Styling und Mode trotz MS!

Vor einigen Tagen habe ich in meinem Blogpost über kranke Mütter völlig beiläufig erwähnt, dass ich mich morgens schminke und herrichte. Manchmal sogar an diesen Tagen, an denen es mir nicht so gut geht. Dann wurde mein Post von TOLLABEA auf Facebook geteilt und es gab da einige Kommentare.

Einer dieser Kommentare ist mir ins Auge gestochen und hat sich seit dem Wochenende in mein Hirn hinein gebrannt, um immer wieder hochzuploppen.

Kommentar Zitat: mir gehts schlecht, dann ist es so (…) schminke mich nicht im Farb topf gefallen. Warum sollte ich Theater spielen, Theater schminke tragen und noch lächeln, wenn ich mich danach…(…)

Hmm ja, schön, jeder wie er mag und wie es ihm gefällt.

Ja, ich schminke mich, ich liebe Kosmetik, sogar sehr und ich lackiere mir auch regelmässig die Nägel.

Nagelläcke

Wie man sieht, habe ich gewisse Farbvorlieben…

Mir einen neuen Lidschatten zu kaufen, erfüllt mich sogar, ganz ehrlich, mit Glücksgefühlen! (Es ist aber nicht so, dass ich mir ständig welche kaufe.)

Lidschatten

Ich liebe es in Stylemagazinen zu blättern obwohl ich meistens nur schwarz trage und sehr selten Kleider und Röcke! Ich liebe schöne Taschen, Schuhe und solche Sachen.

Nein, ich sehe nicht so als ob ich in einen Schminktopf gefallen wäre. Ich habe die Haut meiner Mutter geerbt. Ich muss auch nichts überdecken oder verstecken auch wenn die Augenringe dunkel und bis in die Kniekehlen hängen. Ich muss auch keine seelischen Defizite ausgleichen oder mich hinter einer Fassade verstecken. Bei mir reicht Gesicht waschen, Pflegecréme auftragen, losen Puder, Lidstrich, Mascara und fertig.

ich1

So sah ich irgendwann in den letzten Tagen aus, meiner Meinung nach nicht im Farb topf gefallen

Ich mochte es schon immer, mich zu pflegen, zu cremen, zu salben und eben, mich zu schminken. Es ist eine Selbstverständlichkeit für mich. Genau wie duschen oder Zähne putzen. Es gehört einfach dazu und ich kann in weniger als 5min. fertig geschminkt sein. Und, OH MEIN GOTT, ich glätte sogar manchmal meine Haare! Und das alles obwohl ich MS habe! Und manchmal sogar Sonntags! Stellt euch das mal vor! Bitte verzeiht mir den Sarkasmus, aber ich konnte nicht anders.

Warum soll sich ein kranker Mensch nicht um sein Äusseres kümmern? Wo steht das geschrieben und wer verbietet das? Nein, jede/r wie es ihm gefällt!

Es gibt sogar Studios, die gehen in Krankenhäuser um Frauen zu schminken, die wegen irgendeiner Krankheit im Bett liegen. Sie machen Hausbesuche und bieten Mani-und Pediküre an. Dass eine kranke Frau, die Monate lang im Krankenhaus liegt, sich durch nicht enden wollende Test und womöglich eine bösartige Krankheit kämpft, irgendwann das Gefühl verspürt, ihr Äusseres pflegen lassen zu wollen, das kann ich voll und ganz verstehen! Wenn ich mich nicht mehr pflegen würde, hätte ich das Gefühl aufgegeben zu haben! Mich der Krankheit ergeben zu haben!

Mein Neurologe hat mich damals gefragt, wie es für mich wäre im Rollstuhl sitzen zu müssen. Ganz ehrlich, das fände ich echt ziemlich blöd und darüber möchte ich jetzt auch lieber nicht nachdenken. Ich habe auch noch nie gehört, dass sich jemand darüber freut, auf einen Rollstuhl angewiesen sein zu müssen. Auf der Heimfahrt nach der Lumbalpunktion und der ersten Dröhnung Kortison dachte ich mir, hej, wenn ich irgendwann im Rollstuhl landen sollte (Fingercross, bitte nie!!!), dann kaufe ich mir die schönsten Jimmi Choo Schuhe, die ich bezahlen kann! Da ich dank MS nicht mehr auf hohen Schuhen laufen kann, habe ich beschlossen, sollte ich tatsächlich im Rollstuhl landen, dann kaufe ich mir diese 15cm hohen Hacken! Manch einer denk sich, so ein Gedanke ist völlig bescheuert und ich wäre eine oberflächliche Kuh. Aber, es bleibt mir nichts anderes übrig weil sich die Erde weiter dreht und das Leben weiter geht. Und sollte ich keine Gefühle in den Füssen mehr haben, dann werde ich diese Hacken auch im Winter tragen…, in your face, MS!

Dürfen Menschen mit einer Krankheit oder solche, die im Rollstuhl sitzen, sich nicht schön fühlen dürfen? (Ja ich weiss, Schönheit kommt von Innen und so…) Soll man sich nicht mehr herrichten dürfen, ohne oberflächlich zu gelten? Ich habe da sogar schon eine Weile eine Geschäftsidee über Mode und Menschen im Rollstuhl im Hinterkopf.

Lange Rede, ich liebe es und solange ich meine Arme und meine Hände bewegen kann, werde ich mich schminken. Manchmal auch Sonntags!

(In diesem Post gibt es keine Werbung und alle abgebildeten Produkte habe ich mir selber gekauft)

MS-News

MS-News ist ein neues Thema bei mir!

Hier werde ich regelmässig Links zu verschiedenen Informationen/Themen über MS teilen. Ich stosse immer wieder auf interessante Personen, Informationen, Klinische Studien, Forschung…usw. und das werde ich jeweils hier teilen. Das sieht dann etwa so aus:

15. Mai 2015

Nintendo Wii

Was hat ein Computerspiel mit Multipler Sklerose zu tun? Viel! Regelmässiges Training mit der Nintendo Wii verändert die Hirnstrukturen, verbessert das Gleichgewicht und hilft bei Schwindel. Hier der spannende Artikel von Amsel.de oder auf Englisch bei ActiveMSers.

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JuSu von Mama-Schulze
schreibt seit 2015 einen Blog über ihr Leben mit MS. Bisher hat sie als Mama-Schulze über ihren Mama-Alltag gebloggt und sich dann entschieden, über ihr Leben als berufstätige Mama mit Multipler Sklerose zu schreiben. Bei ihr gibt es immer wieder spannendes zu lesen!

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Dr. Dunja Voss
schreibt in ihrem Blog über Psychoanalyse und Psychosomatik. Sie schreibt sehr interessant und erklärt die verschiedenen Arten der Psychoanalyse und Psychosomatik. Sie bietet Beratungsgespräche über Email oder auch Telefon an.

MS-Alltag

Seit letzter Woche ist es kräftemässig nicht gut.

Ich weiss nicht ob es am Wetterumschwung lag. Einige meiner Leser haben mir geschrieben, dass bei ihnen ebenfalls zur Zeit eine schwierige Krankheitsperiode herrscht.

Einige Tage waren hier ziemlich sonnig und warm und danach regnete es Tagelang. Körperlich und Psychisch fühle ich mich ziemlich erledigt. Alles war irgendwie schwerfällig. Mein Geist war sehr erschöpft und extrem müde. Die Fatigue hat ziemlich zugeschlagen und ich musste sehr viel Kraft mobilisieren, um überhaupt durch den Alltag zu kommen. Der Schlaf in der Nacht ist nicht besonders erholsam.

In solchen Zeiten fühlt sich mein Körper an, als ob er ständig auf der Flucht wäre. Meine Sinne sind geschärft und ich bin sehr unruhig. Dadurch, das der Körper in Alarmbereitschaft ist, nehme ich alles wichtige und unwichtige um mich herum verstärkt wahr. Ich komme mir vor wie ein ADhS-Kind weil ich nicht filtern oder mich abgrenzen kann. Ich sehe alles, ich höre alles, ich rieche alles und alle diese Sinneswahrnehmungen sind 100% da und möchten verarbeitet werden. Das ist für mich sehr anstrengend und erschöpft mich. Dadurch verstärkt sich meine Müdigkeit und ich bin ab 16 Uhr völlig fertig. Ein Teufelskreis beginnt. Gegen 17 Uhr muss ich anfangen das Nachtessen zu kochen, damit wir um 18 Uhr essen können. Manchmal kostet mich das so viel Kraft und ich werde nachlässig. Letzte Woche habe ich wieder meine Finger am Backofen verbrannt. Einerseits war ich selber schuld, an die heisse Form zu greifen und andererseits, hat die Reaktion von meinem Hirn zu lange gedauert und ich habe mir die Fingerkuppen der rechten Hand verbrannt. Das passiert mir sehr oft am Backofen, Pfannen, Bügeleisen…meine beiden Unterarme sind voll von Verbrennungsnarben, sehen so aus und bleiben über Monate:

Arme

 

In beiden Händen an den Fingerkuppen habe ich kein gutes Kälte/Wärme-Empfinden und ich hätte nie gedacht, dass das so viel im Alltag ausmacht. Aber, es ist halt so, dass das Hirn das AUA verzögert sendet und wenn man abgelenkt ist und nicht bei der Sache, dann schmückt man sich eben mit solchen Narben.

Tollpatsch mit MS sozusagen.

Jedenfalls ist das Wetter diese Woche nicht besser und ich quäle mich durch den Alltag. Aber irgendwann geht auch das vorbei…und dann bin ich wieder voll von Energie…oder so.

Und da fällt mir noch der Satz ein: „Echt, du hast MS? Sieht man dir gar nicht an!“

Blog Geburtstag

Mein Blog feiert das erste Jahr!!!!

Partywindräder

Irgendwann im April 2014 habe ich mich entschieden diesen Blog anzufangen. Obwohl ich mich immer wieder frage ob es jetzt der oder das Blog heisst! Ich hatte so viele Geschichten im Kopf, so viele Fragen und so viele Antworten. Zuerst wollte ich ganz altmodisch ein Tagebuch für mich schreiben. Vor allem wollte ich meine MS-Geschichte mit den ganzen Arztbesuchen aufschreiben. Ich wollte für mich festhalten, wann welche Untersuchung gemacht wurden usw.

Als ich die ganzen Daten und Fakten im Kopf schon fast nicht mehr ordnen konnte, beschloss ich, das im Internet aufzuschreiben. Zuerst dachte ich, dass die ganze Geschichte ja nur für mich sein wird. Irgendwo ganz weit hinten in meinem durchlöcherten Hirn, habe ich mich gefragt, ob es dann vielleicht doch möglich wäre, dass das ja mal auch jemand liest. Und ganz, ganz weit hinten links, war da der Gedanke, mit meiner Geschichte vielleicht auch jemanden zu helfen.

So habe ich dann angefangen alles einzutippen und zack, war es auch schon veröffentlicht. Was soll ich sagen….ein Jahr ist schon rum!

Luftballone

In diesem Jahr habe ich viele nette Menschen kennen gelernt. Viele haben sich bei mir gemeldet und wollten sich mit mir über meine Medikamente austauschen. Wie mein Alltag mit den Kindern aussieht. Was ich bei manchen Symptomen mache. Meine Besucherzahlen stiegen und ich konnte es kaum glauben. Es gab doch tatsächlich Menschen, die meine Geschichten lesen wollten und bei manchen hatte ich sogar das Gefühl, etwas hilfreich gewesen zu sein. Das war mein schüchternes Ziel mit diesem Blog und jetzt wurden meine Beiträge in diesem Jahr doch tatsächlich über 30’000 mal gelesen. Das Gefühl kann ich nicht beschreiben…es ist einfach boooaaaaaaah!

Ich freue, freue, freue mich so sehr über tolle Leser, die immer ein offenes Ohr haben, mir zuhören und hin und wieder aufbauende oder tröstende Worte haben!

Auf Schweizerdeutsch sagt man: danke tuuuuusig mol! ❤

Marg