Familienfreies Wochenende als Mutter! …Zeit nur für mich

Verlängertes Wochenende ohne Familie

Am Freitag fahre ich mit meiner Freundin, wir haben beide je zwei Kinder, in ein verlängertes Wochenende. Wir fahren zwar nicht weit weg und nur kurz über die Grenze nach Konstanz DE, aber ich freue mich sehr. Endlich Zeit nur für mich! Ihr wisst was ich meine… Mein Mann wird am Freitag von zu Hause aus arbeiten und ich komme erst am Sonntag wieder zurück.

Ich habe mir schon im Kopf einen Plan für das perfekte, verlängerte Wochenende gemacht. Irgendwie scheint es so, als ob sich wieder alles um meine Kinder drehen wird weil ich noch vieles besorgen möchte. Aber auch ich möchte nicht zu kurz kommen.

Der Plan

Am Freitag kommen wir gegen Mittag an und essen erst mal gaaaanz in Ruhe ein leckeres Mittagessen. Ich hätte jetzt schon Lust auf ein Clubsandwich und muss nicht mal meine Pommes teilen!

Danach gehen wir ausgiebigst shoppen! Ich hoffe, ich finde einen grossen Teil der Weihnachtsgeschenke weil ich bisher noch kein einziges Geschenk habe. (Hier kommen die Kinder und der Mann wieder ins Spiel, aber egal!)

Vor allem hoffe ich, dass ich endlich hübsche Booties für mich finde, also diese mit kleinem Absatz und doch schön. Ein weiter Mantel wäre auch nicht schlecht. Dazu noch neue Stoffhosen, eine Bluseein Pullover…vielleicht

Dann möchte ich ziemlich lange in einer Drogerie verweilen und all die kleinen glitzernden und funkelnden Tübchen anschauen und mir vielleicht einen neuen Nagellack kaufen…

Wenn ich dann noch laufen kann und die Tüten noch tragen mag, dann möchte ich gaaanz lange in einer Buchhandlung all die wunderhübschen Bücher in die Hand nehmen. Ganz in Ruhe den Buchrücken lesen und mich dann für einige entscheiden. Da mich niemand mit irgendwelchen Ablenkungsmanövern stresst und ich auch nicht ständig schauen muss ob irgendwelche kleinen, vor Pommes Fett triefenden Finger, irgendwas antatschen, lasse ich die Bücher auf mich wirken und lausche ihrem Vibe…oooohm…

Irgendwann, völlig glücklich und mit einem seeligen Lächlen im Gesicht, irgendwann dann gehen wir in unser Hotel. Dort werde ich mich frisch machen und meine Ausbeute auf dem Bett verteilen und streicheln. Irgendwann gehe ich mit meiner Freundin ein Prosecco trinken und wir werden uns in unseren Glücksgefühlen suhlen. Wir werden neben einander sitzen und mit einem Blick in die Ferne, langsam die Bügelwäsche von zu Hause vergessen. Dann gehen wir auf unser Zimmer, liegen herum, blättern in unseren Zeitschriften und lesen uns immer wieder gegenseitig irgendwelche lustigen Artikel vor. Zwischendurch lackieren wir uns vielleicht die Nägel mit unseren neuen Nagelläcken und gehen dann Abend essen. Wir trinken ein Glas Wein oder zwei und fühlen uns zufrieden und vom Leben geküsst. Am Samstag schlafen wir ganz lange aus, bestimmt bis 8 Uhr. Frühstücken ausgiebigst und überlegen uns, was wir dann unternehmen möchten. Vielleicht schlendern wir etwas durch die Stadt, bleiben am See stehen und schauen auf die CH-Seite des Bodensee, wo unsere Männer mit den Kindern die gemeinsame Zeit geniessen. Hachzzz. Zu diesem Zeitpunkt haben wir die wartende Bügelwäsche schon völlig vergessen (die Männer und die Kinder vielleicht auch). Wir geniessen den Tag und unsere Freiheit.

Was alles schief gehen könnte

Ich finde kein einziges Weihnachtsgeschenk.

Nach dem Mittagessen bekomme ich wieder die bösen Magenkrämpfe vom Medikament.

Während der Shoppingtour ist mir zu warm, zu kalt, zu nass.

Von den Tüten bekomme ich eine Nackenstarre und folglich böse Kopfschmerzen. Passiert mir leider sehr schnell…hat was mit MS, Fehlleitung der Nerven und so zu tun…

Ich werde plötzlich extrem müde weil mich die Fatiuge erwischt.

Ich finde nur Sachen für die Kinder und für mich nix.

Unser Hotelzimmer ist hässlich, laut, ungemütlich.

Am Abend bin ich so müde, dass ich nicht Essen gehen mag.

Ich bin um 6 Uhr wach und kann nicht nochmals einschlafen.

Einer der Männer ruft an weil die Kinder Fieber, Magendarm, irgendwas aufgeschlagen haben uns aber versichern, dass sie das ganz gut hin kriegen und wir uns keine Gedanken machen sollen.

Eine solche Erwartung von einem Ereignis macht mich immer wieder etwas nervös. Andererseits stelle ich mir das kommende Wochenende so toll vor, dass ich nur schon durch den Gedanken daran, mich entspannt fühle. Visualisierte Entspannung oder sowas! Ihr im grossen-weiten Internet, kennt ihr diese Erwartung vor einem solchen Wochenende?

So, jetzt könnte ich eine Umfrage starten, ist ja auf Twitter der neue heisse Shi***
Weil ich bisher noch nie eine Umfrage gemacht habe, würde ich mich freuen, wenn ihr mitmacht und ich sehen kann, ob sowas überhaupt funktioniert!

Umfrage

 

Ach ja, vermutlich werde ich auf meiner Facebook Seite und auf Instagram regelmässig Fotos von unserem Weekend posten, schaut also mal vorbei. Oder ich verschlafe die Tage einfach im Hotelzimmer…

Kranke Mütter

Kranke Mutter ist eine Mutter, einfach mit etwas anderen Sorgen 

Das ist bei uns zur Zeit ein grosses Thema. Letzte Woche hat sich unser Alltag von jetzt auf sofort verändert da beim Routine-MRI zufällig ein neuer Schub entdeckt wurde. Die Kinder haben das natürlich alles mitbekommen. Ich gehe immer offen mit meiner MS um. Schon früh habe ich meine Kinder darüber aufgeklärt weil mir wichtig war, dass sie verstehen, warum es Mama manchmal nicht so gut geht.

Trotzdem werde ich sehr nervös wenn ich den Kindern erklären muss, dass Mama wieder MS-Probleme hat. Obwohl meine Kinder sehr offen sind, habe ich Angst ihnen zu sagen, dass Mama krank ist. Ich denke, es ist für keine Mutter einfach, ihren Kindern zu sagen, dass sie krank ist. Als Mutter hat man den unschätzbaren Status von Super-Woman. Mamas sind stark, Mamas trösten, Mamas haben immer eine Lösung, Mamas passen auf uns auf, Mamas helfen uns, Mamas wissen alles oder können zumindest googeln, Mamas können die Welt retten…

Was passiert, wenn diese Super-Mama krank ist?

Macht das Kindern Angst? Entstehen da irgendwelche Ängste, die sich tief irgendwo in die Kinderseele hinein brennen?

Meine Kinder hatten auch jetzt einfach nur Angst. Sie haben meine Arme angeschaut, die übersät mit blutunterlaufenen Infusionseinstichen waren. Die vierte Kortisoninfusion hat mir derart den Boden unter den Füssen weggerissen, dass ich in diesem Moment nur noch weinen konnte. Als die Kinder von der Schule kamen, wollten sie sofort wissen, warum ich so schlimm aussehe. Wenn ich ihnen sage, ich hätte geweint, weil mich das alles etwas traurig gemacht hat, dann sehe ich in ihren kleinen Kinderseelen diese Angst. Mama weint? Ich erkläre ihnen, dass es ok. ist auch traurig zu sein. Es ist gut traurige Gefühle zuzulassen und am besten ist es, diese rauszuweinen, weil die danach draussen sind und es einem dann viel besser geht.

Sie haben gefragt, ob sie MS bekommen können, wenn sie mit mir kuscheln oder mich küssen!  Oder ob ich an der MS sterben werde…

Diese Momente machen mich traurig und wütend. Eigentlich kann ich dieses Gefühl nicht beschreiben. Es ist diese Machtlosigkeit einer Krankheit gegenüber. Und es ist der Willen, den eigenen Kindern das möglichst schönste Leben zu bieten. Es ist schwer, in solchen Situationen nicht zu verzweifeln. Sich hinstellen und den Kindern ein gutes Vorbild sein, ist schon im gesunden Alltag nicht immer einfach. Deshalb möchte ich nur kurz erwähnen, für Mütter mit einer Krankheit ist die Last dieser Verantwortung noch ein wenig schwerer. Wir schleppen ein Päckchen am Bein mit uns durch den Alltag und geben unser Bestes. Wenn Körper und Geist dann nicht so funktionieren wie sie sollten, braucht es noch sehr sehr viel mehr Energie.

Was ich sagen wollte. Mütter, ihr seid Geisterjäger, Rotzabputzer, Köchinnen, Spielgefährtinnen, Heldinnen, Super-Woman und noch so vieles mehr. Und ihr Mamas, die durch eine Krankheit immer wieder in die Knie gezwungen werdet, ihr seid noch die viel grösseren Heldinnen, fühlt euch umarmt, ich weiss wie sich das anfühlt.

Ich bin eine kranke Mama und manchmal fühlt sich das so an:

ich stehe jeden Morgen nur meinen Kindern zu Liebe auf. Ich versuche die Spuren einer schlaflosen Nacht nach einer Dusche mit Makeup zu verstecken, bürste meine Haare, trage Lippenstift auf. Ich lächle. Ich ignoriere den Drehschwindel und halte mich beim Treppenlaufen etwas fester am Griff, damit ich nicht herunterfliege. Wenn ich wieder in einen Türrahmen laufe, tue ich so als ob nichts passiert wäre. Wenn ich stolpere weil die Krankheit gerade wütet, ich innerlich verzweifle, tue ich so als ob das völlig normal wäre. Ich koche für meine Kinder die leckersten und gesündesten Mahlzeiten obwohl ich keine Kraft habe und ihnen am liebsten einfach nur ein geschnittenes Stück Brot hinstellen möchte. Ich ignoriere die hohe Dosis Kortison in meinem Körper die mich innerlich wahnsinnig werden lässt. Ich tue so, als ob ich das verzögerte Flackern in meinem Auge nicht merke und lasse die Maschine mit der Wäsche laufen. Ich fahre mit meinen Kindern zum See spazieren obwohl mich das wahnsinnig viel Kraft kostet und ich mich viel lieber hinlegen möchte. Ich versuche nicht dauergereizt zu sein. Ich versuche nicht herumzuschreien weil mein ganzer Körper schreit. Ich reisse mich zusammen und versuche so normal wie möglich zu sein. Ich weine heimlich…und stehe am nächsten Morgen wieder auf, male mir ein Kämpfergesicht auf, für meine Kinder und für mich.

Manchmal sieht der Alltag einer kranken Mutter hinter der Fassade so aus. Ihr seid nicht alleine und ihr seid toll, genau so wie ihr seid!

Endspurt Schule

Diesen Sommer stehen bei uns grosse Schulwechsel an. Der kleine Sohn kommt in die erste Klasse und der grosse Sohn in die dritte Klasse. Ich kann mich noch immer an den Kindergarteneintritt des Grossen und an den, des Kleinen erinnern. Ich kann sogar sagen wie das Wetter war, was wir an hatten und wie ich dann leicht verwirrt nach Hause ging um das Mittagessen zu kochen.

Der kleine Sohn ist bereit für die Schule. Er kann es kaum erwarten ein Schüler und kein Kindergartenkind mehr zu sein. Die Einschulungstests hat er bravourös hinter sich gebracht und prahlt schon wie gut er mit Zahlen umgehen kann. Tatsächlich scheint es so, dass ihn Zahlen faszinieren und er fordert immer wieder, ich soll mit ihm kopfrechnen. Ich weiss zwar nicht woher diese Zahlenliebe kommt, aber ich bilde mir ein, dass er vielleicht ein Rechengenie werden könnte und seine Mathehausaufgaben mit Leichtigkeit und Spass machen wird. Ich kann mit Zahlen eher nix anfangen und Kopfrechnen war noch nie meine Stärke, aber, der Genpool wurde ja gemischt und wer weiss, was sich da noch für versteckte Schätze auf den Chromosomen tummeln. Aber, ich wäre ja nicht ich, wenn ich mich nicht fragen würde, wie seine schulische Laufbahn wohl sein wird.

Beim grossen Sohn sieht die ganze Geschichte so aus: Er kommt in die dritte Klasse und wird seine 6(!!!) Lehrperson bekommen. An dieser Schule gab es viele Lehrerwechsel und seinen Jahrgang hat es halt getroffen. Auch er hat die Einschulungstests damals bravourös gemeistert, was die Kindergartenlehrerin etwas überrascht hat. Er hat Strategien entwickelt, wie er sich durch den Unterricht möglichst unauffällig durchmogeln kann. Deshalb war der Kindergärtnerin auch nicht ganz klar, was er so drauf hat. Jedenfalls haben sich der Mann und ich damals nach dem Elternabend mit stolzgeschwellter Brust sehr gefreut, dass das Kind immerhin als drittbesster der Klasse die Prüfungen abgeschlossen hat. So kam er in die erste Klasse und brachte täglich Hausaufgaben nach Hause. Noch in der Schwangerschaft habe ich mir vorgestellt, wie ich freudestrahlend, in mir ruhend, meinem wissensdurstigem Kind bei den Hausaufgaben helfen werde. (Aber ich dachte damals auch, stillen wird sehr romantisch sein bis ich den ersten Milcheinschuss bekam.)

Jedenfalls verstand das Kind nicht, warum er die Buchstaben unzählige male in diesem Schreibheft schreiben soll, wenn er schon längst alle Buchstaben kannte. Bei Lesespass echauffierte er sich über den veralteten Namen des Drachenjägers. Kein Mensch würde so heissen. So ging das Tag ein, Tag aus. Meine romantische Vorstellung von gemeinsam Hausaufgaben machen, hat sich ziemlich schnell in Luft aufgelöst und ich ertappte mich immer wieder, wie ich entnervt sagte, dass er jetzt trotzdem alle diese Buchstaben seitenweise schreiben muss, obwohl er sie schon kann, weil man das in der Schule so machen muss. Manchmal stürzte ihn das in fiese Heulanfälle, was die Hausaufgabenerledigung nicht gerade förderlich beeinflusste.

Da mein Sohn ein guter Redner und sehr plausible Argumente hervorbringen kann, lies ich mich auch immer wieder unbemerkt in diese endlosen Diskussionen einlullen. Ich habe das Internet nach Tipps für hausaufgabengeschändete Eltern abgegrast. Ich habe ein Belohnungssystem nach dem anderen eingeführt und kurze Zeit später wieder entnervt verworfen. Jasper Juul wurde mein treuer Begleiter und ich hätte dem Kind Diagnosen stellen können über Hochsensibilität, Asperger Syndrom, AD(h)S. Nach meinem Wissenstand, hätte ich problemlos eine Schulklasse unterrichten können. Ausser mein eigenes Kind. Irgendwann hiess es von der Schule, das Kind sei langsam weil er Linkshänder sei und Ergotherapie braucht. Nach der Abklärung hiess es, das Kind hat überhaupt keine motorischen Probleme. Zum Glück war in der Zwischenzeit die erste Klasse schon vorbei und ich stellte mir vor, wie das Kind in den Sommerferien einen riesigen Entwicklungsschub machte. (Oh ja, diese lieben Entwicklungsschübe, genau wie die sagenumwobenen Phasen und alles wächst sich aus.)

Zweite Klasse, alte Geschichten. Kaum ging die Schule los, gab es wieder einen Lehrerwechsel. Drei Wochen später wurde ich auch schon zum Gespräch eingeladen weil die Lehrerin das Kind nicht einordnen konnte. Sie erzählte mir von ihren Kindern, die zwei Jahre älter waren als meins und ihren schulischen Problemen. Alle meine Geschichten kannte sie bereits und empfahl mir, das Kind auf AD(h)S testen zu lassen. Das Kind ist zum Termin hin und hat brav alles gemacht, was gefordert wurde. Tatsächlich hat er die Diagnose ADS bekommen. Die Therapeutin machte uns darauf aufmerksam, dass er sehr intelligent ist und seine Intelligenz das Konzentrationsdefizit ausgleicht. Dadurch ist er ein ganz normales, durchschnittlich intelligentes Kind. Schön!

Jetzt ist aber so, dass dieses intelligente Kind ein Tagträumer ist. Seine Antennen nehmen alles was in seiner Umgebung passiert wie ein Schwamm auf. Also kann er mir erzählen was der Fritz vorne links in der zweiten Stunde gesagt hat als die Lehrerin irgendwas von verliebten Zahlen erzählt hat, wie der Max zurückgeschaut hat als die Lehrerin die Geschichte mit den Olchi-Fürzen vorgelesen hat, was Melinda in der Znünibox hatte, welche Farbe das T-Shirt der Lehrerin vor drei Tagen hatte und dass er die Umweltverschmutzung ganz schlimm findet. Er die Welt retten möchte aber trotzdem kein Vegetarier sein könnte, weil er das Fleisch doch so gerne mag, die Kuhfürze die Ozonschicht schädigen und ihn das in tiefste Verwirrung wirft. Ach ja, und irgendwas hätte er sich wegen der Zahlenpyramide und den verliebten Zahlen merken sollen. Aber das hat er ja vergessen, weil weisst du Mama, ich werde Autos erfinden, die keine Umweltverschmutzung machen und überhaupt, warum sollte ich die Schnürlischrift lernen, wenn ich sowieso alle Pläne auf dem Computer schreiben werde. AAAAAAAAAh…ich versuche tief durchzuatmen. Manchmal geht das gut und manchmal etwas weniger. An den etwas weniger guten Tagen, da will ich einfach, dass sich das Kind hinsetzt und diese 25min. einfach die blöden Hausaufgaben macht. Es ist mir sowas von egal ob er irgendwann die Welt rettet oder ein Heilmittel erfindet. Ich wünschte mir nur, dass er ohne alles zu hinterfragen, einfach diese Seite Schnürlischrift hinkritzelt. Manchmal wünsche ich mir, ihn würde nicht alles interessieren und es wäre egal wie was funktioniert und er nur die Hälfte von all dem wüsste. Seinem Gitarrenlehrer sagt er, er könne das Lied nicht üben weil der Titel total doof ist. Ausserdem passt der Refrain überhaupt nicht zum Rest des Liedes und er würde den D-Akkord hier viel passender finden. Er will ins Karate und sobald er den roten Gurt bekommen hat, nicht mehr hin gehen will, weil er ja schon etwas erreicht hat.

Im August kommt er in die dritte Klasse. Er geht noch immer sehr gerne in die Schule und freut sich darauf. Wieder wird er eine neue Lehrperson bekommen. Diese wird zuerst herausfinden müssen, wie das Kind tickt. Vielleicht wird auch sie ihn in den ‚ist zu langsam‘ Topf werfen und denken, dass ihm das Potential fehlt. Vielleicht wird sie aber auch erkennen, dass bei ihm sehr viel mehr zu holen ist als es auf den ersten Blick scheint. Mir bereitet es jedenfalls jetzt schon langsam schlaflose Nächte. Nach den ersten zwei Klassen, habe ICH Angst vor der Schule!

Wie lange dauert es, bis der erste Anruf kommt und ich zum Gespräch in die Schule muss? Aber, ich werde mich daran erinnern, wie ich Heute hier sass und diesen langen Text in die Tastatur gehauen habe, was ich an hatte und wie das Wetter war. Vielleicht erinnere ich mich auch daran, dass das schöne Lied von Robbie Williams im Radio lief….ähm ja 🙂

Und ja, die Sommerferien kommen, Entwicklungsschub und so…

Staublos ist schlaflos

Diese Woche stand ganz im Zeichen von: Husten, Fieber, Mittelohrentzündung, geplatztem Trommelfell, blutendem Ohr und schlaflosen Nächten.

Medis

Der grosse Sohn hustet seit 4 Wochen. Es kommt mir vor, als ob er sich in diesen 4 Wochen immer wieder neu angesteckt hätte und sobald der Husten langsam abklang, fing es wieder von vorne an. Seit Freitag hatte er dann 40 Grad Fieber. Natürlich passiert sowas gerne dann, wenn der Kinderarzt Ferien hat. Wir haben trotzdem einen Termin bei der Ferienvertretung noch am selben Tag bekommen. Am nächsten Nachmittag kamen dann aber Ohrenschmerzen dazu und in der Nacht fing das Ohr an zu bluten. Bei uns gibt es glücklicherweise einen 24h Telefondienst von der Krankenkasse mit sehr netten und kompetenten Leuten! Also am nächsten Tag wieder zum Kinderarzt und Antibiotika holen. Das Kind war sehr anhänglich, aber in Anbetracht der Schmerzen sehr, sehr tapfer.

Bei einer solchen Sternkonstellation oder Strafe des Universums, kommt es dann auch, dass meine Putzfrau diese Woche, in Folge Krankheit, ausfiel und ich das Gefühl hatte, das ganze Haus auch alleine putzen zu können. Im Nachhinein hat sich das natürlich als eine ganz blöde Idee rausgestellt.

Wie es sich für so eine %&**xxx!!!%  Woche gehört, habe ich auch noch meine Periode bekommen und wurde davon schön ordentlich geplagt.

Im Ernst, es gibt einen Grund, weshalb Schlafentzug als Folter eingesetzt wird! Meine Kinder schlafen normalerweise schon lange durch und schlaflose Nächte gibt es nur, wenn einer krank ist. Aber wenn das Kind seit 4 Wochen hustet, erwache ich ständig davon. Wenn das Kind hohes Fieber hat, kann ich sowieso nicht schlafen. Wenn das Kind dann aus dem Ohr blutet, na dann… Schlafentzug ist tatsächlich Folter!

Wenn aber Mutti am Wochenende noch aus war und dank der Zeitumstellung, erst um 4.00Uhr ins Bett gegangen ist…daaaann, tja, dann ist Mutti sowas wie ein wandelnder, blutrünstiger Zombie aus Minecraft.

So kam zu meiner üblichen MS-Müdigkeit Fatigue, auch noch der Schlafentzug dazu. Das fühlt sich so an, als ob der Körper alles auf Sparflamme stellt. Ich bin langsam. Ich bin gereizt. Ich möchte so gerne schlafen und kann in einer zufällig ruhigen, halben Stunde nicht einschlafen, weil ich zu müde bin dafür. Ich hasse alle, die innerhalb Sekunden ein kurzes Nickerchen halten können!!!

Nach Nächten im Kinderbett mit einem zappelnden Ofen, der auf 40 Grad heizt, hat man zwar keine kalten Füsse, aber auch keinen funktionellen Rücken mehr.

Nun, letzte Nacht hat das kranke Kind durchgeschlafen! Am Stück! Wenn Mutti aber, die halbe Nacht auf dem Sofa verschläft, heisst es nicht zwingend, dass sie am nächsten Tag ausgeruhter ist. Dummheit tut weh! Ich habe mich tatsächlich gefragt, ob es BH`s für hängende Augenringe gibt! Nein, gibt es nicht. Dafür kann man sich ordentlich Rouge auf die Backen klatschen und sieht fast schon sowas wie munter aus.

Nächste Woche geht es in die Frühlingsferien. Der Mann hat eine Hütte ohne fliessendes Wasser, ohne Strom, ohne Empfang(!), auf einem Berg, weg von der Zivilisation gemietet. Da es vermutlich dort oben noch Schnee hat, ist mein Plan, diese 8 Tage wie ein Murmeltier im Winterschlaf zu verbringen. Bis es soweit ist, müssen wir noch die Osterfeierlichkeiten hinter uns bringen. Da diese Woche ziemlich alles liegen geblieben ist, gibt es auch keine Osterdeko oder Ostereier. Dafür hat der kleine Sohn seine Kindergartenkunstwerke aufgestellt.

Frohe Ostern! ❤

osterdeko