Multiple Sklerose: Sind wir eine neue Generation der Kranken?

Anfang Juni traf ich mich mit der wunderbaren Sabine von ‚die kleine graue Wolke‘.

Sabine hat den Film die kleine graue Wolke über ihre MS-Diagnose gedreht. Ein Film, in dem sie sich mit verschiedenen MS-Betroffenen trifft und ihre Sichtweise zu der Erkrankung ergründet. Sabine setzt sich im Film mit ihrer Diagnose auseinander und ich kann genau dieses Gefühl spüren. Diese erste Zeit nach der Diagnose in der man noch auf der Suche nach seinem Weg ist: was ist das, was machen die anderen damit, wie lebt man mit sowas…usw. Den Film finde ich sehr einfühlsam und Sabine behandelt die MS-Erkrankten sehr sensibel, ohne zu urteilen. Diesen Film kann ich sehr empfehlen. Dazu schreibt Sabine einen gleichnamigen Blog als die kleine graue Wolke Blog.

Kleinegrauewolke

Auf diesen Film wurde ich letztes Jahr aufmerksam und so habe ich immer wieder verfolgt, was Sabine so macht. Und, sie macht wahnsinnig viel! Am ersten Juni-Wochenende war sie zum Beispiel mit ihrem Team in der Schweiz und hat sich in Sachen Multiple Sklerose engagiert. Hierzu folgt auf ihrem Blog noch ein Bericht. Da war es nahe liegend, dass wir uns endlich auch in Natura treffen!

Was soll ich sagen? Sabine ist eine tolle junge Frau mit sehr viel positiver Ausstrahlung, Humor und diesem gewissen Etwas! Sie hat sich als Ziel gesetzt, über die MS aufzuklären und zu zeigen, dass das Leben trotzdem lebenswert bleiben kann. Hierzu dreht sie auch die Reihe 1000 Gesichter und lässt andere MSler über ihre Krankheit sprechen.

Das gleiche Ziel

Wenn man Sabine sieht, dann ist da diese grosse, hübsche und selbstbewusste Frau – voller Leben. Und man könnte tatsächlich denken, sie sieht ja gar nicht krank aus 🙂 ! Welchen Stress und welche Mühen sie auf sich nimmt, um auf die MS aufmerksam zu machen, kann man eigentlich nur erahnen. Sie macht es aus einer solchen Überzeugung und einer völligen Selbstverständlichkeit.

Sabine Marina und Katarina

Wir werden verkabelt, unterhalten uns und ich gebe mein erstes Podcastinterview überhaupt. Das Team von Sabine (Claudia Mattai del Moro und Jonas Hieronimus) ist sehr toll und ich fühle mich sofort wohl. Claudia ist Schweizerin und wir unterhalten uns auf Schweizerdeutsch. Sabine erweist sich als sehr gute Schweizerdeutsch-Versteherin und so quatschen wir und quatschen und quatschen…gefühlt waren es aber nur 5min.

Mir kommt es vor, als ob ich mich mit einer Freundin treffe, die ich einfach eine Weile nicht mehr gesehen habe. Wir erzählen uns gegenseitig die lustigen Anekdoten, die wir durch die MS schon erlebt haben. Welche blöden Sprüche wir schon gehört haben. Mit welchen Irrtümern wir konfrontiert werden. Warum wir sehr persönlich über unsere Krankheit schreiben und warum wir das alles mit der weiten Welt teilen.

Aufklärungsarbeit

Schnell ist dieses Gefühl da, wir sind total auf der gleichen Wellenlänge und wir haben das gleiche Ziel! Aufklären, zeigen wie das Leben sein kann und nicht muss. Wir sind die, die aus diesem veralteten und verstaubten Multiple Sklerose Bild ausbrechen. Mir ist es ein grosses Anliegen, anderen MS-Betroffenen zu helfen. Vor allem denen, die gerade die Diagnose bekommen haben, denn die brauchen Unterstützung. Wir müssen ihnen zeigen, dass das Leben mit der Diagnose nicht vorbei ist. Natürlich ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen- das wissen Sabine und ich selber sehr wohl. Auch ich spüre die MS täglich und immer wieder erinnert sie mich daran, dass sie denn noch immer da ist. Ja, an manchen Tagen erträgt man das gut, an manchen halt etwas weniger. Ich registriere sie und mache dann einfach, soweit es geht, weiter. Jeden Tag!

Irgendwann frage ich mich, sind wir eine neue Generation von MS-Erkrankten?

Verändert sich das typische Bild von Multiple Sklerose, wenn wir auch andere Fotos ins Netz stellen, statt immer dieses eine Bild von einem Rollstuhl? Immer mehr Blogger schreiben offen über ihr Leben mit MS und ich finde das so wichtig! Ich habe das Gefühl, wir brauchen eine Veränderung. Meiner Meinung nach, passt mein Blogname immer besser zu meinem eigentlichen Ziel: STAUBLOS! Ich möchte das Bild von MS Erkrankten entstauben! Wenn wir auch weiterhin dran bleiben, dann können wir etwas verändern. Davon bin ich überzeugt!

Sabine Marina und Katarina von Staublos

Heute sind wir eine neue Generation an Erkrankten, nur schon aus dem Grund, dass es vor 15 Jahren die heutigen medizinischen Möglichkeiten nicht gab. MS kann man zwar noch immer nicht heilen, aber es stehen uns wenigstens einige Medikamente zur Auswahl, mit denen wir bewusst und mit etwas Glück, den Verlauf verzögern können. Ich weiss, diese Medikamente haben immer ein sehr grosses Päckchen an Nebenwirkungen dabei, aber trotzdem haben wir die Wahl, die vor ein paar Jahren noch nicht da war. Durch das Internet können wir uns informieren, auch wenn noch nicht alle Ärzte der Meinung sind, dass wir diese Informationen brauchen. Es steht uns frei, ob wir Studien, die Forschung und den Fortschritt lesen oder nicht.

Wir haben die Möglichkeit, endlich selbständige Patienten zu sein und das müssen wir unbedingt nutzen!

Auf diesem Wege, ein grosses Danke an all die Bloggerkollegen/Innen, die unermüdlich darüber schreiben und berichten! Wir opfern sehr viel unserer freien Zeit dafür auf, aber es lohnt sich!

Ich denke, wir leisten wichtige Aufklärungs-Arbeit!

Herzlichst, Katarina ❤

Wochenrückblick 11.06.2016

Mein Wochenrückblick in Bildern

Wochenrückblick ist einer meiner liebsten Blogbeiträge.
Ich nehme mir die Zeit, über die vergangene Woche nachzudenken und suche meine liebsten Momente zusammen. Das Leben ist zu kurz, um sich nur mit schlechten Tagen zu beschäftigen, oder?

Die Idee kommt ursprünglich von Denise Fräulein Ordnung

Zeit gefunden oder besser gesagt, Zeit genommen für einen Sport-Morgen. Zuerst 40min. Ausdauer auf dem Crosstrainer und danach etwa 25min. Krafttraining. Das tut gut! Aber ich merke, dass der Körper danach immer schneller müde wird und die Fatigue nicht erst zur gewohnten Zeit kommt.

Sport und MS

Hier wollte ich meinen grünen Smoothie fotografieren. Genau im richtigen Moment schaut die schwarze Katze über den Tisch. Ich würde sagen: perfect Photobom!

Smoothie mit Katze

Alle vier Wochen gönne ich mir eine kleine Auszeit mit Akupunktur und anschliessender Massage. Am Anfang bin ich immer ganz unruhig weil ich 30min. ruhig liegen muss. Aber auf die Entspannung danach möchte ich nicht verzichten.

Akupunktur

Freitag gibt Herbert Grönemeyer hier ganz in der Nähe sein vorletztes Konzert der Tour ‚Dauernd jetzt‘ 2016. Ich gehe mit meiner Freundin und einem Freund dorthin und wie immer sind diese Treffen toll, mit viel Lachen, so viel, bis man Muskelkater kriegt.

Grönemeyer Konzert

Am Samstag in einer Woche ist die Hochzeit einer ehemaligen Schulfreundin. Ich bin so wie immer etwas knapp in der Planung. Jetzt bin ich noch voll beschäftigt, ein richtiges Kleid zu finden. Dresscode ist sexy! Ich hab am Polterabend mal nachgefragt, wie das denn so gemeint ist. Es hiess: ’so, wie du nicht in den Ausgang gehst!‘ Ich – Ausgang?! Hahaha, ich schlafe doch meinen Erschöpfungsrausch bereits um 21 Uhr auf dem Sofa aus! Mein Mann sagt dazu, ich darf nicht wieder wie eine schwarze Fledermaus herumrennen…ja, charmant kann er!

 

 

 

 

 

Ich wünsche euch eine ganz tolle Woche! ❤

Liebe Grüsse, Katarina

Wochenrückblick 04.06.2016

Mein Wochenrückblick in Bildern

Wochenrückblick ist einer meiner liebsten Blogbeiträge. Ich nehme mir die Zeit, über die vergangene Woche nachzudenken und suche meine liebsten Momente zusammen. Das Leben ist zu kurz, um sich nur mit schlechten Tagen zu beschäftigen, oder?

Die Idee kommt ursprünglich von Denise Fräulein Ordnung

Hier mein Wochenrückblick in Bildern

Tecfidera: Mittlerweile lassen mich die Nebenwirkungen des Medikamentes, genannt Flush, etwas kalt. Bildlich gesprochen, denn eigentlich fühlt es sich so an, als ob der Körper brennt.

Tecfidera Flush Nebenwirkungen

Die kleine Katze ist nicht mehr so klein und ist richtig verfressen geworden. Sobald wir irgendwas essbares in die Hand nehmen, steht sie da und schaut, ob das vielleicht etwas sein könnte, was ihr auch schmeckt. Hier sieht man am Blick: was isst du da, was isst du da, waaas isst du da?!

Katze

Ich habe nach dem Buch von Deiliciously Ella eine Quinoapizza probiert. Die war so so so lecker! Merke: nächstes mal Backpapier benutzen, nur mit Olivenöl bestreichen nützt nicht viel.

Quinoapizza

In der letzten Zeit nehme ich mir zu wenig Zeit für Sport. Das ärgert mich echt. Ich weiss ja, wie gut es mir danach geht. Ich muss unbedingt öfter Sport machen!

Sport

Das Wochenende ist mit vielen aufregenden Terminen voll bepackt. Heute ist der Polterabend einer Freundin. Leider wird das Wetter nicht halten…aber ich freue mich trotzdem auf den Abend!

Morgen treffe ich mich mit Sabine von die kleine graue Wolke. Auf unser Treffen freue ich mich riesig!

Ich wünsche euch eine ganz tolle Woche! ❤

Liebe Grüsse, Katarina

Wie ich zu früh kam

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben…oder so. Es geht aber auch anders. Hier ein kleines Schmankerl aus meinem Alltag, immer etwas gehetzt, zu spontan, ungeplant…

Wie im letzten Post erwähnt, war am 25. Mai 2016 der Welt-MS-Tag. Weltweit gab es verschiedene Veranstaltungen dazu und es wurde auf Multiple Sklerose aufmerksam gemacht.

Welt MS Tag

Jetzt muss ich etwas ausholen

Einen Tag vor dem Welt-MS-Tag sah ich auf der Seite vom Universitätsspital Zürich, dass sie eine sehr interessante Infoveranstaltung organisieren.

Ich rief meinen Mann an und checkte seine Termine für den nächsten Nachmittag. Wie es der Zufall so wollte, konnte er kurzfristig den Nachmittag am Mittwoch als Homeoffice arrangieren und die Kinder neben bei beaufsichtigen. Also fragte ich bei der Anmeldestelle am Universitätsspital an, ob ich mich noch so kurzfristig für diese Veranstaltung anmelden kann. Eine sehr nette Antwort kam, ja natürlich kann man sich noch anmelden und sie würden übrigens den Staublos-Blog auch kennen! Ha!

Ich war schon dezent aufgeregt und freute mich sehr darauf! (Eigentlich hätte ich da schon misstrauisch werden sollen, denn solche kurzfristigen Aktionen klappen hier erfahrungsmäss nur selten. Irgendwas kommt immer dazwischen.)

Am nächsten Morgen war auf all meinen Social-Media Kanälen der Welt-MS-Tag ein grosses Thema. Also ging ich auch noch schnell auf die Seite der Schweizerischen Multiple Sklerose Gesellschaft weil die meinen Artikel kommentiert haben. So sah ich, dass die Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft ebenfalls eine Veranstaltung geplant hat.

1. Schweizerischer MS Tag

Ich dachte mir ej, wenn ich ja sowieso nach Zürich fahre, da muss ich auch unbedingt hin! So könnte ich zuerst an die Veranstaltung vom 1. Schweizer MS Tag und danach flitze ich zum Universitätsspital und besuche auch noch die Infoveranstaltung. Auf Googlemapps mal die Karte genau angeschaut und beschlossen, klar, das geht auf und das schaffe ich locker.

Hier nimmt mein Welt-MS-Tag eine andere Wendung

Man stellt sich vor: ich bin schon sehr aufgeregt, freue mich, endlich an eine solche Veranstaltung zu gehen. Dass das mit Homeoffice klappt, strahlender Sonnenschein ist und obwohl alles sehr kurzfristig ist, werde ich einen spannenden Nachmittag verbringen. Dachte ich. Haa haaaaa…

Während ich noch auf Google die beste Route studiere, rufe ich meine Freundin an die in Zürich lebt. Sie bestätigt mir meinen Plan und denkt, dass das mit beiden Veranstaltungen bestimmt aufgeht. Wir verabreden uns noch für ein Treffen danach. Neben bei bereite ich das Mittagessen vor und drucke meine Route aus weil ich kein Navigationsgerät habe. Als der Mann nach Hause kommt, sagt er noch, dass ich unbedingt die blabla Ausfahrt nehmen soll, springe ins Auto und fahre los.

So wie es das Gesetzt will, verpasse ich vor Zürich diese erste blabla Ausfahrt, muss wenden und gehe dann bei der richtigen Ausfahrt wieder raus. Ich gebe es zu, mein Orientierungssinn lässt mich manchmal im Stich.

Mit ein paar kleinen Umwegen, weil überall Baustellen, kam ich dann zu diesem Areal, parkte das Auto in einer seltsamen Parkgarage und stampfte los. Natürlich zuerst in die falsche Richtung. Als ich dann bei diesem Gebäude stand, war kein Mensch da. Hmm…ich hatte eigentlich erwartet, dass das gross aufgezogen wurde. Irgendwo ein Plakat steht und es angeschrieben ist, wo die Veranstaltung statt findet. Also stampfte ich wieder raus, umrundete das ganze Gebäude weil vielleicht anderer Eingang und so. In der Zwischenzeit war es richtig warm geworden, ich fing an zu schwitzen und stellte die spontane Aktion etwas in Frage.

Nix. Also ging ich fragen, kein Mensch wusste aber, wovon ich rede. In diesem Moment war ich schon ziemlich genervt und beschloss, sofort zum Universitätsspital zu der anderen Veranstaltung zu gehen. An der Tramstation überlegte ich noch hin und her und beschloss kurzerhand, doch direkt mit dem Auto hin zu fahren. Geplant war, ich lasse das Auto bei der ersten Veranstaltung stehen, nehme das Tram zum Universitätsspital und treffe mich am Abend mit der Freundin. Danach wieder mit Tram zum Auto und nach Hause fahren. Da an diesem Abend auch noch ein Fussballspiel statt fand, sah ich mich mit den johlenden Fans im Tram eingesperrt. Diese Vorstellung fand ich so erschreckend,  so dass ich mich entschied, mit dem Auto dorthin zu fahren. Schliesslich werde ich nach dem Tag bestimmt schon sehr müde sein und ich brauch ja auch wieder eine Stunde Autofahrt bis nach Hause uuund, das Parkaus war echt seltsam, das finde ich 6 Stunden später sicher auch nicht mehr…und, ich hab ja noch knappe 50min. Zeit.

Kaum fuhr ich aus diesem ominösen Parkhaus raus, reihte ich mich in einen Stau rein. Dachte mir aber noch nix dabei weil ich ja noch ganz viel Zeit hatte. Ha haaa…so stand ich über 50min. im Stau, konnte keine Abkürzung nehmen…naja.

In der Zwischenzeit war ich so genervt, dass mich jedes weitere rote Signal nur noch aggressiver machte. Nachdem ich endlich aus diesem blöden Stau raus war, hatte die Veranstaltung im Universitätsspital bereits angefangen. Auf der Suche nach einem freien Parkhaus in der Nähe, war es dann vorbei mit meiner Geduld. Entweder lasse ich das Auto einfach irgendwo stehen oder ich fahre wieder nach Hause.

So beschloss ich kurzerhand, die ganze Aktion hinzuschmeissen und nach Hause zu fahren.

Was danach geschah

Nachdem ich also den freien Nachmittag im Auto verbracht habe, kam ich völlig verschwitzt und erledigt wieder nach Hause. Mein Mann konnte es fast nicht fassen, genau wie ich selber. Ein riesiger Aufwand für nix und wieder nix. Mit meiner Freundin hab ich mich über meine panikartige Flucht auch noch lustig gemacht. Aber ich war richtig, richtig, richtig, ähm – genervt.

Am nächsten Tag rief meine andere Freundin an um zu fragen, wie die Veranstaltung denn war. Als ich ihr erzählte, dass da überhaupt kein Mensch war, sagte sie plötzlich, ej, du warst einen Monat zu früh da!

Wem ist das Datum oben auf dem Flyer aufgefallen?

Der 1. Schweizer MS Tag findet am 25. JUNI statt. Weil ich doch manchmal nicht so genau hin schaue, danke ADHS, habe ich nur den 25. gesehen und bin davon ausgegangen, wenn 25. Mai Welt MS Tag ist, dann ist die Veranstaltung dann. Tjoa…in der Schweiz ist das halt nicht so.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.