Nagelläcken und gehen dann Abend essen. Wir trinken ein Glas Wein oder zwei und fühlen uns zufrieden und vom Leben geküsst. Am Samstag schlafen wir ganz lange aus, bestimmt bis 8 Uhr. Frühstücken ausgiebigst und überlegen uns, was wir dann unternehmen möchten. Vielleicht schlendern wir etwas durch die Stadt, bleiben am See stehen und schauen auf die CH-Seite des Bodensee, wo unsere Männer mit den Kindern die gemeinsame Zeit geniessen. Hachzzz. Zu diesem Zeitpunkt haben wir die wartende Bügelwäsche schon völlig vergessen (die Männer und die Kinder vielleicht auch). Wir geniessen den Tag und unsere Freiheit.

Was alles schief gehen könnte

Ich finde kein einziges Weihnachtsgeschenk.

Nach dem Mittagessen bekomme ich wieder die bösen Magenkrämpfe vom Medikament.

Während der Shoppingtour ist mir zu warm, zu kalt, zu nass.

Von den Tüten bekomme ich eine Nackenstarre und folglich böse Kopfschmerzen. Passiert mir leider sehr schnell…hat was mit MS, Fehlleitung der Nerven und so zu tun…

Ich werde plötzlich extrem müde weil mich die Fatiuge erwischt.

Ich finde nur Sachen für die Kinder und für mich nix.

Unser Hotelzimmer ist hässlich, laut, ungemütlich.

Am Abend bin ich so müde, dass ich nicht Essen gehen mag.

Ich bin um 6 Uhr wach und kann nicht nochmals einschlafen.

Einer der Männer ruft an weil die Kinder Fieber, Magendarm, irgendwas aufgeschlagen haben uns aber versichern, dass sie das ganz gut hin kriegen und wir uns keine Gedanken machen sollen.

Eine solche Erwartung von einem Ereignis macht mich immer wieder etwas nervös. Andererseits stelle ich mir das kommende Wochenende so toll vor, dass ich nur schon durch den Gedanken daran, mich entspannt fühle. Visualisierte Entspannung oder sowas! Ihr im grossen-weiten Internet, kennt ihr diese Erwartung vor einem solchen Wochenende?

So, jetzt könnte ich eine Umfrage starten, ist ja auf Twitter der neue heisse Shi***
Weil ich bisher noch nie eine Umfrage gemacht habe, würde ich mich freuen, wenn ihr mitmacht und ich sehen kann, ob sowas überhaupt funktioniert!

Umfrage

 

Ach ja, vermutlich werde ich auf meiner Facebook Seite und auf Instagram regelmässig Fotos von unserem Weekend posten, schaut also mal vorbei. Oder ich verschlafe die Tage einfach im Hotelzimmer…